Riese & Müller Packster 70 2021

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"Mein Cago-Händler sagt, dass das Cago das beste ist, was man aktuell auf dem Lastenradmarkt bekommen kann..."
Merkste selber, oder? :)
Erstens finde ich, kann man beim stark diversifizierten Markt gar nicht von einem besten, höchstens von einem "am besten für deinen Anwendungsfall" sprechen kann und zweitens muss sich das CaGo samt Vertriebs- und Service Modell erst beweisen. Noch gab es wenig Gelegenheit Kinderkrankheiten zu entdecken oder die Servicequalität zu testen. Unabhängig davon, dass mir das Marketing nach wie vor unsympathisch ist und das CaGo für uns keinesfalls das am besten geeignete wäre, wünsche ich CaGo, dass sie ein gutes Rad auf die Räder gestellt haben.
Also ich verstehe deinen Standpunkt, bin hier aber anderer Meinung:

(Verarbeitungs-)Qualität und Auswahl der Komponenten ist nicht gleich Eignung für individuellen Anwendungsfall. Und der individuelle Anwendungsfall ist ja höchst variabel: siehe @customizer. Beim Packster ist der aufgrund der fest verbauten Box natürlich stark begrenzt. Customizers Holztiefbau ähnelt ja schon eher einem Bullitt.

Die Basis des Cago kann sehr wohl mit der Basis anderer Lastenräder verglichen werden hinsichtlich Qualität, Verarbeitung, Zuverlässigkeit, Lenkung etc. Der Aufbau eines Long John ist bei vielen Rädern ja sehr ähnlich, sei es Bullitt, Urban Arrow, Kettler, Carqon, etc. Das kann man entweder gut oder schlecht machen. Darauf bezog sich mein Kommentar.

Das technische Produkt Cago-Lastenrad ist natürlich nicht gleichzusetzen mit der Firma Cago, die für das Vertriebs- und Servicemodell zuständig ist. Da hier klare Bezüge zu Canyon bestehen, mache ich mir aber bezüglich Direktvertrieb auch keine Sorgen. Außerdem haben die sich (zumindest in meinem Fall) sehr kompetente Vertriebspartner/ Fachhändler mit ins Boot geholt. Der ist ja dann mein direkter Ansprechpartner.

Das Marketing vom Cago und das vom Packter 70 ähneln sich ja sehr, das scheint ja ein Trend zu sein. Solange nicht gelogen wird, halte ich das Marketing für absolut nachrangig bei der Kaufentscheidung.
 
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Ich finde gegen ein gutes Cockpit für Kinder, mit guten Gurten, hohen, bequemen Sitzen und stabilem hohem Verdeck, spricht nichts ...
- Radkutsche Rapid hat da eine schöne Herberge für Kinder - klick!

... - die Platzverhältnisse im CaGo erscheinen mir bei den beiden "Kleinen" schon sehr beengt ...

Anhang anzeigen 18292

Ist natürlich hier eine Frage der Perspektive und Kleidung (siehe Foto oben).

Die Box vom Cago ist 57cm breit - die Box des Packster 70 ist 60cm breit.

Ich möchte also mal behaupten, dass die Boxmaße vom hier besprochenen Packster 70 und dem Cago so gut wie gleich sind. Wenn zwei Kinder Platzprobleme im Cago haben, werden sie auch welche im Packster 70 haben. Und 60cm halte ich mit Blick auf Sicherheit im Straßenverkehr und Fahrdynamik für gut (sorry @kistenfahrrad.. dein Tanker mal ausgenommen ;)
 
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Beim Packster ist der aufgrund der fest verbauten Box natürlich stark begrenzt. Customizers Holztiefbau ähnelt ja schon eher einem Bullitt.
...wer wissen will, was ein "Holztiefbau" ist:

 
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Also ich verstehe deinen Standpunkt, bin hier aber anderer Meinung:

(Verarbeitungs-)Qualität und Auswahl der Komponenten ist nicht gleich Eignung für individuellen Anwendungsfall. Und der individuelle Anwendungsfall ist ja höchst variabel: siehe @customizer. Beim Packster ist der aufgrund der fest verbauten Box natürlich stark begrenzt. Customizers Holztiefbau ähnelt ja schon eher einem Bullitt.

