Gibt es keine "billigen" Lastenräder mehr?

Mahlzeit zusammen,

gibt es eigentlich keine billigen Lastenräder mehr?
Noch immer werde ich öfters auf mein Fahrrad angesprochen, leider ist ein Lastenrad ja jetzt nicht gerade die günstigste Anschaffung die man so macht.
Viele Menschen sind von den Preisen für ein modernes Lastenrad oft abgeschreckt.
Und wenn ich überlege, meines hat neu 950€ (UVP war 1150€) gekostet. Ich habe eine Nexus7 als Schaltung, Rücktritt hinten und Rollenbremse vorn.
Nach drei Jahren bin ich mit dem Rad noch voll und ganz zufrieden. Wir haben mehrere Urlaube damit gemacht, so einiges an Transporten und nicht selten laut Herstellerangabe ordentlich überladen.

Gerne würde ich den Leute ein Fahrrad wie meines empfehlen, aber dass kann ich nach meinem Wissensstand nicht.
Ich glaube, um die 1000€ könnten sich die Leute eher vorstellen als 2500€+.
 
Klar gibt es die, sind halt so hundsmiserabel wie es zu dem Preis geht. Hier wollte mal jemand einen verleih mit den Dingern aufmachen, der ist am ersten Schrottrad schon verzweifelt.
 
BBF Miami
1700,- Öcken in der Bioversion.
Sind aber immer noch mehr, als 1000. Dafür aber auch weniger, als 2500,-!

Das Problem ist meiner Meinung nach, daß viele Leute sich unter Fahrrad das vorstellen, was sie im Vollsortimenter oder Baumarkt sehen.
Daß ein "richtiges" Fahrrad aber im Vergleich dazu gleich mal schnell locker das Doppelte kostet, dafür viel mehr Qualität mitbringt, die letztlich wieder Geld spart, merkt man als Laie nicht.
Wer ein Fahrrad wirklich so schätzt, wie wir, der weiß daß ein Fahrrad, wie ein Auto auch, einfach einiges kostet und das aber auch Wert ist.

Lastenräder sind da wieder eine eigene Liga, weil sie bisher eher einen Nischenmarkt bedienen. Kleine Stückzahlen treiben die Preise hoch.
Guck Dir mal Preise für Liegeräder oder Trikes an! Da schlackern die Leute auch immer mit den Ohren, wenn sie hören, was solche Fahrzeuge kosten.
 
Lastenräder sind da wieder eine eigene Liga, weil sie bisher eher einen Nischenmarkt bedienen. Kleine Stückzahlen treiben die Preise hoch.
Guck Dir mal Preise für Liegeräder oder Trikes an! Da schlackern die Leute auch immer mit den Ohren, wenn sie hören, was solche Fahrzeuge kosten.
Es passen halt auch nur 100 statt 1000 Rahmen in einen Container ...
 
Klar gibt es die, sind halt so hundsmiserabel wie es zu dem Preis geht. Hier wollte mal jemand einen verleih mit den Dingern aufmachen, der ist am ersten Schrottrad schon verzweifelt.
Wie geschrieben habe ich solch ein schrottiges Rad seit drei Jahren. Das ist auch das Radl was ehrlich gesagt am wenigsten Pflege erhält. Die einzigen Probleme die ich hatte waren gebrochene Speichen am Hinterrad. Aber wie geschrieben wird das Radl auch nicht selten deutlich überladen.
Von der Zuverlässigkeit würde ich mich jetzt direkt auf Radl setzen und eine Mehrwöchige Tour fahren ohne Angst/Bedenken.

Lastenräder sind da wieder eine eigene Liga, weil sie bisher eher einen Nischenmarkt bedienen. Kleine Stückzahlen treiben die Preise hoch.
Guck Dir mal Preise für Liegeräder oder Trikes an! Da schlackern die Leute auch immer mit den Ohren, wenn sie hören, was solche Fahrzeuge kosten.
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Von den Preisen für Fahrräder braucht man mir nichts erzählen.
Hab nen Fuhrpark von aktuell acht Fahrrädern der verschiedensten Gattungen.
 
