Stürze mit dem Lastenrad - oder auch Mensch wie fällt denn das?

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Hallo ans Forum,

aus aktuellem Anlass, einem Sturz mit Prellung der rechten Hüfte (nach dem Motto einmal ist keinmal, zweimal ist einmal zuviel ich fahre jetzt mit der Straßenbahn und hol mir vorher ne neue Hose), wollte ich einmal eine Frage in die Runde stellen. Und zwar nach dem Fahren unter widrigen Bedingungen und Stürzen mit dem Bakfiets im besonderen.
Es sind ja heute die Stürze zwei und drei die ich mit meinem Bakfiets hingelegt hab, und da muss ich schon sagen, das fällt anders als alles was ich vorher unterm Hintern gehabt hab. Im Sommer dachte ich ja noch an überhöhte Kurvengeschwindigkeit, aber seit heute muss ich gestehen ich habe das mangelnde Gewicht über dem Vorderrad zusammmen mit dem Gesamtgewicht der Fuhre und der Sitzhaltung massiv unterschätzt. Dort wo ich am normalen Rad mit einem Bein und dem Lenker ein auch auf Eis stabiles Dreibein schaffen konnte gehts mit dem Bakfiets stumpf und schmerzhaft nach unten. Vorallem da das Vorderrad schon so weit vorne auf Eis gerät das man hinten nichts mehr halten kann. Auch kurzfristiger Asphaltkontakt fängt das Vorderrad nicht wieder ein, da eben kein Gewicht auf das Vorderrad lasten kann und man einfach nichts mehr stabilisiert wenn man einmal ins Rutschen gekommen ist.
Daher wollte ich einmal in die Runde fragen wie Ihr das seht mit dem Fahren eines Lastenrads auf Eis und Schnee, und ist dass Lastenrad generell so sturzanfällig (wenns denn mal rutscht) oder gibts auch hier eine Lernkurve und ich sollt mich nicht so anstellen?

LG Holger

P.S. wenns zu dem Thema schon etwas gibt was ich übersehen habe dann reih ich mich da gern ein und wir halten das hier kurz.
 
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Das Bullitt wird mit den Marathon in Kurven auf frischem, feuchtem Asphalt auch unkontrollierbar. Ich sehe das auch so, dass da viel zu wenig Last auf dem Vorderrad liegt. Im Schnee ohne Eis hatte ich bisher eigentlich kaum Probleme, schwierig wird es auf Kopfsteinpflaster mit verkrustetem Schnee und Eis.

Da hilft nur verlangsamen, großer Radius und Augen zu. Der Rahmen schützt ganz gut, man muss nur auf das Knie aufpassen und die Hände am Lenker lassen. Habe diesen Winter schon drei Hosen durch, aber noch keine ernsthaften Verletzungen :cool:
 
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Bei Eis und Schnee räume ich das Feld und nutze die Öffentlichen. Das fahren mit LJ oder 3er finde ich ziemlich ungemütlich. Meist sind die Radwege schlecht oder nur teilweise geräumt, die Straße ist von schlecht gelaunten Autofahrern gesäumt, die mir dann noch den Matsch an die Beine schleudern. Berg hoch rutsch ich, Berg runter schleuder ich. Mein LJ konnte ich nun zwei mal nicht nicht abfangen und habe es sanft legen können. Ich brauche deutlich mehr Zeit für den Weg zur Arbeit und bin mehr gestresst.
Über Spikereifen nachdenken lohnt nicht, diese extreme Witterung kommt ja auch nicht jedes Jahr und wenn, dann nicht lange. Deshalb kapituliere ich und fahre mit dem Bus.
 
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Ich seh auch das Vorderrad als Hauptproblem. Ich war geradeaus unterwegs, keine Kurve nix und auf einmal wurde es leicht und es ging Richtung Asphalt.
Aber dem Autofahrer der das Mitbekommen hat den muss ich loben!! Ich war auf dem erhöhten Radweg und er hat sofort den Warnblinker angemacht, angehalten und gewartet ob mir was passiert ist. Das muss man einfach auch einmal lobend erwähnen.
 
