Unfall mit neuem Packster 70

Beiträge
69
Bitte trennen. Ich rede gerade nur genau von diesem geschilderten Fall, zu dem niemand wirklich Genaueres weiß.
Die Tatsache, dass sich mal wieder ein Seilzug gelöst hat, reicht mir für diese persönliche Einschätzung aus. Ich betrachte dieses Thema auch sehr emotional (wie man vielleicht merkt). Ich habe beruflich bedingt, Erfahrung mit tödlichen Unfällen/ Unglücken mit Kindern. Es gibt nichts Schlimmeres! Diese Situation schreit für mich danach, dass es irgendwann zu einem fatalen Ausgang kommen kann. Das war bisher pures Glück. Es sind ja nicht nur die hier beschriebenen Einzelfälle, sondern auch der von R+M veranlasste erste Rückruf. Die Schrauben ein wenig fester anzuziehen, macht das Rad für mich nicht sicherer. Das wirkt für mich wie eine Panikhandlung von R+M. Meine Meinung ist, dass die Räder so nicht auf die Straße gehören, solange auch nur eine abstrakte Gefahr eines Unfalls besteht. So wäre es in der Autobranche (siehe A-Klasse). Die hier im Forum beschriebenen Situationen und Umstände deuten für mich viel mehr auf eine konkrete Gefahr eines Unfalls, bedingt durch sich lösende Seilzüge hin.
 
Beiträge
287
Anscheinend war das Rad noch nicht beim Rückruf beteiligt, und hatte noch das alte Anziehdrehmoment. Das war ja das Fatale. Ob aber die selben Schrauben, mit dem hohen Drehmoment von 14Nm zurechtkommen, bleibt dahingestellt, wenn ich nach meinem Blutdruck gehe, würde ich dem Rad meine Wenigkeit nicht anvertrauen.
Eine Seilzuglenkung sollte immer Doppelzüge haben, wenn ihr mich fragt, denn so ein Zug kann auch mal reißen.
Die Tage hat man hier einen Eigenbau gesehen, mit L-förmigen, stehendem Winkeleisen, mit zwei Spannschrauben, und eingehangene Züge ( allerdings auch nur 2 Züge ) - sowas wäre von einem Premiumhersteller wünschenswert, und kaum mehr Aufwand, als dieser Murks an einem der wichtigsten Bauteile am Rad.
 
Beiträge
69
Anscheinend war das Rad noch nicht beim Rückruf beteiligt, und hatte noch das alte Anziehdrehmoment. Das war ja das Fatale. Ob aber die selben Schrauben, mit dem hohen Drehmoment von 14Nm zurechtkommen, bleibt dahingestellt, wenn ich nach meinem Blutdruck gehe, würde ich dem Rad meine Wenigkeit nicht anvertrauen.
Eine Seilzuglenkung sollte immer Doppelzüge haben, wenn ihr mich fragt, denn so ein Zug kann auch mal reißen.
Die Tage hat man hier einen Eigenbau gesehen, mit L-förmigen, stehendem Winkeleisen, mit zwei Spannschrauben, und eingehangene Züge ( allerdings auch nur 2 Züge ) - sowas wäre von einem Premiumhersteller wünschenswert, und kaum mehr Aufwand, als dieser Murks an einem der wichtigsten Bauteile am Rad.
Ja, genau das. Und es spielt keine Rolle, ob da ein Sticker drauf ist oder das noch nicht in der Werkstatt war dafür. Wir reden hier von R+M und nicht dem Lidl-Lastenrad (nicht dass da Unfälle oder Probleme bekannt sind.. aber mit Blick auf den "günstigen" Preis).. das Marketing habe ich zitiert. Die Preise sind bekannt. Wenn man ein Rad zum Preis mancher Kleinwagen kauft, darf das nicht passieren. Und mit so schwulstigen Marketingversprechen erst recht nicht.. R+M tut ja so. als sei alles in Ordnung. Das könnte sich ein Autobauer nicht leisten. Bzw. da würde man das auch nicht akzeptieren.
 
