Presseberichte zum Thema Fahrradwirtschaft, Wirtschaftsverkehr-Rad usw.

"Fußgängerfachverband" lol
Was es nicht alles für kuriose Vereine in diesem Land gibt. Alleine der Name klingt schon wie Satire.
Warum setzen sich diese Pfeifen nicht für breitere Gehwege ein? Warum wird nie in frage gestellt, das der PKW-Verkehr den größten Teil der öffentlichen Verkehrsfläche einnimmt? Warum bekämpft man jene Fraktion mit der man besser zusammen arbeiten sollte?
Ja das ist echt schade an dem Verband. Ich glaube, da wird manchmal zu sehr auf die eigenen Bedürfnisse geschaut und nur daran gedacht, wie man diese Ziele erreichen kann. Auf lokaler Ebene gibt es aber auch ordentliche Ortsgruppen, die teils viel mit ADFC, VCD etc. zusammenarbeiten. In Essen gab es z.B. mal eine große gemeinsame Aktion gegen wildes Parken.
 
Wunschtraum. Wenn es so wäre, hätten Leih-E-Scooter unser Verkehrsproblem gelöst. Nein, die Leute würden Vandalismus betreiben und die Dinger zuparken, wegschieben, umkippen oder darauf einschlagen.
Leih-E-Scooter sehe ich selten auf der Straße fahren - dafür regelmäßig auf Fußwegen, wo sie nicht unterwegs sein dürfen. Und dann leider auch noch genauso regelmäßig auf eine Art und Weise, die für die Fußgänger absolut indiskutabel ist.

An anderer Stelle habe ich schon mehrmals gestanden, dass ich mit meinem S-Pedelec außerorts regelmäßig die vorhandenen Rad-/Fußwege benutze - also ganz klar illegal. Ich käme aber niemals auf die Idee, mich den gelegentlichen Radler und Fußgängern gegenüber als wilde Sau zu betätigen.

Anders herum fahre ich innerorts IMMER auf der Straße. Das erspart dort - angesichts der hohen Wahrscheinlichkeit, dass doch mal etwas passiert - Diskussionen mit der Rennleitung und der Versicherung.

Und die Autos fahren alle hinter mir - wo ich bin, ist vorne.
 
Ja das ist echt schade an dem Verband. Ich glaube, da wird manchmal zu sehr auf die eigenen Bedürfnisse geschaut und nur daran gedacht, wie man diese Ziele erreichen kann. Auf lokaler Ebene gibt es aber auch ordentliche Ortsgruppen, die teils viel mit ADFC, VCD etc. zusammenarbeiten. In Essen gab es z.B. mal eine große gemeinsame Aktion gegen wildes Parken.
Sehe auch, dass es lokal ziemlich viel Zusammenarbeit gibt.
Bin selber auch oft genug Fußgänger und kann die Belange verstehen.

Generell sehe ich aber ein Problem in monothematischen Verbänden wie FUSS e.V. und auch ADFC. Das Ganze gerät oft aus dem Blick.
Der ADFC agiert auch oft mit ziemlich viel Nabelschau.

Genau aus dem Grund bin ich da auch raus und bevorzuge persönlich eher den VCD bzw. bin da Mitglied, weil eben hier alle Verkehrsteilnehmer im Blick sind, vor allem eben die schwachen.
Nur mit einem solidarischen Gegenbeispiel setzt man mMn einen guten Gegenpol zur Autolobby. Die hatte ja durchaus vernünftige Leute, schmeisst sie aber lieber raus, wenn sie die Wahrheit sagen.

Zum Thema an sich:
Wenn es einen schmalen/gemischten Rad-/Gehweg gibt, so ist der meiner Erfahrung nach auch mit Schlaglöchern gespickt, da uralt und nicht gepflegt. Wenn ich da auf die Straße müsste, dann hätte die hupende Blechdosenfraktion auch kein Argument mehr.
Gleiches gilt für einen ultraschmalen Radweg neben einem kärglichen, schmalen Gehweg. Da geht es für keine Seite voran.

