Wie nachhaltig ist man wirklich?

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Hallo zusammen,
nachdem immer mal wieder irgendwelche Umfragen im Umlauf sind wollte ich euch mal eine Frage stellen:

Wie nachhaltig ist man wirklich, was ist Nachhaltigkeit eigentlich in der Wirklichkeit. Geht das überhaupt oder nur ein bisschen, oder ein bisschen mehr?

Ich bin seit 25 Jahren Vegetarier, seit ca. 2 Jahren fast vegan. Also keine Milch mehr, aber ab und zu mal Käse.
Ich fahre Auto und Lastenrad. Kaufe seit 2 Jahren nicht mehr bei FastFashion-Ketten ein. Lebensmittel im Biomarkt, Hofladen aber auch ab und zu beim Discounter.
Trenne den Müll, so gut ich kann. Habe keinen Trockner, meine Wäsche hängt draussen/drinnen auf dem Wäscheständer. Vermeide Plastik, so gut ins geht.
Verwende Plastiktüten, wenn dann, mehrmals bzw. habe einen Beutel beim einkaufen dabei. Wenn ich etwas benötige, schau ich erstmal ob es das auch gebraucht gibt.

Ist das schon Nachhaltig?
oder ist das naja, geht so? Wo ist die Grenze, zu viel, zu wenig, bringt nix etc.

Auch große Modeketten oder Möbelhäuser machen jetzt Werbung für Ihre "Nachhaltigkeit". Ich weiß, dass das nicht wirklich bis garnicht nachhaltig ist, aber
wie viele glauben es und kaufen dort dann für ein besseres Gewissen?

Bin gespannt auf euer Feedback. Preis gibt es leider nicht, aber eine dicke Umarmung in die Ferne. :))
 
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Um nachhaltig zu leben müsste man in Höhlen oder Baumhäusern wohnen, Selbstversorger sein, und sich sein Lastenrad aus Schilfrohr selbst zusammenflechten.

Um nachhaltiger zu leben reicht das was du tust schon gut aus, nur das Auto muss noch weg.
 
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schwierig: einmal was beim Chinesen bestellt und per Containerschiff bringen lassen? Individualreisender mit Ryanair zweimal im Jahr? Alle zwei Jahre ein neues Smartphone mit seltenen Erden? Oder gar einen Tesla?

Ich halte das Thema für komplex und ich denke, das es leichter ist ein Kamel durch ein Nadelöhr zu bekommen, als das ein Westeuropäer jemals nachhaltig sein wird. Ein afrikanisches Dorf könnte nachhaltig sein.

Aber: look at the person in the mirror. Man tut was man zu tun bereit ist. Mein Lastenrad ist das Ergebnis einer Erfahrung, dass ich auf ein Auto ganz verzichten kann, wenn ich das Lastenrad zum einkaufen nehme.

Und meine Faulheit und Bequemlichkeit ist ein großes Problem. Ich kann von meiner Seite aus eine Menge tun. Ich denke aber, es ist noch besser für politische Mehrheiten zu sorgen um durch technologischen Fortschritt die Grundlagen der Gesellschaft konsequent von CO2-starken zu CO2 schwachen Emissionen zu entwickeln. Stichwort "green new deal"...oder so.
 
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Mal ehrlich, wirklich nachhaltig kann man in der modernen Welt kaum sein.
Allein schon hier zu sitzen und dieses Posting zu verfassen ist alles andere als Nachhaltig.
Wie nachhaltig ist der PC/Laptop/Tablet/Smartphone an dem man gerade sitzt und wie wichtig ist das Teil in der Kette elementarer Bedürfnisse. Schaut mal wie viel Strom der Rechner dafür bracht und wie dieser hergestellt ist, auch beim Server auf dem das Posting gespeichert und dann wieder abgerufen wird. Wie nachhaltig ist diese Kommunikation? Macht mal nen tracert und schaut über wie viele Router das Teil läuft, und das sind andere Router als eine FritzBox zuhause.

