China Carbon-BMX Gabel im Lastenrad ?

Beiträge
262
Hallo,

ich plane u.a. einen "Omnium" Nachbau als leichtes Lastenrad für die Stadt, einen guten, relativ leichten 28" Trecking-Rahmen habe ich schon gefunden.
Da das Bike im Gegensatz zum Long-John ohne e-Motor auskommen soll, will ich es natürlich möglichst leicht und leichtgängig bauen.
Bin durch Zufall auf eine Carbon-BMX-Gabel mit ahead Gabelschaft bei AliExpress gestoßen, auf Nachfrage sagt der Lieferant sie wäre für eine Last von 120kg ausgelegt...

Was denkt Ihr, das Geld riskieren und ausprobieren ? Konnte leider nirgends einen verlässlichen Bericht dazu finden....

Gruß
Holger
 
  • Like
Reaktionen: piu
Beiträge
1.480
Ich hatte schon paar China Carbonteile in der Hand und am Rad. Die Erfahrungen sind durchwachsen.

Die 2 Sattelstützen halten bisher über 5t km problemlos. Der Dropbar hat nach gut 5t km einen lauten Knacks mal gemacht, der ist jetzt mit altem Fahrradschlauch umwickelt der Haltebügel für das Laufrad am Lastenrad.
Ein Carbonvorbau hatte so viel Flex, dass ich den Lenker mehrere Millimeter auf und ab bewegen konnte. Ist direkt ohne Ausfahrt im Müll gelandet.

Hatte noch eine Rennradcarbongabel an einem Fixie. Die hatte nie Probleme gemacht und ist mit dem Rad mitverkauft worden (mit Hinweis das es sich um Chinacarbon handelt). Am 29er bin ich eine zeitlang auch eine starre Carbongabel gefahren, diese wurde aber duch eine Federgabel ersetzt, weil der Rahmen dafür einfach nicht ausgelegt war. Die würde ich auch wieder montieren.

Ob ich an einem Lastenrad eine Carbongabel montieren würde? Eher nein
 
Beiträge
3.744
Ich würde beim LAstenrad da auch wenig experimentieren. Bei Stahl merkt man hoffentlich vor dem Bruch die Verformung an der ungeeigneten Kinderradgabel, bei Carbon mcht es unter Umständen nur kurz und trocken Knack.
Vielleicht gibt es aber jemanden, der aus Erfahrung einen günstigen Hersteller empfehlen kann (ich bin da, siehe Username, der falsche...).
Auf jeden Fall werde ich auch diesen Aufbau neugierig verfolgen.
 
Beiträge
262
bin auch durch Zufall darauf gestoßen, suchte eigentlich be 20 Zoll Gabel für Scheibenbremsen und für 1 1/8" ahead Steuersatz.... die BMX Gabeln sind ja meist nur für Felgenbremsen....
naja und am Rennrad fahre ich auch ne Carbon-Ganel, die wie letztlich fast alles auch aus China kommt... die kann schon was ab...
Das Rad soll ja auch eher ein leichtes Rad für die Stadt werden, kein Schwerlasttransporter... mal schauen...

BTW: hatte bei meinen Eigenbau unlängst die Kiste komplett voll und dann noch meine Frau auf der Kiste sitzend nen längeres Stück mitgenommen (ja, ich weiß, darf man eigentlich nicht)... bin immer wieder begeistert wie stabil der Eigenbau auch vollgeladen fährt und dank Federgabel sogar noch komfortabel...
 
Beiträge
2.192
Leider sind bei der Gabel auch nicht alle wichtigen Maße angegeben, die Vorbiegung würde man schon gerne wissen, denn die ist ja für die Auslegung der Lenkung wichtig.
 
