Unfall mit neuem Packster 70

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Meine Betrachtungsweise:

In Deutschland werden viele E-Bikes verkauft. Ein Hersteller von vielen ist R&M. Von den vielen E-Bikes, die R&M verkauft ist ein (eher geringer) Anteil Lastenräder. Ein Modell von mehreren ist das Packster 70.

Es sind sicherlich nicht alle P70-Käufer in diesem Forum unterwegs. Trotzdem wird hier von mehreren Foristen berichtet, dass sie Probleme und sogar Unfälle mit diesem Modell hatten, weil es Probleme mit der Lenkung gab. Wir sind hier in diesem Forum zwar "in der Lastenradblase" - Fakt ist, das von einem Rad, das gerade erst auf dem Markt verfügbar ist (also eigentlich nicht in wirklich nennenswerter Anzahl in der freien Wildbahn unterwegs ist), innerhalb dieser kleinen Blase bereits mehrmals das gleiche Problem berichtet wurde.

R&M startet einen Rückruf. Als Lösung des Problems wird die deutliche Erhöhung des Drehmoments der Schrauben präsentiert, die die Steuerseile der Lenkung klemmen.

Als Laie mit einem ungesunden Halbwissen frage ich mich, ob dieses Problem nicht schon während der Entwicklung beim Testen der "Erlkönige" hätte auffallen müssen.

Das Problem sind nicht "ungünstige Fahrsituationen im Einzelfall". Das Problem liegt an der Lenkung. Und die ist nicht in Ordnung.

Ich bin wahrlich kein Kinderfreund (lieber 4 Hunde als 4 Kinder), aber: Wenn auch nur bei einem der hier im Forum geschilderten Fälle Kinder verletzt oder gar getötet worden wären, würde niemand von "konstruiertem Drama" schreiben.
 
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Das Problem sind nicht "ungünstige Fahrsituationen im Einzelfall". Das Problem liegt an der Lenkung. Und die ist nicht in Ordnung.
eben - Bremsen hat man zwei, aber bei Lenkungsversagen ist man gänzlich ausgeliefert, und die unkontrollierte Fahrt kann bitter böse enden. Bisher war es in den hier bekannten Fällen nur Glück. Unter dem LKW, die Böschung oder den Berghang hinab, machen es Helm und Gurte aber auch nicht mehr recht ....
- bei dem im Juli ausgeliefertem Rad, hätte ja sowas nicht mehr auftreten dürfen, da war das Problem ja schon ein paar Wochen bekannt :(
 
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Als Laie mit einem ungesunden Halbwissen frage ich mich, ob dieses Problem nicht schon während der Entwicklung beim Testen der "Erlkönige" hätte auffallen müssen.
Siehe Gazelle Makki, auch Rückruf nach Markteinführung. Oder aus einem ganz anderen Bereich: brennende Samsung Akkus vor ein paar Jahren.

Erst wenn man ein Produkt in Serie fertigt, lernt man es wirklich kennen.
 
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Erst wenn man ein Produkt in Serie fertigt, lernt man es wirklich kennen.
Das ist ausgemachter Blödsinn. Ein Produkt auf den Markt zu werfen welches nicht durch und durch erprobt ist ist heute leider ziemlich bescheuerter Standard geoworden. Ist der Müll erst mal verkauft muss man sich nicht mehr drum kümmern und kann trotzdem Premium blablabla drauf schreiben.

Natürlich kann ich einen Scheinwerfer nicht 50.000 Stunden vor Markteinführung testen, aber ich kann 20 Vorserien Räder problemlos jeweils 5000km in ein paar Tagen fahren.
 
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Siehe Gazelle Makki, auch Rückruf nach Markteinführung. Oder aus einem ganz anderen Bereich: brennende Samsung Akkus vor ein paar Jahren.

Erst wenn man ein Produkt in Serie fertigt, lernt man es wirklich kennen.
Sorry, aber die Lenkung bei nem Lastenrad? Wenn es da ne Materialermüdung nach 2/3/4k km gibt, OK, aber sowas? Die Leute haben das Ding doch kaum gefahren ....

Beim Makki finde ich es irgendwie schade, was auch daran liegt, dass ich nicht ganz kapiert habe, was das Problem ist ....

Edit: so, jetzt habe ich den Makki Faden durchforstet und die Gründe gelesen. Echt schade das Ganze, aber eine sehr saubere Rückrufaktion. Könnte man hierzulande von lernen. Lieber auf Nummer sicher, statt "freiwillig" ....
 
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Meine Betrachtungsweise:

In Deutschland werden viele E-Bikes verkauft. Ein Hersteller von vielen ist R&M. Von den vielen E-Bikes, die R&M verkauft ist ein (eher geringer) Anteil Lastenräder. Ein Modell von mehreren ist das Packster 70.

Es sind sicherlich nicht alle P70-Käufer in diesem Forum unterwegs. Trotzdem wird hier von mehreren Foristen berichtet, dass sie Probleme und sogar Unfälle mit diesem Modell hatten, weil es Probleme mit der Lenkung gab. Wir sind hier in diesem Forum zwar "in der Lastenradblase" - Fakt ist, das von einem Rad, das gerade erst auf dem Markt verfügbar ist (also eigentlich nicht in wirklich nennenswerter Anzahl in der freien Wildbahn unterwegs ist), innerhalb dieser kleinen Blase bereits mehrmals das gleiche Problem berichtet wurde.

