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Das schnelle Ende eines Cangoo E250: Gabelbruch nach ca 700km

Dieses Thema im Forum "Lastentransport (2-Rad)" wurde erstellt von Günter, 17.10.2014.

  1. Cycliste17

    Cycliste17

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    Im Dirtbike-Sektor gibts auch noch stabile Starrgabeln. Von Identiti mit Steckachse und Scheibenbremse.
     
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  2. bjw

    bjw

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    Der Thread ist mittlerweile mehr als 2 Jahre alt. Günter kann ja mal kurz zum besten geben was damals noch passiert ist und nächstes Mal kann er dann auf die Tipps zurück greifen die jetzt so alle gemacht wurden. :sneaky: Mögen wir aber hoffen, dass es keine weiteren Gabelbrüche bei ihm oder wem anderes geben mag. :)
     
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  3. Günter

    Günter

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    Hab ich vorgestern im Thread nebenan erzählt :)
     
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  4. koijro

    koijro

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    Den brauch ich in dem Fall nicht ein rechnen da er nicht ausschlaggebend ist ob das auto vor der Tür steht oder nicht.

    Rein die kosten das es vor der Tür steht sind Steuer, Versicherung u. Wartung.
    Im meiner kosten Rechnung was der jährliche service schon mit gerechnet.

    MFG
     
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  5. cubernaut

    cubernaut

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    Ich finde schon, dass man den Wertverlust einkalkulieren sollte. Ein Auto kommt bekanntlich nicht vom Himmel geflogen.
     
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  6. RAD/CAM

    RAD/CAM

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    Hab meins vor 20 Jahren für 1.600,- DM gekauft. :cautious:
    Heute ist es 16.000,- € wert. :eek:

    Meine Empfehlung: Fahrt einfach Rad, weil ihr gerne Rad fahrt! Was braucht's da sonst noch für Argumente. Oder andersrum: Wer nach anderen Argumenten sucht, seine Umwelt zu missionieren versucht und das Radfahren weltanschaulich überhöht, setzt sich immer auch dem Verdacht aus, dass ihm das Radeln eigentlich keinen Spaß bereitet. Beispiele dafür finden sich in Fülle im Netz, ganze Foren von Spaßbefreiten und Mißvergnügten auf ihren Sektierer-Bikes, bei denen man den Eindruck nicht los wird, sich in einem soziologischen Experiment zu befinden oder es mit einer Anti-Fahrrad-Kampagne, inszeniert von interessierter Seite (VDA? :cautious:) zu tun zu haben. Würden die stattdessen einfach nur Radeln, sich im Straßenverkehr zeigen und Freude an der Sache ausstrahlen, würden sie der "Fahrradheit" einen viel größeren Dienst erweisen.
     
  7. Cycliste17

    Cycliste17

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    Ein Lastenrad wird in jedem Falle vom Unterhalt günstiger sein. Allein von den Ersatzteilen und den selbst durchgeführten Reparaturen. TÜV/HU, Benzin, Blitzer, Knöllchen vom Ordnungsamt, Eintragungen/ABE usw fallen auch noch weg. In ferner Zukunft, wenn es genug Radfahrer gibt, wird man aber sicherlich selbigen an den Kragen wie jetzt den Autofahrern. Mit Nummernschildern für Radler hat man es schonmal versucht.
    Hier ging es aber darum, ob man in der Innenstadt ein Auto wirklich braucht. Für Wege zur Arbeit, Einkäufe, Kinder zur Kita, ... braucht man es nicht. Da reicht ein Lastenrad. Für weitere Strecken könnte man ein Auto leihen. Die Gesellschaft ist da aber noch nicht zur Umsetzung bereit. Und das ist sicher die Intention von Günter der Bevölkerung vorzuleben daß es möglich ist.
     
  8. cubernaut

    cubernaut

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    Genau so mache ich das im realen Leben.
    Nur in Foren bin ich manchmal missionarisch, und zwar immer dann, wenn die faulen Argumente fauler Nur-Autofahrer kommen.*

    Was natur- und erfahrungsgemäß in diesem Forum nicht der Fall ist. Da sind einige Diskussionen im Pedelecforum schon "interessanter" ...

    * Was dumm von mir ist, da ich dadurch nicht im Geringsten eines Sinnesänderung erreichen werde.
     
