"Schwerlast" Kiste Selbstbau Tipps?

Dieses Thema im Forum "Technik allgemein / Selbstbau" wurde erstellt von toto, 28.03.2018.

  1. toto

    toto

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    Hallo,

    ich bin neu hier und hoffe ihr könnt mir helfen. Ich baue bzw. plane gerade einen Christiania-Aufbau. Ein Freund von mir möchte auf Märkten Kaffee verkaufen. Bzw.. eigentlich macht er das schon, aber mit dem Auto und Rollcontainern.

    Wir haben schon Ideen, in welche Richtung die Reise geht aber an ein paar Stellen bin ich mich noch nicht so sicher, ob das nicht besser geht.

    Die Maschine wird mit Wasser im Kessel gut 80kg wiegen. Auf der Arbeitsplatte oben werden also sicher gut 100kg an Gewicht stehen (mit Mühle, Tassen, etc.).

    Konstruktiv denke ich im Moment an eine rechteckige Box. Wir bauen auf ein Christiania NoBox+30 auf. Haben also 118cm x 62cm x 60cm (macht dann ca 90cm Arbeitshöhe) Kiste. Ich würde spontan 3x3cm Kantholz verwenden für einen innenliegenden Rahmen, oben mit Querstrebe für die aufliegende Arbeitsplatte. Auf die Seiten würde ich 6.5mm FilmFilm-Multiplex aufschrauben. Bodenplatte und Arbeitsplatte aus 15mm starkem Multiplex.

    Ein paar Fragen und laute Gedanken:
    • Passt das mit dem Kantholz? Ich hab ursprünglich an ein "Gerippe" aus 15mm Multiplex gedacht, aber das wird zu schwer fürchte ich. Deshalb wollte ich nur die stark belasteten Teile aus 15mm machen und stattdessen mit Kantholz arbeiten.
    • Fichte/Tanne passt?
    • Die Kanthölzer würde ich mit Überblattung verleimen. Unter der Arbeitsplatte mit zusätzlicher Verstrebung um die 100kg abzufangen
    • Sollte ich den Rahmen noch irgendwie behandeln, oder passt das. Liegt ja "innen"...
    • 6.5mm Film-Film ist glaube ich ganz gut für die Aussenwände. Die Kanten würde ich mit Hartöl imprägnieren. (Das Fahrrad wird überdacht geparkt sein. Wetterfest ist also nicht sooo kritisch)
    • Das Christiania hat Punkte zum Verschrauben vorgesehen. Ich würden an diesen Stellen in den Kistenboden Einschlagmuttern oder Gewindemuffen einsetzen. Geht das besser? Klingt irgendwie ein bisschen nicht so optimal...
    Danke euch schonmal für eure Anmerkungen und Tipps!

    Schöne Grüße aus Berlin,
    Hans
     

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  2. jeneu

    jeneu

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    Ich würde beim Aufbau vor allen Dingen an eine gleichmäßige Gewichtsverteilung denken und den Schwerpunkt möglichst niedrig, mittig und zwischen Vorder- und Hinterrad halten.
     
  3. Köllefornia

    Köllefornia

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    Warum nicht aus Alu-Steck-Profilen als „Skelett“ und oben eine Platte drauf?
     
  4. Helmut60

    Helmut60

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    Ich fahre regelmäßig einen Rollstuhltranporter mit 100 Kg suf der Ladefläche. Der Schwerpunkt liegt auf ca. 60 cm Höhe,.... das schaukelt beim fahren ganz ordentlich. Bei 100 kg mit noch höherem Schwerpunkt schaukelt das noch mehr, so das sich eine Holzkonstruktion auf 3 x 3 "Kanthölzchen" quasi verbieten .... Das hält der Belastung auf Dauer nicht stand. WEnn mit dem Rad "richtig gefahren" werden soll = nicht nur 10 m vom Anhänger runter auf den Standplatz.... solltest du als Basis ein Rad aussuchen bei dem die Ladefläche möglichst tief liegt = unter der Achshöhe. Dann kann man dem Wassertank so tief legen das das Gewicht das Fahrverhalten stabilisiert.... und nicht 80 cm hoch.... gefährlicher macht. So "fährt" sich so ein Rad auf öffentlichen Wegen wesentlich sicherer.

