Presseberichte zum Thema Fahrradwirtschaft, Wirtschaftsverkehr-Rad usw.

In diesem Jahr sind von Januar bis Ende Juli in Berlin 4256 Radfahrer verunglückt.
Ausgerechnet die grün-regierten Bezirke liegen in der Statistik vorne.


Die „auf Konfrontation angelegte Verkehrspolitik des Senats, die in diesen Bezirken besonders ausgelebt wird, ist ein Irrweg, der Menschenleben kostet“.
 
[Dresden / Video] Auch wenn es "nur" ein Video der Bildzeitung ist. es geht um den Inhalt. Besonders um die Passage, dass der Täter ggf. nach Jugendstrafrecht verurteilt wird und mit Bewährung davon kommt. Wer mit 18 Jahren schon so fährt, dem darf man strafrechtlich die entsprechende Reife unterstellen.

 
Das macht ganz schön betroffen und auch traurig...

Ob der jetzt mit Bewährung davon kommt ist für Christiane F. ziemlich Wurst - ich sehe hier eigendlich aber auch eine (kleine) Mitschuld des Gesetzgebers: beim Mopped kriegt ein Fahranfänger eine Leistungsdrossel in der Probezeit - warum gibts das nicht beim Auto?
eine Lösung für das Problem ist ja nichts Neues.

Außerdem vermittelt die Art der Berichterstattung ein mieses Gefühl, da es in einem die Wut triggert...Bild in seiner Glanzrolle (n)
Ausdrücklich keinen Dank für den versauten Start in den Tag!
 
Radfahrer: gefährlich oder gefährdet?
Bericht ist von 2018, aber leider immer noch aktuell!


 
Ausgerechnet die grün-regierten Bezirke liegen in der Statistik vorne.
„Ausgerechnet die grün-regierten“? :unsure:

Da feht ein wenig Kontext:

* das war die Anfrage eines FDPlers; das Zitat mit „auf Konfrontation angelegte Verkehrspolitik des Senats“ ist ebenfalls von dem
* dass in Mitte / Xhain mehr Unfälle passieren als in Marzahn-Hellersdorf, ist jetzt nicht soo wahnsinnig überraschend vor dem Hintergrund, dass da die Bevölkerungsdichte viel höher ist
* dass in 2020 mehr Radunfälle passieren als 2019, ist ebenfalls nicht wahnsinnig überraschend, sondern leider logisch, weil da ja viel mehr Leute Rad gefahren sind
* ich weiß zwar nicht, obs belastbare Zahlen gibt, wo genau wie viel Rad gefahren wird, aber dass der Fahrradanteil in den Innenstadtbezirken höher wäre, würde mir ebenfalls logisch vorkommen (kurze Wege) … von Spandau in die Stadt zu fahren ist ja fast ne Tagestour

Dass ein FDPler versucht, sowas parteipolitisch auszuschlachten, ist zwar wenig überraschend, sollte man aber nicht einfach so unkommentiert weiterverbreiten find ich.
 
Mit deinem letzten Satz gehe ich eigendlich mit, würde aber doch erwarten, das grün anders agiert als schwarz :unsure:

Das die Verkehrspolitik auf Konfrontation angelegt ist betrachte ich auch so (mir eigendlich egal wer das sagt), besonders wenn man den historischen Rahmen berücksichtigt.
Marzahn/Hd ist ein schönes Beispiel dafür, besonders aus Sicht der städtebaulichen Anlage...
The same beim Vergleich Mitte vs Charlottenburg. Aber noch 10 Jahre in dem style weiter gebaut wird sich das kaum noch voneinander unterscheiden.

ich wohne ausserhalb B und pendel mit dem Musketier - so'n Motor macht aus der Tagestour von Spandau eine Angelegenheit von 1 Stunde...vll solltest du auch eine Motorisierung erwägen - man sieht die Welt danach mit ganz anderen Augen... :D
 
Das mit der Tagestour war jetzt nicht so buchstäblich gemeint ;) -- aber ich hab grad kurz geschaut, im Tagesspiegel ist ein recht aktueller Artikel zu dem Thema: der Fahrrad- bzw. Nicht-Auto-Anteil ist in den Innenstadtbezirken tatsächlich viel höher (der Unterschied ist sogar noch deutlich größer, als ich mir das vorgestellt hatte -- da spielen auch Einkommensunterschiede eine Rolle, nicht bloß die Topografie).

