Kistenbau: Materialfrage

Dieses Thema im Forum "Technik allgemein / Selbstbau" wurde erstellt von kcouch, 17.10.2018.

  1. kcouch

    kcouch

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    Moin,

    ich bin mir sicher, dass die Infos, die ich grade suche, hier im Forum schon vorhanden sind und zu diesem Thema verschiedentliche Einträge existieren, die ich teilweise vor Urzeiten schon gelesen habe, aber nun nicht mehr finden kann oder zumindest nicht in dem Umfang, der mir vorschwebt.
    Daher eröffne ich hier mal nen eigenen Faden als Infosammlung, der vielleicht auch für andere Kistenbauer interessant sein kann.

    Nach einer ersten eher kleinen Sperrholzkiste stellt meinen Ist-Stand aktuell eine Alukiste (diese Standard-Zarges und ihre Derivate) in 80x60x40 (LxBxH) dar. Diese wird nun mit wachsenden Kindern leider zu klein, so dass eine größere Kiste hermuß, wegen optimaler Anpassung an persönliche Bedürfnisse und Platzausnutzung solls ein Eigenbau werden.
    Die erste Idee, die Kiste aus (beschichteten) Sperrholzplatten mit Casemaker-Profilen zu bauen, ergab ein grob überschlagenes Kistengewicht von knappen zwanzig Kilos :( Hmmm, das muss leichter gehen... Und hier kommt das Forumswissen ins Spiel.

    Ich suche Tipps für Kistenbaumaterial, welches eine deutlich leichtere Kiste ermöglicht. Dabei sollte sie natürlich trotzdem stabil sein, 100 kg können da in der Kiste sicher mal zusammenkommen, auch punktuelle Belastungen von einsteigenden 40-kg-Kindern sollte der Kistenboden verkraften.

    Vom Stabilitäts-Gewichtsverhältnis ist die jetzige Alubox wahrscheinlich schon optimal, sie müsste allerdings breiter sein (und auch ein wenig länger...)

    So, ich würde mich sehr über Ideen freuen... :)

    Salut
    Matze
     
  2. Milmesbach

    Milmesbach

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    Probiers mal mit 3 und 6 mm Alu Dibond. Hab meine Box aus Alublech gemacht. Hält seit zwei Jahren und macht, was sie soll.
     
  3. Helmut60

    Helmut60

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    Hallo Matze,

    einsteigende 40 kg Kinder..... üben nicht nur Druck auf den Boden aus, dabei werden auch die Seitenwände und die Verbindungen deutlich belastet. Daher braucht du passend flexibles Material. 8 mm MPX sollte das locker mitmachen, wenn man die Eckverbindungen ordentlich macht.... und das sollte deutlich unter 20 kg bleiben.

    ( da kommt auch die Frage auf, ob 40 kg schwere KInder die für sowas versicherungstechnisch.. nicht schon zu alt sein könnten. )

    :) Helmut
     
  4. WehEmm

    WehEmm

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    100 kg in der Kiste + 40 kg je Kind + Fahrer.....
    was für ein Gefährt hast Du ?
     
  5. PaulchenPauker

    PaulchenPauker

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  6. kcouch

    kcouch

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    Absolut richtig, danke fürs klarstellen! Die erwähnte Alukiste trägt momentan das Bullit, welches ab und an überladen gefahren wird, hab da aber nur mäßig schlechtes Gewissen... Nun soll was größeres her (weil Platz ja der wahre Luxus ist...) und damit auch ne größere Kiste. Noch ist was das Rad betrifft noch nicht alles 100%ig in trockenen Tüchern, wenns soweit ist, dann werd ich da an anderer Stelle was zu schreiben... :)
    War mit der jetzigen Alukisten-Variante absolut zufrieden, leider gibts da nix größeres, ansonsten wär mein Problem keines...
    Ebenfalls richtig: Es geht um 100 kg Gesamtgewicht in der Kiste (sicher die Ausnahme, kommt aber vor), die 40-kg punktuelle Kindbelastung wäre dann Teil der Gesamtmasse, hab das nur extra erwähnt um auf die Notwendigkeit eines stabilen Bodens hinzuweisen.