    :) Helmut
     
    lowtech gefällt das.
  5. toto

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    Danke an alle Kommentatoren bisher. Ja, der Schwerpunkt – der macht mir auch Sorgen, aber ich glaube da muss ich so gut es geht "drumrum" arbeiten.

    @Köllefornia: Das ist tatsächlich bisschen im Hinterkopf, aber ich hab noch nie mit solchen Profilen gearbeitet. Steckverbindung kenne ich aus dem Baumarkt, denen würde ich aber nicht vertrauen, oder sind die so stabil? Ich hab schon an solche Alu-Profile gedacht, die man dann mit so nem Nut-System verschrauben kann. Nicht ganz billig, aber sicher top Kompromiss aus Stabilität vs. Gewicht. Habe aber ein bisschen Angst davor, dass ich entsprechend Material kaufe und dann aber nicht wirklich zurecht komme. Auch wie ich da die Verblendung ranbekomme ist mir bisschen unklar...

    @Helmut: Es ist tatsächlich so, dass das Rad vornehmlich mit dem Hänger transportiert wird. Die letzten Meter werden dann aber natürlich doch gefahren und ich will natürlich sicherstellen, dass die Box auch mal nen Bordstein aushalten würde. Das Christiania ist leider schon gesetzt und gekauft. Ich war da nicht eingebunden, muss jetzt so gut es geht damit arbeiten. Ich war übrigens heute im Baumarkt und hab die von mir vorgeschlagenen 3x3 "Kanthölzchen" :) gesehen. Ja, das ist definitiv zu wenig... recht du hast. Habe jetzt mal zum Test ein paar 72x24mm mitgenommen. Das scheint mir (hochkant) besser zu passen. Habe noch mal ne Grafik angehängt, wie ich das aufbauen würde. Screen Shot 2018-03-29 at 16.38.56.png
     
  6. Helmut60

    Helmut60

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    @toto.... Ui ui.... so ein Gestell sollte man eher wie eine Schwimmhilfe = möglichst leicht... denn als extra als schweren Balast... bauen. Im Baumarkt gibt es nicht nur Holz, sondern auch 4kantrohr. Das in 30 x 30 mm is leichter und stabiler als so ein Holzgerüst. WEnn man sich die Teile selber auf länge schneidet, findet man sicher einen Metallbauer, der es für die wenig Geld zusammenschweißt.

    Wie soll die Kiste denn verkleidet werden ? Halten täte nähmlich auch 10 mm Siebdruckplatte verschraubt und verklebt. Da darin Lebebnsmittel gelagert / verkauft werden sollen, kann es hilfreich sein beim Gesundheitsamt / Lebensmittelüberwachung zu klären, wie der Kasten beschaffen sein sollte, damit es bei einer Kontrolle keinen Ärger gibt.

    :) Helmut
     
  7. toto

    toto

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    @Helmut60 Ich glaube viel leichter geht's nicht. Habe eben nochmal nachgerechnet und bin auf folgendes Gewicht pro Meter gekommen:

    * 72x24 Konstruktionsholz (z.B. Fichte) --> ca. 0,8kg/meter
    * Aluminiumprofil 8 30x30 --> ca. 0,9kg/meter
    * Vierkant Stahl 30x30x2 --> ca. 1,75kg/meter

    Ohne Zweifel wäre ein geschweisstes Stahlgestell die stabilste Variante, aber sicher nicht leichter als die Holz-Option.

    Ich denke ja, dass es irgendwie funktionieren wird. Von allen 4 Seiten kommen vollflächig 6.5mm Film-Film Multiplex dran. Das sollte das ganze ordentlich versteifen, was meinst du? Oben gibt es dann 18mm Tischlerplatte+umlaufend Anleimer als Arbeitsbereich. Als Boden weiss ich noch nicht genau, das Fahrrad wurde gestern geliefert. Ich kann es am WE angucken und muss dann mal sehen, wie der Unterbau aussehen kann/muss.

    (Gerade sieht es auch so aus, als ob nicht die große Maschine draufkommt sondern eine kleinere, die ein bisschen leichter ist.

    Guter Punkt auch mit den Lebensmitteln. Tatsächlich müssen wir da ein bisschen drauf achten aber vornehmlich AUF der Box. Der Körper ist egal, wir müssen nur Warmwasser dabei haben + ein kleines Waschbecken.

