Rahmen lackieren ohne Tretlager und Steuersatz auszubauen?

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Kurze Frage, ich möchte einen Rahmen lackieren der im Moment noch nackter Stahl ist, aber da das Rad aufgebaut (ist ein Projekt das nicht ganz in der richtigen Reihenfolge läuft...), scheue mich aber Tretlager und Steuersatz auszubauen, da ich nicht dass passende Werkzeug dafür habe.
Ist es praktikabel den Rahmen trotzdem zu lackieren wenn man einfach nur alles gut abklebt, oder ist das eine ganz schlechte Idee?
Als Lack wollte ich wahrscheinlich dass Zeug von Spray.bike verwenden, das soll ja Recht unkompliziert in der Anwendung sein.

Dank im vorraus für alle Tipps!
 
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Ist der Stahl vorbehandelt?
Wenn nicht, und du erwischst Ecken nicht, dann handelst Du Dir Rostnester ein.
Meinst Du es zu gut mit dem Lack klebst Du ggfs. das Innenlager fies fest.
Aber mit Sorgfalt kann das gehen.
 
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Ist der Stahl vorbehandelt?
Teilweise, ein Teil war schon einmal ein Fahrradrahmen und ist entlackt worden vor dem Umbau, ein Teil ist noch unbehandelt. Ich wollte alles mit Schleifpapier behandeln (ein wenig Flugrost ist schon hier und da) und dann grundieren und lackieren. Reicht das, oder ist das ein Rezept für Rost-Sorgen?

Professionell gepulvert hätte ich natürlich für Garantie dass wirklich alles sauber lackiert ist, aber dafür müsste ich wirklich alles auseinander bauen und dann den Rahmen ca. 100 km zum nächsten Pulverer transportieren...
 
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NEIN! Alles ab vom Rahmen, alles andere hat keinen Wert.
Wenn du ein gutes Ergenis möchtest ist das Pflicht.

320er bis hoch zu 600er Vorschliff des gesamten Rahmens an allen Ecken und Kanten in jedem Winkel und bis in den letzten Zipfel.

Lackaufbau würde ich dir SprayMax 2K Epoxy Primer, Montana Gold Lack, und SprayMax 2K Klarlack empfehlen.
Finger weg von dem SprayBike Mist, das Zeug taugt keinen Meter weit.

Leichten 800er Zwischenschliff nach der Grundierung, zwei bis drei dünne Aufträge Montana Gold in 10 Minuten Abstand und zweimal mit 1000er Zwischenschliff Klarlack. Kein Schliff zwischen Basislack und Klarlack.

Alle Lagersitze sauber abkleben mit ordentlichem Washi Tape (ist es billig hat es keinen Taug) für Konturen bei Mehrfarbigen Lackierungen Fineline Tape mit 2-3mm Breite von 3M / Scotch. Decals mit ORAMASK® 810 Stencil Film plotten und maskieren.

Schleifen IMMER NASS mit entsprechendem Nasschleifpapier.

Lackieren auf keinen Fall unter 15°C am besten 20°C aufwärts, Dosen vorwärmen oder zwei Tage bei Raumtemperatur lagern. Rahmen von oben nach unten lackieren.

Klebebänder kauft man nicht bei Amazon, da gibt es nur überlagerten Müll. Montana und SprayMax ist bei Amazon ebenfalls maßlos überteuert.
Montana Black ist nicht Montana Gold!
 
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Ich sag jetzt nicht, daß ich meinen Astra Caravan angeschliffen und mit der Rolle mattschwarz gemacht hab...
Ich hab auch mehrere Motorräder mattschwarz mit der Dose LG lackiert. Aber nur mit gutem Basislack drunter. Und mein Anspruch an das Ergebnis war ein anderer.
Für ein professionelles Ergebnis ist Bullitts Weg der richtige, wobei Du über Klebeband- und Lackmarken quasi-religiöse Streitgespräche findest.
 
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Nuja, warum viel Geld für Minidosen eines ausländischen "Trendlacks" bezahlen, wenn der weltweit beste und billigste Nitro Lack in Dosen aus Deutschland kommt? Warum ein 1K System nehmen wenn ein 2K Lack unwesentlich mehr kostet, dafür aber ein Leben lang hält und absolut schlagfest ist?
 