Und ich habe erst heute einen Bericht gesehen über einige Veganer die ja ach so nachhaltig sind wie sie meinen.

 
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Nachhaltigkeit bedeutet, Verschwendung von Ressourcen zu vermeiden. Das kann man ins Extrem treiben, oder eben nur teilweise vollziehen.

In aller Konsequenz würde Nachhaltigkeit bedeuten, das man nicht mehr als einen Nachkommen hervor bringt, denn mit knapp 8 Milliarden Menschen werden die Ressourcen der Erde auch jetzt schon knapp und die Tendenz ist steigend. Das würde natürlich bedeuten, das nationale Rentensysteme und Krankenversicherungen an einen Punkt geraten, an dem ihre Finanzierung nicht mehr auf eine breite Bevölkerung umgelegt werden kann. Auch würde nicht jede Nation oder Kultur mitmachen und somit gäbe es in der Menschheit einen Verdrängungswettbewerb.
Nachhaltigkeit endet also bereits damit, das die Weltbevölkerung stetig wächst. Die Schwächsten werden zunehmend Hunger und Durst erleiden, wenn Ressourcen nicht mehr nur ungleich verteilt, sondern auch knapp werden.

Nun ist die Stimmung schön weit unten, dann geht es jetzt dem Bio-Trend an den Kragen. ;)

Bio ist zwar auf den ersten Blick nachhaltig, genau genommen aber eher nicht.
Wenn in der biologisch orientierten Landwirtschaft auf chemische Erzeugnisse (Pflanzenschutzmittel aber auch viele Düngemittel) kategorisch verzichtet wird, sinkt der Ertrag pro Hektar. Die Erntemenge auf einer begrenzt verfügbaren Anbaufläche sinkt also und der geringere Ertrag wird durch erhöhte Preise kompensiert.
Angesichts einer wachsenden Bevölkerung ist diese Verknappung des Angebots aber natürlich nicht nachhaltig. Um daher das Angebot möglichst reichhaltig zu halten, werden in reichen Ländern Bio-Lebensmittel aus ärmeren und preiswerteren oder klimatisch günstigeren Weltregionen importiert.
Und hier endet dann die Nachhaltigkeit von "Bio", denn wenn in einigen Ländern die Landwirtschaft vermehrt für den Export erzeugt, verringert sich dort die Erzeugung für den nationalen Bedarf und das Angebot verringert sich dort. Dadurch steigen die Preise.

Entscheidender für die Nachhaltigkeit ist es also nicht, das ich in Deutschland Bio-Avocados aus Chile oder Bio-Kartoffeln aus Ägypten genieße, sondern das ich besonderen Wert auf Regionalität lege.
Dann hat der Chilene mehr Grundwasser im eigenen Boden und der Ägypter kann auf mehr Fläche Reis und Kichererbsen anpflanzen, wodurch die Preise dieser regionalen Grundnahrungsmittel fallen.
Gut für das Klima und gut für die Menschen in den Erzeugerländern.

Leider ist nicht jede Regionalität besser. Ein im Spätsommer geernteter Apfel aus Deutschland wird hier aufwändig und energieintensiv gelagert, um auch im Frühjahr noch verkauft werden zu können. Hingegen kann ein per Frachtschiff um den halben Erdball gebrachter Apfel aus Neuseeland im Frühjahr deutlich weniger Ressourcen verbraucht haben. So ist also der deutsche Apfel im Herbst nachhaltiger als im Frühling und der neuseeländische Apfel kann im Frühling kurz nach seiner lokalen Erntezeit hier nachhaltiger sein, als der Apfel aus dem eigenen Land. Regionalität stößt also dann an Grenzen der Nachhaltigkeit, wenn Ernte und Verbrauch zeitlich weit auseinander liegen.