    Danke dir!
    Hans

    PS: Update der Unterkonstruktion im Anhang. Sollte ein bisschen besser die Belastung von oben nach unten durchreichen + An allen Seiten umlaufend Futter um die MPX-Beplankung anzuschrauben. Screen Shot 2018-03-29 at 20.02.09.png
     
  8. Helmut60

    Helmut60

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    Durch die Art Unterkonstruktion bekommst du einen innen sehr schlecht sauber zu haltenden Kasten mit viele Ecken. Baut man so einen Kasten aus direkt verschraubt, und verklebten Plattenmaterial = kein Lattengestell drin... hast du innen 4 Ecken und kanst Bodentiefe Türen dran bauen.

    :) Helmut
     
  9. toto

    toto

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    Die Variante OHNE Innenkonstruktion habe ich ehrlich gesagt nicht weiter verfolgt, weil mir das zu schwer erschein. Umlaufend sind ja über 2qm Material drauf, in 18mm (weniger ggf. doof zu verschrauben) MPX werden das schnell über 30kg.

    Die Verblendung in 6.5mm Material ist bei gleicher Fläche gerade mal ca. 12kg. Laut meinem CAD hat der oben gezeigte Rahmen ca 0,02 kubik, --> macht rund 10kg. In Summe also schon deutlich leichter (8kg) und im Zweifel auch stabiler, vermute ich. Aber ja – guter Punkt mit dem Putzen. Ich hoffe mal, dass hat keine Priorität... :unsure:

    Danke Helmut!
     
  10. Fripon

    Fripon

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    Hallo toto

    Ich habe immer für solche Bauten Metall winkel verbaut ( Wohnmobil Ausbau)
    Für meine Zwecke Alu Winkel Baumarkt,Grobspanplatte.
    Die Winkel liefen über die komplette Länge der Verbindung und waren mit ausreichend Bohrungen wersehen um alle 10 cm in beide Platten zu schrauben.
    damit keine Schraubenköpfe raus standen waren die Bohrlöcher für Spax Schrauben angesenkt.
    Für die Optik habe ich immer einen Viertel Stab von außen auf die Ecke geleimt.
    Die älteste dieser Konstruktionen ist mittlerweile seit 30 Jahren in verwendung und war glaube ich schon in 3 VW Bussen verbaut bei vier Besitzern.
    Für deine Filmplatten nimmst du eben zwei Aluwinkel und klemmst die Platte dazwischen.
    Entweder mit Schrauben oder mit Pop Nieten bei dieser Bauweise kannst du die Platten auch dünner machen,da bewegt sich Nix.
    Damit die Ecken besser aus sehen gibt solche Eckenschützer z.B. bei großen Boxen.

    https://www.ebay.at/itm/4-Koffereck...385146?hash=item441a526b3a:g:ZxoAAOSw1R1auPaJ

    oder

    https://www.ebay.at/sch/i.html?_sop=1&_nkw=boxen+ecken&_ipg=200&rt=nc

    Wenn du jemand kennst der eine Biege Bank für Blech hat kann der die Winkel auch aus Blech machen Vorteile billiger und die Ecken sind auch gleich ein wenig abgerundet.


    Viel Spaß beim Bauen und bitte Fotos vom Resultat.

    Frohe Ostern Fripon
     
  11. Helmut60

    Helmut60

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    Natürlich muß man bei dünneren Material genauer arbeiten.....aber wenns um das Gewicht und Raumausnutzung geht ist das den doch Recht geringeren Aufwand wert. Wenn man vorhat mit so einen Rahmen zu bauen kann es sich lohnen den Innenausbau genau zu planen.....mitunter ist der durch die Rahmenbauweise komplizierter .....Schubladen z.B. helfen beim Ordnung halten und schnellem Zugriff....Balken in den Ecken sollte man dann jedoch vermeiden.

    :). Helmut
     
  12. holzwurm

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    Wenn Du es eh mit einem Autoanhänger transportierst, dann baue doch direkt einen Autoanhänger um. Da sparst du viel Geld und die Konstruktion kann auch stabiler ausfallen. Mal von den hohen Schwerpunkten mit der schweren Kaffeemaschine abgesehen.

