Und noch ein neue Marke: Carqon

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Einfach dicke, stabil aussehende Verstrebungen. Hatte meinen Prüfstand nicht dabei und auch die Säge vergessen, ansonsten hätte ich das natürlich verifiziert.
Andererseits müssen die Rohre eventuell auch ein bisschen dicker sein, weil zum Beispiel der Rahmen in der Mitte ein Viereck bildet, was prinzipiell weniger stabil ist als ein Dreieck. Nur nach dem Durchmesser zu gehen ohne die Konstruktion mit einzubeziehen kann irreführend sein. Aber die werden das bei Carqon schon ordentlich gerechnet haben.
 
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Das Fahrerlebnis ist in großen Teilen vergleichbar mit dem CaGo. Dort habt ich nur etwas sportlicher drauf gesessen. Will heißen: Der Rahmen ist sehr steif, die Box knarzt nicht an den Verbindungspunkten, aber nicht unkomfortabel für den Fahrer. Das liegt aber wohl mit an der recht dünnen Sattelstütze. Lenkbewegungen werden sofort umgesetzt, das Rad hat einen recht niedrigen Schwerpunkt und das Vorderrad bleibt immer auf der Straße (neigt nicht zum springen, wie zum Beispiel beim UA). Also Kopfsteinpflaster und Bordsteinkanten sind recht stressfrei befahrbar

Das Oberrohr kann ich nicht mit meiner Hand umfassen und es ist auch kein Rundrohr, sondern oben und unten abgeflacht und konkav an den Seiten.

Rahmen in der Mitte ein Viereck bildet, was prinzipiell weniger stabil ist als ein Dreieck
Prinzipiell haben Long Johns an dieser Stelle ein Viereck.

Könntest du, auch wenn's schwer ist, neben den optischen Gesichtspunkten auch im Wortsinne erfahrbare Unterschiede in der Stabilität benennen? Vielleicht auch anhand von Beispielen/Situationen?
Nein, deswegen schreibe ich nicht über Cargobikes, sondern mache Videos ;)
 
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Prinzipiell haben Long Johns an dieser Stelle ein Viereck.
Radkutsche Rapid, Bakfiets, Workcycles KR8 - alle ohne Viereck....

Was ich eigentlich sagen wollte, und oben wohl zu stark verkürzt zum Ausdruck gebracht habe: Dicke Rohre alleine sind kein Qualitätskriterium. Material, Wandstärken, und die Konstruktion/Geometrie beeinflussen wie dick das Rohr sein muss. Das workcycles KR8 zum Beispiel hat im Gegensatz zum Bakfiets (dem es sehr ähnlich ist) ein zusätzliches schräges Rohr das das Sattelrohr abstützt, und dadurch ist der ganze Bereich dort wesentlich schlanker ausgeführt, ohne dass es weniger stabil wäre.

Und jetzt packe ich die Goldwaage wieder weg. Sorry dafür, aber da du die Lastenradbesprechungen professionell machst, @Radelbande, stelle ich andere Ansprüche daran wie du deine Urteile begründest.
 
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Dagegen gibt's aber Bullitt, Urban Arrow, Douze etc., die alle auf ein Viereck setzen. Und tendenziell ist eine Konstruktion, wie sie z.b. Bakfiets hat, deutlich weniger Steif. Hängt dann natürlich auch wieder vom genutzten Material ab.

aber da du die Lastenradbesprechungen professionell machst
Da liegt der Hase im Pfeffer begraben. Ich mache das nicht professionell. Das ist ein kleines Projekt neben meinem Job und meiner Verantwortung für die Familie.
 

edd

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Nicht hauptberuflich heißt ja nicht nicht professionell. Sobald eine Vergütung / Aufwandsentschädigung im Spiel ist, es also kommerziell wird kann man durchaus eine gewisse Erwartungshaltung haben ;)
 
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Da liegt der Hase im Pfeffer begraben. Ich mache das nicht professionell. Das ist ein kleines Projekt neben meinem Job und meiner Verantwortung für die Familie.
Entschuldige bitte, das hatte ich wohl falsch verstanden nach den letzten Videos die explizit Bezahlung erwähnten. Ist wohl meinem Wunschdenken geschuldet, dass es möglich sein sollte, mit Cargobike-Journalismus seinen Lebensunterhalt zu verdienen, wo es doch so viele gibt die vom Schreiben über oder Präsentieren von Autos leben... Werde meine Erwartungen entsprechend updaten ;)

PS: Bitte unbedingt weitermachen (y)
 
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Was mich schon wieder an dem ach so tollen Rad stört ist die kaum nutzbare Fläche.
Was hat man von einem Lastenrad wenn da nichts mehr rein passt. Also Kind von der Kita abholen und auf dem Rückweg den Einkauf machen ist mit dem Teil kaum möglich würde ich sagen.
 
