Neuling

Hallo !
Ich bin neu im Forum und möchte mich kurz vorstellen!
Alter 55 Jahre und wohne im Sauerland. Ich bin bisher mit meinem Carbon - Rennrad zur Arbeit gependelt (einfache Strecke 12,5 km). Zwei
ordentliche Steigungen, eine davon ca. 3 km lang (Mit dem Rennrad durch die lange Übersetzung anspruchsvoll - mit dem MTB + Anhänger
kein Problem).
Nun habe ich vor 2 Monaten vom Tierschutz eine Deutsche Schäferhündinn übernommen (30 kg) - somit fällt das Pendeln mit dem Rennrad flach.
Die Strecke verläuft zu ca. 70% über Asphalt und ca. 50% ist mit Straßenverkehr (Rest Radweg).
Ich plane die Anschaffung (evtl. auch Eigenbau) von einem leichten, sportlichen Lastenrad mit 2 Rädern.
Hier in meiner Umgebung gibt es leider keinen Händler bei dem man eine Probefahrt machen könnte - somit besteht Beratungsbedarf!
Mir wäre es lieb ein Rad ohne E - Antrieb zu fahren, da ich natürlich auch in meiner Freizeit mit Hund Touren und Reisen unternehmen möchte
und nicht von Ladestationen abhängig sein möchte. Ich brauche Eure Einschätzung - macht es "Sinn" es ohne E - Antrieb zu versuchen, oder soll ich
mich grundsätzlich nur nach Rädern mit Antrieb umschauen?
Gruß
Der Hundefreund
 
Ich bin über 2 Jahre mein Bullitt ohne Unterstützung gefahren. Das ging auch mit mehr kg Beladung bergauf noch ganz gut.
Vorne würde ich dann aber immer mindestens 2fach fahren wollen.
Meine kürzeste Übersetzung war 24/36 bei einem 26er HR, was einer Entfaltung von ca 1,4m entspricht.

Ich hätte es ab und an gerne noch etwas leichter gehabt. So ein Lastenrad ohne Motor mit Beladung ist aber ein astreines "Steigungssuchgerät".
 
Natürlich geht auch radeln ohne Hilfsantrieb. Es sollte dann aber Gewicht eingespart werden.
Viele Lastenräder haben Holzkisten die alleine schon zehn oder mehr Kilo zum Gewicht des Rades addieren. Aber das Gewicht des Vierbeiners muss auch eingeplant werden. Also achte darauf, das das Rad eher auf leichte Materialien setzt.
Ein Kargon fällt mir da ein, oder ein Velo Lab Karo long mit Nylontasche.
Das Velo Lab wäre größer, das Kargon ist allerdings flexibler im Aufbau und durch den "Kids Frame" gibt es eine mittelhohe Ladekante, über die der Hund leichter einsteigen kann.
Beide Räder gibt es als Rahmenset zum Selbstaufbau oder als unmotorisierte Variante mit etwa 20 Kilo Gesamtgewicht.

Durch die mittige Lastverteilung fährt sich ein Longjohn leichter als ein gleichschwer beladenes Gespann mit Anhänger. Orientiere dich also bei der Schaltübersetzung am MTB mit Hänger.

Velo Lab
Kargon
 
Zuletzt bearbeitet:
Tach Hundefreund,

ich würde dir dringen zu eine Probefahrt raten. Irgendjemand findet sich immer. Lastenradfahren und Hund ist nicht unschwierig. Wenn es der Hund nicht will, dann macht es auch keinen Sinn. Mit meinem Brocken gehen kürzere Strecken, aber mehr wäre illusorisch.
Zum Thema E-Antrieb:
Ein Lastenrad wiegt schon mal locker 15 kg mehr als ein Rennrad und dann hast du ein leichtes. Je nach dem wie fit du bist und wie sehr du dich auf dem Weg anstrengen willst, geht es auch ohne. Ich gehöre zu den Freunden des E-Antriebes bei Lastenrädern. Da ich persönlich es ohne E-antrieb in vielen Situation zu zäh finde. Auch nutze ich das Rad gewerblich und "Time is Money". Auf das Zusatzgewicht kommt es irgendwann auch nicht mehr unbedingt an. Es gibt mittlerweile auf dem Markt einige Motoren die Entkoppeln, das bedeutet du kannst auch ohne Motor fahren. Wenn du auf Reisen gemütlich unterwegs bist und den Motor nur gelegentlich nutzt, dann sind auch deutlich über 100 km drin. Mittlerweile gibt es so viele Möglichkeiten zu Laden, dass die Einschränkungen im Urlaub und auf Touren sehr gering sind.
Investiere die Zeit und schau dich mal um. In dem Ballungszentren rund um das Sauerland findest du mit Sicherheit experten. Oder warte bis Ende April und fahr nach Germersheim auf die Spezi
 
Servus Hundefreund,

erstmal Probefahrten durchführen und dabei feststellen ob Dein Hund mit dem Cargobike überhaupt mitfahren will. Ist nicht so ganz einfach und es gehört eine tüchtige Portion Training für die Mitfahrt dazu.