[..] der Mobilitätsmix in der City unterscheidet sich fundamental von dem der Außenbezirke. So besitzen nur rund 35 Prozent der Haushalte in Friedrichshain-Kreuzberg mindestens ein Auto. In Reinickendorf und Spandau sind es jeweils rund 70 Prozent, in Steglitz-Zehlendorf fast ebenso viele.
Link zur Studie hab ich da jetzt keinen gesehen, aber hier die Zahlen von 2018: https://www.berlin.de/sen/uvk/verke...n-und-fakten/mobilitaet-in-staedten-srv-2018/

Den Tagesspiegel-Artikel find ich auch ansonsten ganz lesenswert -- geht zwar nicht direkt ums Fahrrad als Wirtschaftsfaktor, aber die allgemeine Verkehrsentwicklung spielt dafür ja schon auch eine Rolle, insofern nicht komplett off-topic hoff ich:

Studie zur Mobilität in Berlin: Berliner fahren aufs Rad ab und laufen viel
(März 2020)

--

Das die Verkehrspolitik auf Konfrontation angelegt ist betrachte ich auch so [..] besonders wenn man den historischen Rahmen berücksichtigt.
Was meinst du denn damit?

(Wir sollen hier ja eigentlich keine Diskussionen anzetteln, steht im ersten Post … bin mir jetz nicht sicher, ob man da ein neues Thema draus machen soll?)
 
Was meinst du denn damit?
(Wir sollen hier ja eigentlich keine Diskussionen anzetteln, steht im ersten Post … bin mir jetz nicht sicher, ob man da ein neues Thema draus machen soll?)
Eben, der letzte Satz... ;)

Also nur ganz kurz zum Verständnis:
die städtebauliche Entwicklung nach den Zerstörungen des 2.WK verläuft in B in eklatantem Unterschied zwischen den beiden Stadthälften...fokussieren wir den Osten, hier ist es sehr deutlich sichtbar...

Mit der Motorisierung des Verkehrs werden hier die Straßen deutlich breiter - die Neubauten sind weit von der Straße zurück gesetzt und damit ergibt sich der Platz, am Straßenrand zunächst 5-10m Grün/Bäume Schneise, dann der Radweg, dann wieder grün, dann der Fussweg, nochmal grün und erst dann die Häuser .
Hiermit wird der Verkehr entkoppelt (Dekonfrontation) und für alle Verkehrsteilnehmer dadurch angenehmer.
Man nutzt also konzeptionell die Folgen des Kriegs zum Vorteil für alle.
Link dazu... http://zeitreisen-berlin.de/

Heute dagegen baut man diesen Platz wieder fast komplett zu (Verdichtung) bis fast zum Straßenrand, so wie es ursprünglich vor dem Krieg mal war (konzeptionell historisch im Mittelalter entstanden - also in einer Zeit ohne Auto).
Damit bleibt nach den Neubauten der letzten 20 Jahre in Mitte zB oft nur noch ein Fussweg von 1m Breite - das Rad muss auf die Straße. Und führt zur Konfrontationen, die wir ja alle kennen und "lieben"...
Schön life oder in den Zeitreisen zu sehen (Beispiele: Leipziger Str., Frankfurter/Karl-Marx-Alle, Mollstr. um nur Einige zu nennen).