Gestern beim Schneeeinbruch in Frankfurt sah ich auch viele couragierte Radelnde auf der Straße, da natürlich die Radwege nicht gemacht waren und die wurden angehupt wie blöde, weil keiner irgendeine Ahnung hat.

Was Schade ist: die schwachen Verkehrteilnehmer zerfleischen sich, anstatt konsequent für eine gerechte Verkehrsinfrastrukur zu kämpfen (was aber in Zeiten einer gesellschafts- bzw. bevölkerungsverachtenden, unsozialen und von Kälte geprägten Bundesregierung auch etwas zermürbend sein kann).

PS:
Besser wäre: Tempo 30 in Städten, Pflicht zum Bau von Stellplätzen für Karren und witterungsgeschützen Abstellmöglichkeiten für Fahrräder im Fall von Neubauten, Anwohnerparken (max. 1 pro Haushalt), City Maut und genügend kostenpflichtige Parkhäuser + günstiges P+R.
Dann gibt es auch kein Platzproblem.
Deutschlandticket für maximal 50 Taler oder 30 für Sozialschwache wäre auch schön.
Träumen darf man ja.

PPS:
Wir haben hier im März Kommunalwahl. Falls hier irgendeiner aus dem politischen Dunstkreis mitliest, schreibt mir gerne, ob ihr all das zuvor genannte Umsetzen möchtet: You'll get my vote ... aber dazu bräuchte es ja Courage, sowas gibt's nur in Paris und andernortes.
 
Zuletzt bearbeitet:
Noch besser wäre 30 innerorts und als Limit für Pedelecs. Dann sieht sich vielleicht nicht jeder zu Überholmanövern gezwungen.
Dass die regulatorischen und die technischen Grenzen nicht harmonisiert sind, ist mir überhaupt ein Rätsel. Warum darf ein Pedelec nur bis 25km/h unterstützt fahren, während 30km/h eine übliche Geschwindigkeitsbeschränkung innerorts ist? Warum sind Mini-Autos (Citroen Ami etc.) und S-Pedelec auf 45km/h gedrosselt, aber innerorts darf man 50km/h fahren?

Das ist doch geradezu eine Einladung, auf die langsamen Dinger, die immer im Weg stehen, zu schimpfen, während man mit 65 überholt! Wenn alles einheitlich wäre, wäre wenigstens klar: So wie die fahren, darf man fahren. Mehr nicht.

t.
 
Das ist doch geradezu eine Einladung, auf die langsamen Dinger, die immer im Weg stehen, zu schimpfen, während man mit 65 überholt! Wenn alles einheitlich wäre, wäre wenigstens klar: So wie die fahren, darf man fahren. Mehr nicht.
Das wäre richtig, wenn in den Autos Automaten und keine Menschen sitzen würden. Nach meiner Erfahrung verspüren viele Autofahrer den Drang zu überholen, auch wenn sie dann mit der gleichen Geschwindigkeit vor dem vermeintlichen Hindernis tuckern...
Markus
 
konsequent für eine gerechte Verkehrsinfrastrukur zu kämpfen
Ich bin am Sonntag mit dem Auto auf einer Straße gefahren, die insgesamt 4-4,5 Meter breit war, keine Nebenanlagen, nur Bankett. Vor mir fuhr ein Radfahrer. Also bin ich mit 15 km/h hinter ihm geblieben. Ich habe mit diesem Verhalten aber alle irritiert. Der Radfahrer schien sich zu wundern, warum ich ihn nicht überhole. Die beiden AutofahrerInnen hinter mir schienen auch herausfinden zu wollen, wo das Problem lag. Aber insgesamt alles sehr ruhig und gesittet.