Unabhängig von der Zertifizierung und Herkunft sollten Waren nur in der Menge eingekauft werden, die man auch konsumiert. Also nicht kiloweise Lebensmittel kaufen, verderben lassen und sie schließlich entsorgen müssen.
 
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Wir sind ähnlich unterwegs. Auto ist abgeschafft dafür noch nen Trockner. Betreiben viel Foodsharing, bedeutet wir holen Lebensmittel ab die sonst weggeworfen werden aufgrund von MHD oder Fehlstellen und verteilen diese, hauptsächlich mit dem Lastenrad.
 
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Das Video ist ein gutes Beispiel dafür, wie man gut gemeintes schlecht reden kann. Wenn das eine 0815 Kreuzfahrt für 5 Euro weniger als sonst gewesen wäre, wären deren Liebehaber dafür genauso als "aller Welt" angereist, was dann dank Fleischverzehr sicher noch schlechter ist. Dazu kommt die Frage, wieviele Mitreisende auf der Fahrt Ideen für "besseren Leben " zuhause gesammelt haben, und daher noch vegetarischer.. veganer, oder auch nachheltiger leben wie vorher.

Neulich gabs in Fernsehen einen Film über die Förderung von Nachhaltigkeit. Da führte die Beraterin ihre Kunden in einen Unverpacktladen, um da z.B. Mehl und Haferflocken zu kaufen.... da mußte ich doch lachen, denn Mehl und Haferflocken kaufe ich seit vielen Jahren nicht mehr. Ich kaufe Getreide, ganze Körner, und mach mir das Mehl, und die Flocken dank eigener Mühle ... aus Hafer, Dinkel, oder auch Roggen und co. selber. Nachhaltigkeit ist ein sehr vielfältig leb, bzw. förderbar. Da alles zählt was für die Umwelt besser ist, wird das wenige das man zuhause dafür tut ja nicht schlechter, wenn man mal mit dem Billigflieger abhebt.... ohne das Engagement zuhuase, wäre so ein Flug ja noch schlechter.

:) Helmut
 
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Danke @Christoph
du hast es sehr gut beschrieben.
Wirklich nachhaltig zu leben bedeutet sehr viele "Einbußen" der Moderne hinnehmen zu müssen.
Für die meisten ist Bio und Nachhaltig doch eher eine Imagesache, sowohl vom Verbraucher wie von den Firmen/Konzernen.
Ich für meinen Teil würde nie behaupten nachhaltig zu leben! Dann müsste ich auf so viele Dinge verzichten...
Ich versuche nicht unnötig verschwenderisch mit den Ressourcen umzugehen, wobei das auch schon wieder so eine Sache ist. Denn wie schon angesprochen dürfte ich dass hier dann schon nicht posten. Dürfte nicht einen Schuppen voll Fahrräder haben. Hätte keinen Job in der IT lernen dürfen etc etc.
Wir haben ja seit März auch kein Auto mehr. Aber nicht wegen der Nachhaltigkeit oder der Umwelt, nein, einfach weil es sich im Moment für uns nicht lohnt.
 
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Ich habe mit einem in meinen Augen grundlegenden Problem der Nachhaltigkeit begonnen. Dann habe ich ein paar Beispiele genannt und dann hörte ich abrupt auf, weitere Beispiele für mangelnde Nachhaltigkeit aufzuzählen. Es macht einfach keinen Sinn und viel wichtiger, es macht einfach keinen Spass! Weder es zu schreiben, noch es zu lesen.

