Radreise Planung

Hallo liebe Forums Mitglieder ,
ich bin eher der Stille Mitleser als Schreiber . Trotzdem bräuchte ich mal ein paar Tipps für eine geplante Radreise nach Holland für das nächstes Jahr . Geplant ist von Wetzlar nach Amsterdam oder Zanvort . Mit dabei ist mein Sohn 12 Jahre und meine Wenigkeit . Übernachtungen auf Zeltplätzen oder frei. Worauf muss /soll man achten mit Equipment- wie Zelt , Taschen Werkzeug / Radroute /Kartenmaterial . Wie packe ich mein Packster 60 sinnvoll , so das alles seinen Platz findet .
Haben dieses Jahr mal probehalber mal eine Tour nach Koblenz gemacht mit Übernachtung. War einfach genial , wir beide schwärmen heute noch davon und wollen nun mehr probieren .
Ich freue mich auf eure antworten
 
Ich zitiere hier erst mal einen Tip aus einem Motorrad Reisehsnddbuch von Martin Reuter.
Alles raus legen, was unbedingt mit muss und eine Budget Planung machen.
Jetzt die Hälfte davon zuhause lassen und dafür doppelt so viel Geld einpacken.



Ist sowohl von mir wie auch dort halb scherzhaft.
Standard Camping Ausrüstung kennt ihr, die sollte mit.
Fürs Rad je 1 Schlauch in der benötigten Grösse, werkzeug zum Wechsel derselben plus Basis Ausstattung. Die variiert nach persönlichen Vorlieben und Kenntnissen und den Rädern.
Viele E Teile braucht ihr nicht, es sollte am Wege ja alles beschaffbar sein. Ersatzkette oder Glieder, vielleicht eine Universalspeiche.
 
Mahlzeit und Willkommen,

Ausrüstung ist eine sehr sehr individuelle Angelegenheit.
Wie von Lowtech angeschrieben die wichtigsten Dinge zur Pannenbehebung. (je verwendete Größe ein Ersatzschlauch und ein Satz Flickzeug, so kann man unterwegs schnell den Schlauch wechseln und Abends den defekten in Ruhe flicken und hat so wieder einen Ersatzschlauch)
Ausrüstung sollte so leicht und platzsparend sein wie geht dabei aber die Interessen berücksichtigen. Ich habe z.B. aktuell auf Touren eine kleine Tochter dabei, da brauchte ich entsprechend Platz im Zelt und ein Vorzelt mich dichten Boden um z.B. mal die Pampers zu machen, daher kann ich mit den Kindern bei sowas noch nicht auf ganz leicht und klein zurückgreifen.)
Kartenmaterial je nach Können und Kenntnis der Region, ich empfehle gerne 1:50.000, i.d.R. empfehle ich aber ein Navi von Garmin oder so zu nutzen, bzw. ein Smartphone mit GoogleMaps oder Dergleichen hat man ja als Backup meist eh dabei.
Macht euch auf jeden Fall Gedanken übers Essen kochen! Ich schwöre auf meinen Trangia UL-HA, das große Set.
Ich habe hier auch immer ein paar Tütensuppen plus Suppennudeln dabei. Mit etwas Wasser was man fast immer wo bekommt aus beiden eine "dicke Suppe" machen, ist immer so das Notfutter und schmeckt nach einem langen und eventuell harten Tag mit viel Sonne super.
Schaut vorher genau auf die Route wo ihr nachkaufen könnt und nehmt gerade an Nahrung nur das wichtigste mit.
Bei der Kleidung schaut wie viel ihr wirklich braucht, schaut ob ihr an den Campingplätzen waschmöglichkeiten habt (in dem Fall eine Schnur als Wäscheleine).Nehmt Sachen die schnell trocknen.
Wenn ihr habt nehmt Microfaserhandtücher/-duschtücher, sparen viel Platz, Gewicht und trocknen schneller.

Wenn noch spezifische Fragen sind, oder ihr nicht genau wisst ob ihr irgendwas anschaffen sollt oder nicht, einfach fragen.
 
