Gibt es keine "billigen" Lastenräder mehr?

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Der Rahmen von meinem Rad ist aus China und wird da noch viel genutzt, auch in Indien und anderen asiatischen Ländern.
Hier gab es den von Popal (wie in meinem Fall), aber auch andere Hersteller wie Keiler und noch ein zwei kleine Hersteller aus den Niederlande.
Der Unterschied ist in meinen Augen, dass dort, wie auch in den Niederlande solch ein Fahrrad einfach anders angehen wird. Halt als Fahrrad mit Funktion.
Die deutschen scheinen da ein anderes Auge drauf zu legen.

Sowas ist mir aber auch z.B. bei Liegerädern aufgefallen.
Hier in Deutschland werden auch für alte gebrauchte oft Preise veranschlagt....
Ich habe mein Challenge Hurricane für einen Preis in den Niederlande geholt.... ich sach mal vergleichbare Gebrauchte haben hier mehr als das doppelte gekostet.
Ich hatte mit dem Verkäufer anschließend noch etwas geplaudert, vor allem weil er verwundert war, warum ich über 200km aus Deutschland anreise.
Ich hatte ihm den Sachverhalt erklärt und er war total verwundert.
Seine Aussage war "Wieso, ist doch ein normales Fahrrad ohne Motor".

Hier in Deutschland ist so ein Liegerad halt wie auch Lastenräder mehr und mehr zum Statussymbol geworden, zum Lifestyle, zum Hype. Und da ist man gerne bereit ordentlich was auf den Tisch zu legen.

Ich verstehe auch, dass die Margen bei den hochpreisigen Modellen höher sind und damit das Produkt auch für den Hersteller attraktiver. Zudem will man ja mit Innovationen glänzen die man sich wieder gut bezahlen lässt.

Ich erinnere mich hier an ein Lastenrad aus Berlin bei dem man den Korb zusammenklappen konnte.
Wurde auch hier im Forum groß drüber berichtet und für total praktisch und innovativ gehalten.

Sowas hatte Gazelle aber schon gut drei Jahre vorher auf dem Markt.... nur nicht im deutschen Programm, weil Lastenräder hier noch nicht so bekannt waren.
Und als Gazelle es hier ins Programm genommen hat, wurde es kaum verkauft.
Zum einen haben sich kaum Händler sowas in den Laden gestellt, zudem musste es da schon gegen motorisierten Modellen der Konkurrenz oder sportlichen Modellen anderer Konkurrenten antreten. Da wollte keiner eine 7 Gang Nabe und Rollenbremsen.
Übrigens ist es in den BeNeLux Ländern noch weiter angeboten worden, nur hier nicht.
Hier geht man erst wieder mit dem neuen treuren Luxusmodell an den Markt.

Selbst meine Frau, die gar kein Fahrrad fährt und auch gar nicht von Fahrrädern überzeugt ist, ist das aufgefallen.
Und selbst Sie hatte schon die Idee, ob man mit solchen Rädern nicht ein Geschäft aufbauen könnte.
Nach einigen Recherchen und Berechnungen haben wir davon aber Abstand genommen. Denn mit so einem Modell kann man nicht klein Anfangen, man muss in meinen/unseren Augen versuchen flächendeckend auf den Markt zu gehen. Und für sowas fehlt mir einfach das Kapital.
 
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BBF Miami 1699-1800 ohne Motor.
Cargobike Classic so ähnlich.
Auch das Cabby ist für etwa 2000 zu bekommen.
Das ist schon nicht wenig Geld.
Wie Bravragor sagt, fehlen auch mir einfache, robust ausgestattete Vehikel ohne viel Klimbim. Um 1000 Euro dürfte doch machbar sein wegen mir mit Rollenbremsen und 1x7 oder Nabe. Batterielicht und StVZO Ausstattung. Klar sind die schwer und haben keine App. Aber die kann auch jemand kaufen, ohne eine Förderung zu bekommen und einen Stellplatz zu haben. Ein 8kplus Rad stellt sich doch kaum ein Mehrfamilienhaus Bewohner vor die Tür auf die Straße.
 