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Ich bin heute bei leichtem Matsch auch ganz gut mit Vorder- und Hinterrad (Big Ben) gerutscht. Das konnte ich noch ausgleichen aber es war das heftigste Gerutsche, was ich bisher auf dem Lastenrad hatte. Und ich mache mir als Querfeldeinfahrer nicht wirklich etwas aus (kontrolliertem) wegrutschen.
Zugegeben war ich die Fuhre leer.
 
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Ich hab auf "wenig Schnee" auch bei glätte eigentlich kein Problem mit dem Rapid. Ein Lastenrad ist besonders bei Eis und Schnee halt eher ein LKW als ein Sportwagen oder Kurvenräuber. Da ist angepaßtes fahren angesagt. Hauptproblem ist nicht das Vorderrad, sondern die nicht angepaßte Geschwindigkeit. Ich hab mal meine dickes schweres Kettenschloss bewußt bei Schnee vorne um den Lenkopf gehängt oder vorne vor die Alukiste gelgt, in der Hoffnung das es hilft... war aber komplett negativ. Heikel wirds bei mir bei dickeren "festgefahren" Schneedecken oder Matsch der unterm Hinterrad auseinander bricht und das fahren unberechenbar machen. Dann stell ich um auf reinen Fußbetrieb.

:) Helmut
 
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Mich hat es auf kalten, regennassen Straßenbahnschienen und Kopfsteinpflaster mal hingelegt, als Linksabbieger. mir ist nix passiert, das Bullitt hatte eine neue Narbe. Bei mir lag es nicht angepasster Geschwindigkeit und vielleicht an ein wenig Übermut. da ich diese Stelle fast täglich fahre, lernte ich schnell das Langsam das neue Schnell dort ist.
 
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Ich hatte bisher drei Stürze.
Zweimal ist das Vorderrad weggerutscht. Einmal bei Neuschnee über eine Wiese gefahren und einmal über einen schmalen zugewachsenen Weg wo ich schnell reagieren musste. Die beiden Stürze waren harmlos.
Beim dritten Sturz ist mir bei voller Beladung mit Hinterher (bei einem Umzug) der Flansch von der Vorderradnabe bei ca. 40 km/h auf Asphalt gerissen. Außer Schürfwunden und Prellungen ist hier zum Glück nichts schlimmeres passiert.
 
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Während ich auf mein Lastenrad warte, halte ich schon einmal fest, dass ich damit dann doch deutlich anders fahren muss als mit dem aktuellen Biobike. Die Physik ist zwar die gleiche, aber irgendwie wohl doch eine andere. Ich fahre zwar praktisch nicht im Gewusel der Stadt (wie auch, wenn ich auf dem Land wohne) und fahre entweder Strecke entlang der Landstraßen oder Waldwege (dann jöringmäßig mit Hund vorneweg im Zuggeschirr), aber Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

Ansonsten waren meine letzten Stürze mit normalen Fahrrad: Handstand bei Fahrt im Schritttempo, weil mir ein Dussel vor das Rad lief (eine meiner ersten Ausfahrten mit Scheibenbremsen, die bremsen wirklich besser als Cantilever). Absteigen sehr unelegant. Und noch einmal beim Jöring: Der Hund bleibt abrupt stehen, weil auf der Straße eine Kiste von einem LKW gedonnert ist. Ich habe mich für einen kontrollierten Abgang nach rechts auf die Grasnarbe entschieden, weil ich meinen eigenen Hund nicht überfahren wollte.

Ich freue mich schon auf meinen ersten Sturz mit dem Lastenrad. ;)
 
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Ich musste auch vor wenigen Tagen auch Bekanntschaft mit einem riesigen Schneehaufen machen, in dem ich hineingefallen bin, als ich auf dem Schnee weggerutscht bin. Bei mir war das Problem, dass die Reifen zu prall und der Schnee zu locker war und ich schlichtweg die Kontrolle verloren habe. Glücklicherweise ist weder mir noch dem Rad etwas passiert, da wir, wie oben schon genannt, sicher im Schneehaufen gelandet sind.
 