Beiträge
78
Eine Seilzuglenkung sollte immer Doppelzüge haben, wenn ihr mich fragt, denn so ein Zug kann auch mal reißen.
Nun ja überbestimmtes System und so... Seilbahnen, Fahrstühle, Kräne, Seilzug in der Luftfahrt... kommen alle mit einem Seil aus ... Redundanz kann ein Ars**** sein wenn man es nicht richtig macht... Oder man legt so ein Seilsystem halt richtig aus.

Ich glaube man unterschätzt was da unten für Kräfte sind... Es geht von ca. 0.30m auf 0.03m Hebel... Das mal nen Drehmoment Konverter von 10. Schaltzug hat 1.2mm eine 1.25er Seil nur 1.63kN bleibt dem Igor (sorry) am Lenker nur noch 0.163kN oder 16.6kgf, da helfen auch keine zwei. Das ganze mit 3mm macht immerhin schon 85.3kgf. Ist aber echt nicht viel... Bedenkt man das in der Hebetechnik Faktor 7 gilt, sind wir bei regulären 12.2kgf die man an ein Lenkerende hänge dürfte... Als reguläre Betriebskräfte aber okay. Für einen Unfall, bei den gängigen Systemen ohne Überlasterkennung und sei es nur eine verformte Kausch... Aber die Premium Hersteller haben da ja sicher was eingebaut um das zu erkennen ;).

Hoffen wir das weitere Unfälle ähnlich glimpflich ausgehen...
 
Beiträge
78
mit zwei Spannschrauben, und eingehangene Züge
Das ist IMHO auch das gesscheiteste system, nur leider auch ohne Überlast Erkennung. Ob man die am Lastenrad nun braucht... Bei Kisten um die 10k€ keine Frage, muss verbaut sein. Aber Mindestens Zugänglich damit man die Anker und Spannung beurteilen kann. Sowas gehört einfach nicht zugebaut, das muss offensichtlich sein.

Was R+M sich bei diesem System gedacht hat, ich würds gern Erfahren. Wie sieht das eigentlich am Lenker aus, gibt's da Bilder?
 
Beiträge
152
Danke, also am Lenker IMHO einmal das Seil ohne Trennung Umschulungen und geklemmt, an der Gabel die offenen Enden dann geklemmt...
Es ist ein einziges Seil mit nicht eingehängten Seilnippeln an den Enden.

Die Nippel dienen quasi nur als Seilendpunkte/Aufdrillstops; deren funktionaler Sinn der fixen/zuverlässigen/definierten Anlenkung mittels Einhängen am Übertragungselement wird nicht genutzt.

Und die Spannung wird nicht über die Position der Seilenden in der Lenkrolle des Gabelschafts eingestellt, sondern via einer Art Exzenter an der Umlenkrolle/den Umlenkrollen.

...mächtig viel Arbeitschritte mit etlichen Demontage-Erfordernissen - und das immer wieder bei jeder Kontrolle bzw. eintretender Veränderung/Verschlechterung.

Und eben keine zwei, geschweige denn vier Übertragungselemente/Seile, sondern eines.
Sobald die Klemmungen überfordert waren und das Seil durchgerutscht ist, müsste dieses dann doch auf jeden Fall ersetzt werden??!!
Viel Freude und prognostiziert enormer Zeitaufwand beim Durchfummeln durch die ganzen "Tunnel" und korrektes Auflegen auf die teilweise versteckten Umlenkrollen im Rahmen...

Jeder bildet sich zu dieser Konstruktion sein eigenes Urteil...
 
Zuletzt bearbeitet:
Beiträge
78
Jeder bildet sich zu dieser Konstruktion sein eigenes Urteil...
Okay das mit den excenter ist doch nicht schlecht gelöst, hab ich mir fast gedacht... Bleibt für mich aktuell nur der Kritik Punkt das die Enden nicht über Zuganker eingehängt werden und das man ummantelte Seile verwendet und über Umlenkrollen führt.

Zwei Seile vs ein Seil... Ohne weitere Details will ich das nicht beurteilen... Ein dickes ist mir da lieber als zwei dünne... Oder besser, auch bei einem Zweiseil system muss es so ausgelegt sein als ob es ein "ein Seilsystem" ist. Wichtiger finde ich das man die Anker und Umlenkung steht's kurz optisch prüfen kann...