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Hier in Deutschland ist so ein Liegerad halt wie auch Lastenräder mehr und mehr zum Statussymbol geworden, zum Lifestyle, zum Hype. Und da ist man gerne bereit ordentlich was auf den Tisch zu legen.
Der Markt ist frei, und wenn für einfache, nicht motorisierte Lastenräder ein Bedarf herrscht, wird der sicherlich gedeckt, wenn nicht von dir dann von anderen, da bin ich mir sicher. Der Markt wächst ja erst, und nimmt ständig zu. Vergleicht man normale Räder mit Lastenräder, dann ist der Preissprung auch nicht mehr so gewaltig, und vielleicht sogar den geringeren Margen angepasst.
Womöglich verwechselt du auch das Statussymbol, den lifestyle, und den Hype mit sich grundlegend veränderten Werten in unserer Gesellschaft. Viele Leute verzichten auf das Auto, weitgehendst oder ganz, und finden das Rad im Vergleich günstig, auch bei hohen Anschaffungskosten - z.B. wenn es den Zweitwagen ersetzt. Der günstige Unterhalt, der Beitrag für die Umwelt, die Lebensfreude usw. sind dabei im Preis inbegriffen, und praktischer ist es in vielen Fällen auch, z.B. bei heutigem Städteverkehr und den Staus.
Würden die teuren Räder zu Ladenhütern verkümmern, wäre schnell ein akzeptables Preisniveau erreicht. Solange die Nachfrage die Lieferung übersteigt, sehe ich da kein Land. Es gibt bei Leuten, die nach obigen Kriterien ihr Rad kaufen genügend, die es sich auch leisten können, und auch Förderungen machen diese Räder erschwinglich. Als Hersteller würde ich da auch eher auf hochpreisig setzen, als auf billig, denn das geht dann auch wieder nur mit Einsparungen an den Rahmenkosten, den Komponenten und vor allem auch den Herstellungsbedingungen - Umwelt und Arbeitsbedingungen - was in einer sich verändernden Gesellschaft mit höherem Bewusstsein auf diese Dinge dann doch wieder zum Außenseiter und Nischenprodukt verkümmern könnte.
 
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Wie hast Du denn dann deinen Stundenlohn kalkuliert und was soll uns das sagen
Mein erster Eigenbau war vor 35 Jahren ein Tandem, Material vom Sperrmüll, null D-Mark, 20 Stunden Arbeit, Wert ca DM1000,-
Selbst bauen kann enorm viel Geld sparen! Wenn man sich traut, sich einarbeiten mag und -heutzutage- seine Handyzeit opfert :p
was Selbstbau mit dem Thema hier zu tun hat
Scherzbold, Dein Thema ;)
wegen der perversen Preise


eine halbe Seite interessant
danach, wie so häufig in Foren
unwichtiges Geplauder

Ich finde Dein Thema super, 40 Mm mit nem einfachen Lasti unter €1000,-, ohne "E", Respekt.
Dein Rad inspiriert mich zu einer Nachbaustudie- wie günstig kann ich ein Lastenrad selbst bauen? Am besten für andere reproduzierbar, z.B. genietet, statt geschweißt.
Gibt es auch Longtails unter €1000,-?
Gruß Krischan
 
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Mein erster Eigenbau war vor 35 Jahren ein Tandem, Material vom Sperrmüll, null D-Mark, 20 Stunden Arbeit, Wert ca DM1000,-
Selbst bauen kann enorm viel Geld sparen! Wenn man sich traut, sich einarbeiten mag und -heutzutage- seine Handyzeit opfert
Respekt! Aber für die meisten ergibt sich diese Möglichkeit wahrscheinlich nicht. Ich hatte zum Beispiel an meinem ersten Tallbike mehr als eineinhalb Jahre. Am zweiten dann nur zwei volle Arbeitstage. Wenn man jede Woche 1 Stunde investiert dauert auch ein 20h-Bau ein gutes halbes Jahr. Und dann braucht man auch noch den Platz um daran zu arbeiten. In einer Mietwohnung kann (oder sollte) man nicht flexen und schweissen. Ausserdem muss man sich das Wissen über Fahrräder gleichzeitig auch noch selbst beibringen. (Z.B. dass man Pedalen ohne Pedalabzieher vom Vierkantkonus nicht weg bringt.)

