Mittelmotor nachhaltig?

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich seit ein paar Wochen mit dem Thema E-Lastenrad, bin bisher das E-Muli, Urban Arrow Family, eBullitt und Rapid für Radkutsche probegefahren.
Von der Probefahrt her war UA Family (Bosch) und eBullitt (Shimano) bzgl Antrieb schon richtig geil!

Wie nachhaltig ist ein (Lasten-)Rad mit Mittelmotor, wo speziell der Rahmen dazu angepasst ist.
Ich würde gerne (wie mein derzeitiges Touring-Rad auc) das Rad sehr lange (länger 15 Jahre) fahren, der Rahmen ist also da A und O, alles drumrum nur Anbau- bzw. Verschleißteile. Wenn nun in z.B. 10 Jahen der Motor kaputt ist bekomme ich noch Ersatz? Ein anderer Motor anbauen wird vermutch nicht reinpassen da der Rahmen speziell für den Motor angepasst wurde. Ist der Rahmen/Rad dann Schrott? Oder bin ich da zu skeptisch?

Wie ist denn eure Meinung?



Grüße
niouca
 
Aye.
Oder gleich Nabenmotoren verwenden, Ausfallenden ändern sich zwar, aber eher langsam und sind hochstandardisiert.
 
Ich gehe davon aus, dass es irgendwann für Mittelmotoren keine Ersatzteile mehr geben wird und der Fahrradrahmen in den Schrott muss. Vielleicht werden dann findige Bastler Adapter zusammenfrickeln, dass zumindest ein einfaches Tretlager eingebaut werden kann. Da leider jeder Motor-Hersteller seine Motoren patentrechtlich geschützt hat, ist die Chance auch sehr gering, dass es vielleicht mal Chinaware als Austausch geben wird, wenn die Hersteller ihre Passformen ändern.
Also mit Vorderrad- oder Hinterradmotoren, die nicht an irgendwelche Steuergeräte und Akkus gedongelt sind, fährst du auf jeden Fall zukunftssicherer, nachhaltiger und freier. macht aber auch manchmal mehr Probleme und Du musst bereit sein, zu schrauben.

So fahre ich derzeit ein uraltes Bullitt (BJ2012) mit Crystalite Vorderradmotor, Steuergerät und 36Volt Akku. Ja, diese alte Technik hat selbstverständlich Nachteile, doch wenn bei mir der Motor kaputt ist, dann kann der problemlos gegen jeden freien 36Volt Motor austauschen, sogar gegen Hinterradmotoren. oder wenn der Akku platt ist, dann würden auch 3 Autobatterien in Serie mein Rad antreiben.
Selbstverständlich geht dieses freie Gedöns auch auf Kosten des Komforts, den man sich mit einem geschlossenen System erkauft, z.B. dass sich der Motor kurz vor 25km/h behutsam ausklinkt, bei mir stoppt der Motor abrupt. Auch wird der Füllstand des Akkus nicht 100%ig angezeigt.

Puh, doch viel Text geworden. Ich wollte doch eigentlich nur kurz antworten :D :D :D
 
Danke Euch, da bin ich ja nicht alleine mit meinen Gedanken.
Für mich ist der integrierte Mittelmotor (Shimano, Bosch, Steps etc.) mit angepassten Rahmen nun ein k.o. Kriterium, mit ist der Nachhaltigkeitsgedanke (Finanziell und Ökologisch) doch schon wichtig.

Danke und Grüße
niouca
 
Hallo, ich beschäftige mich mit dem gleichen Thema. Ich würde gerne dieses Jahr noch ein eMuli kaufen. Habe vor ein paar Tagen mit jemandem von der Firma Paul Lange gesprochen, die in Dtl. den Shimano-Vertrieb machen. Der war sehr nett und auskunftsfreudig und auch ehrlich: die Quintessenz war: Shimano baut Komponenten auch noch als Ersatzteile weiter, wenn sie nicht mehr im Programm sind. Und zwar so lange, wie es eine gewisse Nachfrage gibt. Daher lässt sich aber auch überhaupt nicht beziffern, wie lange das sein wird. Es ist also bis zu einem gewissen Maß ein Pokerspiel, wobei man natürlich schon auch sehen muss, dass immer mehr Menschen sich teure Räder mit Mittelmotoren kaufen, und nicht wenige davon werden vielleicht auch in 10 Jahren oder so, wenn etwas am System kaput geht, nicht das ganze Rad wegschmeißen wollen, sondern ein Ersatzteil nachfragen. Aber Sicherheit gibt es halt leider nicht. Ich überlege daher auch, ob ich lieber das eMuli mit Pendix nehmen sollte oder mit einem EBS-System, wie es hier angeboten wird: https://www.e-lastenrad.de/long-john/e-muli-climber-v2.
Viele Grüße
 
