Nachhaltigkeit - Über den Umgang mit Lastenrädern

nein, dieser Schluss ist voreilig gezogen.
Lastenräder kommen irgendwann wie alle Räder auf den Schrott, weil wir in einer überhitzten Wohlstandsgesellschaft verweichlichter Nixmehrkönner und Nixmehrwoller leben.
Das betrifft Badezimmer, Autos, Salat und alle anderen Konsumgüter. Lastenräder nehmen weder eine Sonderstellung noch sonstwas ein.
Wir könnten eine Demo gegen Verschwendung organisieren, sowas wie eine CM, eine KidicalMass, eine Schoko- oder Kaffefahrt. Oder ein Repaircafé, eine Selbsthilfewerkstatt, eine Lastenradinitiative - wobei die weniger werden, weil Bedarfe gedeckt sind.
Bist Du dabei, @roland81 ?
Gruß Krischan
Ich habe leider keine Werkstatt, um 2-3 Prototypen zu entwickeln. Letztlich sind Showevents wie CMs nicht dazu geeignet, Leute zum Schrauben zu bewegen, sonst würde mir ein sehr engagierter Aktivist (ausgelastet mit anderen Projekten) nicht sagen "Schwätzen tun hier viele, schrauben niemand". Ich erlebe es selbst in der Münchner Szene, wie wenige Leute bereit sind, selbst zu schrauben. Das hängt auch an mangelnden Räumen und Plätzen.

Aber meine o.g. Idee passt doch wunderbar zu deiner AleXargo eSG. Lasst euch alte Christiania, Bakfiets und Babboe schenken/spenden und schaut, welche einfachen Umbausätze man daraus entwickeln kann und verkauft diese dann. Oder macht einen OpenSource-Umbauplan wie die Community Carla.

Mit Airline-Schienen, FDM oder CNC-Bauteilen kann man sicher wahnsinnig kreativ und individuell auf Spartenkunden eingehen.

Ich wäre dabei, aber ich lebe in München in einer kleinen Wohnung ohne Kellerabteil. Ich habe keinen Kontakte zu Berufsschulen, Berufsbildungswerken und Sozialwerkstätten. https://www.hautoo.de/ lässt AFAIK in den https://www.caritas-wendelstein-werkstaetten.de/de herstellen. Die legendären Kinderanhänger Leggero aus Romanshorn wurden bis zum Verkauf/Einstellung von https://www.brueggli.ch/ hergestellt. War nicht auch bei Roland Werk ein solcher Fertiger im Hintergrund? Ich weiss es nicht.
Man darf sich darüber streiten, ob das Ausbeutung oder "Recht auf bezahlte Arbeit" im Rahmen der Inklusion darstellt, ich kenne beide Standpunkte und habe keine abschließende Meinung.

Anyway, das Kindertransport-Lastenrad-Segment ist IMHO ausgespielt, es gibt Überkapazitäten im Sekundärmarkt und im gewerblichen Bereich fast keine Nachfrage nach neuen, teuren Lastenrädern.

Mir geht es um die Sache. Die beschriebene Idee von mir ist public domain. Ich werde nicht in der Lage sein, hier umzusetzen und würde mich freuen, wenn es jemand anders täte, der andere Kostenstrukturen, Skills, Kapital und Kontakte hat.
 
Aber was will man denn da entwickeln?
Gerade diese:
Christiania, Bakfiets und Babboe
Sind doch so simpel und einfache Kisten. Sitzbank raus und Zeug rein.
Ich finde ja auch viele Lösungen interessant, gerade was hier in diesem einen Faden zum Bullitt gezeigt wird, ist schon richtig nice.

Aber der Durchschnittsnutzer braucht ne Kiste wo er Zeug rein wirft .

Will ich das Ding gewerblich nutzen, kaufe ich eine passende Lösung und neu. Ausfall oder Bastel Zeit bzw halbgare Umbaulösungen wird niemand kaufen.

Nenn doch bitte konkret was für wen in welcher Richtung angeboten werden soll.

Welches Ziel?
Welches Rad?
 
Aber was will man denn da entwickeln?
Gerade diese:

Sind doch so simpel und einfache Kisten. Sitzbank raus und Zeug rein.
Ich finde ja auch viele Lösungen interessant, gerade was hier in diesem einen Faden zum Bullitt gezeigt wird, ist schon richtig nice.