Anders sieht es aus, wenn man Lastenräder-Workshops in Betracht zieht. Meines Erachtens ist das aber keine massentaugliche Lösung.
Dein Rad inspiriert mich zu einer Nachbaustudie- wie günstig kann ich ein Lastenrad selbst bauen? Am besten für andere reproduzierbar, z.B. genietet, statt geschweißt.
Ein genietetes Fahrrad steht auch schon lange auf meiner Ideenliste. Stelle ich mir aber vor allem bei den Steuerrohren sehr schwierig vor. Würde mich freuen, wenn du so ein Projekt starten würdest.
 

bastiaen

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Schaut nach was bei alibaba die billigsten Cargobikes kosten.
Recherchiert die Preise für einen Container von Asien nach Europa (gerade jetzt!) und legt die Transportkosten um.
Recherchiert, wieviel Zoll und Einfuhrsteuer oben drauf kommt.
Sichert das Wechselkursrisiko ab! Das hat schon einige gekillt.
Jetzt habt Ihr einen Preis und die Cargobikes stehen verzollt z.B. in Rotterdam.
Mietet ein Lager, schafft alles dahin, versichert den Lagerbestand.
Jetzt baut einen Vertrieb auf.
Direktvertrieb ist schwierig. Die Menschen wollen probefahren. Und der Transport B2C ist meistens etwas teurer als B2B. Nicht vergessen: zwei Wochen Rückgaberecht bei Onlinegeschäften. Außerdem: es ist ein billiges Spezialfahrzeug. Wahrscheinlich gibt es in der Garantiezeit Schäden. Die müsst Ihr beheben oder jemand vor Ort dafür finden (siehe Babboe Service Thread...)
Plattformökonomie! Ihr schmeißt Google das Geld in den Rachen und Amazon et al die Provision.
Normale Händler stellen sich so etwas eher nicht hin. Es nimmt zu viel Platz weg, dreht nicht so schnell und bindet mehr Kapital als ein billiges Normalrad mit kaum niedrigerer Marge.
Die immernoch recht wenigen Cargobikehändler stellen sich das nicht hin, weil es die höherpreisigen kannibalisieren könnte. Wenn Ihr Glück habt nimmt es jemand als Lockvogelangebot und versucht die Kunden davon weg zu beraten.
Wenn Ihr einen Händler an Bord habt, erwartet der - sagen wir 30-40% Marge.

Ich mag einfache Kakerlaken, wenn sie gut gemacht sind. Aber wenn es einfach wäre, das aufzubauen, würdet Ihr es nicht vermissen.
 
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Danke für den komprimierten Einblick in die Krakenartigen Auswüchse des Vertriebs.
Als einfacher Kunde ist einem das nicht so gegenwärtig.
PS: Hier Off topic, aber ich finde viele der echten Manufaktur Lastenräder. Im Vergleich zur Serienware jetzt nicht billig, aber erstaunlich weniger teuer.
 

bastiaen

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PS: Hier Off topic, aber ich finde viele der echten Manufaktur Lastenräder. Im Vergleich zur Serienware jetzt nicht billig, aber erstaunlich weniger teuer.
Das hat verschiedene Gründe. Oft z.B. hohe Fertigungstiefe. Wenn Du alles selbst machst, bleibt mehr hängen. Oder wenig Overhead. Ich stehe alleine auf der Messe. R&M mit zehn Mann. Das zahlst Du als Kunde mit. Bei der Manufaktur steckt viel Geld im Produkt, in Form von mehr Arbeitszeit, schlechten Einkaufspreisen und ineffizienten (oder nichtexistenten) Prozessen. Beim Serienrad wird das durch Masse optimiert, aber um die Optimierung zu organisieren und die Masse abzusetzen wächst das Drumherum. Deshalb kosten beide am Ende in etwa gleich viel.
Ich würde jetzt auch nicht sagen, das eine Geschäftsmodell ist besser oder schlechter. Wahrscheinlich ist das eine sympathischer? Und Selbstausbeutung ist natürlich auch dabei.
 