Die Basis des Cago kann sehr wohl mit der Basis anderer Lastenräder verglichen werden hinsichtlich Qualität, Verarbeitung, Zuverlässigkeit, Lenkung etc. Der Aufbau eines Long John ist bei vielen Rädern ja sehr ähnlich, sei es Bullitt, Urban Arrow, Kettler, Carqon, etc. Das kann man entweder gut oder schlecht machen. Darauf bezog sich mein Kommentar.

Das technische Produkt Cago-Lastenrad ist natürlich nicht gleichzusetzen mit der Firma Cago, die für das Vertriebs- und Servicemodell zuständig ist. Da hier klare Bezüge zu Canyon bestehen, mache ich mir aber bezüglich Direktvertrieb auch keine Sorgen. Außerdem haben die sich (zumindest in meinem Fall) sehr kompetente Vertriebspartner/ Fachhändler mit ins Boot geholt. Der ist ja dann mein direkter Ansprechpartner.

Das Marketing vom Cago und das vom Packter 70 ähneln sich ja sehr, das scheint ja ein Trend zu sein. Solange nicht gelogen wird, halte ich das Marketing für absolut nachrangig bei der Kaufentscheidung.
Also ich vermisse eindeutig eine Kettenschaltung, eine NonEVariante einen von Werk aus Tiefbaulader, eine leichtere Grundausstattung, eine 170er Kurbel, weniger BB Drop und eine starre VR Gabel beim CaGo. Ich hoffe das wird NICHT der Benchmark bei Lastenrädern ;)
 
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Also die Angabe zur Kindergröße sehe ich bei dem CaGo ein wenig kritisch. Man kann den Lenker halt nicht in der Höhe verstellen. Gibt so Werbebilder und Videos, wo man sieht, dass ein nicht allzu großes Kind mit Helm theoretisch schon im Schwenkbereich des Lenkers sitzt. Würde das gerne mal in echt erleben, wo da Ende ist. Die Nichtverstellbarkeit des Lenkers finde ich ein echtes Manko an diesem Rad.
...kuckst Du hier, runterscrollen:


Aber das gehört eigentlich in den CaGo-Faden :p
So wie ich das einschätze, dürfte das im Alltag eher weniger ein Problem sein, weil die Sitze etwas nach vorne gerückt sind und da Abstand zum Lenker ist. Ich meine, auf diesen Bilder kann man das erkennen - da muss man ja schon ordentlich einlenken, dass man den Kopf trifft. So starke Einlenkungen hat man ja höchstens beim Rangieren, aber nicht in voller Fahrt - und der Kopfhöhe:

Es gibt ja so einen Nackenschutz, der hinten auf die Rückwand gesetzt wird. Und das Verdeck hat darüber eine Freifläche für den Lenker. Die Lenkbewegung scheint da bedacht worden zu sein.

Beim Packster ist der Lenker ja deutlich näher am Kopf.
@Gandalph Dein Beitrag sollte hier auch noch zitiert sein!

Ihr seid super! Danke für den vielen teilweise super aufbereiteten Input!

Anfrage an CaGo bez. Rohloff ist draußen. Auch wenn für mich das Packster immer noch der Favorit für den Transport von großen Kindern ist.
 
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Ich finde gegen ein gutes Cockpit für Kinder, mit guten Gurten, hohen, bequemen Sitzen und stabilem hohem Verdeck, spricht nichts ...
- Radkutsche Rapid hat da eine schöne Herberge für Kinder - klick!
Gibt es irgendwo einen test vom Radkutsche Rapid wo schon der neue extrem starke Sachs Mittelmotor (110Nm) eingebaut ist? Ich hätte da mal geschaut hab aber nix gefunden. Den alten Frontantrieb gibt's nicht mehr...

Richtig große Kinder finden im Rapid nur vorne rückgerichtet Platz. Hinten stört trotz dem sehr hohem Regenverdeck die Lenkstange.
 
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Also ich vermisse eindeutig eine Kettenschaltung, eine NonEVariante einen von Werk aus Tiefbaulader, eine leichtere Grundausstattung, eine 170er Kurbel, weniger BB Drop und eine starre VR Gabel beim CaGo. Ich hoffe das wird NICHT der Benchmark bei Lastenrädern ;)
Hehe ja genau. Das Birdy gabs am Anfang ja auch nur in einer Version. Hat R+M auch nicht geschadet :) Ich möchte mal vermuten, dass die Gründung eines Fahrradunternehmens mit nur einem einzigen Rad hinreichend komplex ist.