Der Job in der IT kann differenziert gesehen werden. Vielleicht hilft er Ressourcen einzusparen?
Etwa durch Entwicklung einer Frachtbörse, die Spediteuren hilft, die Auslastung ihrer Fahrzeuge zu erhöhen, damit LKW möglichst voll beladen über die Straßen rollen.
Und dann gibt es die Leute, deren Job es ist, sich neue In-Game-Objekte für Fortnite auszudenken. Das ermöglicht dann vielleicht, das ein Teenager irgendwo auf der Welt für zehn Dollar ein fliegendes Einhorn für seine Spielfigur kaufen kann. Auf irgendeine Weise verbessert das die Welt sicher ebenso. :sneaky:

Ich kann mir für viel Geld eine Getreidemühle kaufen und produziere zu Hause eigenes Mehl.
Das kurbelt gewiss den Handel mit Getreidemühlen und unverarbeitetem Getreide an.
Oder ich glaube, das die Energieeffizienz einer Getreidemühle im industriellen Maßstab höher ist und ich daher der Umwelt und dem knappen Platz in meinem Küchenschrank etwas Gutes tue, indem ich Mehl kaufe, wenn ich Mehl haben möchte.

Nein, Nachhaltigkeit ist unbequem. Einerseits hilft sie, mir viel Geld zu sparen, indem ich nicht auf jeden Trend aufspringe, der mir ein gesünderes Leben bescheren könnte. Und Quinoa (kommt per Flugzeug aus Südamerika) schmeckt auch beschissen.
Andererseits schmeckt mir das selbstgebackene Brötchen aus selbstgemahlenem Mehl besser, weil ich an den besseren Geschmack glaube. Auch wenn es inklusive aller Zutaten, Geräte und Einkaufswege €1,80 gekostet hat.

Hauptsache ist, man fühlt sich gut im Leben. :)
 
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Ich kann mir für viel Geld eine Getreidemühle kaufen und produziere zu Hause eigenes Mehl.
Das kurbelt gewiss den Handel mit Getreidemühlen und unverarbeitetem Getreide an.
Oder ich glaube, das die Energieeffizienz einer Getreidemühle im industriellen Maßstab höher ist und ich daher der Umwelt und dem knappen Platz in meinem Küchenschrank etwas Gutes tue, indem ich Mehl kaufe, wenn ich Mehl haben möchte.
Das ist ein sehr schmaler Blick auf die Möglichkeiten, und die teils weiter reichenden Folgen einer eigenen Getreidemühle. Ich hab sie vor knapp 20 J. nicht wegen der Nachhaltigkeit angeschaft, da gings um Vollwerternährung, und wie man das so preiswert wie möglich leben kann. Frisch gemahlen, oder geschrotetes Getreide gibts nur in wenigen Geschäften, und ist deutlich teurer als einfaches Mehl. Hat man eine eigene Mühle ist es wesentlich einfacher und günstiger "solche Sachen" zu haben. Mit etwas Kreativität sinkt dadurch, ohne das ich Vegetarier bin der Fleischkonsum, und die Ernährung verbessert sich. So ist das mit der Nachhaltigkeit einerseits hier nur eine Nebeneffeckt einer Vollwerternärung.... andererseits kam es mir schon merkwürdig vor, das eine Beraterin für Nachhaltigkeit so eine Möglichkeit sich besser zu ernähren, und seine Nachhaltigkeit zu steigern nicht ansprach. Beim Thema nachhaltige Ernährung erklärte sie zwar wie man Reste verwerten kann, für eine Verbindung von Mehl und Haferflocken in Getreide reichte das Engagement dann doch nicht. Aber wie das hier oft so ist... die einen sind Vegetarier, die anderen leben Vollwert...die Nachhaltigen müssen wohl noch irgendwie andere sein ;-)

:) Helmut
 
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die einen sind Vegetarier, die anderen leben Vollwert...die Nachhaltigen müssen wohl noch irgendwie andere sein ;-)
Weil Ernährung nichts mit Nachhaltigkeit per se zu tun hat?
Ich kann mich mit Fleisch weitaus nachhaltiger Ernähren wenn ich möchte als so manch ein Vegetarier oder Veganer.
 
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Ich fahre Fahrrad, weil es für mich wirtschaftlicher ist, ich bin hier in der Großstadt schneller am Ziel.

