Transport von Lastenrädern bei der (deutschen) Bahn

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Da das Thema in verschiednene Threads aufkommt, ist es vielleicht sinnvoll, wenn wir Erfahrungen (positiver und negativer Art) in einer Art Sammel-Thread zusammen fassen. Wenn es klappt wie gedacht, ergibt sich so mit der Zeit eine Sammlung an Erfahrungen, die ganz hilfreich saein kann. Um das alles übersichtlich zu halten, würde ich vorschlagen, dass auf allzuviel Blabla verzichtet wird und nur die Kerndaten gennannt werden.
 
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Ich fang dann auch direkt an:

Stadt München
Örtlicher Nahverkehr (MVV)
Transportiertes Rad: Bullitt ohne Aufbau und mit schmalem Lenker (maximale Breite also die ca. 46cm des Rahmens)

In der S-Bahn schon vielfach erfolgreich mitgenommen und auch bei Kontrollen keine Probleme (allerdings: Größtenteils in Randzeiten und auf den Außen-Ästen des S-Bahn-Netzes). Passt problemlos in die Fahrrad-bteilungen, hier hätten definitv auch größere Lastenräder Platz. In den Aushängen am Bahnhof bzw den Ticket-Beschreibungen am Automaten werden Lastenräder nicht explizit erwähnt (das Kleingedruckte der Beförderungsbedingungen habe ich nicht gelesen, da es nirgendwo zu finden ist). Tandems sind in S-Bahnen offiziell erlaubt. Es gibt allerdings Sperrzeiten für Fahrräder allgemein. Fahrrad-Ticket auf jeden Fall nötig.

In der U-Bahn bis jetzt erst 2x transportiert. Vom Platz kein Problem, allerdings noch nicht kontrolliert worden.

Aufzüge sind allgemein ein Problem.
 
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RRX (RE 5): Viel Platz, keine Probleme
RE 10 (Niers Express): Weniger Platz, aber ok

Umsteigen in Düsseldorf: Großer Mist, weil kleine Aufzüge

Fahrradticket NRW wird mit "sehr vorbildlich" akzeptiert.
 
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Und direkt noch eine Erfahrung, allerdings etwas komplizierter:

Deutsche Bahn von Lübeck nach München
Transportiertes Rad: Bullitt ohne Aufbau und mit schmalem Lenker (maximale Breite also die ca. 46cm des Rahmens)

Vorab im Reisezentrum der DB gecheckt, was die zu dem Thema im Fernvekehr sagen. Die Formulierung "Sogenannte Lastenräder (Fahrräder oder Pedelecs mit festen Aufbauten für Lasten- und/oder zum Transport von Kindern) sind von der Mitnahme ausgeschlossen." lässt ja Interpretationsspielraum, ob ein Bullitt ohne Aufbauten okay wäre. Nach viel Hin und Her und Nachfragen bei diversen Vorgesetzten hieß es "Nein". Also die Reise im Nahverkehr durchgezogen. Ich kriege die Reiseroute nicht mehr ganz auf die Reihe, es sah ungefähr so aus: Lübeck-Lüneburg-Hannover-Göttingen-Neudietendorf-Saalfeld-Nürnberg-München. Gesamtdauer: 11h.

Das alles mit "Quer durch Deutschland" Ticket (Gilt erst ab 09:00!) für mich und Fahrrad-Tageskarte (9€) für das Rad. Das hat aber problemlos geklappt. Folgende Punkte waren hilfreich: Schmales Lastenrad, Züge meistens von Start- bis Zielpunkt genutzt (als erster rein und als letzter raus), große Fahrrad-Abteile, daher viel Platz. Hier und da größere Rentner-Gruppen mit E-Bikes (vor allem in der nördlichen Hälfte der Strecke), aber es hat immer alles locker gepasst. Keine Nachfragen oder Probleme bei Kontrollen.