R&M startet einen Rückruf. Als Lösung des Problems wird die deutliche Erhöhung des Drehmoments der Schrauben präsentiert, die die Steuerseile der Lenkung klemmen.

Als Laie mit einem ungesunden Halbwissen frage ich mich, ob dieses Problem nicht schon während der Entwicklung beim Testen der "Erlkönige" hätte auffallen müssen.

Das Problem sind nicht "ungünstige Fahrsituationen im Einzelfall". Das Problem liegt an der Lenkung. Und die ist nicht in Ordnung.

Ich bin wahrlich kein Kinderfreund (lieber 4 Hunde als 4 Kinder), aber: Wenn auch nur bei einem der hier im Forum geschilderten Fälle Kinder verletzt oder gar getötet worden wären, würde niemand von "konstruiertem Drama" schreiben.

Jetzt wird schon wieder "entkontextuiert". "konstruiertes Drama" War auf den letzten geschilderten Fall und die Reaktionen darauf bezogen und vor allem deswegen, weil keiner bei dem Sturz dabei war, wohl auch aufgrund der unklaren Schilderung teils davon ausgegangen wurde, dass die Lenkung ursächlich für den Sturz war und so weiter. Wenn ich dumm auf die Lenkstange meines Load stürze, dann war's das für die im schlimmsten Fall auch.

Es gibt hier aus meiner Sicht treibende Kräfte, die an einer sehr einseitigen Negativdarstellung der Situation interessiert zu sein scheinen. Gerade bei customizer, der wohl teil-gewerblich mit der Marke CaGo verbandelt ist, finde ich das immer ein wenig problematisch.

Jetzt könnte man mir wiederum unterstellen, dass ich durch meine Verkaufstätigkeit die Lage beschwichtigen will. Will ich aber gar nicht. Ich kann jeden Vertrauensverlust verstehen. Meine Frau fährt unser 7 Monate altes Baby und meine 4-jährige Tochter mit dem Rad täglich durch die Gegend. Dazu noch in einer topographisch anspruchsvoll Stadt mit schnelleren Abfahrten.

Ich habe natürlich alleine schon aus diesem Grund das alles sehr ernst aufgenommen und kritisch hinterfragt, um auch für mich eine Risikoabwägung zu machen. Ich habe leider keine Zahlen zu den bisher verkauften Rädern, aber auch unabhängig davon müssen wir uns alle eingestehen, dass wir zu den genauen Umständen der jeweiligen Problematiken bei einigen Kunden sehr wenig wissen. Es ist schwer nachvollziehbar, an welcher Stelle da der ausschlaggebende Fehler passiert ist.

Auch gehe ich davon aus, dass das Rad eine entsprechende Testzeit durchlaufen hat, wo es bestimmt nicht geschont wurde. Gerade deswegen hoffe ich sehr, dass bei den bekannten Fällen noch mehr Licht ins Dunkle kommt, was wirklich das verursachende Problem war. Ich bin aber zuversichtlich, dass die Konstruktion als solches kein vorprogrammiertes Versagen beinhaltet. Dennoch haben wir im Laden bspw. entschieden, dass wir proaktiv den Zustand der Lenkung noch nach einem kurzen Intervall bei allen Kunden anschauen wollen. Sicher ist sicher.

Mal wieder zum Rad. Bin es neulich mal wieder gefahren und muss sagen, dass ich die grundlegende Lenkeigenschaft der Seilzuglenkung nicht mag im Vergleich zum Load. Aber eines kann sie richtig gut: Egal wie hoch die Zuladung ist, sie fühlt sich einfach gleich an. Ein voll beladenes Load ist da schon ein andere Nummer. :)
 
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Das ist ausgemachter Blödsinn.
Ist es nicht.
Ich habe durch meinen Hauptjob viel mit Grundlagenentwicklung und Konstruktion zu tun. Man kann alles sauber durchtesten, simulieren und Testpersonen geben…und dann fallen manche Probleme doch erst beim Endkunden auf. Ich denke auch mal, dass die Ingenieure bei RM rotieren, um den „Root Cause“ zu finden. Es ist natürlich eine brisante Angelegenheit, gerade weil man nicht nachträglich eine Redundanz in der Lenkung reinstricken kann.
 
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Nur eine Verständnisfrage: es handelt sich um beschichtete (Kunststoff-ummantelte) Seilzüge die geklemmt werden?
 
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Sind diese Züge eigentlich wesentlich dicker als die, die man von Douze und Konsorten kennt oder schaut das nur wegen der Ummantelung so aus?
 
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Nur eine Verständnisfrage: es handelt sich um beschichtete (Kunststoff-ummantelte) Seilzüge die geklemmt werden?

Ich habe es nicht mehr genau vor Augen, aber im Klemmbereich sind sie meines Wissens natürlich nicht ummantelt. Kann ich mir gerne demnächst aber nochmal anschauen.
 
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