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Naja, auch eine Frage von Anforderungen... als wir mit unserem Bullitt 2015 "eingestiegen" sind in das Lastenradthema war uns Kind und Einkauf als Transport wichtig, aber nichtmal in einem Schwung. Mittlerweile muss am Longtail mindestens ein Kinderrad und 2 Kinder dran sein, im Douze eine Kühlbox für Einkäufe in Hofläden, ein Maxi Cosi für die Jüngste usw.!

Es gibt halt immer mehr Lastenräder (durch Leute wie uns hier) zu sehen - was dann die angelockten wollen sind aber z.B. fertige Kindertransportlösungen... den Einkauf machen sie dann weiter mit dem Auto.
 
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Naja, auch eine Frage von Anforderungen... als wir mit unserem Bullitt 2015 "eingestiegen" sind in das Lastenradthema war uns Kind und Einkauf als Transport wichtig, aber nichtmal in einem Schwung. Mittlerweile muss am Longtail mindestens ein Kinderrad und 2 Kinder dran sein, im Douze eine Kühlbox für Einkäufe in Hofläden, ein Maxi Cosi für die Jüngste usw.!

Es gibt halt immer mehr Lastenräder (durch Leute wie uns hier) zu sehen - was dann die angelockten wollen sind aber z.B. fertige Kindertransportlösungen... den Einkauf machen sie dann weiter mit dem Auto.
"eine Frage von Anforderungen" - sehr diplomatisch formuliert :)
Es bilden sich zwei Kategorien heraus - die eine für Menschen, die vom Fahrrad kommen und fragen, was es mehr braucht, die andere, die einen Kleinwagen zum Lastenrad abspecken.

Es muss alles reinpassen: Zwei eigene Kinder plus Kita-Buddy plus Wocheneinkauf, auch wenn das so gut wie nie vorkommt.
Und alle Features haben: Sicherheitsrahmen, EPP-Box, Vollfederung, Onlinetracking und -diebstahlschutz.
(Sitzheizung für die Kleinen wäre mein Tipp für das nächste Feature.)

50kg Gewicht werden gerade zum Standard. Gerne auch mit ineffizienter Enviolonabe und Pannenschutzreifen. Am Ende hat man dann 20kg Mehrgewicht und 30% weniger Wirkungsgrad zwischen Leistung am Pedal und Umsetzung in Bewegung.

Bei vielen dürfte der Motor daher als Standard auf voller Unterstützungsstufe stehen, das Treten in die Pedale dient dann im Wesentlichen der Steuerung der Motorleistung. Denn solche Räder machen ohne kräftige Unterstützung überhaupt keinen Spaß.
Zum Glück gibt es - folgerichtig - auch einen zweiten Akku als Option.

Parallel zeigt die Werbung nicht mehr die Räder und unterstreicht, dass sie leicht, schnell und vielseitig im Einsatz sind, sondern zeigt das Rad und modisch angezogene glückliche Menschen bei gutem Wetter in (sub-)urbanem Umfeld. Beispiele? Siehe Neuheiten-Bilderstrecken, z.b. hier für 2021.

Kisten selbst bauen, Verdecke selbst nähen, oder zumindest kleine Modifikationen selbst vornehmen?
Die Anpassung muss in diesem Segment über die Aufpreisliste gehen, auch für Kleinstreparaturen wird ein Termin in der Werkstatt vereinbart.
Ist doch prima für den Umsatz.

Erinnert mich an die Entwicklung hin zu immer größeren, komplexeren und schwereren Autos.

Die Lastenräder haben aber immer noch zwei große Vorteile:
1. Wer - auch so ein - Rad fährt, fährt nicht mit einem Auto.
2. Ein Wettrüsten bei der Motorleistung findet wegen der Begrenzung auf 250W Dauerleistung nicht (im gleichen Umfang) statt.

Viel Freude im Sattel!
 
