Schneller mit schmaleren Reifen?

Mein BBF Miami (Bullit Verschnitt) rollt aktuell auf BA, 2.15. Ich fahre auch in der Tat Lasten damit rum :). Kann man mit schmaleren Mänteln (z..1,75) den Rollwiderstand reduzieren? Wenn ja, was wäre zu empfehlen? Danke. Nico
 
Radio Eriwan sagt: Im Prinzip ja.
Aber es hängt von Reifenbreite, Druck, Profil und Gummimischung ab.
Bei gleichem Druck und Profil wird der schmalere Reifen leichter Rollen. Ein 1,75 Trekking Reifen wird aber schlechter Rollen als ein Lokal in 2,2.

Auch das Gewicht spielt besonders beim beschleunigen eine Rolle.

Ich würde erstmal probieren, den BA mit hohem Druck zu fahren. Mit 4 hat rollt der sehr schön.
 
Ist es?
Stimmt wohl.
Zumindest lese ich das so aus den Schwalbe Hinweisen zu Ballonreifen.
Habe beim Essen machen getippt. Das geht meist daneben. Aber besser als richtig getippt und Essen verdorben...

Der gleiche Reifen rollt mit mehr Druck leichter.
Bei gleichem Druck und sonst gleichen Bedingungen rollt der breitere von beiden leichter, wenn er nicht soviel schwerer ist, das der Vorteil aufgehoben wird.

Ich nutze die breiten Reifen weil sie bei wenig Druck etwas federn und wegen des Grossen Volumens nicht gleich durchschlagen. Ausserdem rollen sie auch mit relativ wenig Druck gut.
 
Mehrere Tests haben den tendenziell breiteren Reifen den gleichen, wenn nicht sogar niedrigeren Rollwiderstand ggü. schmaleren Modellen attestiert (Voraussetzung: Luftdruck immer nach Vorgabe).
Die breiteren bringen meist etwas mehr Gewicht mit und lassen sich daher träger beschleunigen. Hast du das Gefühl, dass dein Hobel nicht ordentlich rollt, würde ich zuerst etwas an Luftdruck machen. Also max. aufpumpen und erneut testen.
Zumal der BA keinen allzu hohen Rollwiderstand aufweist. Da wirst du mit einem 1,75er deutlich schlechteren Komfort, aber kaum order gar keine bessere Leichtläufigkeit wahrnehmen.
Sollte der Hobel weiterhin gefühlt schlecht rollen: Lager und Bremsen checken.
 
Ok, hab´s verstanden :). Die BA fahren sich auf jeden fall sehr komfortabel und man kann auch mal gut einen abgesenkten Boardstein hochfahren. Ich probiere es erstmal mit etwas mehr Druck. Danke!
 
Zum Thema Reifengewicht:
Wenn Du ein Gefühl dafür bekommen willst, wie sehr das höhere Gewicht eines Reifens beim Beschleunigen stört, dann bocke Dein Fahrrad so auf, daß das Hinterrad frei dreht und trete dann mit aller Kraft (im obersten Gang) ins Pedal, um das Hinterrad zu beschleunigen. Diesen Test machst Du mit dem schweren Reifen und mit dem leichten Reifen und vergleichst dabei die Agilität!
Um es vorweg zu nehmen: An einem Lastenrad mit seinem hohen Gewicht ist das nur ein Placebo und selbst am Rennrad kaum wirklich messbar, wenn man an einem Reifen 100 Gramm spart.
Was einen großen subjektiven Unterschied macht, ist die Tatsache, daß ein Vorderrad mit einem leichten Reifen sich leichter hin und her schwenken läßt, während es sich dreht. Das erzeugt gerade bei leichten Rennrädern das Gefühl, größerer Leichtigkeit und möglicherweise ist es beim harten Reintreten in der Beschleunigung oder im Wiegetritt für Kraftentfaltung leicht vorteilhaft.

Breitere Reifen rollen bei gleichem Druck leichter, als schmale Reifen, wenn ihr Aufbau gleich ist. Also z.B. breiter BA gegen schmaler BA. Wobei der Big Apple z.B. mit dem Big Ben absolut vergleichbar sein dürfte, denn die unterscheiden sich nur im Profil, wenn man die gleichen Reifendimensionen miteinander vergleicht.

Beim Vergleich breiter Reifen mit schmalem Reifen wird gerne übersehen, daß der schmale Reifen, wenn er mit dem gleichen Druck aufgepumpt ist, wie der dicke Bruder, eigentlich zu wenig Druck für den Vergleich hat! Man müsste beider Reifen z.B. auf ihr jeweiliges Maximum, Minimum oder Optimum (Empfehlung des Herstellers) aufpumpen. Dann ist der schmale wieder leicht im Vorteil.
Auf der Prüfrolle!!!!!!!!!!
Auf der Straße ist es aber gerade ungefederten Lastenrädern so, daß der harte Reifen mehr springt, was wieder die Kraftübertragung stört, so daß die Kraft des Fahrers teilweise verpufft, wenn Reifen "mal wieder abhebt".
So macht es auch Sinn, einen breiten Reifen gerade auf schlechten Straßen mit etwas weniger Druck zu fahren, wenn die Traglast dann noch reicht.

Das Thema ist sehr komplex und in der Praxis ist viel Subjektivität im Spiel. Fahrgefühl, Geräuschentwicklung, usw.

