Schachstelle Riese&Müller-Cargobikes: Suntour XCM32, 20" Federgabel

Hallo zusammen,

nachdem die von R&M verbauten Spinner-Gabel zu Recht aus dem Programm geflogen sind, werden Suntour XCM32, 20"-Gabeln eingebaut. Die Performance von den Gabeln ist ganz ordentlich, zumindest wenn sie gehegt und gepflegt werden.
Nun ist es schon das vierte Lastenrad (3xPackster und 1xLoad) bei dem die Gabel zur Revision geöffnet wurde, weil brauner Schlamm am Standrohr immer wieder zu Tage trat. Egal welche Laufleistung (es war alles zwischen 1.000 und 11.000km dabei), die Gabeln sind die reinsten Wassersammelbehälter.
In den Tauchrohren steht das Wasser, entsprechend fangen die Stahlfedern an zu rosten, die Rostbrühe sucht sich den Weg nach außen über die Dichtungen. Der Ölfilm wird dadurch unterbrochen. Die verchromten Standrohre zeigen entsprechend schon nach wenigen tausend Kilometern enorme Abnutzungsspuren (Verchromung hin, Oberflächenrost).
Daher der Tipp: Haltet die Dichtungen, Abstreifringe und Standrohre penibel sauber und macht immer mal wieder etwas dünnflüssiges Öl auf die Standrohre. Legt euch für 4,50 Euro den Suntour Gabelschlüssel zu, holt die Stahlfedern raus und fettet diese ordentlich ein. Die Tauchrohre durch Lösen der 10er-Muttern unten von den Standrohren abziehen und mit Gabelöl fluten. Beim Lösen/Abschrauben der 10er Muttern dürfte bei den meisten ein ordentlicher Schwall Rostbrühe rauslaufen.
Achtet unbedingt darauf, dass an den Dichtungen kein Fett, sondern nur Öl hinkommt, da ansonsten das Losbrechmoment hoch geht und der Komfort stark leidet.

Viel Erfolg!

Schnub
 
Die Spinner-Gabel kannte ich vorher nur aus Leichtbau-Projekten aus dem MTB-Bereich. An einem R &M sollen die Standrohre aus der Krone herausgebrochen sein! Deswegen wohl die Rückrufaktion.
Wasser in der Gabel deutet auf zuviel Spiel oder schlechte Dichtungen hin. Vielleicht passen Dichtungen anderer Hersteller. An meiner Federgabel von 2000 oder 2001 waren Faltenbälge über den Standrohren. Das sah etwas komisch aus, Dreck und Wasser wurden aber effektiv zurückgehalten. Eigentlich sollte die Chromschicht aber länger halten, die Rohre sind ja nicht ständig unter Dreckbeschuss. Eine richtige Lastenradgabel müsste mal konstruiert werden. Nicht zu schwer und an den richtigen Stellen verstärkt.
 
Je länger man nach einer anständigen 20" Gabel sucht, desto weniger schlimm lesen sich die Preise der Reiseradgabel (Für in D ansässig mit europäischen Komponenten in Kleinserie finde ich sie sogar völlig ok gepreist)
Ist halt absolut gesehen immer ncoh ne Stange Geld und ich kenne keinen mit Erfahrungen zu der Gabel. Auf der Seite liest sich alles super, aber das ist zu erwarten.
BTT: Ich pflege die Dichtungen an meiner Gabel mit Silikonöl und wische die Standrohre regelmässig sauber.
Ggfs. kann man die Dichtungen auch gegen solche aus dem Motorradbericht tauschen - Die 25,4 an meienr RSRT sind eher zu dünn, aber 32mm Radialwellendichtringe gibt es bestimmt, KKR und Roller sowie alte Motorräder hatten durchaus so dünne Gabeln.
Die halten ja Ölfüllungen in Gabeln und Wasser (meistens ;-)) draussen. Die Losbrechkräfte werden etwas steigen, aber insgesamt könnte das ein gangbarer Weg sein.
ausserdem gbt es von HKS (In der Motorrad Szene bekannt) ein Öl, daß die Gummis pflegen und das Losbrechmoment beinahe eliminieren soll.
Vielleicht mag das ja mal jmd. testen.
 
Jo, die Reiseradgabel ist schon lange ein sehr interessantes Projekt. Würde mich als Tester zur Verfügung stellen... :) Aahh, Moment, ist ja ein S-Pedelec und damit geht das schon wieder nicht. Schade.
Ich glaube, wirklich wirksam ist nur penible Pflege oder/und Faltenbälge um die Standrohre. Ich frage mich nur, wie derart viel Wasser in die Gabel eindringen kann, anscheinend kommen die verbauten Dichtungen ihrer Aufgabe nicht nach. Kennt sich jemand mit dem Tausch solcher Dichtungen bei der Suntour-Gabel aus? Welche Dichtungen passen bei o.g. Gabel?
 