Beiträge
90
Über so eine Gabel bin ich auch schon mal gestolpert. wegen der fehlenden Scheibenbremsaufnahme hab ich nicht weiter geschaut.
Wie schon geschrieben, letztendlich kommen (fast) alle Carbon-Teile sowieso aus China.
Bei einem leichten Transporter könnte man mal ausprobieren. Kommt drauf an, was sie kostet. Es gibt schließlich auch schwere Rennradfahrer. Und im Cross fahre ich seit Jahren Karbongabeln im Wettbewerb.
Andererseits: Carbon ist halt binär. Bei einem Bruch passiert das plötzlich. Bei einem Gabelbruch durch Überlastung könnte das böse ausgehen.
VG!
 
Beiträge
1.480
Ja klar kommen die meisten Carbonteile aus China. Bei der Aussage ist aber nicht klar, was noch irgendwie durch eine QS geprüft wurde oder was einfach nur schön ausschaut!
Ich habe hier auch Sattelstützen die als 31.6er deklariert sind und gemessen 31.4 haben. Oder ovale Lenkerenden bei einem Flatbar.
 
Beiträge
262
ja, klar, nochmal danke für Euer Feedback, letztlich muss ich halt entscheiden, ob es mir der Versuch wert ist, in jedem Fall aber erstmal ne ausführliche Belastungsprobe, falls ich so ne Gabel kaufe... das Problem hat man ja sowieso bei jedem Selbstbau, es gibt niemanden, den man in Produkthaftung nehmen könnte...

aber ob das nicht auch eine typisch deutsche Fragestellung ist? Wenn ich hier lese, wie oft Lastenfahrräder von namhaften Herstellern mit Rahmenbrüchen ausfallen.... was nützt es mir im Zweifel, ob da jemand schuld hat...
 
Beiträge
404
Sehr viel kommt aus China und Fernost. Sogar sehr gute Qualität. Toho Tenax (Korea) gehört neben Toray (Japan) zu den besten Faser-Herstellern weltweit. Der Unterschied liegt darin, was der Kunde will. Wenn Du dem Chinesen sagst; ich will das Gewebe mit der Faser X und Lagenaufbau soll so und so sein. Dazu Epoxyharz so und so. Verschiedene Prüfverfahren. Dann machen die das. Kostet nur etwas mehr. Carbon ist nicht die eine Faser. Das ist wie bei Stahl- und Aluminiumrahmen. Vom HiTen aus dem Baumarkt bis Columbus oder Reynolds gibt es Unterschiede. Bei Alu genauso.
Bei Alibaba hatte ich noch nie gekauft. Was ist wenn etwas bricht und Du Dich verletzt? Kaputte Teile ersetzen die problemlos, aber wer kommt für die Gesundheit auf? Kann alles gut gehen, es sind Leute mit Chinacarbon-Rahmen auch jahrelang ohne Probleme Rennen gefahren. Es kann während der Fahrt auch mal die 1000 km alte Sattelstütze brechen.
Was soll die Gabel eigentlich kosten?
 
Beiträge
167
Hatte noch eine Rennradcarbongabel an einem Fixie. Die hatte nie Probleme gemacht und ist mit dem Rad mitverkauft worden (mit Hinweis das es sich um Chinacarbon handelt).
Nach meinem Wissensstand bist du damit Inverkehrbringen und haftest. Gerade deswegen würde ich zweifelhafte, selbst importierte Teile nicht verkaufen.

t.
 
Beiträge
1.480
Tatsächlich hatte ich dabei ein mumliges Gefühl und war auch das einzigste Chinacarbonteil was ich verkauft habe. Hatte es ausdrücklich erwähnt aber der Käufer wollte die Gabel unbedingt auch haben. Bisher habe ich da auch nichts mehr gehört, ist auch schon paar Jahre her *aufholzklopf*

Alles andere Carbonzeugs blieb und bleibt bei mir
 
Beiträge
262
ich fasse mal zusammen: mit der Gabel hat keiner Erfahrung, aber ich kennen nun alle nur denkbaren Einwände, die man dagegen habe könnte ;)

ach ja, kostet knapp 50€...
 
