Rollerbrake/Rollenbremse aufrüsten

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Weiter oben im thread wurde für Normalräder ja eine maximale Verzögerung von 5-6 m/s² erwähnt, weil bei höherer Bremsleistung sich das Rad überschlägt. Also wäre Lastenrad mit Rollenbremse genauso sicher vom Bremsen her wie jedes normale Fahrrad mit guten Bremsen. Das reicht mir. Es geht natürlich immer mehr, aber immerhin sind große Rollenbremsen längst nicht so "gemeingefährlich" wie es hier manchmal anklingt ;-)
 
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Also ich war grade nochmal da, weil mir das auch spanisch vorkam.

Die Entfernung der Pfosten habe ich mit 25m vermessen, habe den selben Bremsversuch auch mit dem Crossrennrad gemacht (2x160mm Scheibe, BB7 mechanisch). Auch hier kam ich aus 50km/h nach etwa 12m zum stehen. Das macht dann 8m/s^2. Dazu muss ich sagen, dass ich diesmal nicht voll an den Hebeln gezogen habe, sondern nur soviel wie ich normal zu einer Vollbremsung gebraucht hätte. Das Hinterrad hat hier nicht abgehoben. Mit abhebendem Hinterrad wäre sicher noch etwas mehr (bzw. weniger Bremsweg) drin gewesen.

Da scheint die Abschätzung vom ADFC bzgl. der max. möglichen Verzögerung am Aufrechtrad wohl etwas konservativ zu sein bzw. je nach Fahrradtyp und Sitzposition ist da wohl noch Luft.
 
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Ich hatte am Fuß des Hügels recht genau 50km/h drauf, habe eine Vollbremsung gemacht, es tat einen jenseits Schlag aus dem Bereich der Vorderradnabe , dass ich dachte das Radl fällt auseinander (ich vermute das war der Bremskraftbegrenzer) und ich kam genau von einem Laternenpfahl zum anderen. Das sind etwa 20m (nur Tachogemessen, hatte leider kein Massband dabei).

Danke für den Test!!! Ich hätte nicht gedacht, dass die Rollenbremse bei 50km/h noch derart gut verzögert. Die Begrenzung des Bremskraftbegrenzers ist höchstwahrscheinlich nicht auf 50km/h ausgelegt. Interessant wäre ein Vergleichstest bei 20-25 km/h. Die 50km/h erreicht man mit den meisten Kindertransporträdern ja eher selten. Bei meinem Radl flieg ich bei 50km/h eher vom Rad, als das ich noch Zeit, bzw. Mut für eine Vollbremsung hätte. 20-25 km/h wären sicher auch für Väter und Mütter interessant, die sich nach einem Kindertransportrad umschauen.
 
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Die Begrenzung des Bremskraftbegrenzers ist höchstwahrscheinlich nicht auf 50km/h ausgelegt. Interessant wäre ein Vergleichstest bei 20-25 km/h.
Das kannst Du ganz einfach ausrechnen, die absolute Geschwindigkeit spielt keine Rolle (wäre es anders, dann würden die Dinger in 20" Rädern auch nicht funktionieren, denn die drehen ca. 1,5x so schnell wie 28" Räder). Ausserdem sind 50km/h eine ganz normale Geschwindigkeit für Fahrräder, die erreichen bergab rollende Fahrräder regelmässig.

Der Rollenbremse hat die Vollbremsung offenbar nicht gut getan, meine hinter ist nun kaputt. Gestern ging sie noch bis zuhause ohne Probleme, heute wollte meine Frau damit fahren, null Bremswirkung. Hab den Zug nachgespannt, daran lag es nicht. Die Bremse wird zwar noch betätigt vom Seilzug, hat aber keinerlei Bremswirkung mehr.

Das Zeug erscheint mir immer mehr wie gemeingefährliches Spielzeug. Nun werde ich wohl schneller umrüsten müssen als ich wollte.
 
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Der Rollenbremse hat die Vollbremsung offenbar nicht gut getan, meine hinter ist nun kaputt. Gestern ging sie noch bis zuhause ohne Probleme, heute wollte meine Frau damit fahren, null Bremswirkung. Hab den Zug nachgespannt, daran lag es nicht. Die Bremse wird zwar noch betätigt vom Seilzug, hat aber keinerlei Bremswirkung mehr.

Hoppla, das ist ja man eine unschöne Wendung. Zwar sind Bremsen Verschleißteile, aber SChrott nach einer Vollbremsung wäre echt unterirdisch. Mit nur noch einer Bremse ist ein Lastenrad dann ja eigentlich nicht mehr fahrtauglich.