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  9. triton-mole

    triton-mole

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    Ja, die sind dort manchmal schon sehr verbissen!

    Lies mal im Velomobilforum ein bischen rum. Die sind in Bezug auf die Frage, ob und wie viel Auto man haben kann/darf/soll noch streßfreier, als hier, habe ich den Eindruck.

    Sinnesänderung kann man nur durch Vorleben anstoßen, niemals durch Worte.

    Selbst ein von Vater oder Opa oder sonst wem geschenktes Auto verliert an Wert, den jemand aufgewandt hatte, um das Auto zu kaufen.
    Und alleine vom Rumstehen verliert es bereits an Wert.
    Man möge sich mal überlegen, ob man ein 20 Jahre altes Auto mit 100 km auf dem Tacho noch für, sagen wir 90% des damaligen Neupreises kaufen würde?
    Oder wie viel der akzeptable Preis sich wohl ändern würde, wenn der Wagen in 20 Jahren 100Tkm gefahren wurde oder 200Tkm.

    Aber ich habe nichts gegen Autos.
    Ich habe damals einfach Lust aufs Radfahren gehabt und einen Winter über das Auto stehen gelassen. Als im Frühling mir der Mechaniker sagte, ich müsste über 3000 Euro investieren, um einen neuen TÜV zu bekommen, war die Entscheidung leicht, mich von dem Wagen zu trennen.
    Obwohl ich zugebe: Die Stereoanlage, die da eingebaut hatte war einfach sensationell! 350 Watt Subwoofer machen schon Spaß.
    Und wenn ich die Heckklappe offen gelassen hätte beim Fahren, wäre das Auto umweltfreundlich gefahren. Mit Bassantrieb! :ROFLMAO::ROFLMAO::ROFLMAO::ROFLMAO::ROFLMAO:
    Aber mal ehrlich: BRAUCHEN tu ich so was nicht wirklich.
     
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  10. Joshua

    Joshua

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    Ja, kosten tun die Autos ganz schön. Die meisten Leute können und wollen es sich dennoch leisten. Der Unterhalt ist das eine. Aber was die Anschaffung anbetrifft gibt es unbeliebte Möhren mit über 100.000km auf der Uhr zuhauf und für recht kleines Geld. Da ist dann eher die Frage: Umweltzone, Strafsteuer. Aber man kann was mit Grüner Plakette und niedrigem Verbrauch bei laufendem TÜV für locker unter 1000,- bekommen. Ob man dann Glück gehabt hat, Reparaturen betreffend, das weiß man eh immer erst später (auch bei Neuwagen).

    Mir aber alles egal. Unsere städtische Perspektive bezieht sich auf Vorankommen (versus Stau) und Parkplatz (versus keiner). Teils ist es schon recht arg mit den dichten Straßen und den wenigen Parkplätzen hier. Das will ich mir nicht antun will. Seelische Belastung zu groß. Verplemperte Zeit.

    Dazu kommt, pro Fahrrad: Ich liebe und brauche die Bewegung. Ohne Rad wäre ich wahrscheinlich nicht ganz so schlank. Oder sollte dann mit zusätzlichem Zeitaufwand Sport betreiben (am besten mit dem Auto zum Joggen fahren :LOL:).

    Nervig an der zunehmenden Enge in der Stadt ist das unfaire Verhalten mancher Autofahrer, welches zu oft toleriert wird. Es gibt täglich unnötige Gefährdungssituation: Nahüberholen, Ausbremsen, Vorfahrt mißachten, Zuparken von Radwegen. Erlebe ich auch auf kurzen Strecken.

    Hier mal zwei Vorfälle, die exemplarisch die Asymmetrie und Ungerechtigkeit verdeutlichen. Beides in einer Dezemberwoche.

    Beispiel 1
    Ein Taxifahrer, der mir die Vorfahrt nimmt. Vollbremsung kurz vor seinem Blech. Er steigt aus, um sein Auto auf Schäden zu kontrollieren. Raunzt mich dann an, ich hätte ja noch mal Glück gehabt (kein Blechschaden). Auf seine eindeutige Mißachtung meiner Vorfahrtsberechtigung angesprochen: Der Radweg sei so dämlich angelegt, da könne er nichts für. Und so große Lastenräder müssten eh verboten werden. Fuhr schimpfend weiter. Was ein Idiot! Ich hätte Grund gehabt zu schimpfen. Aber dann: Kennzeichen, POL? Ist ja nichts passiert. Ausser Verbalinjurien seinerseits und einem Schreck meinerseits. Es war spät und kalt, ich wollte einfach nur heim. Der Groll kommt immer beim Weiterfahren, wenn es alles sickert: Was war das denn?