Wobei als kleine Ergänzung: Ausstattungs- und Zubehöroptionen sind auch nicht gleich Verarbeitungsqualität + Auswahl der Komponenten. Rahmen, Verbau der Akkus, Bremsen, Seilzuglenkung, Räder/ Reifen + die Box etc. sind höchste Qualität. Ganzheitliches Konzept, alles aufeinander abgestimmt. Und das beim "ersten Wurf". Daran müssen sich als Benchmark künftige Lastenräder messen lassen - wie ja z.B. das neue und deutlich teurere Kettler Cargoline FS 800. Oder eben hier das besprochene Packster 70.

Nur die Federgabel (Suntour Mobie A32) ist schlecht. Die ist ja aus Mangel von am Markt verfügbaren Alternativen bei allen Lastenrädern (auch Packster 70) verbaut. Aber mit Blick auf die Beiträge von @rygram auch nur über große Umwege und Aufwände anders lösbar.

Und, auch wenn ich mir persönlich auch eine größere Auswahl (auch beim Packster mit einer Rohloff) wünsche, ist die Enviolo Automatik ja auch eine bewusste Designentscheidung hinsichtlich Faktor Sicherheit, damit man "nur" fahren muss. Enthusiasten sind ja auch nur eine Zielgruppe.
 
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Gibt es irgendwo einen test vom Radkutsche Rapid wo schon der neue extrem starke Sachs Mittelmotor (110Nm) eingebaut ist? Ich hätte da mal geschaut hab aber nix gefunden. Den alten Frontantrieb gibt's nicht mehr...
.. ich kenne kein Radkutsche-video mit dem aktuellem Sachs RS

Richtig große Kinder finden im Rapid nur vorne rückgerichtet Platz. Hinten stört trotz dem sehr hohem Regenverdeck die Lenkstange.
Das ist bei vielen anderen LR nicht viel anders. Mir gefällt bei RK das stabile Verdeck - da merkt man schon, dass ein Spezialist ( Vaude ) daran beteiligt ist. Auch die Sitze finde ich schön, und eben mal richtig hohe Lehnen, und gute Gurte. Stören würde mich das Gerappel von dem Rad, was auch Tilman bemängelt. 100% ist halt keines ....
 
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Nächster Fall eines gelösten Seilzugs: https://www.cargobikeforum.de/forum/index.php?threads/unfall-mit-neuem-packster-70.5198/post-91992

Mit der Gefahr, mich hier unbeliebt zu machen, kann ich allen hier an einem Kauf eines Packster 70 interessierten Mitlesern im Thread nur raten: Kauft dieses Fahrrad nicht. Es ist pures Glück, dass bisher noch kein Mensch zu Schaden gekommen ist. Ein Rad, mit dem primär Kinder transportiert werden sollen, muss 100% sicher sein. Sich willkürlich lösende Seilzüge ist ein fataler Mangel. Passiert das auf einem Feldweg, kann das gut ausgehen. Im Straßenverkehr kann das schnell tödlich enden. Meine Meinung ist klar dazu: Im jetzigen Zustand sollte man nicht allein und vor allem nicht mit Kindern mit dem Rad fahren.
 
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Ein Rad, mit dem primär Kinder transportiert werden sollen, muss 100% sicher sein.
Das geht nicht. Nichts ist 100% sicher, das ist einfach völlig unmöglich.

Hier gibt es einige User, die gerade sehr massiv Stimmung gegen R&M machen. Das mag im Kern durchaus berechtigt sein, ist aber überhaupt nicht zielführend. Ja, es gibt offenbar ein Problem, aber gerade leidet sehr sicher R&M selbst auch darunter. Bleibt doch bitte halbwegs auf dem Teppich.

Wurden seit der Rückrufaktion eigentlich noch neue Fahrräder ausgeliefert?

t.
 
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Das geht nicht. Nichts ist 100% sicher, das ist einfach völlig unmöglich.
Semantik. Wenn ich mit einem neuen Tesla frontal in einen LKW fahre, erwarte ich nicht, dass ich den Crash unbeschadet überstehe. Wenn die Lenkung des Tesla - möglicherweise aufgrund billiger Komponenten, schlechter Montage - aber mitten im Verkehr versagt und ich frontal in einen LKW fahre, dann würde ich sagen, dass das durchaus Grund für Beanstandung ist.

Bei der A-Klasse hat ein umgekippter PKW bei einem Test (!) dazu geführt, dass das ganze Modell überarbeitet wurde. Bei den Prius hat eine verrutschte Fußmatte, die möglicherweise zu einem Unfall beigetragen hat, dazu geführt, dass der Konzern komplett rückrufen und umplanen und sich entschuldigen musste ($1,2 Mrd. Kosten). Alles wegen Sicherheitsbedenken.