Und ausgerechnet die hintere hat es erwischt, wo es bautechnisch noch schwieriger ist eine Alternative einzubauen. Vorne kann man ja die Gabel wechseln und eine mit Scheibenbremsaufnahme nehmen. Hinten müsste man löten oder schweißen um die entsprechende Aufnahme an den Rahmen zu bekommen.

Ansonsten, mir kommt es auch so vor als ob beim Long-John-Lastenrad die hintere Bremse mehr Zug/Wirkung hat als beim Normalrad. Vor allen Dingen bei unbeladenem Rad erledigt sie gefühlt sogar mehr Arbeit als die vordere. Nur hat sie nach den Shimano-Datenblättern eine geringere (Maximal-)Bremskraft. Sind die hinteren Bremsen dann anders konstruiert, oder haben sie evtl. nur einen früher anspringenden Begrenzer? A propos, weiß eigentlich jemand wie dieser Bremskraftbegrenzer genau funktioniert?
 
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Und ausgerechnet die hintere hat es erwischt, wo es bautechnisch noch schwieriger ist eine Alternative einzubauen. Vorne kann man ja die Gabel wechseln und eine mit Scheibenbremsaufnahme nehmen. Hinten müsste man löten oder schweißen um die entsprechende Aufnahme an den Rahmen zu bekommen.
Bei mir ist es umgekehrt: hinten ist einfacher zu tauschen, weil die VR-Nabe ja keine Disc-Aufnahme hat. Einen ND mit Disc habe ich aber schon zumliegen, den muss ich "nur" umspeichen. Problematischer ist das Verlängern der Bremsleitung, VR-Bremsen mit so langen Leitungen gibts nicht. Hinten reichts hoffentlich. Disc-Aufnahmen (IS 2000) an Rahmen und Gabel sind zum Glück vorhanden, da war unser UA eins der ersten Serie mit Disc-Aufnahme.

Ein Set ZEE Bremsen mit 203mm Scheiben sind bestellt. Schaumermal ob ich sie eingebaut bekomme. Hätte das gerne ohne Zeitdruck gemacht, aber was tut man nicht alles im Dienste der Wissenschaft :(
 
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FaVe 42 Kistenfahrrad
Ah, OK, mit schon vorhandenen Aufnahmen für Scheibenbremsen ist die Umrüstung wenigstens ein nicht ganz so großes unterfangen.

Bei meinem rad müsste ich mindestens eine neue Gabel und ein neues Vorderrad besorgen um wenigstens vorne eine Scheibe zu bekommen, hinten wäre es ein richtig großes Projekt, mit baulichen Veränderungen am Rahmen plus neuer Schaltung.

Hier im Forum hat vor nicht allzu langer Zeit jemand sein UA auf Scheibe umgerüstet, vielleicht ist in dem Thread ja auch was zum Thema lange Bremsleitung. Sollte ja prinzipiell machbar sein die Bremsleitung zu wechseln. Viel Erfolg!
 
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Der Rollenbremse hat die Vollbremsung offenbar nicht gut getan, meine hinter ist nun kaputt. Gestern ging sie noch bis zuhause ohne Probleme, heute wollte meine Frau damit fahren, null Bremswirkung. Hab den Zug nachgespannt, daran lag es nicht. Die Bremse wird zwar noch betätigt vom Seilzug, hat aber keinerlei Bremswirkung mehr.

Das Zeug erscheint mir immer mehr wie gemeingefährliches Spielzeug. Nun werde ich wohl schneller umrüsten müssen als ich wollte.
Alter Schwede!!!
 
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@schmadde: War Deine Rollenbremse vor dem Versagen stets gut gefettet gewesen? Frage nur mal so nach, denn technische Wunderwerke sind es ja auch nicht. Eigentlich ist sogar sehr "übersichtlich", was da beim Bremsen abläuft. Meine (kleinen und am Lastenrad daher eher unterdimensionierten) Rollenbremsen haben die letzten Tage einige harte Bremsungen aushalten müssen, haben mich dabei aber nicht enttäuscht. Vielleicht kommt das böse Erwachen noch, aber bislang ... Hatte übrigens gerade erst wieder die Intervall-Fettung vorgenommen. Teures Zeug von Shimano, das Fett. In der Durchführung ist die Wartung allerdings echt einfach. Was ich gelegentlich vergesse, immer dann, wenn es mit Kind vorne drin gerade so nett ist und ich Leckereien aus der Jackentasche krame, das ist bremsbereit sein am Lenker. Wenn man noch mal umgreifen muss vorher, kostet das doch ein wenig Zeit. Argh!
 