    Beispiel 2
    Zur Zeit Ausweitung der Straßenbaustellen bei uns vor der Tür wegen Wasserrohrtausch. Wohngegend, drei Schulen im Karree. "Verzweifelte" Autofahrer, Gehweg zuparken. Phase 1: Ordnungsamt macht Fotos, erwiedert auf Ansprache: Das hier muss man beobachten, aber Strafzettel "bringen ja auch nichts". Phase 2: Gehweg vor dem Schulportal komplett zugeparkt, ich mache tatsächlich schon Zettel an einen Volvo SUV: "Bitte beim Ausparken mein zugeparktes Lastenrad nicht beschädigen (mein Vorderrad verschwindet fast unter dessen Stoßstange, so eng parkte der neben mir). Phase 3: Ein Automobilist zerrt mein Lastenrad vom Pfahl weg (das ist aber an jenem angeschlossen), stellt es statt längs nun quer zum Bürgersteig. Damit er besser illegal Gehwegparken kann. Zufällig POL in der Straße, heuer werden sogar mal Falschparktickets geschrieben (bei drei von zwanzig Gehwegparkern, dann hat der Polizist keine Lust mehr). Ich im Regen mit zwei Kindern an der Hand den Polizisten auf diese Rohheit angesprochen. Seine Antworten kamen alle in kurzer Folge:

    a) ein Rad ist kein Auto
    b) da ist nichts passiert
    c) ich fahre selbst neben meinem Auto ein Pedelec - da bin ich mir aber sicher, dass das mehr gekostet hat als ihre Lastenrad
    d) wir müssen alle mehr Rücksicht nehmen, daher regen sie sich mal nicht auf, stellen das Rad zurück, wenn der weggefahren ist (ich hatte auch Sorge um Vandalismus seitens der Fußgänger, deren Gehweg nun durch Auto und zusätzlich mein umgestelltes Rad versperrt war, daher parkte ich dann wohl oder übel gleich um, das Auto hatte mich also effektiv verdrängt).
    e) wegen den (zugegebenermassen kleinen) Lackkratzern: Nun hamse sich nich so. Außerdem hat der da doch "sicher" nur den freien Platz besetzt, nachdem vor ihm bereits jemand anderes ihr Rad weggetan hat (Mutmaßung!).

    Habe dann im Weiteren noch eine Mobilfunknummer der Autofahrers gehabt (kleines Papier am Rand der Windschutzscheibe, erst später gesehen: "Bitte bei Behinderung anrufen und nicht abschleppen"). Mit den Kindern zurück in der Wohnung und dann den angerufen. Der setzte noch eins drauf: Ja, er hat mein Rad weggezerrt. Sei ganz schön schwer gewesen (der Arme! Meine Güte - habe ein Felgenschloss ...). Ich solle mal froh sein. Er habe das Rad vor (weiterer) Beschädigung beim Einparken bewahren wollen.

    Tja, und- Haha!

    Aber RAD/CAM hat schon Recht: Oberlehrer-Verhalten hilft nicht. Wenn der Frust mal groß ist über all diese Zurücksetzungen, dann freue ich mich an der critical mass (Asymmetrie mal anders herum) oder einfach an den alltäglichen Vorteilen des Radfahrens: Parken vor der Tür, frische Luft - na, ihr wisst schon.

    Achso, und: "Gekaperter thread" und so. "Gabelbruch nach 700km" ist natürlich unter aller Kanone. Wäre für mich auch ein klares Argument für ein wertigeres Rad. So schön das Projekt von Günther ist. Aber halten sollen die Dinge, sonst bezahlt man nur doppelt und dreifach.

    Allen nachträglich: Beste Wünsche für 2017, Alles Gute & Gesundheit! Manuel

    P.S. @RAD/CAM:

    "Neu Hab meins vor 20 Jahren für 1.600,- DM gekauft. :cautious:
    Heute ist es 16.000,- € wert. :eek:"

    Was war/ist das denn für ein interessantes Modell? Würde mich interessieren!
     