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Teurer sind die Räder doch heute auch nicht. Man muss nur wissen, dass man die DM von damals heute als Euro ansehen kann. Mein MTB kostete vor über 25 Jahren 3700.- DM und dann kam noch ein Reifensatz von 800.-DM dazu - Hohlkammerfelgen. Es war noch nicht das Top Modell. Für das Geld bekommt man heute auch ein vergleichbares Rad in Euro, dazu noch bessere Komponenten und Scheibenbremsen.
Beim Aldi kosteten damals die Räder meist 799.- DM. Heute bekommt man für diesen Eurowert bei den Discountern schon Räder mit Motor.
Zum Glück ist es nicht wie bei den Brötchen, denn die kosten heute das Doppelte in Euro, und dann kommen sie noch aus der Retorte ....
 
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(Z.B. dass man Pedalen ohne Pedalabzieher vom Vierkantkonus nicht weg bringt.)
Der Klugscheißer in mir wurde getriggert. Es ist ein VierkantKURBELARMabzieher. Pedale macht man im Regelfall mit 15er Maulweite und / oder Innensechskant. Dabei aber bitte die Links UND Rechtsgewinde beachten.
Und Vierkant ist in meiner Welt zwar noch vorhanden aber am Aussterben. Heute hat man außenliegende Lagerschalen und Hohlwellen
 
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Am Kangoo wäre auch noch etwas mehr Value Engineering möglich, z.B. durch einen einfacheren Hinterbau oder das Weglassen der Steurungsredundanz.
Ich gehe stark davon aus, dass Konstruktionen mit 2 Lenkstangen günstiger sind als solche mit einer. - Wobei man es natürlich auch drauf anlegen könnte und eine der beiden Stangen demontieren könnte. Hat das schon jemand probiert? Wer traut sich? ;)
 
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Beim Leichenfleddern mache ich natürlich gerne mit. :D
Es passen halt auch nur 100 statt 1000 Rahmen in einen Container ...
So krass ist es nun auch wieder nicht. Die ganzen Long Johns in der Art von Bakfiets, Babboe & Co haben ja bloß ein dickes Hauptrohr in der Mitte. D.h., diese Räder sind nicht breiter als normale Fahrräder. Höher sind sie auch nicht. Bleibt noch die Länge: Da kommen aber auch bloß ca. 25% dazu.
Und gibt man die Kisten als Bausatz dazu (mit Ikea ist der Deutsche ja vertraut), sollten die auch nicht zu viel Platz wegnehmen.
 
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Es ist ein VierkantKURBELARMabzieher.
Du hast natürlich völlig recht! Den Kurbelabzieher meinte ich natürlich. Wir waren uns damals zu schade und würgten eine halbe Stunde mit Schraubendreher und Brecheisen herum. Danach drehten wir ein knapp brauchbares Werkzeug aus Alu, bis wir die 10€ in ein anständiges Werkzeug investierten. :LOL:
Heute hat man außenliegende Lagerschalen und Hohlwellen
Für höherpreisige Räder (und meine eigenen): definitiv ja! Aber für Billigräder wird das Vierkant-Patronenlager vermutlich bis in alle Ewigkeit Standard bleiben. Damit können nämlich die Fertigungstoleranzen im Tretlager viel grösser gehalten werden. Das spart Geld und Zeit in der Herstellung. Das Lager ist ausserdem wartungsfrei und besser vor Dreck und Feuchtigkeit geschützt. Zusätzlich ist der Montageaufwand geringer, es muss kein Spiel eingestellt werden. Für ein Lastenrad, welches möglichst günstig sein soll, ist es daher für mich ein Muss. Die Vorteile der höheren Steifigkeit und des niedrigeren Gewichts haben in diesem Anwendungsfall keine Bedeutung. Ausserdem können ja auch viele hochpreisige Hersteller keine akzeptablen Toleranzen einhalten (z.B. OPEN) und die ganzen Hohlwellen aus Alu taugen auch nicht für die Ewigkeit. Wenn dann noch Systeme wie von Campagnolo mit völlig falsch eingesetzter Wellenkupplung und/oder Federringspannung eingesetzt werden, dann hilft nur noch gutes Marketing.
 
