Tektro Auriga Twin ungleichmäßig

Hallo zusammen,

wir haben ein Babboe Curve Mountain 2019 mit dem Tektro Auriga Twin Bremssystem. Kürzlich fing das Ding beim Bremsen deutlich nach links zu ziehen. Rechts passiert schon auch noch was aber definitiv zu wenig. Wir haben schon folgendes probiert:

* Bremsbeläge bzgl Verschleiß verglichen (allseits ca. 2 mm)
* Bremskolben bzgl Zentrierung und Weg überprüft.
* Bremssättel neu zentriert.
* Bremsbeläge und Scheiben bds gereinigt und aufgeraut.
* Hydraulicöl ausgetauscht.

alles bislang leider ohne Erfolg und ohne wesentlicher Änderung. Ich habe auf der Tektro Webseite keine Troubleshooting Infos zu diesem Problem finden können. Hat jemand hier vielleicht Ideen, was der Grund sein könnte, bzw wie man den Herausfindet, bzw wie man das Problem löst?

mfg,
Leopold
 
Ich hatte das gleiche Problem bei unserem Winther Kangaroo. Die Ursache war die nicht gleich langen Hydraulikleitungen nach dem T-Stück. Also:
Beide Leitungen durch gleich lange Leitungen ersetzt und neu entlüftet. Seit da zieht die Bremse gleichmässig.
 
Ich tippe eher auf Luft im System und zwar auf der Seite die schlechte zieht. In einem ordentlichen entlüften System verteilt sich der hydraulische Druck gleichmäßig, da machen imho ein paar cm unterschiedliche Leitungslänge nix aus.
 
In einem ordentlichen entlüften System verteilt sich der hydraulische Druck gleichmäßig, da machen imho ein paar cm unterschiedliche Leitungslänge nix aus.
Ja, das wird so gelehrt und stimmt soweit auch. Meine Erfahrung ist aber, dass es doch eine Rolle spielt. Ich hatte früher Autos die hatten Trommelbremsen hinten. Die Bremsleitung kam vom Hauptbremszylinder auf den ersten Bremszylinder, dann auf den Zweiten. Wenn das neu ist, funktioniert das gut. Mit zunehmendem Alter wird es einseitig. Also T-Stück eingebaut. Bei neu wieder alles i.O.. Mit zunehmendem Alter wurde es wieder einseitig. Also beide Leitungen nach dem T-Stück gleich lang gemacht, dass Problem kam nicht wieder, ausser bei defekten Radbremszylindern.

Beim Kangaroo: Übernommen wie es war. Die Leitung auf den rechten Zylinder ist ca. 10cm, die auf den linken ca. 80cm. Am Anfang funktionierte die Bremse sehr gleichmässig. Dann, im Sommer 2018, war es über einen längeren Zeitraum sehr heiss. Die Bremse rechts begann im Verhältnis zur Linken immer stärker zu ziehen (Offensichtlich dehnen sich die Leitungen minimal). Beziehungsweise die linke Bremse wurde schwächer. Entlüften half nichts. Also, beide Leitungen nach dem T-Stück ersetzt gegen gleich lange Leitungen, neu entlüftet und das Problem ist seit dem nicht mehr aufgetreten.
 
Unser Dreirad hat mitunter ähnliche Probleme, die meistens nix mit Luft im System und co. zu tun haben. Meistens liegt es daran, das eine Bremsscheibe verschmutz, z.B. durch Spritzwasser verölt ist. Dann werden die Bremsscheiben mit Bremsenreiniger bearbeitet, die Bremsklötze je nach Stand leicht angeschliffen oder ersetzt.... dann sind sie wieder gleichmäßig.

:) Helmut
 
vielen Dank für Eure Beiträge! Beim Babboe sind die Bremsleitungen hinter dem T-Stück bis auf ein paar cm gleich, sodass ich da eher weniger das problem sehe, zudem sich die länge ja hoffentlich zwischenzeitlich nicht verändert hat :p Aber das hat uns auf den Gedanken gebracht, dass die Vorderbremsen ja auch für die Parkbremse genutzt werden, und dieser Dauerdruck eine Schwachstelle in der Leitung ausgeleiert haben könnte. Da können ja kleine Unterschiede in der Elastizität der Schäuche große Auswirkung haben. Ich hatte schon immer ein mulmiges Gefühl bei der Parkbremse... Ich schau mal demnächst ob man von Außen etwas sehen kann, aber im Zweifel werden dann als nächstes wohl die Schläuche ausgetauscht (und darauf geachtet, dass beide Schenkel gleich lang sind ;)).

Vielen Dank nochmals!
 
Bei meinem BuBi meist 2 Ursachen: Kolben kommen ungleichmäßig raus und rein, Bremsscheibe bzw. -Beläge verschmutzt.
Dieses Prozedere ist mühsam, aber effektiv.

Aber: Nach einer Weile wieder ungleichmäßige Bremsleistung, ursächlich immer an derselben Bremse. Fertigungstoleranzen?
 
Aber: Nach einer Weile wieder ungleichmäßige Bremsleistung, ursächlich immer an derselben Bremse. Fertigungstoleranzen?
wenn Verschmutzung die Ursache ist, könnte die entsprechende Seite mehr Straßendreck fressen...ist es denn vll immer rechts?
Bei Fertigungstoleranzen ist doch eher davon auszugehen, dass sie für Beide Seiten identisch sind.
 
Ja, rechts, aber ob dort tatsächlich mehr Schmutz?
Das Rad fährt bei jedem Wetter und sieht immer gleichmäßig eingesaut aus.
Aber ich werde mal vermehrt schauen.
 
