Rezepte - Öle und Schmierstoffe für Bike und Biker - Sammelfaden

Was ist das für eine Zahl?
„Je höher der Anteil ungesättigter Fettsäurereste unter den Fettsäureresten der Triglyceride ist, desto höher die Iodzahl und desto eher neigen Öle zur Vernetzung (Polymerisation). Leicht polymerisierende Öle wie Leinöl haben eine Iodzahl von mehr als 140 und werden trocknende bzw. härtende Öle genannt. Halbtrocknende Öle haben eine Iodzahl zwischen 100 und 140; bei nichttrocknenden Ölen liegt sie unter 100.“
 
Und zum Reinigen von fettigen, oeligen, harzigen Beschmutzungen ist Oregons MX14 Reiniger sehr gut. Konzentrat zu 1/3 nehmen und mit normalem Regenwasser auffüllen. In die Pumpflasche geben. Aufsprühen, wirken lassen, Bürste nutzen und mit Wasser abspülen.
Sehr gut reinigend.
 
Auch andere Öle härten exotherm
bei Leinöl (-Firnis) steht es im Datenblatt, kann man das bei anderen Ölen auch finden?
Ist der Zusammenhang zwischen Lod-Zahl und Erhitzung beim Trocknen gegeben?
Einer Freundin ist die Werkstatt gast abgebrannt, weil der geknüllte Leinöllappen über Nacht eine schwelende Verkohlung auf der Buchenwerkbank verursacht hat.
Andere Öle werden schon eher noch sehr viel seltener zum Holz konservieren verwendet. Und hier spielt es dann gar keine Rolle mehr.
Gruß Krischan
 
Leinoel und Mohnoel wird überwiegend im restaurativen Bereich genutzt.
Habe mir angewöhnt die alten Lappen nach Nutzung gleich ins Feuer, Leimofen zu werfen. Oder im Hof und Feuerzeug zu verbrennen.
Leinoel im Lappen ist tückisch. Da sind schon immer wieder ganze Tischlereien abgebrannt dank Selbstentzündung.
Gab in in den 1950er Jahren sogar Filme von der BG dafür.
 
Die handwaschpaste (übrigens mit Holzfaser, nicht mit Sand) kaufe ich entweder beim Landtechnikhandel oder beim Kfz-Teilemann neben dem Kindergarten.
Unter 10 l Fang ich da nicht an :p
 
Ja, diverse Naturoele sind ein leckeres Oel im Salat.
Datenblätter werden in der Küche nur für Gerätschaften benötigt.
 
Was ich hier alles lerne. Habe nicht davon gewusst und öfter mit Leinöl gearbeitet, hauptsächlich zum Ölen von Holz. Wirklich genießbar (wiewohl sehr gesund) finde ich es nämlich nicht.Immer so in den Müll geworfen. Aber wie schön, dass ich weiteren einen Grund zum Feuermachen habe.
 
Leinöl gearbeitet, hauptsächlich zum Ölen von Holz. Wirklich genießbar (wiewohl sehr gesund) finde ich es nämlich nicht.
Verliert irre schnell an Qualität. Wenn man es nicht zum Lackieren oder für Eisenmennige benutzt sondern essen möchte, dann sollte man frisch gepresstes und ab da kühl gelagertes kaufen. Die einzige Quelle die ich hier im Norden dafür kenne ist die Wesermühle, die achten auch auf die Lagerung des Leinöls bei ihren Verkaufspunkten.
 