Neben allem was schon gesagt wurde:

Der Preis spiegelt auch wieder, was die Leute zu bezahlen bereit sind. In unserem aktuellen Wirtschaftssystem gibt es halt keine Anreize, weniger zu fordern.

Außerdem rechnet sich das Lastenrad auch bei hohen Preisen, wenn man es mit den Kosten für einen PKW vergleicht. Ich denke, dass auch das eingepreist ist.

Letzter Punkt: Mit den Pedelecs sind allgemein höhere Preise salonfähig geworden. Klar konnte man auch vorher problemlos 2000 und mehr Euro für ein Rad bezahlen. Inzwischen ist das aber Standard.
Ich habe gerade mal bei einem großen Versender geschaut (wenn auch sehr oberflächlich): e-MTBs liegen dort auch so zwischen 2.500 und 7000 Euro. Es sind also nich nur die Lastenräder, die so teuer sind.

Nachtrag: Online-Bewertung eines Kunden zu einem Händler: "Scheißladen. Kein Rad unter 3000 Euro!"
 
Interessant ist vor allen Dingen dass Neuerscheinungen eher teurer als billiger werden. Cargo, Carqon, Black Iron Horse Pony, alle über 5000 Einstiegspreis, zwar mit Motor aber trotzdem.
Das ist es ja.
Die Hürde ist leider recht hoch.
Dazu kommt, dass es hier Regional so gut wie keine Auswahl gibt. Wir haben hier einen Fahrradhändler mit dem Lasti von Bergamont, und in Dortmund ist glaube einer mit den üblichen Verdächtigen (UA, Bullit, Bakfiets).
Ok, dass ist schon mal mehr Auswahl als ich seiner Zeit hatte, und ich musste dann das Cangoo Downtown 250 als Bausatz mit einem Peugeot 206 aus Krefeld holen.
Aber für die meisten, die "nur mal" das Kind zur Kita fahren und etwas einkauften finde ich reicht hier im recht flachen Land ein einfaches wie ich es habe alle mal. Leider stirbt die "Einstiegsklasse" für Leute mit kleinem Geldbeutel irgendwie weg.
Alles muss HighTech, elektrisch und teuer sein.
Finde ich schade.
Gerade so ein wartungsarmes Gerät wie meines ist doch als Alltags- u. Allwetterhobel optimal.


Neben allem was schon gesagt wurde:

Der Preis spiegelt auch wieder, was die Leute zu bezahlen bereit sind. In unserem aktuellen Wirtschaftssystem gibt es halt keine Anreize, weniger zu fordern.

Außerdem rechnet sich das Lastenrad auch bei hohen Preisen, wenn man es mit den Kosten für einen PKW vergleicht. Ich denke, dass auch das eingepreist ist.

Letzter Punkt: Mit den Pedelecs sind allgemein höhere Preise salonfähig geworden. Klar konnte man auch vorher problemlos 2000 und mehr Euro für ein Rad bezahlen. Inzwischen ist das aber Standard.
Ich habe gerade mal bei einem großen Versender geschaut (wenn auch sehr oberflächlich): e-MTBs liegen dort auch so zwischen 2.500 und 7000 Euro. Es sind also nich nur die Lastenräder, die so teuer sind.
Also bei vielen bekomme ich schon bei den 1000€ die Reaktion ala "Das ist aber schon eine Stange Geld".
Ja, die Akzeptanz für wertige Fahrräder zu entsprechenden Preisen ist zwar in den vergangenen Jahren gestiegen, aber nicht jeder hat das Geld, und im allgemeinen ist die Akzeptanz nach meiner Beurteilung für Räder mit Motor gestiegen. Aber nicht jeder braucht/will einen.
 
Fällt mir eben so ein: Wer sich in der Stadt ein Auto halten kann, der kann sich auch ein Lasti um 5000€ leisten.
Na wenn du das sagt.
Unser letztes Auto hat vor vier Jahren 800€ gekostet.
Versicherung im Monat waren etwas über 20€ plus knapp 120€ Steuern im Jahr.
Relevant sind aber die Anschaffungskosten. Und da sind viele nicht bereit so viel hinzulegen. Das ist die Erfahrung die ich, sowie der Radldealer meines Vertrauens so gemacht haben.
Wie geschrieben hat er das Lasti von Bergamont im Laden stehen. Interesse ist wohl bei vielen Leuten, aber wenn sie auf den Preis gucken ist das Interesse schnell wieder weg.
 