Aufzüge sind allgemein ein Problem. Interessanterweise war der einzige nutzbare Aufzug im Kaff Neudietendorf:unsure:
 

bastiaen

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Mit dem Bastiaen im IC. Zwei nebeneinander liegende Fahrradplätze buchen und zwar die, in denen das Rad senkrecht hängt. Das Buchungssystem differenziert nicht nach Art des Stellplatzes aber ein guter Mitarbeiter im Reisezentrum kriegt das hin, indem er raussucht, was für ein Waggon eingesetzt wird und dann auf den Seiten irgendwelcher Pufferküsser Bilder googelt, auf denen man die Stellplatznummern erkennen kann. In Berlin-Ostbahnhof arbeitet zum Beispiel so einer. Der hat sich für mich voll reingehängt, um seinem Azubi zu zeigen was er drauf hat.
Wenn das Cargobike senkrecht hängt und der Platz den es wegnimmt bezahlt ist, macht eigentlich keiner Ärger. Das Zugpersonal will freie Fluchtwege und die Sicherheit, dass bei einer Notbremsung nichts durchs Abteil fliegt. Damit haben sie ja auch recht.
Ich finde es auch völlig ok, zwei Plätze zu bezahlen, weil ich die wegen der Breite der Ladefläche einnehme. Für ein Tandem zahle ich ja auch doppelt.
 
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Diverser Nahverkehr in Norddeutschland (grob in Dreieck Hamburg-Bremen-Hannover): nie Schwierigkeiten gehabt. Die meisten Aufzüge passen für's Bullitt ganz knapp. Hannover passt nicht. Rolltreppe ist keine gute Idee. Tragen ist bei den langen Treppen echt anstrengend und auch etwas riskant, falls man stolpert oder das Gleichgewicht verliert. Hannover meiden wir.

Besser als die Reise mit Lastenrad: Faltrad mit Kinderanhänger Gepäckstück mit Kinderwagen. Braucht auch keine Fahrkarte.

t.
 
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Super-Thread! Danke @Mitchcraft (y)
Würde mich interessieren, ob und was es für Erfahrungen in Brandenburg / Berliner Umland speziell mit Bullitt gibt.
 
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Super-Thread! Danke @Mitchcraft (y)
Würde mich interessieren, ob und was es für Erfahrungen in Brandenburg / Berliner Umland speziell mit Bullitt gibt.
Bahnhöfe: DB-Fahrstühle meist knapp mit angelupftem HR. Bei defekten Fahrstühlen fahr ich am Hbf auch Rolltreppe. Bei Tragepassagen auf Pampabahnhöfen bietet sich an, dass Gepäck generell in pack- und tragefreundlichen Behältnissen (Packtaschen, Beutel, Rucksäcke,...) vorgepackt zu haben. Freundliche Ansprache und ein Imbiss-Pilsator brachten bei Bedarf auch Hilfe beim Tragen.
Zug: Tickets vollständig vor Fahrtantritt, azyklisch fahren, Endstation-Endstation hilft, kompakt packen und stehen, nahe und mit Schnauze zu Ausgang parken, neben Lasti bleiben zum Rangieren und bei "Problemen", freundlich unterwürfige Kommunikation mit Fahrpersonal.
Bisher lediglich Geniggel und Machtdemonstation des Zugbegleitungspersonals oder des ADFC-Gruppenausflugs erlebt - jedesmal mitgedurft.
 
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Bullitt ohne Aufbau mit 75 cm Lenker, 50 und 55mm Reifen + Schutzblechen

Von Darmstadt aus regelmäßig im Nahverkehr nach Frankfurt, Kassel, Aschaffenburg, Nürnberg, ...

bisher keine Probleme mit dem Zugpersonal

passt in manche Züge besser und in manche schlechter rein, zB
-> der RE 30 hat in der Mitte ein seehr großes Fahrradabteil
-> die Abteile am Anfang/Ende der RB 68 sind länger als die in der Mitte
-> in den Zügen der HLB schaut zumindest mein Hinterrad 10 cm aus der eigentlichen Fahrradfläche heraus

Die Aufzüge sind in Darmstadt (und vielen anderen Bahnhöfen) zu klein,
ABER in Aschaffenburg, Würzburg, Nürnberg (nur ein Bahnsteig hat einen kleineren Aufzug), Frankfurt (weil Kopfbahnhof), Wiesbaden (auch Kopfbahnhof), Stadtallendorf (nur Gleis 2&3), ... ist es (zumindest mit meinem Rad und zumindest dann, wenn der Aufzug auch funktioniert) ohne Tragen möglich mit Lastenrad umzusteigen.