Ergänzend zu den bisherigen Ausführungen fallen mir folgende Punkte ein:

Ein Ersatzschlauch macht auch dann Sinn wenn Ihr aktuell Tubeless fahrt.

Gute Packlisten dürfte es bei den Bikepackern geben, die haben ja im Vergleich zu einem Lastenrad weniger Packvolumen zur Verfügung.

In einem Bikepackerbeitrag hat mal jemand geschrieben dass er vom Zelt zur Hängematte gewechselt ist, sollte es ordentlich regnen hat man ausreichend Luft zwischen sich und durchweichtem Boden. Da ich nicht davon ausgehe dass ihr Feldbetten mitschleppen wollt gar nicht mal so schlecht und bei einem 12 jährigen aus meiner Sicht machbar. Bei einem Kind das man noch wickeln muss stell ich mir das wiederum unnötig schwierig vor.
Verlinkt wurde auf einen möglichen Produktvorschlag:

Selbst wenn Du ein elektronisches Navi verwendest, würde ich eine "Notkarte" mitführen, da reichen letztlich ein paar wasserdicht verpackte Ausdrucke um sich im Notfall grob orientieren zu können.

Bei der Beladung des Packster dürfte es Sinn machen alles schwere möglichst tief und vorne zu lagern.

Ein Erste-Hilfe "Set" macht Sinn, es sollte dann aber auch griffbereit sein. Bei Kraftfahrzeugen wurden ErsteHilfeKasten und Warndreieck gerne an den unmöglichsten Stellen verbaut. Wenn dann der Kofferraum voll von Gepäck ist, man einen Unfall hat und entsprechend Adrenalin im Blut nicht gerade hilfreich.
Gerade eine dieser Rettungsdecken wiegt praktische nichts und hat ein super Packmass. Selbst Fachpersonal vergisst mitunter einmal den Wärmeerhalt. Geht es einem aber nicht gut und man fängt nun an zu frieren ist das massiv Kontraproduktiv. Selbst wenn eigentlich bester Sonnenschein gemeldet ist kann es schnell mal passieren dass man durchnässt ist und dann plötzlich noch Wind aufkommt.
Entsprechend dann auch die normale Reiseapotheke nicht vergessen.

Die wichtigsten Rufnummern (zu Hause, Familie, Kreditkarten-Sperrhotline, Notrufnummern im niederländischen Ausland,...) ausgedruckt und einlaminiert in kleinem Format passen in jede Packtasche und helfen Dir auch dann noch wenn Dein Smartphoneakku gerade schlapp gemacht hat.

Bargeld versteckt in einer Tasche abseits des Geldbeutels können bei Verlust des letzteren für den ersten Schritt helfen.

Ein Lastenrad bietet ordentlich Platz um diese Solarmatten während der Fahrt platzieren zu können, damit lassen sich Smartphones im Normalfall gut laden. Ein Bekannter nutzt so eine Matte auf seinem Rucksack beim Wandern um eine Powerbank zu laden an welcher wiederum das Smartphone hängt.

Bei den Rädern vielleicht im Vorfeld noch mal die Ergonomie überprüfen. Ob man nun mal 100 oder 500 km fahren muss und entsprechend länger Zeit auf dem Sattel und mit den Händen am Lenkrad verbringt könnte den Spaßfaktor verändern.

Riegel und Gels sind anscheinend bei Langstreckenfahrern sehr beliebt, ich kann aber keine eigenen Erfahrungen beisteuern ausser dass eine Exfreundin glücklich war das ich ihr 3 Gels aus dem dm mal ins Reisegepäck für den Thailand Wanderurlaub gepackt hatte. Hat ihr wohl eine der ersten Touren gerettet.
 
Mit den Hängemattenzelten wäre ich vorsichtig. Auf endsprechender Tour ja, aber bei einer Campingplatztour kann man die meist vergessen weil man einfach auf sehr vielen Campingplätzen keine Möglichkeit der Anbringung hat.
 