Bei 30kg Zuladung sollte schon über einen E-Antrieb nachgedacht werden - bevorzugt ein Heckmotor der eben ein Fahren ohne Unterstützung zulässt.

Der Rat zur Messe zu gehen ist gut und sehr informativ.
 
Super! Vielen Dank für die schnellen Antworten!
Ich habe heute Morgen einen Termin für eine Probefahrt mit dem Kargon ohne E in Unna angefragt - bisher leider keine Antwort.
Werde dort den Hund mitnehmen! Falls es sich herausstellt, das es mir ohne E zu schwer fällt, schwenke ich auf ein Pedelec um.
Dann frag ich mich alledings ob es ein "Premiumprodukt" sein wird - 5000 Euronen sind mir etwas zu viel. Zum Beispiel wäre auch ein BBF eine Überlegung Wert, welches man dann nach eigenen Vorstellungen umrüstet?!
 
Du könntest dir auch ein Kargon Frameset holen, es selbst aufbauen und den Motor eventuell später selbst nachrüsten. Wäre gegenwärtig beim Kargon eh ratsam, da nicht klar ist, wohin die Reise mit Continental geht.
(Hier im Forum gibt's glaube ich nen Thread über ein Kargon mit nachgerüstetem Motor
Dieser Aufbau ist komponentenmäßig teuer, ginge aber auch billiger).
Analog gilt natürlich alles auch fürs Bullit.

Probefahrt, vor allem mit Hund, ist aber erst einmal Pflicht.
 
hej Hundefreund,
ich würde dir eher zum Lastenrad mit Unterstützung raten. Zumindest wenn es nicht aus finanzieller Sicht sofort ein KO Kriterium ist. Meiner Erfahrung nach denkt man im Alltag nicht mehr drüber nach ob es kräftemäßig passt, sondern man kann ja los, egal wie weit. Gerade wenn du regelmäßig Beladung hast (in deinem Fall den Schäferhund von ca. 30kg) und im Sauerland fährst.

Und bezüglich der Reichweite: Ich schalte den Motor immer dann zu, wenn es nötig ist und versuche so lange wie Möglich ohne Unterstützung zu radeln. (das ist mittlerweile deutlich mehr als früher...). Damit schaffe ich je nachdem zwischen 140-160km pro Akkuladung (mit der niedrigsten Unterstützungs Stufe). Das wenigste war mal im Januar 2018 bei minus 2 Grad eine Tour nach Letmathe. Da waren es bedingt durch Schneeregen,Temperatur unter null, Stollenreifen, Gegenwind, ca. 25kg Gepäck und abrufen aller Unterstützungsstufen, "nur" ca. 75km Reichweite..

Es muss ja auch nicht von Anfang an ein motorisiertes Lastenrad sein. Dank Pendix, Bafang etc. gibt es ja auch Nachrüstmöglichkeiten, die du aber vielleicht als Option bei der Auswahl des Lastenrades mit berücksichtigen solltest..
Bei Pedalpower und (zumindest war es vor einiger Zeit) bei Douze besteht theoretisch die Möglichkeit den Brose Antrieb nachzurüsten. Dann kann man das Lastenrad mit Brose Antriebskäfig bestellen und es bekommt für die reguläre Tretkurbel Adapterplatten...

(ich schick dir mal ne Pn)
Gruß
derbonsai
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Idee mit einem günstigen BBF zu beginnen und hie und da nachzurüsten finde ich sympathisch. Ich habe noch nicht viel übers BBF gelesen, Aber auch noch nichts abschreckendes. Es ist ja kein ganz billiges Rad, wird also erst mal funktional mit Aufrpstpotential sein
 
Nochmal vielen Dank für die vielen Anregungen. Ich denke ich werde jetzt verschiedene Modelle zur Probe fahren und testen ob der Hund das überhaupt akzeptiert. Dann alle Mäuse zusammenkratzen und zuschlagen!!
 