    Oder willst Du Blendwerk und Greenwashing an Deinen zukünftigen Kunden betreiben? Das Lastenrad ist doch gerade dafür da, möglichst wenige km mit dem Auto zu fahren.....
     
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  13. mimei

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    d`accord
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  14. Helmut60

    Helmut60

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    Na Na.. ein bisken nach Fahrrad sollte dat ding doch noch aussehen.... So gesehen würde ich mir eine "Kiste zum Kaffeverkauf" bauen.. so richtig mit ausklappbarem Tresen und Barhockern drum für den Standbetrieb, dampfender Kaffeemaschine, ne schicke rustikale Pergela drüber...... ein Paar rustikalwirkende Fahrrasdräder zum drauf rollen dran.... Platz für einen LenkermitKklingel findet sich sicher auch..... So dürfte sich mehr Kaffe verkaufen alsmit einem auf leicht gebauten aber nicht zu fahren gedachten Kaffeeverkaufsdings mit Dreiradlook. ;-)

    :) Helmut
     
  15. Köllefornia

    Köllefornia

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    Es gibt die Aluprofile in verschiedenen Stärken und Ausführungen. Die stabilen Varianten sind begehbar, oder werden auch als Maschinentische/Arbeitsplätze verbaut. Es gibt auch Varianten mit seitlicher Nut, da kann dann die Verkleidung (z.B. leicht zu bedruckende Dibond-Platten für Logo / etc.) eingeschoben werden. So ein System lässt sich auch wieder demontieren. Schau mal in Richtung Messebau... Da wird es dann aber leider auch schnell teurer.
    Sollte der Stand mal umgebaut werden, kann man die Verbinder und ein Teil der Profile auch wieder in anderen Projekten verwendet werden.
    Habe gerade aus solchen Resten eine Handdeichsel für den Carry Freedom Anhänger zusammengesteckt. Eine Art Lego für den Heimwerker.(y)
     
  16. toto

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    Hallo zusammen, ich war mal eben weg und hab das Teil gebaut. :)

    Im Rahmen meiner zeitlichen und Werkzeug- Möglichkeiten bin ich beim Multiplex-Rahmen geblieben. Habe natürlich trotzdem versucht Gewicht zu vermeiden, wo ich konnte. Es ist sehr stabil geworden und trotzdem nicht zu schwer. Wir konnten das fertige Rad noch gut aus der Werkstatt raustragen und Anfahren/Fahren ist überhaupt kein Problem. Die nächste Anfrage steht schon in der Pipeline, dann mit weniger Zeitdruck. Da kann dann das von hier gelernte + meine Erfahrungen aus diesem Bau einfliessen: Es wird dann wohl ein Alu-Rahmen.

    Ein paar Bilder hab ich für euch vom Bau und fertigem Rad.

    Erster Test
    IMG_2845.JPG

    Tests: Quersockel über Rampa-Muffen auf Rahmen
    IMG_9386.JPG

    Finaler Rahmen, lackiert
    IMG_7619.JPG

    Planung Front-Tür
    IMG_0520.JPG

    Erneuter Testfit mit Beplankung
    IMG_0270.JPG

    Innenausbau für Material, Wasser etc. auf Schienen verfahrbar
    IMG_3462.JPG

    Theken über Stockschrauben
    IMG_1027.JPG

    Gepäckträgerbox mit "Legende"
    IMG_3142.JPG

    Die Oberflächen sind aus Tischlerplatte, Eichefuniert. Alle offenen Kanten haben Eichenleisten angeleimt bekommen.
    IMG_2051.JPG

    Fertiges Rad kurz vor der Abfahrt mit Barista am Handy
    IMG_1285 2.JPG

    Schönen Tag und Danke noch mal für alle Ideen, Vorschläge und Anmerkungen.

    Hans
     
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  17. holzwurm

    holzwurm

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    Da kann ich aus Holzwurmsicht nur sagen: Chapeau! So wie das jetzt aussieht ist es doch prima "strameplbar".
    Mit Aluprofilen, Betoplan-Platten und Popnieten aus dem Flightcasebau kannst Du noch einige Kilos sparen. Ich denke da z.B. an folgendes Profil für die Ecken:
    https://www.adamhall.com/shop/de-de/flightcase/profile/897/6107?c=14601

    Scheint ja doch kein "greenwashing-Projekt" zu werden ;)
     


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