    @ Paulchen: Danke auch für den Link, den werd ich mir mal in Ruhe zu Gemüte führen.

    @Helmut60 : Mit MPX meinst Du sicher Multiplex, also im Grunde Sperrholz, wie ichs im Eingangspost erwähnt habe, oder? Damit komm ich bei 8 mm Materialstärke auf eben jene knapp 20 kg Kistengewicht...

    @Milmesbach: Alu Dibond... Hmmm, sieht windig aus, aber wenns bei Dir hält... Würd das gern mal in die Hand nehmen, mal schauen, ob ich hier jemanden finde, der das handelt, wo ich mir das mal anschauen kann...
     
  7. Milmesbach

    Milmesbach

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    Die zu verwendende Materialstärke ist abhängig von der Kistenkonstruktion. Zarges-Kisten haben zum Beispiel eingeprägte, umlaufende Stabilisierungsstreifen. Ich habe an meiner Kiste nur die Aufnahme für den Faltkindersitz mit einem kleinen Aluprofil verstärkt und das funktioniert bisher recht gut so. Wenn Du sehr stabil bauen willst, wird Deine Kiste schwer. Da ist es letztlich fast egal, ob Du mit Metall, Holz oder Plastikteilen baust. Probier´s einfach aus, nur zu schwer sollte die Kiste nicht werden, denn bezüglich des Systemgewichts kommt schnell einiges an Masse zusammen und abhängig von Deinem Fahrprofil und der Topographie Deiner Wohngegend wird es dann auch schnell mal schwer, den Dampfer zu bewegen. Meine Kiste wiegt knapp 8 kg, das ist ganz okay, weil die Vorderachse auch bei Leerfahrt immer leicht belastet ist. Viel Erfolg!
     
  8. hinnakk

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    Wenn ich die Bilder des Cargo Big richtig deute, dann ist die Ladefläche recht gut mit Streben versehen. Das bedeutet eine punktuelle Last wird bei Unterfütterung des Kistenbodens im Bereich der Streben (zumindest einmal in der Mitte) sehr gut abgefangen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass bei der Verwendung von 6,5mm Glattfilm Platte in guter Qualität und Einsatz von Casemakerprofilen so eine sehr stabile Kiste entstehen würde.

    Wenn die Breite ca. 65cm nicht übersteigt, ragt die Kise seitlich jeweils auch nicht mehr als 15cm über den Rahmen hinaus.

    Bei Abstützung auf dem Rahmen sollte nur eine zwischenlage aus Gummi etc vorhanden sein.

    Es sind sicher auch andere Materialien mit fast identischem Gewicht möglich.

    Ich würd einfach mal einen Rest Sperrholz/Multiplex aus dem Baumarkt besorgen und einen Test machen.

    Das Board bei meinem Bullitt ist aus 6,5mm Platte. Da kann ich mich mit 75kg ohne Probleme mit einem Fuß drauf stellen.

    Gruß hinnakk
     
  9. Helmut60

    Helmut60

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    Ich habe mir für meinen Fahrradanhänger eine Kiste aus 19 mm MPX gebaut, Ca. 60 x 60 x 100 cm, die mit Deckel ca. 35 kg wiegt. Daraus folgt für mich, das halb so dick, kleiner und ohne Deckel weniger als die Hälfte wiegen müßte.

    :) Helmut
     
  10. holzwurm

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    ... 18mm Multiplex (nicht 19mm, das sind dann Spanplatten) ist vollkommen übertrieben. Von der Verwindungs- und Biegesteifheit reicht 6,5mm Multi auf jeden Fall...

    ... man sollte auch Multiplex und "normales" Sperrholz nicht vergleichen. da liegen Welten zwischen den Eigenschaften. Multiplex hat viel mehr Schichten als effes Sperrholz....