Ich habe mich auch lange gegen ein eBullit gewehrt, ist es aber letzlich dann doch geworden. Sehe die selben Nachteile mit E-Teilen und Verfügbarkeit. Zur Not kann ich aber noch immer die Motoraufnahme aus dem Rahmen trennen und einen Bosch oder was auch immer reinschweißen. Den Rahmen eines Lastenrades muss man ja eh alle 5 Jahre neu Beschichten lassen weil der Lack ab ist. :-D
 
Selbstverständlich geht dieses freie Gedöns auch auf Kosten des Komforts, den man sich mit einem geschlossenen System erkauft, z.B. dass sich der Motor kurz vor 25km/h behutsam ausklinkt, bei mir stoppt der Motor abrupt. Auch wird der Füllstand des Akkus nicht 100%ig angezeigt.
Das kann ich nicht bestätigen. Bspw. die Kunteng / KT Systeme sind um Welten komfortabler und parametrierbarer als der ganze MM-Systemsch* mit garantierter Obsoleszenz (Gasgriff über PAS und mit Anfahrhilfe, einstellbare Leistung, exakte Akkuspannungsanzeige, bei Bedarf quasi Mofa fahren usw.). Gibts auch als brauchbare Komplettsysteme, zB bei atmparts.eu . Und wie holzwurm richtig schrieb - man kann praktisch jeden Motor und jeden Akku (die Controller sind meist für 24-36 oder 36-48V ausgelegt) dranhängen.
 
Da hatte wir schon mal diskutiert.
Ich bin sicher, dass man alles was Bosch, Shimano oder sonst was heißt rausbaut und einfach ne Adapterplatte mit Tretlager einbaut. Die Jungs von PedalPower haben sowas im Angebot.
Ob das wirtschaftlich ist oder sonst was ist die Frage. Lösungen wird es geben.

Es ist halt die Frage ob die Rahmen 20 Jahre und oder 20 tsd km halten.
 
Ich sehe das ähnlich. Und habe mich für ein Bullitt ohne Motor entschieden. Gut eigentlich dafür, weil ich selbst aufbauen wollte und es das Steps nicht als Frameset gibt. Habe jetzt einen Bafang BBS01 nachgerüstet, aber bin schon ganz froh, diesen auch wieder, gegen was auch immer, ersetzen zu können.
 
Bosch Motoren selbst älterer Baujahre lassen sich sehr leicht reparieren und Ersatzteile gibt es auch zuhauf, Daher sind Mittelmotoren grundsätzlich nachhaltig.
Wenn man selber natürlich nicht schraubt, ist evtl ein Nabenmotor den man im Zweifel einfach komplett tauscht (für unter 200€) die leichtere Alternative.

Die frage ist auch immer was man für Laufleistungen macht. 20.000km schafft man mit jedem Motor. Das sehen aber viele Räder erst in 10 Jahren und bis dahin gibts dann ja was neues.
 
Ich hatte vor 2 Monaten bei der Neuanschaffung meines Bullitt genau die gleiche Frage im Kopf und habe Sie mit dem Pendix-System gelöst.
Absolut 100%ig rückbaubar, falls Motor defekt (und kein Ersatz in Aussicht) oder keine keine Lust mehr auf Motor (ab: Kind fährt eigenes Rad).
Fahre den 300er-Akku nur im Eco-Modus (Flachland) und komme so 60-70km weit (38kg Bullitt mit Aufbau und Pendix, 18kg Kind und 99kg meinerseits).
 
Ja, Produktion wohl komplett in Zwickau, wobei der Akku von Ansmann gebaut wird.
Bin vorher einen Bosch CX gefahren (4000km) und bei der Bullitt-Anschaffung ein eBullitt mit Shimano Steps zur Probe. Bis jetzt bin ich mit dem Pendix absolut zufrieden (die ersten 1000km hat er ohne Zicken gemacht)!
Alle Pendix-Teile sind hochwertig gebaut (auch Haptik - der Drehschalter am Akku allein hat einen red-dot-design-award verdient).
Vorteile zu Bosch und Co: nicht hörbar und im ausgeschalteten Zustand (oder Akku leer) keinen nennenswerten Tretwiderstand
Nachteil: gefühlt tasten Bosch und Co. den Zustand des Messtretlagers häufiger pro Sekunde ab. Da "hängt" der Pendix leicht hinterher, aber wirklich minimal und man gewöhnt sich sehr schnell daran (nach Umstieg).
 
Ist bei einem Long John das Vorderrad nicht eher "unterbelastet", vor allem wenn es leer ist? Wäre da ein Nabenmotor vorne nicht logisch? Akku am besten gleich auch.
 
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