Leinöl, Walnussöl, Mohnöl, usw. das man auch zum Salatanmachen benutzt, kann man natürlich auch zum Ölen von Holzoberflächen nehmen, das Aushärten dauert aber relativ lange. Gerne eine oder zwei Wochen. Um den Prozess zu beschleunigen, wird das Öl sehr stark erhitzt, bis nahe an den Entzündungspunkt hin, was daraus dann sogenannten Firnis macht. Die Polymerisation wird auf ca. 1-2 Tage beschleunigt. Salat würde ich mir damit nicht mehr machen. Kommerziellen Ölfirnissen werden noch mehr sikkative zugesetzt, die das ganze dann auf wenige Stunden beschleunigen. Hier steckt ordentlich Energie drin, die zu Selbstentzündung führen kann. Beim reinen Speiseöl muss man sich nicht ganz so große Gedanken machen.
Wer auch ein paar Tage aufs Aushärten warten kann, kann sich das gewünschte Speiseöl auch selbst in der Sonne bleichen. Ich mag den Gelbstich von Leinöl und den Geruch nicht, arbeite lieber mit Walnussöl. Gekochtes Walnussöl ist schwer zu bekommen und teuer. Also habe ich mir selbst welches gebleicht, was das Gleiche tut wie das kochen, nur eben ganz langsam und ungefährlich.
Man füllt etwas Öl in ein Einmachglas (ca. 1/2), füllt das ganze mit Wasser auf und schüttelt es sehr kräftig bis das Öl gut emulgiert ist (die Emulsion ist nicht stabil, trennt sich schnell wieder). Dann in die Sonne stellen und immer wieder aufschütteln, wenn man zufällig vorbeikommt. Nach ein paar Tagen das Öl (schwimmt ja oben) mit z.B. einer Spritze abnehmen und das ganze mit frischem Wasser wiederholen. Das ganze macht man z.B. über den Frühling und Sommer und hat am Ende schön klares und helles, natürliches Holzöl, das in wenigen Tagen aushärtet für wenig Geld.
Aus einem Teil davon habe ich mir im Topf noch ein schönes Öl-Wachs-Gemisch mit Carnaubawachs gemacht. Das gibt noch etwas mehr Oberflächenhärte.

Aber wir driften ab…
 
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Ist das das feine Dura Ace-Fett? Das mag ich gern!
Et voilá! Sieht hier jetzt etwas gelblich aus, im Sonnenlicht hat es einen grünlich leuchtenden Schimmer. Das nehme ich immer für Lager.
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Mohnöl ist nicht selbstentzündlich:
Unser Holz-Dozent hat mWn die Selbstentzündungsgefahr auf Leinöl begrenzt, dass sei eine typische Eigenschaft ausschließlich von Leinöl.
Kennt jemand Sachinformationen, die andere Öle mit dieser besonderen Eigenschaft benennen? Dieses Rumvermuten kann ich kaum aushalten...
Gruß Krischan

edit: Auch Walnussöl ist nicht selbstentzündlich:

Die iodzahl sagt also nichts über die Selbstentzündlichkeit, sondern nur über die Trocknungseigenschaften aus.
 
Zuletzt bearbeitet:
Verwende zum Anfeueren der Maserung bei Holz immer Halboel, gemischt zu gleichen Teilen Balsam Terpentin echt, Leinoel und Ethanol.
Muss gut gemischt werden, auftragen satt, nach halber Stunde Überschüsse aufnehmen und trocknen lassen.
Lappen ins Feuer oder draußen anzünden.
 
„Trocknen“, also eigentlich Polymerisieren ist eine exotherme Reaktion. Wie ich oben schon geschrieben habe, sind Speiseöle kein großes Thema. In einer Werkstatt wird auch niemand Leinöl verwenden, sonder Leinölfirnis. Das gilt für die anderen „trocknenden“ Öle genauso. Auch hier kann man die Speiseöle gut und gerne vernachlässigen, sind sie aber Hitze ausgesetzt oder gebleicht und sozusagen energetisch aufgeladen worden, polymerisieren sie schneller und die Energie muss wieder raus. Durch Hitzeentwicklung. Egal welches Öl. Wer behauptet, das passiere nur bei Leinöl, hat keine Ahnung von der Chemie dahinter. Auch synthetische Holzöle und Hartwachsöle können sich entzünden. Ganz ohne Leinöl.
 
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