Ich fahre Fahrrad, weil ich damit mein KFZ nicht bewege; das was ich zu transportieren habe, passt in die Box.

Zwei Sätze für die gleiche Tat. Bin ich jetzt nachhaltig unterwegs? Oder bin ich nachhaltiger, wenn ich nur Satz zwei ausspreche und Satz eins verschweige?
 
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Satz Zwei sagt nur aus, das Du im Besitz eines PKW bist, den Du nicht nutzt.
Dadurch wurden die aufgewendeten Ressourcen zum Bau des PKW zumindest teilweise verschwendet, denn er wird ja nun nicht genutzt.

Man muss den PKW nicht pauschal verteufeln. Er hat seine Daseinsberechtigung. Vielleicht nicht gerade zu dieser Zeit und an diesem Ort, aber es wird Gründe geben, den PKW zu behalten.

Satz Eins belegt Nachhaltigkeit, denn Wirtschaftlichkeit schont Ressourcen. Die Ressourcen sind hier vorwiegend Zeit und Geld und nicht so sehr Energie.
Aber Nachhaltigkeit bedeutet nicht ausschließlich Umweltschutz.
 
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Naja, dass ich wohl einen PKW habe, impliziert Satz eins ja auch. Nur das es wirtschaftlicher (ich spare Sprit & Zeit), mein Ziel zu erreichen...

Das Thema Nachhaltigkeit ist quasi ein Minenfeld.
 
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Moin,

der Grundlegende Ansatz geht auf den Forstökonom Hans Carl von Carlowitz zurück. Es geht darum nicht mehr Resourcen zu verbrauchen als nachwachsen können. Das betrifft halt leider zur Zeit fast alle Prozesse auf der Welt. Es gibt die drei Säulen wirtschaftlich, sozial und ökologisch.
Kann extrem komplex betrachtet werden, oder auch einfach.
Im einzelnen kann man sich also fragen, wieviel Benzin habe ich letztes Jahr verbrannt? Mein Ziel ist es diesen Verbrauch zu halbieren. Also Lastenrad usw...

Bei den Konsumartikeln und Nahrungsmitteln muß natürlich die gesamte Kette vom Erzeuger bis zum Käufer in Sachen Wirtschaftlich, Sozial und Ökologie betrachtet werden. Ist für den einzelnen relativ schwierig zu ermitteln. Deswegen wird es in nächster Zeit sicherlich viele lustige Zertifikate geben, die dann wieder das blaue vom Himmel jubeln...

Ich begleite das gerade in der Firma, in der ich arbeite.

Grüße
 
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Was Ernährung angeht, fand ich diese Zusammenfassung interessant: Seeds, kale and red meat once a month – how to eat the diet that will save the world (ist bei weitem nicht so reißerisch, wie die Überschrift suggeriert; es geht um eine Lancet-Studie zum Thema nachhaltige/faire Ernährung: The EAT-Lancet Commission on Food, Planet, Health) -- so hat man mal ein paar Eckdaten und konkrete Beispiele, wie nachhaltige Ernährung aussehen könnte, also was man theoretisch erwirtschaften und auf die Weltbevölkerung verteilen kann, ohne dass die Welt daran zugrunde geht. Ich finde es jedenfalls hilfreicher zu wissen, dass täglich 7g Rind/Lamm mein gerechter und machbarer Anteil wäre, statt nur dass man es vermeiden sollte.

Da gibts sicher auch andere, ähnliche Studien zu dem Thema (der verlinkte Artikel ist von Anfang 2019, wüßte jetzt aber nicht, dass sich an der Datenlage viel geändert hat).
 
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Aber Nachhaltigkeit bedeutet nicht ausschließlich Umweltschutz.
Das ist der Punkt den viele nicht ganz verstehen.
Und viele wissen leider nicht (oder ignorieren) dass der vermarktete Umweltschutz leider oft keiner ist.
Aber wie @onturn schon sagte, dass kann man als Verbraucher oft auch nicht nachvollziehen und muss sich bei Interesse auf irgendwelche Zertifikate verlassen.
 