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Ui... erstmal Luft holen. ;)


Mein erster Eigenbau war vor 35 Jahren ein Tandem, Material vom Sperrmüll, null D-Mark, 20 Stunden Arbeit, Wert ca DM1000,-
Selbst bauen kann enorm viel Geld sparen! Wenn man sich traut, sich einarbeiten mag und -heutzutage- seine Handyzeit opfert :p
Seine Handyzeit opfern.... sorry, aber das finde ich ganz schön arrogant!
Meist Du alle die nicht die Möglichkeit haben müssen einfach ihre Handyzeit opfern?
Also das Handwerk Rahmenbau hängt wohl an etwas mehr als an Zeit.

Scherzbold, Dein Thema ;)
Indem es nie darum ging Lastenräder in Selbstbau herzustellen.
Und dass alle die ein Lastenrad haben wollen, aber nicht das Geld dafür haben sich einfach mal selber eines bauen ist fern ab jeglicher Realität.
Gibt es auch Longtails unter €1000,-?
Gab es auch. Und ist wohl einfacher zu realisieren als ein Long John.

Pedalen ohne Pedalabzieher
Ich glaube zum ordentlichen Rahmenbau gehört ein wenig mehr als diese (in meinen Augen) Grundlagen des Fahrradreparierens.
Ich transportiere mit dem Teil meine Kinder durch die Stadt, da will ich nicht unbedingt ein eventuell schlecht zusammengebratenes Geröhr als Rahmen.
Auch wenn z.B. der Rahmen von meinem Modell billigste Chinaware ist, so wird der Rahmen da schon lange produziert. Beim betrachten des Rahmens sieht man schon, dass da hier und da gezielt Verstärkungen angebracht worden sind. Der recht einfach gestrickte, sackschwäre Rahmen hat sich aber bisher halt bewährt.
Ich weiß mittlerweile dass es über die Jahre verschiedene Modelle von dem Rahmen gibt, und nicht alle haben die Verstärkungen wie meiner.


Aber wenn es einfach wäre, das aufzubauen, würdet Ihr es nicht vermissen.
Danke für Deinen Beitrag.
Wie gesagt habe ich das schon mal mit meiner Frau durchgerechnet.
Einen Schwung socher Räder zu Importieren und selber zu vertreiben als lokaler Händler würde bei einem gewissen Absatz finanziell rentabel sein.
Aber wie ich schon vorher geschrieben habe muss man um genug potentielle Kunden zu erreichen das ganze Flächendeckend anbieten. Und das ist wieder eine ganz andere Hausnummer, wie Du schon so gut ausgeführt hast. Und so wird der persönliche Gewinn schnell bei Null sein und mit etwas Pech gar in den Minus gehen.
Man müsste hier über schiere Masse machen und dafür ist das Produkt einfach nicht geeignet.

Das hat verschiedene Gründe. Oft z.B. hohe Fertigungstiefe. Wenn Du alles selbst machst, bleibt mehr hängen. Oder wenig Overhead. Ich stehe alleine auf der Messe. R&M mit zehn Mann. Das zahlst Du als Kunde mit. Bei der Manufaktur steckt viel Geld im Produkt, in Form von mehr Arbeitszeit, schlechten Einkaufspreisen und ineffizienten (oder nichtexistenten) Prozessen. Beim Serienrad wird das durch Masse optimiert, aber um die Optimierung zu organisieren und die Masse abzusetzen wächst das Drumherum. Deshalb kosten beide am Ende in etwa gleich viel.
Ich würde jetzt auch nicht sagen, das eine Geschäftsmodell ist besser oder schlechter. Wahrscheinlich ist das eine sympathischer? Und Selbstausbeutung ist natürlich auch dabei.
Genau was ich sage.
Man kann sowas in billig nur über die Masse realisieren und dass wäre in dem Fall ein absolutes Risikogeschäft was wirklich gutes Marketing mitbringen müsste.... was sich wiederum über das Produkt finanzieren müsste.
Geschäftsprozesse und Wertschöpfungsketten haben schon so manch einen engagierten Geschäftsmann mit guten Ideen in die Knie gezwungen.