Als Radler ist es sehr deutlich zu verspüren - ich hasse die City-West wegen der Enge, in der Mollstr. bin ich von der Straße runter und sehr entspannt. Das wird jetzt alles mit Hotels zugeschiss*** (also aktuell nicht die Mollstr. - aber in Mitte Leipziger usw gut anschaulich...). Marzahn usw ebenso...eigene Wege abseits vom Autoverkehr :love:

Mein Weg (Auto weg und rauf aufs Musketier) hätte ich -wenn ich im Westteil arbeiten würde- nach wenigen Monaten frustriert hingeschmissen - ehrlich!

btw...ich bin kein Fanboy von irgendwas...ist eine rein sachliche Reflexion.
Der Horzont aus städtebaulicher Sicht ist da sehr verengt und zielt auf Konfrontation, oder nimmt sie wenigstens billigend in Kauf. Kein Gedanke wird daran verschwendet, dass und wie man die (überflüssige + innerstädtische) Priorität des Autoverkehrs etwas dämpfen könnte...
Dabei ist diese umgesetzte Dekonfrontation eben kein doofes ostdeutsches Konzept wie immer behauptet wird...siehe Holland ;)

Hast du nur sehr wenig Platz, musst du dich oft für 1 entscheiden: Auto- oder Radverkehr.
Für einen von Beiden führt das zur Frustration, der sich in Aggressivität dem anderen gegenüber äußert und in einer Spirale immer weiter aufschaukelt...Beispiel Friedrichstr. an der Leipziger (n)

Ich sehe hier mehr Symbolpolitik wie auf dem kürzlich mit viel Pomp und medialer Aufmerksamkeit eröffnetem Radweg Oberbaumbrücke: die 50m auf der Brücke schick - aber sobald du von der Brücke runter bist (also ausserhalb der Kamera) NICHTS. Das machst du nicht für die Radler, sondern wegen dem eigenen Image...glauben tun dir das nur die Autofahrer bzw nicht Ortsansässige. Aber was hilft der Glaube :X3:
 
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Sehr wichtiger Beitrag, hat mir gerade auch beruflich geholfen. Und zugleich zeigt das den Widerspruch zwischen "Wo ist Platz für Radwege?" und "Wer will schon mit dem Rad an ner Hauptverkehrsstraße fahren?" auf.
 
Die Schlagzeile von gestern...


...ist schon wieder Geschichte: gerade die Meldung im Radio: "keine Maskenpflicht für Radler, auch wenn regional etwas anderes verordnet ist." Fussgänger müssen aber...

Bitte keine Disskusionen hier über "DAS Reizthema", es ging mir nur um den Radbezug und eventuell hier Betroffene (Geldbuße) ;)
 
Radfahren mit Kindern ZEIT.DE


Manchmal frage ich mich bei den Kommentaren, ob die von der Automobilindustrie bezahlt werden....
Erstmal scheint der Text so als würde der Verfasser neutral sein. Kein pro Fahrrad oder Auto. Unterschwellig; Angst. Dann doch lieber ein Auto, würden wohl Viele sagen. Lastenfahrrad vielleicht fürs Wochenende.
Ob sie bezahlt werden? Für diesen Artikel wohl nicht, die Symphatie der Redaktion bekommt man an anderer Stelle. Unterbewusst bleibt das hängen und wirkt sich auf alles Geschriebene aus.
Das Fahrrad ist in der letzten Zeit eine echte Konkurrenz für die Autoindustrie geworden.
 
... und viele Zeitungen meinen, dass sie von den ganzseitigen Anzeigen der KFZ-Hersteller abhängig sind ....

Aber das sollte hier keine Diskussion werden. Lieber weitere Presseberichte hier posten.


Auch denke ich, dass die Städte, wie z.B. Barcelona auch massive Proteste der Autofahrer haben, wie wir hier. Doch dort hat vielleicht die Stadtregierung mehr Mut und denkt nicht, so wie hier, im Wahlrhythmus.
 
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