    Der Boden aus 6,5mm Multilex ist sowohl beim Bullitt, als auch beim Triobike vollkommen ausreichend. Das reicht auch für die Seitenwände. Wenn dann noch kleine Aluprofile in die Ecken kommen, dann reicht das (Ähnlich wie bei einem Flight-Case). Dann kann in der Kiste ein dynamisches Gewicht sein, ohne dass die Platte brechen. Versucht doch mal eine 6,5mm Platte mit dem Maßen 60*80cm durchzutreten. Das gelingt nicht. auch wenn sie nur in den ecken aufliegt. Dann sollte die Box nur auf dem boden befestigt werden, da das Rad sich verwindet (auch wie bei einem Flight-Case). wenn dann die Kiste an Boden und Lenkstange "so richtig Steif und festgeschraubt ist" dann kann der Rahmen nicht mehr "mitgehen" und es kann auf Dauer zu Rahmenbrüchen kommen. Dementsprechend sollte die Kiste nicht zu steif gebaut sein....

    Wobei ich persönlich lieber Betoplan (Film-Film-Platte) btw, die gibt es teilweise schon mit 4mm, oder Siebdruckplatte (Sieb-Film-Platte) verwenden würde. Die Phenolharz-Verklebung der Schichten und die Phenolharz-Beschichtung machen diese Platten widerstandsfähiger gegen "Wetter". Lassen sich aber auch nicht verleimen und lackieren (bis auf die Schnittkanten). Da muss dann die Verleimkante ein wenig angefräst werden.

    Just my 2 cent ;)
     
  11. Helmut60

    Helmut60

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    Stimmt, 18mm MPX ist eigentlich übertrieben dick. Mir ging's dabei jedoch in erster Linie um Aufbruchsicherheit, weil da öfter Werkzeug und Maschinen drin sind.

    :). Helmut
     
  12. Joshua

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    Wenn ich mal meinen Senf dazu geben darf. Bei 100kg in der Kiste sind Probleme mit Schwerpunkt, Kurvenfahrt, Rangieren (Heck anheben müssen?) und Aufbocken/Abbocken nicht ganz zu vernachlässigen. Habt ihr alternativ schon die Kombination Long John plus bedarfsweise Hänger erwogen? Ganz so schlecht fährt sich das garnicht. Und es gibt mittlerweile ganz schön viel Angebot an (auch preislich und konstruktiv) interessanten Hängern.
     
  13. kcouch

    kcouch

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    @hinnakk: Genau so habe ich es vor, beim Bullit habe ich die AluKiste mit Styrodur unterfüttert, da ich aber das Honeycomb drin gelassen habe, liegt das Styrodur vollflächig auf. Ich würde jetzt mal auf das Brett drunter verzichten und schauen, was passiert, wenn das Styrodur nur auf den Rahmenverstrebungen aufliegt.

    @Helmut60: Stimmt, Deine Rechnung ist einfach und logisch, vielleicht habe ich irgendwo einen Überschlagsfehler gemacht, habe den Zettel schon entsorgt, auf dem ich das mal grob zusammengerechnet habe... meine neue Berechnung (s.u.) liegt da ja deutlich drunter.

    @holzwurm: Danke für Deine Tipps! Das hat mir schonmal sehr weiter geholfen! Ich tendiere mittlerweile auch zu 7mm Glattfilmplatte, dieses Zeug, was in den Cases ausm Bereich Veranstaltungstechnik verbaut wird. Das müsste doch das gleiche sein, wie das von Dir angesprochene Betoplan sein, oder? Das hat ja anscheinend diverse Bezeichnungen, die das ganze manchmal etwas undurchsichtig werden lässt... Betoplan, Glattfilmplatte, Siebdruckplatte... alles das gleiche?

    Mit den jetzt favorisierten 7-mm-Glattfilmplatten komme ich aktuell auf ca. 12 kg Holzgewicht (bei einer Kiste mit 100x70x40), dazu kommen noch die Aluteile, da überschlage ich mal grob 1,5 kg, mach ein Kistengewicht von irgendwas um die 14 kg, damit könnte ich gut leben.

    Habe hier eine - wie ich finde - schöne Seite gefunden, die sich mit Casebau beschäftigt, da gibts ein paar schöne Bauanleitungen. Geht zwar um richtige Cases für Lautsprecher, Mischpulte etc, aber das lässt sich ja leicht auf unser Kiste adaptieren:

    www.flightcase-brico.com
    (Habe damit nix zu tun und will keine Werbung machen. Sollte der Link nicht erwünscht sein, kurze Nachricht an mich, dann nehm ich den wieder raus!)