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  11. kistenfahrrad

    kistenfahrrad

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    @Joshua bei dem Szenario von Phase 3 hätte mir ja arg der Schlüssel in der Hosentasche gejuckt... Aber Kinder an der Hand, denen man Vorbild ist, wirken natürlich mäßigend.
     
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  12. Joshua

    Joshua

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    Ja, die Kinder. Ne, ich bin da lieber auf der sicheren Seite. Außerdem ist meine Liebste Juristin und allein das wirkt enorm ernüchternd beim alltäglichen Austausch von Erfahrungen. Die Juristerei war zuvor gar nicht meine Welt gewesen. Ist sie noch immer nicht, aber ich verstehe jetzt deutlich besser, welcher Umgang mit Problemen juristisch klug ist und was man tunlichst sein lassen sollte. Autos zerkratzen gehört ganz sicher zu den unpassendsten Mitteln einer Auseinandersetzung.

    Aber Danke für die solidarische Antwort, denn so, solidarisch, verstehe ich Dich!

    Unter dem Strich ist es im Straßenverkehr nicht anders als im Umgang mit Kindern, in der Pädagogik: Man sollte sich seine Konflikte wählen (können). Und sich immer fragen: Wo lohnt es, was bringt es?

    Interessanterweise ist es ja so, dass auch mittenmang der Autofahrer Gräben verlaufen. Heute früh hamse zum ersten Mal hier vor der Tür abgeschleppt (fettesten "Mercedes R", meine Kinder fanden es sehr interessant, der Abschleppdienst fluchte ob des Klotzes). Eine Nachbarin meinte mit Genugtuung: Da sie immer so weit laufe zu ihrem legalen Parkplatz, finde sie das Abschleppen hier sogar mal ganz gut. Marke: Gleiches Recht für alle! Und eben darum geht es ja häufig. Es ist wissenschaftlich belegt, meines Wissens: Die Zufriedenheit über Verteilungsgerechtigkeit hat weniger mit dem absoluten persönlichen Mass an Freiheit und Verfügbarkeit von Dingen zu tun, sondern vor allem damit, dass der Nachbar nicht bevorzugt wird. Hm. Die große Affenhorde ... ich bin auch nur ein Teil davon.
     
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  13. Günter

    Günter

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    Hallo zusammen !

    Ich wollte jetzt keine Grundsatzdiskussion lostreten.

    Lasst den Thread in Ruhe sterben ;-)
     
  14. campasoda

    campasoda

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    Moin,

    das stimmt, wenn ich auf den Rad sitze, ärgere ich mich durchaus des öfteren über Autofahrer, die sich rücksichtslos verhalten. Leider gibt es genauso oft auch die umgekehrte Situation, nämlich, wenn ich im Auto sitze. Dann passiert es leider auch nicht selten, dass ich mich über das Verhalten der Radfahrer ärgere, teils arrogant, teils Kamikaze, teils schlecht zu sehen.

    Allerdings muss ich sagen: in beiden Fällen ist es doch häufig so, dass die Art und Weise wie der Verkehr geregelt ist und wie Strassen, Radwege und Parkplätze angeordnet sind, die Ursache für den Ärger bzw. das (vermeintliche) Fehlverhalten sind - nicht die Boshaftigkeit einer Gruppe von Verkehrsteilnehmern.

    Wer beide Rollen kennt, wird sich am ehesten in die des anderen hineinversetzen können und entsprechend aufpassen. Ob man für oder gegen Autos ist, am besten geht es meiner Meinung nach mit Toleranz und wenn man akzeptiert, dass eine Vielfalt von Verkehrsmitteln existiert, die sich einen Raum teilen muss, man sich somit auf die Existenz der anderen Verkehrsteilnehmer einstellt.

    Ich sehe häufig in diesen Diskussionen (nicht hier) ein Lagerdenken Auto vs. Velo vs. Fussgänger, das die Sache nur verschlimmert und zur Eskalation führt. Ich mag mich dem nicht unterwerfen, denn ich nutze alle diese Verkehrsmittel, je nach Bedarf und Lust & Laune.


