Das Problem, dass S-Pedelecs 45 km/h dürfen und Probleme, die damit zusammenhängen

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Moin!

@Mitchcraft , gute Frage!

Ich nehme an der vierte Strich mit Fragezeichen steht für : nach der zweiten Halben vom Biergarten nach Hause fahren?

Führerschein habe ich.
Mit Helm fahre ich fast immer.
Ersatzteile und das letzte haben mich 2015 von einem HS Modell abgehalten.

Radweg ist hier nicht so das Thema.
Leider oder zum Glück, da hat ja auch jeder so seine Meinung!
 
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Ich nehme an der vierte Strich mit Fragezeichen steht für : nach der zweiten Halben vom Biergarten nach Hause fahren?

Oh, das hatte ich noch gar nicht auf dem Schirm... Das Fragezeichen war eher eine versteckte Frage nach weiteren, noch nicht genannten, Nachteilen.

Aber da wir bis hier ausschließlich das Negative diskutiert haben, darf meinetwegen auch gerne mal jemand was positives schreiben:)
 
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nach der zweiten Halben vom Biergarten nach Hause fahren?
Das hab ich mir schon länger wegen der Radweg/Haftpflichtverlust Diskussion hier verkniffen. 0,5 vs 1,6 Promille, ein echter Grund gegen das S. Mist, leider auch nichts positives.

Dieser Fakt hat übrigens vor Jahren, als die leih E-Roller aufkamen, reihenweise extra schlaue Leute die sich auf dem Heimweg vom Oktoberfest befanden und die Taxikosten sparen wollten, ihren Lappen und ne Mpu gekostet... ;)
 
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Ich weiß auch gar nicht, woher innerorts diese Radweggeilheit (sorry) herkommt: Alle einschlägigen Studien belegen, dass Radwege die unsicherste Art sind, innerorts (Abbiegeunfälle!!!) Rad zu fahren. Ich bin froh, dass ich das mit dem S-Pedlec dort nicht tun muss.
Aber auf der Bundesstraße mit fahrbahnbegleitendem Radweg? No way!

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, hier nicht einzusteigen, da ich diese Diskussion wie auch die Helmdiskussion allzu oft geführt habe, aber einen derart hanebüchenen Unsinn, den ich hier teilweise lesen muss(te), geben in der Regel solche von sich, die noch nie auf einem S-Pedelc gefahren sind und selbst durch die Gegend schleichen, mit voller Kampfmontur (Helm, Wahnweste, Protektoren, behängt wie ein Weihnachtsbaum). Das sind nicht selten dieselben, die meinen, man bremse effektiv mit der hinteren Bremse und rasende Radfahrende seien die eigentliche Gefahr im Straßenverkehr.
So, nun habe ich Klischees gedroschen - die sich aber aus zig analogen Diskussionen speisen.

Dass der ADFC, dessen Mitglied ich bin, leider mittlerweile auch der gefühlten Sicherheit (R A D W E G E E E E E!1drölf!), statt der erwiesenen (Mischverkehr, Fahrbahn, 30 km/h als Vmax-Regelgeschwindigkeit) das Wort redet, missbillige ich. Ebenso die völlig realitätsferne Einschätzung von S-Pedelecs: Letztere sehen aus wie ein Fahrrad, sind zu 95 Prozent genau so ausgestattet und werden meist im Schnitt mit 30 km/h bewegt. Der ADFC schreit aber wie einige wenige hier: MO O TO R R A A A D!1drölf!

Nachsatz: Die Schweiz - das Land der Raser und Heizer (lol)- erlaubt S-Pedelecs auf Radwegen. Der Anteil dieses effizienten Fahrzeugs beträgt dort 16 (in Worten: sechzehn) Prozent. Hier sind es nicht einmal 1 Prozent! Warum wohl?
Ich lese zugegebenermassen die ADFC Zeitschrift oft nur quer, aber meiner Meinung nach sieht der ADFC Radwege durchaus kritisch. ‚Räder gehören auf die Strasse‘ ist meines Wissens ein claim vom ADFC Berlin ...
 