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Ich stimme Dir zu - das mit dem religiösen Beharren auf etwas war nicht auf Dich gemünzt. Deine Aussagen haben Hand und Fuß - Oder besser Glanz und Tiefe ;-)
Und 2K Lack ist 1K natürlich überlegen.
 
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Wenn du bei mir aus der Nähe kommen würdest, würde ich dir Steuersatz und Innenlager schnell ausbauen.
In richtiges und passendes Werkzeug zu investieren ist aber nie verkehrt!

Ansonsten macht sowas im Regelfall jeder Fahrradladen für bisschen Kleingeld in die Kaffeekasse.

Steuersatz einpressen geht ohne „Spezial“Werkzeug auch, ich habe es mir trotzdem gekauft weil es einfacher zu handhaben ist.

Lackaufbau hat @BullittFahrer richtig ausgeführt.
Spray.Bike kann schon funktionieren, perfekt wird es nicht und günstig es dann auch nicht. Für eine Ratte oder mal eben schnell ist es aber nicht ganz verkehrt.

Wenn man es richtig und schön haben will, ist es aber nichts
 
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Danke für alle Antworten. Sieht so aus als ob es doch das volle Programm braucht. Vielleicht hat auch ein Bekannter von mir der schon etliche Räder selbst aufgebaut hat die nötigen Werkzeuge, werde da mal horchen.

Wahrscheinlich werde ich es dann doch professionell Pulvern lassen, denn ich schaffe es wohl eher die Tour zu machen um das Rad wegzubringen und zu holen als dass die Kombination aus genug Zeit und gutem Wetter eintritt um den Lack so wie von @BullittFahrer beschrieben mit den entsprechenden Zwischenschritten in Angriff zu nehmen.

Nach der spray.bike Beschreibung hörte es sich halt so schön einfach und schnell an, da dachte ich es habe vielleicht eine Abkürzung...
 
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Ich würde auch alles demontieren. Ein Kurbelabzieher und einen Lagerschalenschüssel für tretlager kosten zb bei Rose jeweils unter 10€. Für gelegentliche Arbeiten sollten die völlig ausreichend sein. Steuerlager ziehe ich auch immer mit ner Gewindestange ein. Fürs Strahlen und Pulvern empfehle ich auch hier nochmals die Fa Ullrich in Schwerte. Bin mit denen weder verwandt noch verschwägert, habe aber schon 2 mal gute Erfahrungen gemacht.
 
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ich würde alles demontieren und dann den Rahmen Sandstrahlen und Pulverbeschichten lassen, so mache ich das mit allen alten oder selbstgebauten Räder, ist etwas teurer und hält viel länger.
Bei uns in der Nähe, genauer in Potsdam
gibt es eine Behinderten-Werkstatt, die sowas für kleines Geld macht (Fahrradrahmen ca. 50€). Vielleicht gibt es sowas woanders auch?
 
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Potsdam hört sich gut an, das wäre erreichbar und auch nicht viel weiter als der Laden in Spandau dem ich empfohlen bekommen habe!
 
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Vielen Dank @slothorpe, da werde ich mich mal erkundigen. Erst einmal muss noch die neue Lenkstange gemacht werden, damit dann alles in einem Rutsch zusammen gemacht werden kann - wenn ich selbst mit der Sprühdose tätig geworden wäre hätte ich die Lenkstange ja auch irgendwann nachträglich lackieren können.

Bin in Rathenow, also nicht ganz um die Ecke von Berlin, ist wahrscheinlich nicht praktikabel um man eben mit dem Rad zum demontieren vorbei zu kommen, aber danke für das Angebot!
 
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Gut, dass ich gestern keine Zeit mehr hatte, hier zu antworten. @BullittFahrer hat alles Wichtige gesagt/ geschrieben.

Wenn ich es richtig machen wollen würde, dann würde ich alles demontieren, Rahmen strahlen lassen, grundieren, farblich lackieren & transparent endlackieren. Falls noch beschriftung drauf soll, diese unter den transparenten Lack machen.

Und ja, wenn ich zur Spraydose greifen müsste, dann würde ich auch auf namhafte Profi-Lacke zurückgreifen. 2K immer 1K vorziehen und am Liebsten ohne Sprühdose, sondern mit Spritzpistole und Kompressor arbeiten.
(Obschon ich auch in meiner "Jugend" meinen damaligen VW-Bus in einer staubigen Tiefgarage mit Hammerschlaglack gerollt habe, schlecht abgeklebt und schlecht angeschliffen inklusive).