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Nö. Auf so eine Notwendigkeit hat mich bisher auch noch niemand hingewiesen. Ich dachte die wären wartungsarm? Das Ding ist grade mal 4.000km gefahren - bei so wenig Laufleistung habe ich noch nie was an einer Bremse machen müssen.
Du wohnst doch bergig, oder? Falls du dein Lastenrad auf Scheibenbremsen umrüsten solltest, wird sich das dann aber ändern. So wie ich dich hier "kennengelernt" habe, fährst du ja auch eher sportlich und bist damit zügig unterwegs.
An meinem LOAD waren die vorderen Beläge jedenfalls nach 3500 km mehr als platt. Die hinteren hatten noch ein büschen drauf.
 
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Bullitt Race Alfine-8 mit Kindertransport-Möglichkeit
Hallo schmadde!

Oh je - 4400km und nie gefettet? Als Ferndiagnostiker würde ich vermuten, dass genau das ein plötzliches und terminales Bremsversagen (bis hin zu einem kompletten Ausfall = Materialschaden) erklären könnte.

Ich fahre noch nicht sehr lange Rollenbremsen, habe aber gelernt, dass, wenn leicht schleifende Geräusche beim Bremsen auftreten, dann ein Fetten erforderlich wird. Oder aber man macht es stur einmal im Jahr.

Wartungsarm stimmt eben insofern, als dass diese Art der Wartung nicht wirklich viel Mühe macht. Aber wartungsarm und wartungsfrei sind zweierlei.

Nu ja, wollte wirklich nicht klugscheißern. Nur versuchen, etwas konstruktive Kritik zum Darübernachdenken hineinzubringen. Beste Grüße aus dem "Flachland Berlin"!
 
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Nö. Auf so eine Notwendigkeit hat mich bisher auch noch niemand hingewiesen. Ich dachte die wären wartungsarm? Das Ding ist grade mal 4.000km gefahren - bei so wenig Laufleistung habe ich noch nie was an einer Bremse machen müssen.

Wenn Du die Bremse beim Bergabfahren über 4000km stärker beanspruchst, könnte das Wartungsintervall höher sein, als wenn Du sie nur im Flachland verwendest. Kein seriöser Fahrradhändler würde Dir bei Deinen Geschwindigkeiten (beladen mit 50km/h bergab) eine Rollenbremse empfehlen. Da hätte ich auch eine Scheibenbremse gewählt.
Die meisten Mütter und Väter nutzen so ein Kindertransportrad auch zum Transport von Kindern und fahren wahrscheinlich eher defensiv. Aber man merkt eigentlich, wenn die Rollenbremse gefettet werden muss. Bei meiner alten (kleinen) Rollenbremse trat nach 6 Jahren ein Quietschen auf und die Bremswirkung wurde deutlich schlechter. Ich habe daraufhin beim Radhändler gefragt und der hat in die Öffnung der Bremse etwas Bremsfett aus einer Tube reingedrückt. Das war eine Sache von 30 Sekunden und ich habe dafür nichts bezahlen müssen. Nach kurzer Zeit hörte das Quietschen auf. Hat Deine Bremse irgendwann Geräusche gemacht? Vielleicht lag auch ein anderer Defekt bei Deiner Bremse vor? Das würde Dein subjektives Empfinden der schlechten Bremswirkung erklären. Es gab z.B. kürzlich eine Rückrufaktion für bestimmte Rollenbremsen von Shimano, aber darunter waren nur die kleineren Modelle.
 
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Das kannst Du ganz einfach ausrechnen, die absolute Geschwindigkeit spielt keine Rolle (wäre es anders, dann würden die Dinger in 20" Rädern auch nicht funktionieren, denn die drehen ca. 1,5x so schnell wie 28" Räder). Ausserdem sind 50km/h eine ganz normale Geschwindigkeit für Fahrräder, die erreichen bergab rollende Fahrräder regelmässig.

Rein intuitiv würde ich vermuten, dass bei höherer Geschwindigkeit die Kraft, die auf das drehende Rad wirkt, höher ist, als wenn ich langsam fahre. Also, wenn ich das richtig verstanden habe, dann verzögert die Bremse mit einer bestimmten Kraft. Wird diese Kraft überschritten, öffnet der Bremskraftbegrenzer. Das ist, wie Du ja oben geschrieben hast, der Nachteil an dem Konzept. Der Bremskraftbegrenzer variiert die Bremskraft nicht wie ein richtiges ABS. Benötige ich bei höheren Geschwindigkeiten, d.h. bei einer höheren kinetischen Energie zum Verzögern des Rades nicht eine höhere Bremskraft? Bei niedrigerer Geschwindigkeit wird der Unterschied zur Scheibenbremse meiner Meinung niedriger ausfallen.