Mir ist vollkommen klar, dass ein Lastenrad wie deines ganz anders Kalkuliert ist wie ein R&M oder gar ein importierter Chinabomber.
Das sind drei ganz andere Dinge in meinen Augen.

Dein Produkt ist in Kleinstserie gefertigt und dass in einem Nischenmarkt, ich glaube Selbstausbeutung war von Dir. Ich finde Dein Bike absolut klasse und würde es zumindest gerne mal probefahren. Nur wäre es aktuell für mich z.B. nur als Zweitlasti geeignet weil einfach zu wenig Ladekapazität. Ich kann mir aber z.B. vorstellen, dass so ein Lastenrad in drei oder vier Jahren für mich reichen könnte. Aber dass ist auch genau der Punkt warum der Markt Manufakturen wie Deine braucht, es gibt einfach nicht das Lastenrad für jeden.

R&M kann sein Rad ganz anders kalkulieren, Du hast ja schon die Einkaufspreise kurz angesprochen. Die meisten Komponenten die dazugekauft werden sich doch einfache Massenware und ein Hersteller wie R&M kann da ganz andere Verträge machen. Und wie Du schon angesprochen hast "verbrennen" die viel mehr Geld an Stellen die nicht zur Wertschöpfung direkt beitragen, was aber auch über das Produkt wieder finanziert werden muss.
Gerade Hersteller wie R&M, oder die ganzen anderen "großen" könnten die Preise für ihre Produkte da noch optimieren, bei denen ist da immer wo noch etwas Potential.

Du wirst mir aber sicher bestätigen können, dass es eine eher dumme Idee ist, einfach seine "Handyzeit" zu kürzen, etwas Schweißen zu lernen, sich ein günstiges Schweißgerät anzuschaffen, Material vom Schrott zu holen und damit zu versuchen Lastenräder auf den Markt zu bringen.
Und mit "eher dumme Idee" meine ich eigentlich eine richtig Schlechte!


Konstruktionen mit 2 Lenkstangen günstiger sind als solche mit einer.
Auf jeden Fall. Ich würde nicht auf die Idee kommen und eine von beiden abzumontieren!
Die flexen jetzt schon hier und da mal ganz gut, nur eine von den beiden wäre wie Lenken mit einem Gummiband und würde sehr schnell brechen.
Will man das ganze mit einer Lenkstange verwirklichen muss da anders designt werden, teureres Material verwendet werden etc...
So wie es ist funktioniert es und ist zuverlässig... und billig.
Meine Hoffnung ist ja, das die zeitverzögert auch noch kommen.
Hier habe ich nicht wirklich viel Hoffnung und es wird auf jeden Fall nichts mehr zu dem Preis den ich für mein Lasti bezahlt habe.
Gründe wurden hier ja einige genannt.
Firmen wie Popal und Keiler sowie einige andere haben es ja probiert und die Produkte wieder vom Markt genommen.
Der Markt hier ist nunmal nicht der in Asien.
So krass ist es nun auch wieder nicht.
Das stimmt, da passen schon einige in den Container. Ich habe meins seiner Zeit in einem Peugeot 206 vom Händler geholt. Waren vier Kartons. Davon bekommt man schon recht viele in so einen Container.
Aber für Billigräder wird das Vierkant-Patronenlager vermutlich bis in alle Ewigkeit Standard bleiben.
Das glaube ich auch und finde ich auch nicht schlimm. Es ist halt die von mir angesprochene solide bewährte Technik.



Eines noch.
Ich habe im Titel gezielt das Wort billig genutzt, nicht das Wort günstig.
Das sind für mich zwei komplett unterschiedliche Dinge.
 
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Das cangoo scheint's ja nun schon länger nicht mehr zu geben, oder ?

(hatte in der vergangenheit öfter 'mal danach geggoogelt, aber, wenn überhaupt, nur angebote von einem grenznahen (holland) händler (name entfallen) gefunden, der nicht den besten ruf genießt)
 
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