    Danke jedenfalls an alle, die sich hier Gedanken machen und die teilen!

    Salut
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  14. kcouch

    kcouch

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    Ja sicher! Vom Senf lebt doch das Forum... :)

    Tatsächlich liebäugle ich immer mal wieder mit nem Hänger... :D Hab jahrelang nen Chariot-Zweisitzer hinter mir hergezerrt, bis die Kinder zu groß wurden, übergangsweise auch Lastenrad + Chariot (als ein Kind nicht mehr in den Wagen wollte, sondern lieber in der coolen Kiste Platz nehmen wollte, das andere Kind aber noch zu klein für die Kiste war. Das ganze dann ohne E und gerne auch mal fünfzig Kilometer am Tag... :whistle: Mittlerweile sind beide Kinder vorn aufm Bullit und die Kiste wird langsam zu klein.
    Ein Anhänger wär nett, aber sobald ich die Kinder abgeliefert habe und alles notwendige Gepäck anstatt der Kinder in die Kiste kann, würde ich den Rest des Tages den Anhänger leer mit mir führen, das ist mir einfach zuviel Strecke. Und den Anhänger in Kita oder Schule stehen lassen geht auch nicht, dafür sind die Abläufe zu unregelmäßig. (Frau bringt hin, ich hole ab oder umgekehrt).

    Was bleibt, ist der Wunsch nach mehr Platz, also größere Kiste. Die 100 kg sind wirklich nur die Ausnahme, Regelbeladung liegt bei um die 60 kg in der Kiste und nochmal 2x10kg Packtaschen. Aber es kann eben mal vorkommen und dann sollte die Kiste eben nicht ausm Leim gehen...
     
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  15. bOAH

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    Zum Thema Kistenbauen kann ich ein paar Sachen beitragen, ich bauen immer mal wieder Kisten, Aufbauten und Decks für RM Packster 40 und 60cm.

    Am einfachsten und haltbarsten (wenn es bezahlbar bleiben soll) sind Siebdruck oder FilmFilmplatten (wie auch schon vorher geschrieben auch unter Betoplan). Kanten ordentlich versiegeln und ein Stecksystem bauen das mit ein paar wenigen Schrauben zusammenhält.
    Leichtbaukisten mache ich aus 6,5 mm FilmFilmplatten, es hat sic allerdings gezeigt das je nach Größe der Kisten der Boden besser aus 9-12mm Material gebaut werden sollte. Es sit halt immer die Fragen ob geschlossene Box oder einfach eine offene Kiste, geschlossen würde ich immer mit Flightcaseprofilen bauen (die Platten beim einstecken kleben und ja nach Anfordererung ein entsprechende Anzahl Blindnieten).
     
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  16. kcouch

    kcouch

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    Kannst Du einschätzen, was mehr Stabilität bei mehr (oder weniger?) Gewicht bringt:

    Diese von Dir erwähnten Steckprofile (heißen wohl Casemaker) mit kleben und vernieten oder lieber kleben, vernageln/verschrauben und Winkelprofile drübersetzen und vernieten?
     
  17. sheng-fui

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    kleben heißt in dem Fall (Sieb/Film etc) immer nur Polyrethan Kleber Handelsnahme sikaflex. Wenn du davon auf die Aluprofile eine dünne Naht (Düse nicht vergrößern) gleichmäßig ziehst hast du einen ausreichenden Kleberauftrag. Die Profile überschieben und mit Packband fixieren und aushärten lassen. So ein Ding fährt im "Auftrag des Herrn" durch Köln und ist unkaputtbar
     
  18. holzwurm

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    ... dem ist nicht hinzuzufügen. Vielleicht noch das ein weiterer Handelsname "Klebt & Dichtet" ist ....
     
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  19. kcouch

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  20. hinnakk

    hinnakk

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    Bei den Winkelprofilen benötigt man dicke Platten um Ausreichend Leimfläche zu schaffen. Die Profile sind da eher der Kantenschutz und nicht der vernindende Teil.

    Bei Casemakerprofilen gibt es innen keine Nietenenden die auch mal scharfkantig seien können.
     
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