Der Rollenbremse hat die Vollbremsung offenbar nicht gut getan, meine hinter ist nun kaputt. Gestern ging sie noch bis zuhause ohne Probleme, heute wollte meine Frau damit fahren, null Bremswirkung. Hab den Zug nachgespannt, daran lag es nicht. Die Bremse wird zwar noch betätigt vom Seilzug, hat aber keinerlei Bremswirkung mehr.

Probiere doch erst einmal, ob durch Fetten Deiner Bremse, dieser ggf. wieder funktioniert. Bei so hoher Laufleistung (4000km) und deinen hohen Geschwindigkeiten, könnte das wenige Fett ggf. verbraucht/ verdampft sein und die Innenteile der Bremse ggf. nicht mehr beweglich sein. Vielleicht ist auch der Seilzug gerissen.
 
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Also ich bremse wirklich wenig. Wir fahren meist über Land und vorausschauend - nur der Schäftlarner Berg liegt auf dem Arbeitsweg meiner Frau und wird daher häufiger befahren, da ist Bremsen natürlich unvermeidbar - aber kein Dauergebremse.

Mein altes Rad bin ich mindestens 10.000km im Anhängerbetrieb gefahren und auch ohne Hänger. Da war viel Stadtverkehr dabei und wesentlich mehr gebremse. Da habe ich nie irgendwas an den Bremsen machen müssen, nichtmal Beläge tauschen. Wenn Rollenbremsen so ein invensives, ständiges hätscheln brauchen sind sie eh nix für mich. Ich brauch solide Alltagstechnik, kein zweites Hobby.
 
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Lastenrad
FaVe 42 Kistenfahrrad
Wow, 10000km ohne neue Beläge, dann musst du wirklich wenig bremsen. Bei meinen Fahrrädern für den Weg zur Arbeit waren einmal im Jahr neue Beläge für die V-brakes fällig, und das war dann nach ca 3000km. War allerdings auch Stadtverkehr in Berlin und London, wo man alle paar 100 Meter bremst.

Werde aber dann demnächst mal eine tube Fett für die Rollenbremsen anschaffen und mal prophylaktisch nachfüllen, auch wenn es bis jetzt noch weniger als 1000km waren.
 
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In Berlin hab ich auch mehr Bremsbeläge gebraucht. Wobei sich das mit der Zeit auch gebessert hat. Mit vorausschauendem Fahren und günstiger Streckenwahl habe ich auf 18km zwischen Schönhauser und Grenzalle auch nur 2x angehalten (über die Karl-Marx-Alle kann man leider nicht einfach so drüberbrettern).

Wegen der Bremsleitungen habe ich im MTB-Forum gute Infos bekommen. Ich brauche nur ne Leitung die lang genug ist, die Anschlüsse sind meist dabei und kompatibel - nur die Hohlschraube ist bei der ZEE anders als bei XT/SLX etc. Ich werde mal berichten wie es gelaufen ist, wenn ich den Kram da habe.
 
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Long Harry Steel + Bullitt
So heute hat es mich gepackt und ich wollte es jetzt auch mal genauer wissen.

Ausgangslage: 25km/h , das Rad mit 56kg, ich mit 75kg, vier Kisten Wasser a 17kg, Croozer hinten dran mit 14kg und die Lütte mit 12kg. Puppe und Schlösser hab ich mal nicht mit einbezogen. Macht 225kg zusammen. Vorne 203er Scheibe und hinten 180er.

Die Fuhre stand nach 2m! Keine Vollbremsung, nicht unkontrolliert und mit jeweils zwei Fingern an den Bremsen. Es brauchte keine große Handkraft! Die Bremse funktioniert wie vorher. Da mir die 2m etwas wenig vorkamen, habe ich das gleich noch mal gemacht und bin zum gleichen Ergebnis gekommen.

Bei dem Versuch waren noch Reserven vorhanden. Es hat kein Rad blockiert. Die Straßenverhältnisse hätten sicher nicht viel besser sein können. Auf nassem Klinkerpflaster wäre das so nicht gegangen.

Ich bin erstaunt, wie kurz der Bremsweg ist. Sicher ist er das in einer Gefahrensituation auch, nur kommen dann ja leider erst ein paar Meter Reaktionszeit dazu

Gruß hinnakk
 
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