Zuletzt bearbeitet:
Beiträge
167
ich fasse mal zusammen: mit der Gabel hat keiner Erfahrung, aber ich kennen nun alle nur denkbaren Einwände, die man dagegen habe könnte
Wenn du hören möchtest, dass die schon halten wird, frag nochmal im MTB-News-Forum, Kinderbikes. Da haben viele derlei verbaut. Allerdings eben auch im Kinderrad, wo die Belastungen wesentlich geringer sind. Die Gabel im Lastenrad muss schon echt viel aushalten; nicht umsonst gibt es extra besondere Federgabeln für diese Anwendung.

t.
 
Beiträge
404
Ich habe mal geschaut aber nichts gefunden :(. Es gibt BMX Gabeln aus Carbon mit disc und sogar 20mm Achsaufnahmen, finde sie nur nicht mehr. Die kosten im Schnitt ab 250,-. Lenkung kann man sich selbst anbauen. Damit hätte ich ein besseres Gefühl. Wie schon gesagt, die Haftung liegt beim Käufer. Alibaba ist auch nur die Verkaufsplattform, der Hersteller wird wohl schwer zu finden sein, wenn er nicht schon wieder anders heißt. Bei 50€ würde ich mir Fragen stellen. Warum da so günstig und hier 5x so teuer? Die gesparten Zwischenhändler sind das nicht. In der " geiz ist geil"- Mentalität stellt sich für Viele die Frage nicht. Auch bei Bekleidung, Möbel, Kinderspielzeug. Hatte letztes Jahr ein Bericht über Spielzeug gesehen. Schnäppchen aus dem Internet. Lack war voll mit Schwermetallen und Kunststoffe waren sehr weit über zulässige Grenzwerte. An einem ist sogar bei wenig Belastung etwas abgebrochen!
 
Beiträge
262
was habe ich da nur losgetreten :rolleyes:

keine Frage, dass man für 250€ mehr erwarten kann und sollte als für 50€. Aber ebenso ist es klar, dass der Preis eines Produkts oft nur zu sehr geringem Anteil von den tatsächlichen Herstellkosten abhängt, da stecken Entwicklungskosten, Marketingkosten, Transportkosten, Zertifizierungskosten, Verpackungskosten, Kosten für die Übersetzung der Anleitung, Margen vom Hersteller und den (Zwischen-) Händlern usw. usw. drin.

ich habe in meinem Long John ne RST Capa Federgabel für 50€ drin, natürlich auch in China produziert, aber hier beim Händler gekauft. Die macht einen super Job, obwohl der eigentliche Hersteller wahrscheinlich kaum mehr als 10€ dafür an Kosten hatte... was lernen wir daraus ?
Nix... weil das weder beweist, dass alles, was günstig aus China kommt toll ist, noch dass das alles Mist ist....
 
Zuletzt bearbeitet:
Beiträge
404
Alles gut. Hast nichts falsches gepostet.
Natürlich verdient der Hersteller an einer 250€ Gabel auch nicht viel mehr. Mir würde es aber eher um die Haftungsfrage gehen. Wenn der Händler Dir die gleiche Alibaba-Gabel für 80-100 verkauft (er will ja auch etwas verdienen), und sie bricht hat er das Problem. Nehmen wir an sie geht kaputt und Du bist in einen Unfall verwickelt. Dazu noch der ungünstige Fall dass Dein Rad untersucht wird. Dann finden die heraus, dass sie gar nicht betriebssicher war. Es gibt keine Zertifikate über eine Prüfung. Der Gutachter findet Fehler in der Herstellung. Was machst Du dann? Dann entstehen aus dem 50€ Schnäppchen sehr hohe Folgekosten.
Man weiß doch gar nicht wie und wo das Teil hergestellt wurde. Haben die das im Hinterhof gewickelt oder wurde das fachgerecht gebaut? Möglicherweise nach Feierabend gebaut und an der Firma vorbei verkauft. Das wäre noch die bessere Variante. Deswegen wäre mir die Sache zu heiß.
Es muss aber Jeder selbst entscheiden.
 