Eigentlich brauchst Du nicht viel - sind netto 22 Stunden Fahrzeit oder etwas über 400km. Das gesamte Gebiet ist bestens erschlossen - es gibt überall Essen, Getränke und sogar Fahrradwerkstätten. Da richtet sich das Gepäck doch sehr nach Euren Vorlieben: Zelt, Isomatte... Kocher, wenn Ihr nicht immer Essen gehen wollt. Klamotten: Radhose ist wahrscheinlich immer die gleiche. Shirts je nach Geschmack - eine Tube Rei und am Abend kurz auswaschen geht auch. Regenkleidung würde ich einpacken - leicht und gut ist leider recht teuer.
Bei einem eBike könnt Ihr mit etwas Glück das Smartphone über das Bike laden - sonst müsst Ihr am Abend eine Steckdose suchen.
Neben Flickzeug (ihr müsst dann aber auch wissen, wie man ein Rad flickt) ist ein Reserveschlauch keine dumme Idee. Das übliche Bordwerkzeug (Mini) - mehr würde ich bei der Strecke nicht mitnehmen. Wundcreme (Bepanthen) und ein paar Pflaster würde ich einstecken.
 
Ich gebe mal meinen Senf dazu. Hilft vermutlich nur bedingt, weil meine Radtouren eher minimalistisch sind. Mit dem Rennrad und einem max 35l Rucksack für eine Woche:

Radklamotten:
2 Garnituren Radklamotten (Radhose, Funktionsunterhemd, Radtrikot, Socken), eine am Mann, eine zum Wechseln
1 Radweste
1 Paar Armlinge
1 Regenjacke
1 paar dünne Handschuhe (wenn niedrige Temperaturen zu erwarten sind)
1 Helm
2 Rad-Sonnenbrillen (eine mit fixer Tönung, eine mit selbsttönenden Gläsern, die auch nachts gefahren werden kann)

Werkstatt und Rad-Zubehör:
1 Ersatzschlauch
1 Set Rennrad-Flicken
1 Fahrrad Mini Tool
1 Leatherman Multitool
1 Mini Front- und Rückleuchte
1 Mini Kombipumpe mit CO2 Kartusche

Zivil:
1 dünne Softshell Hose mit Zipp-Beinen
2 Merino Shirts
2 Merino Unterbuxen
2 Paar Merino Socken (alles Merino weil wenige geruchsempfindlich)
1 dünne Softshelljacke zum draußen sitzen, bei kühleren Temperaturen noch eine dünne Daunen/Kunstfaser Weste
minimalistische Toilettenausrüstung (plus REI in der Tube zum Waschen der (Rad)Klamotten)

falls gezeltet wird:
1 Einmann- Ultraleicht Zelt
1 leichter Daunenschlafsack
1 Ultraleicht Isomatte
1 kleines Mikrofaser Handtuch
1 Gaskocher plus Kartusche

Bargeld
Kreditkarte
Personalausweis
Krankenversichertenkarte


Das war´s im Prinzip. Wenn mir noch mehr einfällt, schreibe ich es noch...
 
Bei Radreisen in Mitteleuropa kann man doch einfach das Nötigste spontan zusammenpacken und ohne große Planung losfahren. Hier gibt es doch überall alles. Zumal wenn man mit zwei Fahrrädern unterwegs ist -- notfalls fährt einer Ersatzteile kaufen. Viel wichtiger als eine exakte Liste mit Ersatzteilen und Werkzeug ist meines Erachtens das Wissen, wie man ein Fahrrad repariert, und Improvisationstalent. Wir sind auch schon mit einem geschnorrten Schlauch für 25-622 im 50-406 Vorderrad gefahren. Hat ausreichend lange gehalten...

Plant nicht zuviel. Fahrt einfach. Ihr findet eh erst unterwegs heraus, was ihr vergessen habt... ;-)

Wir waren am Wochenende unterwegs und hatten keinen Spülschwamm dabei. Genug Windeln waren aber an Board...

t.
 