Das politische Problem ist auf dieser Straße allerdings, dass sich Linke, Grüne und SPD eigentlich einig sind, dass dort mindestens eine Zone 30 hingehört, lieber eine Fahrradstraße – die Strecke ist auch Schulweg, ist teilweise als Wanderweg ausgeschildert und liegt außerhalb der geschlossenen Ortschaft. Leider hat sich die CDU aber geweigert, zumindest einen Prüfauftrag an die Verwaltung zu beschließen, der aufzeigen sollte, wie diese Strecke für FußgängerInnen und RadfahrerInnen sicherer gestaltet werden kann.
 
Generell sehe ich aber ein Problem in monothematischen Verbänden wie FUSS e.V. und auch ADFC. Das Ganze gerät oft aus dem Blick.
Der ADFC agiert auch oft mit ziemlich viel Nabelschau.

Der ADFC agiert vollkommen unterschiedlich je nach Stadt/Region/Bundesland. Wir haben hier im Speckgürtel Mini-Ortsverbände, die wirklich viel reissen und einen komplett apathischen Münchner OV und Bayerischen LV. Die schaffen 1x im Jahr eine Demo und das wars an Sichtbarkeit. Ich sehe in vielen Städten Lastenradprojekte, regelmäßige Events, politische Arbeit - hier absolut nichts. Das kommt auch davon, dass es personelle Überschneidungen zwischen ADFC-Ämtern und Jobs bei der Stadt gibt oder gab (was nie offiziell gemacht wurde).

Anfragen werden pauschalisiert abgefrühstückt, wie PR-Agenturen und Lobbyverbände es tun. Bin deshalb ausgetreten. Würde ich (wieder) in BaWü oder in Berlin, Bremen, Frankfurt, Hamburg etc. wohnen, ich würde sofort wieder eintreten, da dort ordentliche Vereinsarbeit stattfindet.

Was z.B. in München überhaupt nicht klappt, sind regionale Aktionen in Stadtteilen, geschweige denn Stammtische oder Stadtbezirks-Gruppen. Geschätzt 80% der Radfahrenden nutzen ihr Rad nur auf sehr kurzen Strecken (weil sie schlechtes Material oder schlechte Schalt/Kurbel-Technik drauf haben). Die werden es nie zu einer zentralen Demo 1x im Jahr in der Innenstadt schaffen. Abstrakte Forderungen wie "Radentscheid" sind politisch mausetot und haben einmalig viele Ressourcen (Geld und Zeit/Freiwilligenmotivation) verbrannt, aber sämtliche Pendelstrecken *in* die Innenstadt sind so schrottig wie vor 5-6 Jahren. Es gibt aber keine Bestrebungen, hier mal anzusetzen. Selbst Radbubble-Aktivisten im Dunstkreis der CM sagen, dass der ADFC hier primär ein Pedelec-Tour-Veranstalter im Sommer sei und sonst nichts. Die letzte Vorstandswahl lief parallel(!) zu einer CM an einem Freitagabend, Zufälle gibt es.
 
Die Fahrradverbände (die einigermaßen funktionieren) setzen viel auf Öffentlichkeitsarbeit. Das ist schön, aber bringt leider wenig. Das geht außerdem auch ohne Verband. Einzelaktionen sind lustig, aber der Alltag ist viel entscheidenden.
Das Problem ist meiner Meinung nach leider, dass Autolobbyisten möglichst wenig öffentlich, aggressivst auf Gesetztgeber „einwirken“ und dabei auf einen sehr großen finanziellen Unterbau aus der Automobilwirtschaft zurückgreifen können. Alles was die Radverbände da machen ist ein Tropfen auf den heißen Stein.
Am meisten bringt es immer noch, sich im Alltag sichtbar zu machen und anderen Menschen vorzumachen, dass vieles auch mit dem Fahrrad geht. Das animiert dazu, es auch einmal zu probieren und und zwingt die Leute dazu, mal die Radfahrerperspektive einzunehmen und Missstände in der Infrastruktur am eigenen Leibe zu erleben. Das führt dann vielleicht zu einem Umdenken und im besten Fall zu einer Wahlentscheidung.
 