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Ich denke man sollte tun was man selbst realisieren kann - Verbrauch und Müll einschränken, lokal vor regional vor überregional und wenn möglich wenig Konsum von Dingen die global transportiert werden müssen.
Wenn man es ernst meint sucht man sich regional Anbieter mit demeter oder vergleichbaren Siegeln für Lebensmittel - man kann auch Dinge selbst anbauen im Garten, Schrebergarten oder es gibt die Höfe wo man Produktionsanteile kaufen kann.

Viel wichtiger als Lebensmittel sind meiner Meinung nach Klamotten, Möbel und technische Geräte... einfach Dinge mal reparieren... mal ein T-Shirt für den Winter im Schrank lassen trotz Loch (sieht keiner unter dem Pullover). Mal einen Schrank behalten und nicht alle 5 Jahre Wohn- und Schlafzimmer neu ausstatten. Mal den 42" Fernseher weiter nutzen statt den größeren im Sonderangebot zu kaufen...

Problematisch ist halt, dass dieses Verhalten bei allen Verbrauchern vermutlich auch Arbeitsplätze kosten würde. Man verkauft halt nur noch 10% der neuen Fernseher wenn niemand mehr Geräte die funktionieren entsorgt. Man kann auch keine Containerladungen neuer iPhones verkaufen wenn jeder ein altes Nokia weiter nutzt. Und bei Autos hört die Vernunft beim durchschnittlichen Deutschen halt eh auf.

Jeder sollte so viel tun wie er kann, dann wären wir schon deutlich weiter - und bis wir da sind müssen vermutlich Interessensgemeinschaften wie wir Lastenradfahrer unsere Mitmenschen beeinflußen, mal aktiv, mal passiv.
 
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Weil Ernährung nichts mit Nachhaltigkeit per se zu tun hat?
Ich kann mich mit Fleisch weitaus nachhaltiger Ernähren wenn ich möchte als so manch ein Vegetarier oder Veganer.
Ich hätt nu nich gedacht dass ich dran schreiben muß, das das ironisch gemeint war !

Das mit den Klamotten und Modeketten ist in Sachen Nachhaltigkeit ja noch eine besondere Variante. Schließlich ist es ja so, das selbst wenn man nicht bei den Billigketten oder einschlägig bekannten Negativbeispielen kauft, ist ja längst nicht sicher, das der möglichwerweise höhere Preis eine bessere Nachhaltikeit, oder bessere Lebensbedingungen für die Produzenten bedeutet. Oft heißt höhere Preis nix weiter, als das da mehr Gewinn gemacht wird als woanders. Nachhaltigkeit bei Klamotten klappt abgesehen von selber machen halbwegs sicher wohl nur über SecondHand und Sycling... up and down... oder Mieten.

:) Helmut
 
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Es würde mal Zeit für eine "Nachaltigkeitsrangliste". Ich persönlich habe nur ein seh schwammiges Gefühl, mit welchen Entscheidungen und Verhaltensweisen man wirklich einen Unterschied macht.
- Ich vermute, als Vegetarier ist man relativ weit vorn dabei (Wenn das Tofu dann nicht aus China kommt...)
- Auto fahren vermeiden ist sicher auch gut (aber Auto besitzen schadet der Umwelt an sich wenig, nur dem Portemonnaie)
- aber wenn man dafür 2x im Jahr nach Malle fliegt, sind alle Einsparungen wieder futsch.

Trotzdem fehlt mir da die Vergleichbarkeit. Wie oft kann ich Discounterwurst kaufen, bevor ich die Einsparungen durch die Radfahrt zur Arbeit wieder vernichtet habe? Wie viele Hosen von KiK sind ein Flug nach Malle?
Ich habe den Verdacht, daß da einige Überraschungen versteckt sind wenn man das nachrechnet.
 
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