(und in Hessen sind Fahrräder im Zug kostenlos :p )
 
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Die Aufzüge sind in Darmstadt (und vielen anderen Bahnhöfen) zu klein,
ABER in Aschaffenburg, Würzburg, Nürnberg (nur ein Bahnsteig hat einen kleineren Aufzug), Frankfurt (weil Kopfbahnhof), Wiesbaden (auch Kopfbahnhof), Stadtallendorf (nur Gleis 2&3), ... ist es (zumindest mit meinem Rad und zumindest dann, wenn der Aufzug auch funktioniert) ohne Tragen möglich mit Lastenrad umzusteigen.

ich hatte das schonmal hier irgendwo gepostet, die Bahn hat die Maße *aller* Aufzüge hier veröffentlicht: https://data.deutschebahn.com/dataset/data-aufzug

Da weiß man, was einen erwartet ...

Gruß Mark
 
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Ich klinke mich mal mit ein. Möchte mir gerne ein cago zulegen. Mein nächster Händler wäre also Berlin. Es sind 2h RE fahrt zur Abholung nötig. So weit ich es verstanden habe ist im Nahverkehr ein Lastenrad zugelassen.

Bekommt man das Rad mit 270x70cm gut im Fahrrad Abteil des Regio Express der Bahn unter? Vorallem das einladen stelle ich mir schwer vor wegen der Länge.

Alleine wird es vermutlich auch schwer, oder? Lieber jemand mitbringen der hilft!?
 
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Mit der Länge kommst du erstmal in kaum einen der DB-Fahrstühle - also Rolltreppe oder tragen. Wenn du noch keine Erfahrung mit dem Rad hast, wäre eine zweite Person zum Rangieren durchaus hilfreich, da es sein kann, dass du das Fahrrad sowohl am Heck anheben, als auch ankippen/um die Kurve bugsieren musst. Ist beim ersten Mal wahrscheinlich auch etwas ausprobieren... Mit etwas Übung bekommt man das aber dann auch gut alleine hin. Geringe Zuladung hilft auch^^
Die Fahrradabteile im Regio sind - soweit sie nicht von Wochenendradausflügler:innen, Radpendler:innen oder anderen Fahrgästen belegt sind - ausreichend groß. Mitreisende können mitunter recht egoistisch sein. Für eine gute Ausgangsposition empfiehlt es sich mEn möglichst am Startbahnhof oder aber so früh wie möglich einzusteigen. Je weiter der Zug von Stadtzentrum gen Peripherie tuckert, desto mehr Leute steigen zu, um zum P&R oder aufs Dorf zu kommen. Hier würde sich dann auch azyklisches Fahren außerhalb der Stoßzeiten anbieten.
Viel Erfolg (y)
 
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Schau in die Beförderungsbedingungen, Lastenräder sind oft auch im Regionalverkehr ausgeschlossen, zum Beispiel bei der ODEG.

Ich würde fragen ob nicht eine Lieferung möglich ist. Kostet wahrscheinlich so 150 Euro.
 
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Schau in die Beförderungsbedingungen, Lastenräder sind oft auch im Regionalverkehr ausgeschlossen, zum Beispiel bei der ODEG.

Ich würde fragen ob nicht eine Lieferung möglich ist. Kostet wahrscheinlich so 150 Euro.
Das wäre die erste Firma jenseits der DB. Was sagen die Beförderungsbedingungen des Verbundes dort denn?

t.
 
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Ich klinke mich mal mit ein. Möchte mir gerne ein cago zulegen. Mein nächster Händler wäre also Berlin. Es sind 2h RE fahrt zur Abholung nötig. So weit ich es verstanden habe ist im Nahverkehr ein Lastenrad zugelassen.

Bekommt man das Rad mit 270x70cm gut im Fahrrad Abteil des Regio Express der Bahn unter? Vorallem das einladen stelle ich mir schwer vor wegen der Länge.

Alleine wird es vermutlich auch schwer, oder? Lieber jemand mitbringen der hilft!?
Die Dauer der Fahrt ist nicht entscheidend, sondern nur die Ein-/Aus-/Umstiege und die Fahrzeuge. Wenn ihr bloß 2h geradeaus im Doppelstockwagen fahrt, ist's kein Problem.

Sicherheitshalber würde ich zu zweit fahren, um tragen zu können. 2,7m passt vermutlich in keinen Aufzug (das Bullitt ist häufig das äußerste, und das ist etwas kürzer). Und unbedingt außerhalb der Stoßzeiten reisen!

Wohin wollt ihr denn?

t.
 
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Bei mir wäre es deutsche Bahn. Ich kann durchgehend eine Verbindung fahren. Problem wäre vermutlich wirklich nur der Bahnhof. Ich denke auch zu zweit fahren ist der bessere Weg.
 
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