Lang genug aushärten lassen, länger als auf der Dose steht (!) und dann in Ruhe montieren.

Aber wie schon geschrieben, andere haben das ja alles schon erwähnt.
 
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Moin,

von Oberlin gibt es zwei Sorten Kunden, da wo es schnell und richtig geht und das Gegenteil, also sämtliche Gewinde mit der falschen Farbe und 3 Monate Lieferzeit. Das war in meinen Bekanntenkreis meistens so.
Ich hab das letzte mal den da ausprobiert:

https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-bestandsliste.html?userId=25105006

Der macht jeden Farbton den man will. Ist natürlich teuerer, aber im vergleich zu den großen in Berlin immer noch billig.
Firmen wie Goetz sind natürlich unschlagbar billig und gut, aber einen Longjohn Rahmen per Post verschicken? Aber vielleicht gibt es ja noch einen guten Tip im Raum Berlin?

Grüße
 
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Habe auch schon von Leuten gehört, die bei Oberlin sehr unzufrieden waren, bei mir hat es zwar immer ewig gedauert, aber die Qualität war ganz Ok, der Preis halt sehr günstig... ist eher was für Projekte, die keine Eile haben...
 
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Hallo zusammen,
Hallo zuammen,
Habe mir vor einigen Jahren ein einfaches Transportrad aus einem Damenrad von 1949 umgebaut. Vorne einen feststehenden Gepäckträger mit Rahmenbefestigung von Steco (NL), für 5 EUR gebraucht aus Trödelladen, sowie hinten eine Anhängerkupplung. Dient zum Transport zum Kleingarten, da man mit dem Auto nicht direkt dorthin kann.
Auch Transporte im 80 kg + Bereich Bereich haben immer geklappt.
Verbaue demnächst einen noch selbst zu bauenden Gepäckträger aus Flachstahl wie den "Pallas", der gut 40 kg verpackt.
Wird handgenietet, Nietwerkzeug und Flachstahl für 7 EUR sind auch schon gekauft.
Habe schon überlegt, den Träger als Bausatz bezahlbar anzubieten, mal schaun. Kostet als Nachbau ca. 160 EUR in der Bucht...---
Wurde lange noch vom Bauern genutzt, um eine Obstkiste zu transportieren oder ein halbes Schwein etc.
Bauanleitung dazu auch in dem Lastenheft von 1938 der Wehrmacht, nachzulesen auch bei ifem.at.
Die originalen unbezahlbaren Bandschellen für die hinteren Ausfallenden am Rahmen hat ein Kollege ersetzt durch zwei universelle Dynamo-Halterungen für die Vordergabel und anschließend die Befestigung für den Dynamo abgeflext.
Lackierung zu erneuern habe ich mir erspart, da die originale Lackierung immer noch hält mit wunderbarer Patina.
In das Rad plane ich den Einbau einer Sturmey Archer Zweigang Nabe, um optisch antik zu bleiben.
Das Rad gab es für 20 EUR im Diakonie Kaufhaus. Gekauft habe ich es nur wegen der Stempelbremse vorne, aber Nach dem Erneuern der Bereifung überzeugte mich der Fahrkomfort und die Wendigkeit.
Das Vorderrad ist nun von einem Hollandrad mit Trommelbremse von Sachs.---------
Suche noch Hinweise zum Eigenbau einer Standlichtanlage, wo ein 6 V Akku bei Bedarf die Beleuchtung übernimmt.
Fotos folgen noch.---
Was das reine Ausbessern von Lack geht, nehme ich zum Grundieren den mattroten Schweißprimer plus schwarzen Mattlack, am besten von raeer.com, die auch die Armeefarbtöne bezahlbar und gut anbieten.
Transportanhänger
Bei sehr sperrigen Transporten oder dem Transport von Sand, Splitt, Kies, Pflastersteinen nehme ich den Bollerwagen von Güde mit 250 kg Tragkraft für 60 EUR bei Thomas Philipps gekauft.
Der Handgriff wird mit zwei Seilschlaufen mit Palstek-Knoten am Gepäckträger hinten befestigt. Für kurze Strecken kein Problem und schneller als selbst ziehen, selbst wenn man das Gespann schiebt.
 
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