    Das ist genau eine Variante der Eskalation, die ich emotional in der Situation nachvollziehen könnte, aber das bringt doch einfach nix... Du bist sauer, ärgert den Autobesitzer. Der wird sauer, richtet seinen Ärger auf "DIE Radfahrer" und wird beim nächsten Mal erst recht den Radweg zuparken oder jemanden schneiden...

    Ähm, damit ich on-topic bleibe: Gabelbruch, böse Sache. Hatte ich auch schonmal an meinem Kinderrad. Grund war allerdings die selbstgebaute Schanze ;)

    Grüsse
    Marius
     
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  15. apfelsine1209

    apfelsine1209

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    ich fahre beides gern und viel, auto wie rad. Was mir allerdings auffällt : das recht des stärkeren wird hemmungslos ausgelebt, und zwar mit zunehmender gewissenlosigkeit. Was durch massenhafte bereicherung aus kulturen, in denen dieser rücksichtslose egoismus des stärkeren in noch höherem maße selbstverständlich ist, nicht besser werden wird.

    Gibt ein rel. einfaches indiz für diese recht des stärkeren-these: hatte als autofahrer noch nie einen unfall mit einem schwächeren (radfahrer oder fußgänger).

    Als radfahrer auch noch keinen unfall mit anderem radler oder fußgänger (wobei letzteres wegen deren unachtsamkeit jeden tag problemlos zigmal möglich wäre).

    Dagegen -- obwohl ich da sicherlich noch vorausschauender, noch umsichtiger unterwegs bin als als autofahrer -- gab es sehr wohl unverschuldete unfälle mit stärkeren (autos) oder mit im vertrauen darauf, daß ich als radfahrer schon aus purem selbstschutz alles zur unfallvermeidung tue, rücksichtslosen subjekten (hundehalter, die ihre (großen) tölen auf dem radweg (!) (bzw. bzw. quer über den selbigen) frei laufen lassen. Dabei teils, als ultimative steigerung des hirn- und rücksichtslosen vollpfostentums, sogar selbst auf einem rad unterwegs seiend).
     
  16. bastelfreak

    bastelfreak

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    Wenn ich so eure Kommentare lese, finde ich mich in vielem wieder. Ich fahre meistens aufmerksam, rücksichtsvoll aber auch sehr selbstbewusst, ob mit Lasti oder Stadtflitzer. Letztens hatte ich eine sehr seltsame Auseiandersetzung mit einem Taxifahrer, der der Meinung wenn man blinkt dann kann man einen Radfahrer ruhigen Gewissens, knapp überholen, schneiden und ausbremsen...mal abgesehen von dem emotionalem Stress und der Uneinsichtigkeit hat man wenig davon. Ich glaube beim nächsten Mal mache ich es auf die französische Art: schnell einholen, überholen, absteigen und sich einfach vor das Auto auf die Straße setzen. Dann kann man sich auch viel Zeit für Erklärungen nehmen...zumindest ist es rechtlich etwas besser als ein Schlüssel.

    Achso zum Thema: Schlimm, das mit der Gabel. :D
     
  17. Cycliste17

    Cycliste17

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    Die Idee hatte ich auch mal, den Leuten ihr Unrecht vor Augen zu führen. Vergiss es. Einzelne sehen es ein, ein paar mehr tun so und denken sich; was will der A... von mir? Ist mir doch egal ob ich Unrecht habe. Die große Masse verteidigt sich. So ist mein Eindruck vom Straßenverkehr. Der Stärkste setzt sich durch. Bin immer froh wenn es nicht zum Unfall kommt.
    Lass sie doch, irgendwann werden sie sich für ihr Verhalten verantworten müssen. Leider werden immer Unschuldige mit reingezogen. Den Krieg zwischen den Verkehrsteilnehmern wird es in 20 Jahren immer noch geben. Aber mit einem Lastenfahrrad, egal welcher Art legen sich Autofahrer ungern an.
     
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  18. Joshua

    Joshua

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    Habe ich zwar teilweise so erlebt, Ja. Aber andere wiederum fühlen sich erst recht provoziert dadurch, "dass ein Fahrrad so viel Verkehrsraum einnimmt".