Faltenbälge sind eine Verschlimmbesserung. Die gab es vor Urzeiten mal bei Mountainbike-Gablen, haben sich aber nicht bewährt. Darunter bildet sich Schwitzwasser und es korrodiert erst recht vor sich hin.
 
Gibt es eigentlich im Moment überhaupt eine 20-Zoll Federgabel für Lastenräder, die einen sorglosen und relativ wartungsfreien (oder wenigstens wartungsarmen) Betrieb gewährleistet?
Oder ist man letztendlich mit dickeren Reifen (3+ Zoll?) besser bedient, wenn man eine gewisse Federung ohne erhöhten Wartungsaufwand haben möchte?
 
@neanderthaler: Kommt drauf an. Dreck der nicht auf der Gabel landet, schädigt die Gummis nicht. Und Regen/Spritzwasser sammelt sich auch nicht direkt oben auf den Dichtungen oder Abstreifern und wird dann u.U. eingesogen.
Schwitzwasser kann ein Problem sein, aber i.d.R. haben Faltenbälge eine oder mehrere Belüftungsöffnung und der Luftaustausch ist so groß genug, daß es in Summe noch besser ist als ohne. Ich spreche hiert aber aus Erfahrung im Motorradsektor, bei massivem Geländeeinsatz eines MTB kann es anders sein.
Ich habe die auch immer mal angehoben, allein schon um die Gabel auf Dichtigkeit zu prüfen.

@kistenfahrrad: Die Reiseradgabel gibt es in einer 20" Cargo Version. Angeblich wartungsfrei, mit etwa 90 mm progressivem Federweg. Leider mit 599,- nicht ganz billig.

Die Gabel an den aktuellen R&M wird ja soweit ich weiß auch als für LAstenräder überarbeitete Versin beworben.
Benutzen Douze und Pedalpower eigentlich auch die Suntour?!
 
Es sieht so aus als wäre die Reiseradgabel eine Parallelogramm Federgabel. Früher gab es mal sowas für MTB's von K2. Noleen oder Girvin hießen die und hatte einen Dämpfer drin. BMW hat sowas für Motorräder auch.
Seit ein paar Jahren lässt die isländische Firma Lauf dieses Konzept wieder aufleben. Solche Federgabeln sehen etwas gewöhnungsbedürftig aus, deswegen hat sich die Bauweise vielleicht nicht durchgesetzt. Scheint aber haltbar und pflegeleicht zu sein.
 
Die Reiseradgabel ist doch eine geschobene Schwinge oder?
Parallelogramm Gabeln gab/gibt es auch und der Duolever bei BMW ist wenn ich das recht erinnere eine Form der Parallelogrammgabel.
 
In meinem Steel Harry von Pedalpower BJ.18 ist die Spinner Grind verbaut. Bisher unauffällig.
Die ist ja vorher bei den Riese und Müller verbaut gewesen und war reihenweise nach ein paar Tausend km durch. Die Suntour ist zumindest von der Steifigkeit beim Lenken und Bremsen deutlich überlegen, da mit Steckachse.
Ob sie länger hält, weiß ich nicht, da Rad verkauft.
Die Spinner Grind war bei mir nach 8000 km kaputt.
 
Bei der Belastung, nicht verwunderlich. Es werden oft einfach Kinderfahrrad-Gabeln eingebaut. Allein das Eigengewicht eines Lastenrades ist schon viel höher. Wenn man dann vorne eine 180er Scheibe dran hat sind die Führungsbuchsen innen schnell verschlissen. Leider hat sich, bis auf Magura und der Entwickler der Reiseradgabel, kein Hersteller mal ernsthaft Gedanken über eine belastungsgerechte Federung gemacht. Wird wohl noch ein paar Jahre dauern bis einer die Nische entdeckt. Bei den ersten "Federgabeln" an Mountainbikes war die Entwicklung aber ähnlich. Weich wie Knete und ohne Dämpfung. Innen war oft nur Gummi als Federelement. Die Rohre viel zu dünn.
Bin aber voller Hoffnung, dass sich da bald etwas tut.
 
@neanderthaler: Kommt drauf an. Dreck der nicht auf der Gabel landet, schädigt die Gummis nicht. Und Regen/Spritzwasser sammelt sich auch nicht direkt oben auf den Dichtungen oder Abstreifern und wird dann u.U. eingesogen.
Schwitzwasser kann ein Problem sein, aber i.d.R. haben Faltenbälge eine oder mehrere Belüftungsöffnung und der Luftaustausch ist so groß genug, daß es in Summe noch besser ist als ohne. Ich spreche hiert aber aus Erfahrung im Motorradsektor, bei massivem Geländeeinsatz eines MTB kann es anders sein.
Es gibt doch auch so Neopren Gabelschützer...
Auch aus dem Motorradsektor.
Vielleicht ist das ja eine Option zu Faltbälgen als Gabelschutz?
 
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