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Na ja, ich habe jeden Tag drei Kinder plus Schul- und Kitazeugs an Bord. Mein Normalbedarf überfordert schon fast die allermeisten Räder, mein Maximaleventualbedarf geht sowieso nicht.
Hier bin ich bei Dir.
Habe nicht selten den 7jährigen und die 3jährige an Board, vorn passt dann noch gut eine IKEA-Tüte (aber nicht die blauen, gab mal so schwarz/weiß karierte mit Reisverschluss). Weil das aber oft nicht reicht habe ich vorn nen Lowrider nachgerüstet und habe fast immer vier Packtaschen dran und bei bedarf noch einen Anhänger.
 
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Du formulierst das so, als sei es ein Problem...dabei ist es keines, sondern alle profitieren. Nur weil du in der Lage und Willens bist, ein kleineres, leichteres, ohne Unterstützung zu fahren, kann und muss das ja nicht für alle gelten.
Moin Tilman,

klar haben alle etwas davon, das habe ich versucht, in den beiden großen Vorteilen zum Ausdruck zu bringen.
Ein Problem in dem Sinn, dass etwas dagegen unternommen werden und "für alle gelten" sollte, ist das also sicher nicht.

Gut finde ich auch, dass bei der Suche nach einem Kindertaxi mit den Attributen "geräumig, sicher, komfortabel" nicht notwendigerweise ein Van oder SUV ´rauskommen muss.
Meine Einstellung bleibt wie in meinem Bericht zur Auswahl eines Lastenrads geschrieben: "Jedes der nachfolgenden Räder ist schlüssig konstruiert und findet sicherlich seine Anhänger."

In der Lage bin ich zwar, ein Rad ohne Unterstützung zu fahren, mache ich aber nicht (immer). Ein Motor macht einfach mächtig Spaß und ist im Alltag ziemlich nützlich.
Willens bin ich vor allem, mir die Frage zu stellen, ob es nicht auch eine Nummer kleiner geht: Ein Rad sollte meines Erachtens nicht so dimensioniert sein, dass es alles fasst, was man sich als Maximum vorgestellt hat. Heckträger, Gepäcktaschen und ggfs. ein Anhänger finde ich ebenso sinnvoll wie Dach-/Heckboxen oder Anhänger für Autos, so dass man nicht den Großteil der Zeit mit fast leerem (a.k.a. zu großen) Rad/Auto unterwegs ist. Für manche ist ein Tern GSD, für andere ein Babboe Max-E genau das richtige. Ich habe nur den Eindruck, dass in der Tendenz ein - im Nachhinein betrachtet - zu großes Modell gewählt wird.

Man kann das jetzt so machen, dass man sich ein Rad der 50kg-"erst-die-Box-dann-das-Rad"-Kategorie kauft und - wenn die Kids ´rausgewachsen sind - wieder verkleinert. Oder man folgt eben dem "erst-das Rad-dann-die-Box"-Ansatz, bei dem das Rad zwischendurch auch mal knapp werden kann (und man Träger und Taschen braucht), das man aber hinterher auch ohne Kids gerne weiterfahren will. Zum Beispiel in einem Radurlaub, ich bin mir ziemlich sicher, dass dafür das Ca Go mit Enviolo auch nicht Deine erste Wahl wäre. Mit zweitem Kind und viel Geraffel könnte ich mir allerdings auch etwas in der Art eines Ca Go oder Gazelle Makki Load als Zweitlasti vorstellen - aber sicher ohne Enviolo und lieber mit Hinterrantrieb. Oder doch ein Custom Velo Lab Kàro mit extralangem Ladebereich. ;)
Das Thema "optimale Kombination zweier Lastenräder" möchte hier aber nicht aufmachen.

Ich habe leider auch schon mehrfach gesehen, dass die Räder der ersten Kategorie (konkret Bakfiets, Babboe und Urban Arrow) über die Zeit so wenig Freude gemacht haben, dass dann wieder komplett auf normale Räder zurückgewechselt wurde und der Wocheneinkauf doch wieder mit dem Auto erledigt wird.
Müsste man empirisch überprüfen, aber ich erwarte einen größeren Gebrauchtmarkt für die "Vollintegrierten", nicht nur absolut wegen wahrscheinlich höherer Neuverkaufszahlen, sondern auch relativ zum Bestand.

Und letztlich kann man die langweilige Mainstream-Schönwetter-Stadteltern-Werbung ja ignorieren, solange es noch Bilder nur von den Rädern gibt, auf denen man sich die Details ansehen kann ohne dass jemand davor steht. :)

Frohe Festtage!
 
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