Die Fahrradverbände (die einigermaßen funktionieren) setzen viel auf Öffentlichkeitsarbeit. Das ist schön, aber bringt leider wenig. Das geht außerdem auch ohne Verband. Einzelaktionen sind lustig, aber der Alltag ist viel entscheidenden.
Das Problem ist meiner Meinung nach leider, dass Autolobbyisten möglichst wenig öffentlich, aggressivst auf Gesetztgeber „einwirken“ und dabei auf einen sehr großen finanziellen Unterbau aus der Automobilwirtschaft zurückgreifen können. Alles was die Radverbände da machen ist ein Tropfen auf den heißen Stein.
Am meisten bringt es immer noch, sich im Alltag sichtbar zu machen und anderen Menschen vorzumachen, dass vieles auch mit dem Fahrrad geht. Das animiert dazu, es auch einmal zu probieren und und zwingt die Leute dazu, mal die Radfahrerperspektive einzunehmen und Missstände in der Infrastruktur am eigenen Leibe zu erleben. Das führt dann vielleicht zu einem Umdenken und im besten Fall zu einer Wahlentscheidung.

Ein Verband muss auch einfach die Radfahrenden vertreten können, wie bspw Zweirat Stuttgart. Der ADFC verschweigt bis heute die Mitgliederzahl für München Stadt, ich gehe mal davon aus, dass die sehr niedrig ist. Wer sich nicht als Verein organisieren kann, kann auch keine glaubwürdige Pressearbeit machen, keine Meinungen bilden und schärfen Dann kam es auch regelmäßig vor, dass der ADFC Chef hier seltsame Äußerungen von sich gab z.B. dass gut geräumt würde, während in der "wirkliche" Bubble alles wieder voller Eispanzer, Stürze und Platten durch scharfkantigen Split war. Es gibt einen massiven Conflict-of-Interest. Bei der vorletzten IAA waren diverse Vorstände auf den Alibi-Veranstaltungen der Autohersteller, während die Radbubble und Umweltverbände eine Raddemo und Protestcamp veranstaltete. Da frag ich mich schon, ob der ADFC hier nicht komplett unterwander von Parteipolitik und kommunaler Verwaltung ist.
 
@roland81 bin zufällig über einen Artikel zu München gestoßen:

Wirklich absurd diese Nibelungentreue. Die Kommunalpolitik hat nur noch Angst, dass Auto-"Diskriminierung" das Hauptthema beim Wahlkampf wird. Als ob es keine anderen Probleme gäbe.
 
@roland81 bin zufällig über einen Artikel zu München gestoßen:

Wirklich absurd diese Nibelungentreue. Die Kommunalpolitik hat nur noch Angst, dass Auto-"Diskriminierung" das Hauptthema beim Wahlkampf wird. Als ob es keine anderen Probleme gäbe.
Sorry, wenn es jetzt etwas OT wird: Wir haben in München eine Art Amtsblatt namens "Rathaus Umschau", das MO-FR erscheint. Ich jage das durch ein LLM und automatisiere dann ein Social Media-Post einer fiktiven bzw virtuellen Persona (Journalistin), die das aus Radverkehrs-Sicht kommentiert. Man kann das auf Mastodon/Fediverse abonnieren/followen oder auf https://social.entrypoint.sh/@lisa_radieschen lesen. Da sieht man, was so an Verkehrspolitik in München politisch (nicht) geht.

Natürlich immer mal mit LLM-Slop und Falschinterpretationen, KI einfach auch viel hot air ;)
News wie Giesinger Berg kriegt man da schon ein paar Tage vor den "richtigen" Journalisten.

(Und wer die Meldeplattform-Meldungen sehen will, wenn sie freigegeben werden: https://social.entrypoint.sh/@radverkehr_muenchen )
 
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