Beiträge
1.480
Ganz so dramatisch sehe ich das nicht. Fahre ja selbst auch Chinacarbongabeln. Ich bin mir nur nicht sicher, ob eine BMX Kindergabel aus Carbon (aus China, ohne QS) an einem Lastenrad so passend ist.
Aber du kannst es gerne testen und hier das Ergebnis posten. Am Preis würde ich das sicher auch nicht festmachen. Meine Gabeln waren auch nicht teuerer als 50€. Die Sattelstützen bisher um die 10 - 15€.
 
Beiträge
262
Ich halte das für eine völlig überzogene Diskussion, bei Fahrrädern gibt es keine vorgeschriebenen Prüfungen oder Bauartzulassungen, ich kann mich auf einen 100 Jahre alten Drahtesel setzen und losradeln wie ich möchte. Bez. Verkehrssicherheit gibt es Anforderungen an die Beleuchtung/Rückstrahler und daran, dass das Rad 2 Bremsen hat und ne Klingel... das war's.
Niemand untersucht ein Rad auf so etwas, weil es schlicht keine Vorgaben gibt, gegen die man es untersuchen könnte. Es ist daher diesbezüglich auch völlig egal, ob das Rad in China, in Pakistan oder in meiner Garage zusammengeschweißt wurde...

Und was jetzt besser daran ist, wenn mir ein deutscher Händler Schrott teuer verkauft als wenn ich den gleichen Schrott billig in China direkt kaufe, leuchtet mir nun absolut nicht ein, sorry. Schrott bleibt Schrott, ob jetzt irgend ein Händler da ein CE Zeichen aufgeklebt hat oder nicht.

Ich denke wir sollten den Thread mal zumachen...

Ich werde das Risiko eingehen und so eine Gabel mal in China bestellen, einfach schon aus Neugier.
ich werde berichten...
 
Beiträge
404
Ich halte das für eine völlig überzogene Diskussion, bei Fahrrädern gibt es keine vorgeschriebenen Prüfungen oder Bauartzulassungen, ich kann mich auf einen 100 Jahre alten Drahtesel setzen und losradeln wie ich möchte. Bez. Verkehrssicherheit gibt es Anforderungen an die Beleuchtung/Rückstrahler und daran, dass das Rad 2 Bremsen hat und ne Klingel... das war's.
Niemand untersucht ein Rad auf so etwas, weil es schlicht keine Vorgaben gibt, gegen die man es untersuchen könnte. Es ist daher diesbezüglich auch völlig egal, ob das Rad in China, in Pakistan oder in meiner Garage zusammengeschweißt wurde...

Und was jetzt besser daran ist, wenn mir ein deutscher Händler Schrott teuer verkauft als wenn ich den gleichen Schrott billig in China direkt kaufe, leuchtet mir nun absolut nicht ein, sorry. Schrott bleibt Schrott, ob jetzt irgend ein Händler da ein CE Zeichen aufgeklebt hat oder nicht.

Ich denke wir sollten den Thread mal zumachen...

Ich werde das Risiko eingehen und so eine Gabel mal in China bestellen, einfach schon aus Neugier.
ich werde berichten...
Der Unterschied ist, dass Du den Schrott beim Händler reklamieren kannst und bei Material- und Verarbeitungsfehlern nicht haftest. Er ist derjenige, der es in den Verkehr bringt. Also muss er dafür sorgen dass die Ware in Ordnung ist. Mein früherer Händler wollte noch nicht einmal gebrauchte Teile verkaufen, weil er dafür haftet, wenn mir an der nächsten Ecke der Lenker oder Vorbau bricht. Wenn Du Zeug selbst zusammenbaust bleibt es natürlich an Dir hängen. Du hast es gebaut und Du bringst es in den Verkehr. Anders ist es auf Privatgelände.
Getestet wird natürlich nach ISO 4210. Obwohl das nach Meinung von Experten eigentlich nicht ausreicht.
Mir ist das egal, es muss jeder selbst wissen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Oben Unten