Selbst die Lastenräder, die es schon seit längerem am Markt gibt, werden teilweise exorbitant teurer. Ich habe vor zwei Jahren mein Packster 60 gekauft, wenn auch als Messe-/Testrad bei RM. Mit Box, Kindersitz und Gepäckträger lag es bei etwas über 4100. Verdeck und Thudbuster habe ich nachgerüstet. Vergleichbare Packster liegen heute bei geschätzten 5500, und bei Messe-/Testrädern lässt RM inzwischen quer durch das Sortiment so 150-200€ nach.
 
Ich purzel auch immer rückwärts aus dem Laden / Website, wenn ich mir teilweise die aufgerufenen Preise anschaue. Ohne den teureren Rädern etwas absprechen zu wollen, denke ich auch, dass es großen Bedarf für günstige Lastis gibt. Sozialverträglichkeit/Leistbarkeit, Abstellen an dunklen Ecken, etc.
In letzter Zeit gab es ja einige Threads über günstigere Mid-oder Longtails. In meinem Fall finde ich die aufgerufenen 999€ für ein Yuba Kombi echt fair, ist mit akzeptablen mechanischen Scheibenbremsen und vollkommen ausreichender und robuster 9-fach Schaltung ausgestattet.
 
Fällt mir eben so ein: Wer sich in der Stadt ein Auto halten kann, der kann sich auch ein Lasti um 5000€ leisten.
Für PKWs bekam bzw. kann jeder Bundesbürger Prämien bekommen, bei Lastenrädern ist das schon mal ein Flickenteppich. Wohl dem dessen Wohnort eine Förderung bietet.
Jobrad bekommt auch nicht jeder, bei uns im ÖD verhindert gerade verdi dass wir ein Jobrad bekommen können...
Mit dem Auto komm ich praktisch überall hin, ein Lastenrad in einem Zug der DB mitzuführen wird mir schon mal untersagt.
Ein Lastenrad also mit in den Urlaub mitzunehmen scheitert vermutlich auch an der Beförderung des selbigen, ausser der Urlaub besteht aus einer Radtour.
Aus dem Auto steig ich bei Wind und Wetter trocken und sauber aus, bei einen Fahrrad...
Die Ersatzteilversorgung bei den meisten PKW ist auf lange Zeit sichergestellt, im hr war letztens ein Betrag bei dem ein Rentner zu recht betrübt war dass ein Bauteil an seinem Pedelec komplett getauscht werden musste für mehrer hundert Euro nur weil ne Batterie leer war. Was dann in 5-10 Jahren ist kann einem niemand zusichern...
Nur einmal ein paar Argumente die Du gerne entkräften kannst...
 
Das mit der Ersatzteilversorgung zu völlig überhöhten Preisen wird von der Autoindustrie aber noch getoppt. Bei dem 2009er Fiat punto von meiner Frau war vor 2,5 Jahren die Servolenkung defekt. Der eigentliche Defekt war das Relais , das die Lenkung an und ausschaltet. Gibt es aber nicht einzeln, es hätte die komplette Lenkung für ca 1800 ausgetauscht werden müssen für einen Defekt, den man mit Flaschenpfandgeld hätte beheben können.
 
Das mit der Ersatzteilversorgung zu völlig überhöhten Preisen wird von der Autoindustrie aber noch getoppt. Bei dem 2009er Fiat punto von meiner Frau war vor 2,5 Jahren die Servolenkung defekt. Der eigentliche Defekt war das Relais , das die Lenkung an und ausschaltet. Gibt es aber nicht einzeln, es hätte die komplette Lenkung für ca 1800 ausgetauscht werden müssen für einen Defekt, den man mit Flaschenpfandgeld hätte beheben können.
Weil das Relais vom Servo defekt war ne komplette neue Lenkung für 1800€??
Ein mal Google
LIKH ENTFERNT. WAR FÜR DAS MODEL DAVOR.
aber ich glaube kaum dass man wegen einem Relais die Lenkung hätte tauschen müssen.