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Ich lese zugegebenermassen die ADFC Zeitschrift oft nur quer, aber meiner Meinung nach sieht der ADFC Radwege durchaus kritisch. ‚Räder gehören auf die Strasse‘ ist meines Wissens ein claim vom ADFC Berlin ...
In vielen Ortsverbänden, und davon lebt der ADFC in der Praxis, herrscht m. E. Radwegaffinität - und Aversion gegen S-Pedelecs.
 
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Da wären wir wieder beim thema "geeigneter helm" (hatten wir hier in diesem forum vor nicht allzu langer zeit schon 'mal, iirc). Lt. der von Dir verlinkten seite -- danke dafür -- könnte ein solcher "geeigneter helm" kein fahrradhelm, sondern müsste ein richtiger motorradhelm sein ...
 
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Richtig. Was natürlich wirklichkeitsfremd ist.
Ich fahre ab und zu mit einem normalen Fahrrradhelm auf dem STROMER ST5, auf dem Riese und Müller Packster meist ohne.
In diesem Zusammenhang interessant ist auch die Initiative einniger Hersteller zur NTA 8776-Norm.
 
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Führerscheinpflicht: Finde ich gut und richtig. Das Gefährdungspotential Dritter ist durch so ein Geschoss einfach höher, da ist ein Mindestalter, ein paar Grundkenntnisse der StVO und die Möglichkeit, die Pappe zu verlieren schon sinnvoll.

Helmpflicht: Ich fahre seit ich denken kann mit Helm, ganz freiwillig. Für normale Fahrräder finde ich Helmpflicht unsinnig, das muss jeder selbst entscheiden. Beim S-Pedelec finde ich es angemessen. Ich habe mir den Abus S-Pedelec gekauft, obwohl ich schon einen normalen Helm habe, weil der für das Allwetterpendeln mit Regenschutz und Visier und Ohrenwärmern einfach praktischer ist. Zusammen mit der Leuchtejacke wird man auch irgendwie ernster genommen im Verkehr.

Komponentenwahl: War mir vorher klar. Bisher musste ich die Sattelstütze ersetzen, da war es einfach, eine passende zu finden. So lange man zugelassene Komponenten bekommt, ist es ok, aber das macht mir schon Sorgen bei so einem komplexen Rad, dass das nicht so ewig funktioniert, wie bei Brot&Butter teilen. Mich stört bei Fahrradteilen eher, dass überall irgendwelche Herstellerbepperl drauf sind, aber das kann man ja ändern.

Alkohol: Für mich kein Thema, ich trinke eh praktisch nichts, wenn ich noch irgendwas mit Rädern bewege, und wenn, dann weiss ich das vorher und nehme das Biobike. Auch da finde ich es angemessen, weil das Gefährdungspotential von so einem Rad höher sein kann.
 
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Beim Fahren mit S Pedelec ist ein Helm vorgeschrieben. Meines Wissens erfüllen die meisten Fahrradhelme nicht die Anforderungen, er muss nach einer bestimmten Norm geprüft sein.
Das ist korrekt.

Hier der Gesetzestext. S-Pedelecs haben eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit über 20 km/h -> also Helmpflicht (und zwar ein geeigneter Helml).

Ich habe - wie @elRadish - auch den Abus Helm (in Neongelb, mit Ohrenwärmern, Regenschutz, Visier und eingebautem LED-Rücklicht). Derzeit gibt es noch nicht sehr viele Helme nach der NTA 8776-Norm für S-Pedelec-Helme. Normale Fahrradhelme. Diese Norm wurde von einem Niederländischen Prüfinstitut entwickelt und ist m. W. noch nicht in eine EN-Norm überführt worden. Es gibt aktuell etwa ein Dutzend Helme, die diese Norm erfüllen.

Der wichtigste Unterschied zum normalen Fahrradhelm nach EN 1078 liegt in der höheren Stoßabsorption - wen wundert es, immerhin kann ist Vmax beim S-Pedelec knapp doppelt so schnell wie der normale Bioradler.
 