Ja, rechts, aber ob dort tatsächlich mehr Schmutz?
naja...die Straße fällt nach rechts häufig etwas ab (BuBi-Fahrer mögen da noch Zweifel haben, aber glaub mir; isso :D ) und an der Kante sammelt sich auch mehr Feuchtigkeit, die Kleben läßt...
Links fährst du ja bei 1m Breite mehr auf dem Berg zwischen den Spurrillen.
 
Zuletzt bearbeitet:
ich fahre auch eine Auriga Twin an meinem S-Ped Trike. Die macht mich auch schon länger verrückt...
Bei mir hilft es die beiden Brems Pads Pare von einer Seite auf die andere zu wechseln. Das hilft kn 30-40% der Fälle, so,dass beide Seite wieder halbwegs gleichmässig bremsen.
Ab und zu tröpfele ich etwas Bremsflüssigleit von aussen auf die ausgefahrenen Kolben. Hat aber nie viel geholfen...
Ich hab mit der Auriga Twin eher das Problem, dass die Bremsleistumg als Ganzes zurück geht, sogar am Hinterrad, wo nur ein Habel ein Rad bremst.
das Ganze treibt mich in den Wahnsinn und ich hoffe auf die neue Tekro HD-E745.

Im Velomobil und Pedelec Forum hat es zur Twin auch schon eine Reihe ähnicher Beiträgen
 
das Ganze treibt mich in den Wahnsinn und ich hoffe auf die neue Tekro HD-E745.
nach meiner Auffassung liegt das Problem bei schwerer Fuhre vordergründig an den zu dürftigen Bremsscheiben, die vor Masse * Beschleunigung kapitulieren.
Aber ich lass mich gern eines Besseren belehren...und bin gespannt, ob sich deine Hoffnungen mit der E745 erfüllen.
 
nach meiner Auffassung liegt das Problem bei schwerer Fuhre vordergründig an den zu dürftigen Bremsscheiben, die vor Masse * Beschleunigung kapitulieren.
Aber ich lass mich gern eines Besseren belehren...und bin gespannt, ob sich deine Hoffnungen mit der E745 erfüllen.
Der Schwankung der Bremskraft wird wohl kaum was mit der Gröse der Disks zu tuen haben.
Bei Fahrzeugen mit zwei Vorderräder spielen kleiner Disks ebenfalls keine so grosse Rolle, im Vergleich zu Fahrzeugen mit nur einem Vorderrad.
 
Mit...

...war die thermische Seite gemeint...hängt also nur bedingt mit dem Scheibendurchmesser oder Anzahl Vorderräder zusammen.
;)
Die Masse der Bremsscheiben und der Pads verdoppelt sich, bei zwei Vorderrädern. Das sollte Wärmeaufnahme doch auch deutlich verbessern, oder was meinst du mit Thermischer Seite?
Kritisch finde ich allerdings auch die sehr kleinen Bremspads der Twin.
Geruchteweise gibt es die Twin allerdings in zwei ausführungen, mit unterschiedlich grossen Pads.
Die Twin mit dem kleinen Pads (Tektro S20.11) finde ich aber in der Tat zu klein. auch wenn diese gepaart sind.
 
Die Masse der Bremsscheiben und der Pads verdoppelt sich, bei zwei Vorderrädern. Das sollte Wärmeaufnahme doch auch deutlich verbessern, oder was meinst du mit Thermischer Seite?
naja...bei 2 Vorderrädern teilen sich diese die Belastung - ist ja klar.

Trotzdem gibt es eine thermische Grenze der (einzelnen) Bremse und bei zu hoher Temperatur läßt die Bremswirkung nach. Auf die einzelnen Seiten betrachtet erhöht sich die Wärmeaufnahmefähigkeit eben nicht - die thermische Grenze bleibt (je Seite) immer gleich. Nur die Wärmeabgabefähigkeit kann sich unterscheiden...einfaches Beispiel: rechts bekommt durch Feuchtigkeit auf der Straße mehr Kühlung. Bei geringsten Differenzen zwischen den beiden Seiten zieht die Bremse dann einseitig, wenn es um die Vorderachse geht (hinten ist das kaum zu bemerken).

Die Auriga Twin ist nach Biketechnik auf Gewicht gebaut und kommt daher recht schnell an seine thermische Grenze, die für schwere/schnelle Fuhren halt einfach über zu wenig Wärmeabgabefähigkeit verfügt.
Diese Wärmeabgabefähigkeit kannst du mittels Pad-Kühlkörper/Padgröße/Diskstärke/Materialschwärzung etwas erhöhen - allerdings nur begrenzt, weil Thermik sich nur leicht zeitverzögert zwischen den einzelnen Bauteilen auf diese verteilt.
Die abzuführende Wärme verteilt sich durch diese Verzögerung zu langsam und führt zum kurzfristigem Überschreiten der thermischen Grenze einer Seite und damit zu Differenzen zwischen links/rechts.

Aus diesem Grund setzen wir die Hope mit innenbelüfteter Disk ein, da sie über eine größere Wärmeabgabefähigkeit verfügt und die Disktemperatur generell (also durchschnittlich in allen Situationen) um ~15% sinken läßt.
Damit braucht man keine besondere Kühlung der Pads oder weiterer Bauteile, da eine größere thermische Reserve vorhanden ist...sprich mehr Sicherheitsabstand zur thermischen Grenze.

Thermische Überlastung kann man bei genauem Gucken schon optisch an der Disk erkennen (Anlassfarbe). Tritt das wechselseitig auf, kann es natürlich sein, das dies auch unbemerkt bleibt.
 
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