Guten Morgen, erstmal vielen Dank für die Anregungen von euch. Es sind viele Dinge dabei die ich umsetzen möchte , wie es in der Praxis aussieht werde ich dann sehen wenn es soweit ist .
Ich habe schon mal vorab bei Komoot die Strecke eingegeben , von wo wir los fahren und hoffentlich auch ankommen .Wie kann ich die vorgeschlagene Route optimieren , Berge gering halten , Sehenswürdigkeiten, Zelt/Schlaf Möglichkeit verbessern. Wie bekomme ich heraus was sich lohnt auf der Fahrt sich mal anzuschauen , oder einen schönen Ort finden .
Und welche Radkarte soll man sich überhaupt kaufen .
 
In Koomot ist das denkbar einfach.
Ich vermute Du plant am PC. Auf der Karte sind ja schon massig Sehenswürdigkeiten von anderen Mitgliedern eingezeichnet. Schau sie Dir an und zieh bei Bedarf einfach die blaue Linie mit der Maus da draus.
Ähnlich wenn es um Anstiege/Berge geht. Unten kannst Du das Höhenprofil anschauen, wenn Du mit der Maus da drüber fährst wird auf der Karte die Position angezeigt. Dann einfach an entsprechender Stelle die blaue Route wo anders hinziehen.
Wenn Du bei den Optionen Deinen Fitnessgrad runterstellst werden oft auch einige Anstiege in der Route weggelassen.
Wegen Campingplätzen kannst Du mal hier schauen. https://www.easymapmaker.com/map/Einfach-Camping
 
Wenn du mehr mit Komoot planst und evtl ein Navi noch nutzt, lohnt es sich gleich die Weltkarte im Angebot für 20€ zu kaufen
 
Ach ja, wegen Karten.
Ich nutze seit fast 20 Jahren GPSr Geräte von Garmin und seit man Smartphones mit GPS hat habe ich auch keine Papierkarten mehr dabei.
 
Ach so , das werde ich mal probieren .PC habe ich keinen , dafür ein IPhone. Aber da müsste es genauso klappen .
 
Ich finde am iPad das planen nicht so komfortabel. Am iPhone wahrscheinlich noch schlechter. Da ist es am PC mit Maus schon besser
 
Fast hätte ich vergessen zu fragen wie es aussieht mit einem Navi . Macht das trotzdem Sinn eines zu kaufen , obwohl man ein Handy mit Komoot dabei hat . Wenn ja ,mir sind aus kosten Gründen die Teasi aufgefallen .
 
Ich rate gerade bei längeren oder gar mehrtägigen Touren zum GPSr.
Wie geschrieben bevorzuge ich selber Garmin. Ich nutze hier sogar gezielt und gewollte noch ein altes Legend HCx, weil dies keinen eingebauten Accu hat, sondern zwei AA Batterien braucht. Diese kann man im Notfall auf der ganzen Welt nachkaufen.
Wenn man aber eh mit dem E-Bike unterwegs ist und sich Abends Strom zum Accu Laden besorgen muss, dann sollte es auch jedes andere gute Navi mit eingebauten Accu tun.
Das Teasi kenne ich nur vom hören sagen und das ist schon einige Jahre her, aber da waren viele nicht wirklich zufrieden mit.
Ich kann hier nur dazu raten ein Navi zu wählen, wo man selber Kartenmaterial von OpenStreetMap installieren kann. Das ist meist aktueller und detaillierter als die meisten vorinstallierten Karten.
Nur Handy klappt wie schon von @Milan0 angesprochen nur wenn man genug Strom mitführt (Powerbank) oder unterwegs generiert per Nabendynamo.
 
Auf meiner Radreise an die Ostsee hoch hatte ich noch kein Navi und bin mit dem Handy gefahren. Wobei wir viele Flüsse als Orientierung genommen haben und ich deswegen oft und lange das Display nicht anhaben musste. Einen Tag allerdings sind wir Querfeldein gefahren und ich hatte für 160km das Handy an. Die Powerbank, die normalerweise das Handy gut 4x auflädt war danach leer und der Handyakku auch.
Nach der Tour habe ich mir gebraucht ein Edge 810 gekauft. Nie wieder ohne
 
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