Hallo,
ich kann zwar nicht viel Erfahrung beitragen zum Thema Lastenrad (fahre selbst erst eins seit wenigen Wochen, noch dazu 3rädrig), aber wegen des Hundes und der Akzeptanz.

Hunde sind Höhlentiere und Raubtiere.
Pferde sind Fluchttiere und Beutetiere, die meisten Rassen aus dem Steppenbereich mit angeborener Platzangst.
Jedes Pferd hat im Anhänger weniger Platz, als ein Hund in seiner Box, wenn sie den Empfehlungen entsprechend für den Hund gekauft wird.

Ich habe mit vielen, auch schwierigen Pferden Verladetrainung gemacht und bis heute alle verladesicher bekommen.
Dagegen ist "Verladetrainung" mit einem Höhlentier ein Kinderspiel - wenn man weiß wie!

Von einer oder zwei Probefahrten kann man da nicht unbedingt Rückschlüsse ziehen.

Bzw würde ich sogar eher davon abraten den Hund auf die Probefahrt mitzunehmen, wenn er Radfahren noch nicht kennt, denn wenn der Hund nicht sofort "juhu" schreit, wenn er mitfahren soll (solche Exemplare gibt es auch, ist aber sicher nicht die Regel) kann man sich die Sache auch ordentlich kaputt machen.
Wenn nämlich der Hund eine gewisse vorsichtige Skepsis mitbringt und dann Zack Überraschungseffekt, rein und los kann aus der einfachen Skepsis echte Angst werden - dann wird das künftige Fahrtraining evtl. echt schwierig.

Geht man aber langsam mit gut durchdachten Trainingsschritten und - das vor allem - gutem Timing vor, kann man aus einem normal vorsichtig-skeptischen Hund recht fix nen guten Mitfahrer machen. Selbst wenn es Hunde gibt, die es nie lieben irgendwo mitzufahren, so geht das mit entsprechendem Training doch zumindest angstfrei.

Hier kommt noch dazu, dass der Hund neu ist, da sollte man erst recht langsam machen, da noch nicht allzu viele Pluspunkte auf dem Beziehungskonto sind (aufgrund der Kürze der Zeit).

Solltest du versiert im Hundetraining sein, nichts für ungut, dann den Beitrag einfach ignorieren.

Liebe Grüße und viel Spaß, sowohl mit Hund, als auch beim aussuchen / bauen eines geeigneten Rades!

Liebe Grüße
Reiterin
 
Nein kein Problem ich bilde ca.30 Jahre Hunde aus. Am Fahrrad läuft sie bereits sehr gut. Trotz langsamer Annäherung ( hat 2 Wochen im Wohnzimmer im Anhänger geschlafen, steigt ohne Probleme ein und aus, möchte sie nicht gerne mitfahren. Ich vermute, das sie einfach lieber laufen würde. Gruß Uwe
 
Nein kein Problem ich bilde ca.30 Jahre Hunde aus. Am Fahrrad läuft sie bereits sehr gut. Trotz langsamer Annäherung ( hat 2 Wochen im Wohnzimmer im Anhänger geschlafen, steigt ohne Probleme ein und aus, möchte sie nicht gerne mitfahren. Ich vermute, das sie einfach lieber laufen würde. Gruß Uwe
Dann hätte ich mir den Beitrag ja komplett sparen können :X3:
Meiner läuft auch lieber selbst, als mitzufahren, aber er steigt bereitwillig ohne Stress ein und fährt angstfrei mit.
Selbst laufen geht halt nicht immer.
Lieber Grüße
Reiterin
 
Hallo Reiterin,
überhaupt kein Problem! Ich werde mir, falls ich mittelfristig keinen Erfolg habe Hilfe holen.
Meine 2 Border Collies sind ohne Probleme zu zweit in dem Anhänger mitgefahren. Frau Ella nicht!
Gruß
Uwe
 
Eine Dame hat halt Prinzipien!
Unsere rumänische Starßenhundedame mag auch nicht im Rad mitfahren. Aber sie ist inzwischen auch so alt, dass ich ihr den Lernprozess nicht noch antun mag. Sie ist sonst ein Top Hund und wir kommen auch so klar.
Trotzdem viel Erfolg mit Frau Ella - Wenn sie erstmal mitfährt ist es bestimmt schön, mit ihr mobil zu sein.
 
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