Aber wie bei den Crash Test des "Safety Systems" werden die Premium Hersteller ja auch die Seilzug Tests auf ihrer Webseite veröffentlicht haben...
 
Beiträge
287
Der eigentliche Schwachpunkt an dem System ist die Seilklemmung, was sich alleine hier im Forum schon mehrfach bestätigt hat. Das hat man jetzt mit höherem Drehmoment an der Klemmung behoben. Die Lenkung ist aber eines der sicherheitsrelevantesten Bauteile, und daher ist diese Lösung für mich nicht ausreichend. Es sind auch noch viele weitere Bauteile am Lenkvorgang beteiligt, und es reicht im Prinzip, wenn eine Schwachstelle versagt - z.B. es lockert sich eine Seilrolle, und das Seil springt ab - kann ja mal passieren bei einem Rad, welches ständiger Vibrationen ausgesetzt ist.
 
Beiträge
674
Okay das mit den excenter ist doch nicht schlecht gelöst, hab ich mir fast gedacht... Bleibt für mich aktuell nur der Kritik Punkt das die Enden nicht über Zuganker eingehängt werden und das man ummantelte Seile verwendet und über Umlenkrollen führt.

Zwei Seile vs ein Seil... Ohne weitere Details will ich das nicht beurteilen... Ein dickes ist mir da lieber als zwei dünne... Oder besser, auch bei einem Zweiseil system muss es so ausgelegt sein als ob es ein "ein Seilsystem" ist. Wichtiger finde ich das man die Anker und Umlenkung steht's kurz optisch prüfen kann...

Aber wie bei den Crash Test des "Safety Systems" werden die Premium Hersteller ja auch die Seilzug Tests auf ihrer Webseite veröffentlicht haben...
Das ist alles total elegant gelöst. Auch die Verstellung: gut zugänglich, gut einstellbar, trotzdem gut geschützt.

t.
 
Beiträge
735
Unberechenbar ist allerdings der Einfluß durch "Fachpersonal". Von der Zweiradfachausbildung in Fahrradwerkstätten halte ich vergleichsweise wenig, weil oft zu nachlässig gearbeitet wird. Schrauben werden zu lose (selten) oder zu fest (häufiger) angezogen. Montagemittel wie Gewindesicherung, Keramik- oder Kupferpaste sind unbekannt. Ein Industriemechaniker lernt besser mit Werkzeug umzugehen. ...Ich höre jetzt besser auf.:censored:
Interessanter Punkt. Ich hab neugierdehalber mal in meinen eher klassischen Winkler/Rauch "Fahrradtechnik" von 1999 geschaut und zu den genannten Themen tatsächlich nix gefunden - lange Kapitel zur Rahmenfertigung, Explosionszeichnungen von uralten Naben/historischer Technik (einer der Punkte, die das Buch m.E. sehr wertvoll machen, der Nachfolger ist nur noch auf modernes Zeug aus...) etc.. Bei den neueren Lehrmitteln/Ausbildung kenn ich mich nicht aus. Frag ich mal Bekannte bei Gelegenheit.
 
Beiträge
152
Der freiwillige Rückruf von R&M ging ja schon am 16.06.2021 raus. Da sollte das Rad eigentlich schon mit den neuen Werten eingestellt worden sein.
Eine Woche Werkstatt-Aufenthalt laut Berichtendem.

Wegen des durchgeratschten Zugendes möglicherweise sicherheitshalber ein neues Seil?!

Noch nie gemacht, daher für diesen Job erstmal ausreichend Zeitpuffer eingeplant...
Siehe dazu den Textauszug aus meinem Post im anliegenden Bild.

@J3nner: Frag doch mal konkret nach, WAS genau gemacht wird und ob ein neues Seil rein kommt!
 

Anhänge

  • Screenshot_20210722-122400_Firefox.jpg
    Screenshot_20210722-122400_Firefox.jpg
    188,7 KB · Aufrufe: 65
Zuletzt bearbeitet:
Oben Unten