    Auf dem Weg zu der KiTa unserer Kinder gibt es viele eigentlich schöne, kleine Nebenstraßen. Die sind so schmal, dass nicht zwei entgegenkommende Autos passieren können, ohne, dass einer eine Parkbucht oder Einfahrt als Ausweichmöglichkeit sucht. Führt unter den Autofahrern mal zu Aufregung, nie aber zu Gefährdungen.

    Den Radlern gegenüber fahren die Autofahrer zumeist im Bewusstsein "die Straße gehört mir". Die meisten Radler passen noch durch, wenn sie bremsen und sich in die dooring-Zone drücken. Beim Lastenrad aber: No way!

    Also mache ich es so: Ich sehe den Entgegenkommer üblicherweise mit seinem Auto fast mittig die Straße befahren, daraufhin mache ich das auch so. Kollisionskurs. Das Auto bremst, ich bremse, in gemäßigter Geschwindigkeit oder mit Anhalten geht es dann umsichtig und vorsichtig aneinander vorbei. Erst in letztem Moment scheinen die Fahrer die Dimension meiner Fuhre zu checken. Die Weihnachtsbaumgirlande bei mir vorne, extra deswegen montiert, scheint daran nichts zu ändern. Mich nervt so ein aufgezwungen provokativer Fahrstil, aber ich will nicht immer derjenige sein, der in der Parkbucht steht.

    Es funktioniert und insofern scheint mir die Gefährdung meiner zwei Kinder vorne eher gering. Mittig gefahren wird mir eher ausgewichen als wenn ich mich von vorneherein an den Rand drücke. Alltagserfahrung, mehrfach jeden Tag (5 bis 10x mindestens). Sad, but true.
     
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  19. apfelsine1209

    apfelsine1209

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    Was ist nur aus B geworden ?
    Als wir das letzte mal dort waren (ein paar tage vor dem mauerfall) empfanden wir die dortigen autofahrer als -- im vergleich zu allen anderen großstädten, die wir kannten -- wohltuend entspannt und rücksichtsvoll (zumindest gegenüber auswärtigen kennzeichen).
     
    Zuletzt bearbeitet: 05.01.2017
  20. Joshua

    Joshua

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    @apfelsine 1209:

    In der Werbellinsee-Grundschule in Berlin-Schönberg haben sie heuer den Schülerlotsendienst eingestellt, das erste Mal seit 1953. Und zwar, weil die verkehrsregelnden Kinder mit ihren Warnwesten und Kellen von Autofahrern beschimpft, bepöbelt, von Rasern bedrängt und ignoriert worden waren. Da ging es der Schulverwaltung zuletzt um reine Gefahrenabwehr für die Kinder. Die andere Gefahr Straßenverkehr / Auto hatte damit gewonnen. Seufz!

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/s...ndschule-kapituliert-vor-rasern/19214140.html

    1989, Mauerfall, lange her. Klar, damals, Westberlin, die "langen" Wege (heute fahre ich locker Rad, was ich damals mit dem Auto machte). War noch ein Autofahrerparadies gewesen. Ich habe bspw. selbst am Kudamm immer fast vor der Türe parken können, wenn es da hinging.

    Das eine ist, dass man den Ursprung der Autofahrer-Aggressionen teilweise "verstehen" kann. Stau, keine Parkplätze, etc.. Das andere ist, dass deren Umsetzung der Aggression in eine gefährdende Fahrweise strafbewehrt sein müsste, wenn sie es nicht schon ist. Bzw, dass diese einfach mal entsprechend sanktioniert gehört. Wofür die Polizei oft keine Zeit hat. Eine bessere Lösung aber, etwa der Umstieg auf das Rad, scheint vielen wie eine Reise zum Mond. Bedauernswert.

    Immerhin nehmen die Radfahrer hier dennoch an Zahl zu. Die jungen Leute kaufen seltener ein Auto. Und auch etwas anderes ist dann doch besser als früher, als 1989 bspw., die Räder von heute sind gut ... da möchte ich meine alten Gurken von damals nicht zurück. Deswegen fahre ich ja heute auch mal eben 20-40km innerstädtisch Rad, wenn es erforderlich ist. Früher hätte ich das nicht erwogen (dazu im Westberliner Winter mit der Braunkohle-geschwängerten Luft aus Ostberlin).
     
    Zuletzt bearbeitet: 05.01.2017
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