Nicht immer sind es die Hersteller, oft einfach scheiß Werkstätten.
Das gibt es aber auch im Fahrradbereich.
 
Das BBF Miami/prophete wurdeschon genannt.
Das Baskfiets Cargo lang fängt bei 1800 an.
Babboe City ab etwa 1600.
Popal/Cangoo Downtown in kurz an 849,-
Ein bisschen was findet man. Unter 1000 aber nur wenig.
Das Problem ist meiner Meinung nach, dass man sich eigentlich so gut auskennen muss, dass man sich bereit wäre mehr auszugeben um ein günstiges Rad in Bezug auf die Wohnung für seine Zwecke beurteilen und oder in Schuss halten zu können.
Sprich: Der Laie ärgert sich unter Umständen mehr über ein billiges Rad als jemand, der sich gut auskennt, weil der ansehen kann, was er da kauft.
 
@lowtech
Das Popal bekommt man aber wohl nur noch als Restbestand. Ich meine auf der Webseite von denen gar keine Cargos mehr gesehen zu haben.
Und ehrlich, wenn ich hier teilweise lese was für Probleme einige mit ihren ach so tollen und dabei teilweise fünfmal so teuren Rädern haben, kann ich nur den Kopf schütteln. Seien wir ehrlich, viel Technik und Elektrik bringt nicht selten auch viele anfällige Teile mit sich.
Gut, ich kenne mich mit Fahrradtechnik aus und habe auch bei bedarf Spezialwerkzeuge hier und habe mein Popal Cangoo Downtown long selber Endmontiert. Aber wie schon geschrieben wird das Teil eigentlich nur gefahren und kaum gepflegt.
Die Kette ist in einem geschlossenen Kasten, die Nexus ist zuverlässig und die Rollenbremse sowie mehr als Wartungsarm. Alles andere ist simpelste aber zuverlässige und bewehrte Technik an dem Rad. Gut, bei weitem nicht auf dem Stand der Dinge, Steuersatz ist ein einfacher 1 1/8 Gewindesatz, aber der funktioniert.
Lediglich verschiedene Lenker hatte ich über die Zeit getestet... und habe jetzt wieder den originalen drauf. Nen anderen Sattel weil nicht jeder Hintern auf jeden Sattel passt, größere Plattformpedalen wegen Schuhgröße 46 und den Bremsgriff habe ich wegen der Haptik meiner großen Hände gegen einen von StormyArcher getauscht.
Die erste Kette hatte ich bei ca.8500km gewechselt, und die neue Läuft halt jetzt nach 5000 noch problemlos und seit Einbau nur einmal nachgeschmiert.
Das Rad wird bei Wind und Wetter das ganze Jahr genutzt, und Teilweise nicht wenig.
 
Ich bin ganz bei Dir.
Mein Dienst City E war auch eine ganze Ecke günstiger und günstiger ausgestattet, aber fährt.
Der Rahmenbruch würde auf Garantie behoben und die Konstruktion verbessert. (Anders als beim Triobike Cargo...) und insgesamt waren die Umbauten auch alle nicht zwingend.
Fährt halt. Ohne Prestige und Anspruch auf besondere Innovation, Leichtbau oder sonstwas. Fährt aber.

Das mit Popal wusste ich nicht. Das war immer der günstige Einstieg.
 
Vielleicht sollte man auch noch bedenken dass die meisten normalen Fahrräder im Handel mit einem maximalen Systemgewicht von um die 120kg daherkommen.
Nicht wenige Kunden fahren eigentlich schon mit Überlast.
Nun soll ja aber eigentlich auch noch was hinzugepackt werden und ein Lastenrad ist konstruktionsbedingt größer und somit schwerer.
Die hoffentlich mit Bedacht ausgewählten Komponenten sollten dieses Mehr an Gewicht mit tragen können, was meines Wissens und dem Verständnis nach auch durch ein mehr an Eigengewicht erkauft wird, ausser man investiert in sehr teure Technologien wie Carbon/Titan/...
 
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