Das einzige, was unbestreitbar ist:
Bei hohen Geschwindigkeiten sind schmale Reifen windschnittiger, als breite. Hauptsächlich deswegen fahren Rennräder mit schmalen Asphaltsägen!
Ich glaube nicht, daß bei einem Lastenrad im Long-John-Stil, wie dem BBF Miami der Luftwiderstand, den Du mit 1.75 gegenüber den 2.15 einsparst, wirklich spürbar wird.
Wenn Du da was gut machen willst, musst Du auf 32mm Reifen gehen. Dann musst Du aber Glück haben, wenn der Hersteller die noch für das unbeladen Rad von der Traglast her freigibt. :ROFLMAO:

Teste es einfach aus!
Bitte beachte die Traglast des jeweiligen Reifens! Die Traglast, die Schwalbe (und nur die geben Traglasten an, so weit ich weiß) bezieht sich immer auf den Maximaldruck!

Ich würde als erstes mal probieren, wie sich die Reifen fahren, wenn sie gut aufgepumpt sind. Das ist am billigsten und verbessert außerdem die Seitenführung der Reifen, was sich oft auch schon besser anfühlt.
 
Hier ist es sehr schön erklärt:
Und immer wieder die gleiche sinnleere Aussage aus der Schwalbewerbung: Bei gleichem Druck rollt der breitere Reifen leichter. Äpfel und Birnen. Es fährt ja keiner einen 28mm Reifen bei zwei bar. Den fährt man bei 8 bar oder so. Und dann rollt er leichter als der 56mm Reifen, der ist nämlich bei 5 bar geplatzt.
Was außerdem gern verschwiegen wird: Bei gleichem Druck ist der schmalere Reifen komfortabler. Er sinkt tiefer ein und durch die längere Aufstandsfläche gleicht er Unebenheiten besser aus.
Aber: Erst mit fetten Reifen ist es überhaupt möglich wirklich komfortable Reifendrücke zu fahren ohne an jeder Bordsteinkante einen Snakebite zu bekommen. Und nur breite Reifen können dank dem längeren "Federweg", der stabileren Konstruktion und weniger walken beim Rollen überhaupt die Lasten >100kg ab, die am Lastenrad auftreten.
Aber Rennradfahrer sind nicht ohne Grund auf 23mm Dackelschneidern unterwegs.
 
Der Luftdruck kann sehr viel ausmachen. Ich habe am Bullitt den 1.75er Marathon Plus. Mit 5 Bar fährt der sich richtig gut. Mit 3 Bar ist gefühlt kein fortkommen mehr. Das dreht sich so was von zäh.

Breitere Reifen haben auf Asphalt vor allem den Vorteil, dass sie mit etwas weniger Druck gefahren werden können. Dies bringt mehr Komfort. Wenn dieser Komfort oder die höhere Traglast nicht gebraucht wird, wie z.B. am Rennrad, dann hat ein breiter Reifen nur Nachteile. Wenn dies anders wäre, dann würden Rennräder längst anders aussehen.

Am MTB im Gelände ist das aber etwas anders. Dort rollen breitere Reifen unter Umständen wirklich besser als die schmalen. Daher wurden die Reifen dort auch immer breiter. Noch vor 15 Jahren waren 1.75" Reifen am MTB ganz normal. Das fährt heute keiner mehr freiwillig. Ausser vielleicht beim einem MTB Marathon wo viel Strasse dabei ist.
 
Breitere Reifen haben auf Asphalt vor allem den Vorteil, dass sie mit etwas weniger Druck gefahren werden können. Dies bringt mehr Komfort. Wenn dieser Komfort oder die höhere Traglast nicht gebraucht wird, wie z.B. am Rennrad, dann hat ein breiter Reifen nur Nachteile. Wenn dies anders wäre, dann würden Rennräder längst anders aussehen.
Da gehe ich nicht mit. Das Argument mit den Rennrädern wird nicht richtiger, je öfter es wiederholt wird.
Es kann durchaus sein, dass breitere Reifen (auch im Rennradbereich) sogar einen geringeren Rollwiderstand haben, so sie denn mit dem jeweils erforderlichem Luftdruck gefahren werden. Das ist natürlich immer auch von Felgenbreite, Reifenaufbau, Schlauch, Luftdruck, Untergrund usw. abhängig.
Speziell beim Rennrad kommt es neben dem Rollwiderstand ganz eklatant auf das Gewicht und damit auf die zu beschleunigenden Massen an. Da sind dünne Reifen eher im Vorteil. Bei hohen Geschwindigkeiten spielt dann auch die Aerodynamik mit rein. Es gilt den besten Kompromiss zu finden, der ist nicht zwingend beim schmalsten Reifen zu finden.
Aktuell sind Rennreifen mit mehr als 25mm breite keine Seltenheit mehr. Viele Racebikes werden nicht nur wegen der nicht mehr vorhandenen Felgenbremsen auch mit 28ern ausgeliefert. Conti bietet seinen neuen 5000er Rennreifen in 32mm an, der schlägt alle seine dünneren Brüder beim Rollwiderstand, teilweise sogar deutlich. https://www.bicyclerollingresistance.com/specials/grand-prix-5000-comparison
So oder so, die 19mm-Zeiten sind definitiv vorbei.
Die Aussage, dünne Reifen laufen schneller/leichter als breite, ist genauso wenig falsch wie richtig, denn es hängt wie immer davon ab... :)
 
@Schnubu

Einen 25mm (oder war der breiter?) breiten Reifen von Conti hatte ich schon vor 10 Jahren am Renner. Aber nur hinten gell. Der wurde aber damals noch mit mehr Konfort beworben und nicht mit dem Rollwiderstand. Ich fand den auch richtig gut. Vorne hatte ich aber auch keinen 19mm sonder etwas breiteres.
 
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