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Ich war gestern morgen auch ziemlich am rumeiern, inkl. kleinem "Sturz". Festgefahrene Schneedecke, die unvermittelt aufbricht und das Vorderad wegzieht ...
Ich hatte aber das Gefühl, dass der 2,15er Marathon Winter Plus vorne auf dem Bullitt noch am ehesten über solche Gegenheiten drüber rollt. Mit schmaleren Reifen bricht man da schneller ein. Wenn beim Bullitt das Vorderrad aber weg ist, isses weg. ;) Einfangen funktioniert dann aufgrund der geringen Last vorne drauf nicht mehr wirklich.
 

Ajs

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Mich hat es auch einmal hingelegt. War auf Schotter + etwas Eis. Das ging so schnell, da hatte ich gefühlt keine Chance. Ich hatte mehrmals schon die Kontrolle vorne verloren - meisten war ich zu schnell - konnte aber das abfangen.

Mein Fazit ist: mit Kindern fährt man sowieso vorsichtiger, aber die 20 - 40 kg bringen was. Man sollte sich für den Winter vorne ein Gewicht installieren (falls keine Kinder zur Hand). Das würde zu einem deutlichen Sicherheitsgewinn führen.
 
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Bisher noch keine Stürze mit dem Lastenrad
*aufholzklopf*

Allerdings lasse ich bei richtig miesen Bedingungen das Lastenrad einfach in der Garage und bringe das Kind die 800m zur Kita zu Fuss und den Einkauf (150m) mache ich dann auch zu Fuss. Schön so ein Landleben :D
 

bastiaen

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Ich bin vor einigen Jahren mit dem alten SUB ungebremst gegen einen Poller gefahren. Auf der Kiste gelandet und irgendwie am Lenker hängen geblieben. Zwei blaue Flecke an den Schienbeinen von der Hinterkante der Kiste.
Die Ursache war ganz blöd: das war die erste Fahrt mit einer 15 cm breiteren Kiste...
 
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Wow. Der Durchschnittsdeutsche benutzt bei diesen Entfernungen sein SUV.

Aber 150 m bis zum Einkaufen - dann wohnst du nicht wirklich auf dem Land. ;) Auf dem Land wohnt man, wenn man für den Rückweg vom Einkaufen den zweiten Akkupack braucht.
Ja meine Nachbarn fahren mit dem Auto zum Einkaufen ;)

Im Vergleich zu Nürnberg (Stadt) ist das hier Land. Aber der Ort hat 2 Supermärkte und sonst noch alles da. Die Entfernungen sind hier tatsächlich kürzer als vorher in Nürnberg.

Zum Thema ein Zitat von mir aus einem anderen Faden
bin vor paar Jahren bei leicht gepulverten Neuschnee mit dem unbeladenen Bullitt unterwegs gewesen.
Spaß war das nicht und ich musste alles an Balance und Radgefühl was ich habe auspacken um anständig fahren zu können!
Bereift war es mit Big Apple in 2“
 

bastiaen

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Nee. Die Poller standen zu eng beieinander - "Herr Wachtmeister, ich hätte es ja eigentlich noch geschafft, aber die Kurve war zu eng."
Kaum.
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Mich hats mit dem Rapid auch beim ersten Eis im November hingelegt. Rad ist auf der Kiste seitlich weggerutscht und ich auch.
War so eisig, das ich kaum das Rad aufstellen konnte o_O.
Lenkstange und Kiste hatten ein paar Kratzer, sonst zum Glück nichts passiert (Hose auch noch ganz :)).
Fahre seit November mit Spikes vorne (am Pendlerrad sowieso).
 
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Ich war mit dem neuen Bullitt gestern auf Schnee und heute morgen auf fiesem Glatteis unterwegs. Ohne Ladung und dementsprechend voooorsichtig. Am Nachmittag habe ich einer Freundin beim Umzug geholfen: Mit 10kg in der Box war das Fahrverhalten wie ausgewechselt.

Es ist sicher kein Fehler, einen Sack Katzenstreu o.ä. im Radraum aufzubewahren und bei Schnee als Last vorn reinzulegen - so wie früher im Autokofferraum bei Hecktrieblern.


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