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Wie sehen die S-Pedeler unter uns denn die anderen "Nachteile" des S-Pedelec:
- Führerscheinpflicht?
Ist ok, die Dinger sind echt schnell und eine gewisse Erfahrung und Reife darf beim Führen von Kraftfahrzeugen vorausgesetzt werden. Empfinde ich nicht als Nachteil, da ich den Lappen sowieso habe.
Nun ja, ich trage sowieso einen auf dem Rennrad und wenn es flott voran geht beim täglichen Pendeln. Beim entspannten Radausflug und Touren durchs Dorf "vergesse" ich den Helm regelmäßig. Will sagen: Habe ich beim Fahren ein Messer zwischen den Zähnen, dann Helm. Wenn lockeres Flanieren angesagt ist, dann nicht. Ist quasi parallel zur Nutzung von Radbekleidung zu sehen.
- eingeschränkte Komponentenwahl?
Stört mich bisher nicht. Ich habe das Packster teilweise umgerüstet: Scheinwerfer, Bremssättel, Vorbau, Sattelstütze, Kassette... Ist meine Sache, mich dann im Falle eines Falles mit der Versicherung auseinander setzen zu müssen. Letztlich steht zur Diskussion, ob ein 4-Kolben-Sattel die schwachen Seriensättel nicht doch adäquat ersetzen kann. Gleiches beim Licht: Ein StVo-konformer Lupine-Scheinwerfer ist sicher nicht schlechter als der Serienscheinwerfer.
Bisherige Verkehrskontrollen verliefen unauffällig und entspannt. Teileauswahl hat bisher niemanden interessiert, auch nicht Team Blau.
Wirkliche Nachteile sind -wie schon reichlich diskutiert- die rechtlich unsinnige Einordnung solcher S-Peds und niedrige Akzeptanz auf der Fahrbahn. Aber alle Vorteile überwiegen das für meinen Teil deutlich.
 
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In vielen Ortsverbänden, und davon lebt der ADFC in der Praxis, herrscht m. E. Radwegaffinität - und Aversion gegen S-Pedelecs.
Ist nen schwieriges Thema, bei dem die große Mehrheit recht klare Ansichten hat, siehe Meinungsumfragen wie zB: https://interaktiv.tagesspiegel.de/lab/strassencheck-ergbnisse-diese-strassen-will-berlin/

Ich kann aber sagen, dass der ADFC Berlin die Forderung nach der Überprüfung und Abordnung von Benutzungspflichten in der kommenden Legislaturperiode hoch halten wird. Genauso wie die Umwidmung/Rückbau von Straßen, Superilles/-blocks etc.. Es ist halt nen sehr diverser Verein (mit in B inzwischen 18000+ Mitgliedern), in dem ebend S-Peds/VMs und Co (wie überall, vom HPV vielleicht mal abgesehen) eine extreme Randerscheinung darstellen.
 
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Fahrradtaliban? <duck rennweg> ;)
Nö, ein Verband, der die Interessen seiner (aktiven) Mitglieder (oder was diese dafür halten) vertritt. Wer möchte, dass dieser Verband seine Interessen vertritt, muss genau das werden: Aktives Mitglied. Oder nen eigenen Lobbyverein gründen bzw. in einem (besser passenden) Verband aktiv werden. Falls du einen Verband kennst, der explizit und tatsächlich der Interessen des schnellen E-Fahrradverkehrs (mit und ohne KFZ-Kennzeichen) vertritt, würde mich das (als E-VM-Fahrer ohne Kennzeichen) sehr interessieren.

ps: Und wenn besagter Verband seine Neumitglieder befragt und die sagen 'PopUps - Mehr davon!' - wat machste dann?
 
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Nö, ein Verband, der die Interessen seiner (aktiven) Mitglieder (oder was diese dafür halten) vertritt. Wer möchte, dass dieser Verband seine Interessen vertritt, muss genau das werden: Aktives Mitglied. Oder nen eigenen Lobbyverein gründen bzw. in einem (besser passenden) Verband aktiv werden. Falls du einen Verband kennst, der explizit und tatsächlich der Interessen des schnellen E-Fahrradverkehrs (mit und ohne KFZ-Kennzeichen) vertritt, würde mich das (als E-VM-Fahrer ohne Kennzeichen) sehr interessieren.

ps: Und wenn besagter Verband seine Neumitglieder befragt und die sagen 'PopUps - Mehr davon!' - wat machste dann?
Ah, ich verstehe. Ist sowas wie der ADAC, nur mit Eff. ;)
 
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