Da sich die Premium Lastenradhersteller im Rahmen des Mobilitätswendemarketings ja auch auf einer Ebene mit z.B. Teslas sehen, sollte ein Vergleich mit der Autobranche auch in Ordnung sein.

Hier gibt es einige User, die gerade sehr massiv Stimmung gegen R&M machen.
Falls du meine Beiträge meinst: ich gebe mir stets Mühe, hier für alle mitlesenden interessierten Käufer (ich war auch einer), eine ehrliche und konstruktive Rückmeldung auf Basis meiner persönlichen Erfahrung und Einschätzung zu geben. Diese Rückmeldung kann dann idealerweise zusammen mit den Rückmeldungen anderer Nutzer bei der Kaufentscheidung hilfreich sein.
 
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Nächster Fall eines gelösten Seilzugs: https://www.cargobikeforum.de/forum/index.php?threads/unfall-mit-neuem-packster-70.5198/post-91992

Mit der Gefahr, mich hier unbeliebt zu machen, kann ich allen hier an einem Kauf eines Packster 70 interessierten Mitlesern im Thread nur raten: Kauft dieses Fahrrad nicht. Es ist pures Glück, dass bisher noch kein Mensch zu Schaden gekommen ist. Ein Rad, mit dem primär Kinder transportiert werden sollen, muss 100% sicher sein. Sich willkürlich lösende Seilzüge ist ein fataler Mangel. Passiert das auf einem Feldweg, kann das gut ausgehen. Im Straßenverkehr kann das schnell tödlich enden. Meine Meinung ist klar dazu: Im jetzigen Zustand sollte man nicht allein und vor allem nicht mit Kindern mit dem Rad fahren.

Du machst dich höchsten damit unbeliebt, dass du "den nächsten Fall einer gelösten Lenkung" einwirfst und es sich dabei um eine Auswirkung eines Sturzes handelt, der mit der Lenkung erstmal nichts zu tun hatte. Dass wir alle erwartet hätten, dass die Lenkung das unbeschadet überstehen müsste, steh auf einem anderen Blatt. Aber niemand war dabei. Von daher verstehe ich diesen Wind darum jetzt nicht so ganz. Wenn ich auf die Lenkstange meines Load stürze, kann es das für die auch gewesen sein.

Ich empfinde es auch so, dass hier einige durchaus die Laune empfinden, ein wenig auf die Situation einzudreschen. Jeder wie er mag. Aber wenn wir dabei undifferenziert und ungenau werden und Personen involviert sind, die mit anderen Marken verbandelt sind, dann wirkt das schon ein wenig schräg. Aber jeder wie er es braucht.
 
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Ich empfinde es auch so, dass hier einige durchaus die Laune empfinden, ein wenig auf die Situation einzudreschen. Jeder wie er mag. Aber wenn wir dabei undifferenziert und ungenau werden und Personen involviert sind, die mit anderen Marken verbandelt sind, dann wirkt das schon ein wenig schräg. Aber jeder wie er es braucht.
Bei der Geschichte mit den anderen Marken gebe ich dir recht.

Was das "eindreschen" angeht, so sage ich im Fall des R+M "Sicherheitsmarketing" nur:
Die Geister, die ich rief ...
 
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Was das "eindreschen" angeht, so sage ich im Fall des R+M "Sicherheitsmarketing" nur:
Die Geister, die ich rief ...

Ist ja auch erstmal ok. Aber kommt halt drauf an, von wo es ausgeht und wie es im Detail passiert. Es wird hier bei dem Thema schnell unsachlich und undifferenziert. Das könnte ich auch noch verstehen, wenn sich hier betroffene Eltern äußern würden, deren Kinder in einem betroffenen Rad waren. Aber es kommt von Leuten, die das Rad nicht mal selber besitzen. Das empfinde ich als zumindest komisch.
 
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Ist ja auch erstmal ok. Aber kommt halt drauf an, von wo es ausgeht und wie es im Detail passiert. Es wird hier bei dem Thema schnell unsachlich und undifferenziert. Das könnte ich auch noch verstehen, wenn sich hier betroffene Eltern äußern würden, deren Kinder in einem betroffenen Rad waren. Aber es kommt von Leuten, die das Rad nicht mal selber besitzen. Das empfinde ich als zumindest komisch.
Da geb ich dir absolut recht.
Ich persönlich, der den Weg, den R&M mit dem P70 geht, nicht gut findet, wünsche und hoffe, dass R&M im Fall dieses Bikes mal Gas gibt und eine gute Lösung findet. Bis jetzt finde ich das Vorgehen nicht gut und viel zu langsam.

