Rezepte - Öle und Schmierstoffe für Bike und Biker - Sammelfaden

Selbstentzündungsgefahr auf Leinöl begrenzt, dass sei eine typische Eigenschaft ausschließlich von Leinöl
Gefährliche Äußerung - Orangenöl z. B. neigt da auch zu (weiß ich aus eigener Erfahrung!):

Wenn ölgetränkte Lappen brennen​


Ungesättigte Pflanzenöle kristallisieren an der Luft langsam aus und härten aus. Bei dieser chemischen Reaktion wird Sauerstoff gebunden und es entsteht Wärme. Diese Wärme wird in der Regel an die Umgebung abgegeben und ist ungefährlich - z.B. beim Ölen von Holzfußböden.

Anders verhält es sich bei brennbaren, porösen Oberflächen, wie sie bei Textilien, Schleifstaub oder Dämmplatten vorkommen. Diese Stoffe haben eine grosse Oberfläche, die die Reaktion des Öls mit dem Sauerstoff intensiviert und die Wärmeentwicklung verstärkt. Am besten kennen wir dieses Phänomen von Putzlappen, mit denen wir Holzfussböden oder Gartenmöbel geölt haben. Wenn diese Lappen zerknüllt in einem Eimer liegen, kann sich ein Wärmestau bilden. Da Öl einen niedrigen Flammpunkt hat, kann es zu einem Schwelbrand kommen. Ist genügend Sauerstoff vorhanden, entsteht ein Brand mit offener Flamme. Gut zu wissen: Ist das Öl erst einmal ausgehärtet, besteht keine Gefahr mehr.
 
Statt Leinölfirnis/Halböl nehm ich für Holz und teilweise Metall (sofern die Oberfläche nicht mechanisch beansprucht wird) inzwischen Owatrol D1, härtet innerhalb sehr kurzer Zeit aus. Deutlich besser, natürlich nicht im Lebensmittelbereich.

Als relativ haltbaren/oberflächlich harten und trotzdem kleb-kriechenden Rostschutz auch auf öligen/schmuddeligen Teilen (zB ollen Schraubverbindungen im Schmodderbereich) nehm ich gerne eine Mischung aus Leinölfirnis und passendem Alkydharzlack, zB DDR-PKW-Lack oder Hammerit (obwohl ich von letzterem einzeln nichts halte). Je mehr Firnis, desto länger die Aushärtzeit und desto klebriger, dafür geringere Oberflächenhärte. Damit hatte ich bisher keine Unterrostungen.
Auf sauberen Teilen Brantho-Korrux. Eine Mischung aus Owatrol D1 und Lack hab ich noch nicht probiert.
 
Die dguv beschreibt auch generell trocknende Holzöle als Gefahr für selbstentzündlichkeit. Macht ja auch Sinn, Polymerisation ist nun Mal exotherm, egal ob es Leinöl ist oder ein anderes Ausgangsprodukt.


Bei meiner Mutter (gelernte Schreinerin, sie sollte es eigentlich wissen) in der Kellerwerkstatt steht eine halbe verbrannte Ulmia Raubank als Mahnmal, der Lappen lag auf dem Deckel des schraubglases mit Öl. Mehr ist zum Glück nicht passiert.

War ein Öl mit Leinölanteil, aber auch noch anderen Inhaltsstoffen.
 
Rostschutz bei Eisenmetallen bietet Mike Sanders Fett und dass sehr nachhaltig und lange.
Empfiehlt sich auch bei Alu Rahmen...
Interessant ist dazu das Produktdatenblatt:

3.1. Chemische Charakterisierung: StoffeWeißöle, Vaseline, Paraffine, Aromastoff: Lavendelöl Gemisch von höheren Kohlenwasserstoffen

Das taugt doch zum selber rumprobieren und als Grundlage für ein "Forumsfettrezeptbuch".
Zum Beispiel:

1. mit rotem Farbstoff und irgendwas, was die Langzeitschmierwirkung aufrechterhält: für Lager und Buchsen
2. mit hohem Weißölanteil: für die Kette
3. mit hohem Parafinanteil (~99%): für die Kette der anderen Partei
4. mit hohem Anteil ätherischer Öle: für den, der's halt gern aufdringlich mag
5. mit Wollfett: für die Innenräume alter Stahlrahmen und die aufgesprungenen Lippen der Frostpendler
6. usw
 
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