Dennoch halte ich R&M für einen wichtigen Player, speziell auch im Lastenradmarkt und es wäre schade, wenn die Marke Schaden nehmen würde.

Immerhin haben sie den Markt mitgeprägt und wichtige und gute Modelle in der Vergangenheit auf den Markt gebracht.

Symphatischer als CaGo sind sie mMn allemal.
 
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Ich persönlich, der den Weg, den R&M mit dem P70 geht, nicht gut findet, wünsche und hoffe, dass R&M im Fall dieses Bikes mal Gas gibt und eine gute Lösung findet. Bis jetzt finde ich das Vorgehen nicht gut und viel zu langsam.

Nun, ein Rad ging ja zur Prüfung schon an sie zurück. Über die gesamte Menge der Fälle wissen wir nichts und über die Gründe zu wenig. Wenn sie der Meinung sind, genug getestet zu haben und von ihrer Konstruktion überzeugt sind, dann finde ich die Reaktion auf Basis von vermutlich verschwindend geringen Fällen jetzt nicht unbedingt "langsam".

Wenn wir davon ausgehen, dass es bisher wenig Fälle gab, dann hätten sie das auch erstmal schön unter den Teppich kehren können, statt so einen Rückruf zu starten und sich einem zu erwartendem Image-Schaden auszusetzen. Man muss das auf jeden Fall alles genau im Auge behalten. Aber jetzt schon die großen Vorwürfe auszupacken, ist ein wenig verfrüht.
 
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Weder bin ich R+M-Fanboy, noch mit einer anderen Marke verbandelt, sondern unbeteiligter Zuschauer von den ersten Berichten an hier im Forum.

Aber bei dem was R+M hier abliefert, finde ich durchaus, dass es auch Aufgabe dieses sicherlich reichweitenstarken Forums ist, vor diesem Produkt zu warnen, wenn es der Hersteller nicht ausreichend tut.

Ich rekapituliere:
- Es häufen sich Berichte über Unfälle aufgrund versagender Lenkungen
- Riese und Müller bestätigt versagende Lenkungen (bei schneller Fahrt)
- Es häufen sich Berichte über versagende Lenkungen im Schieben
- Es gibt einen freiwilligen Rückruf
- Der Fix ist die Neueinstellung der Lenkung und eine Erhöhung des Drehmoments der Seilklemmung
- (Es gibt den ersten Fall eines unlenkbaren Fahrrads nach kleinem Unfall NACH Rückruf)

Die Krux hieran ist: Selbst wenn der Fix von R+M das Problem vollumfänglich beseitigt, ist der Zustand der Lenkung für den Nutzenden nicht zu bewerten. Schrödingers Lenkung. Was ist denn, wenn die Werkstatt die Seile nur ein kleines bisschen falsch gespannt hat? Was, wenn keine Schraubensicherung verwendet wird (siehe alle Berichte über Fahrradwerkstätten hier) und sich die Schrauben von 16 NM Drehmoment auf 8 NM losruckeln? Befinde ich mich dann wieder in Lebensgefahr? Wenn dieser Visko-Steuersatz verbaut ist, wie soll ich als Nutzer jemals einschätzen können, ob dieser richtig eingestellt ist. Scheinbar hängt es ja davon ab, ob ich jetzt mit meinem Fahrrad in einen Bus fahre oder doch den Bierkasten sicher nach Hause bringe.

Meine täglichen Wege führen mich am Kotti vorbei, die Sonnenallee hoch. Da ist Radeln eh lebensgefährlich, da will ich doch nicht, dass mein Leben daran hängt, ob der überarbeitete Azubi im Fahrradladen die Scheiben richtig in den Visko-Steuersatz gepackt hat. Und dann finde ich, kann man auch ruhig offensiv davor warnen.

Wie schon beim Makki scheint die Komplexizität der neuen Plastebomber die Fahrradhersteller etwas zu überfordern. Die Ausfallwahrscheinlichkeit eines Systems steigt mit steigender Teileanzahl nicht linear, sondern exponentiell. Diese Erfahrung wird die Fahrradbranche jetzt wohl schmerzhaft machen müssen.
 
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