Aber der Durchschnittsnutzer braucht ne Kiste wo er Zeug rein wirft .



Nenn doch bitte konkret was für wen in welcher Richtung angeboten werden soll.

Welches Ziel?
Welches Rad?


Will ich das Ding gewerblich nutzen, kaufe ich eine passende Lösung und neu. Ausfall oder Bastel Zeit bzw halbgare Umbaulösungen wird niemand kaufen.

7000€ für ein naktes Urban Arrow Cargo, dazu noch 3000€ für ein Custom Aufbau und wenn der Motor spinnt, gibt es auch kein Ersatzrad sondern Ausfallzeiten.

Wir in München sehen, abseits der Zusteller-Nische UPS/DPD/Hermes in bestimmten Bezirken, nur eine sehr geringe Adaption von Lastenrädern. Der Elektriker, der neulich im Deutschlandfunk vorgestellt wurde, hat sich ein Cube Long John gekauft und dafür einen eigenen Aufbau bauen müssen. Auch er klagt über Ausfalle und Verschleiß - obwohl er das Rad neu gekauft hat. Wenn wir voraussetzen, dass Betriebe mit <10MA sich für ~10.000€ ein E-Lastenrad kaufen oder ein paar Tage selbst planen, sägen und Boxen schrauben, werden wir keinen Fortschritt sehen.
 
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AleXargo ist vollständig ausgelastet, Dank für gute Ideen, bitte selbst organisieren und umsetzen :)

Verkehrswende bleibt Handarbeit gegen professionelle Umweltvernichter in Wirtschaft und Regierung.
Gruß Krischan
 
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selbst planen, sägen und Boxen schrauben, werden wir keinen Fortschritt sehen.
Ein funktionierendes und rentabeles Produkt muss entwickelt werden. Dazu gehört eine Marktanalyse.

Welches Ziel?
Welches Rad?

Diese beiden Dinge werden da sicher mit die ersten Fragen sein. Die sollte man beantworten, bevor man Empfehlungen ausspricht was jemand machen soll/könnte.

Es ist natürlich großzpgig diese Idee der Allgemeinheit kostenlos zur Verfügung zu stellen.
 
Wir entwickeln und produzieren Aufbauten für gewerbliche Cargobikes.
Kein großer Flottenbetreiber wird sich mit einem gebrauchten Chassis abgeben.
Für die speziellen Anforderungen kleiner Gewerbetreibender baust Du keine Stückzahl um darauf ein Business zu gründen. Der Rest ist mit einer einfachen Kiste gut bedient. Die gibt es en masse.
Schau Dir den Chike-Umbau von @bOAH an. Der macht genau, was Du vermisst. Mit unendlich viel Aufwand. Wer würde das bezahlen? Jetzt kannst Du sagen, er könnte den Aufbau ja anderen anbieten. Aber wenn er nicht die manuelle Arbeit reduziert, sinkt der Preis nicht. Wenn er zeitgemäß digitalisiert und automatisiert sinken die Preise aber erst mit einer gewissen Stückzahl. Die müsste er finanzieren, einkaufen und lagern bis er sie braucht. Macht er es Open Source hat er von den wenigen nur die geschickten.
Das geht hinten und vorne nicht auf.
 
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@roland81

Ich kann mich @Sprocket Ausführung in fast allen Punkten anschließen.


Als jemand, der über mehr als 40 Jahre Erfahrung mit Fahrrädern und Lastenrädern hat:
Entwickler, Prototyper, Bauhofleiter, Mechaniker im Baumaschinenbereich, Sondermaschinenbau, Planung und Umsetzung von Exponaten in Museen, Weltausstellungen usw. – das sind Sachen, die ich mache und gemacht habe.
Jemand, der selbst ein Makerspace und Fablab gegründet und über Jahre betrieben (vollständig gemeinnützig) und querfinanziert hat, wirklich einige Sachen entwickelt und open Source zur Verfügung gestellt hat, kann nur sagen:

Wenn man was ändern will, muss man es selbst tun.

Menschen wollen haben – einige können es bezahlen, andere wollen haben, aber nicht wirklich was machen.
Soll jetzt nicht desillusionierend wirken, ist halt so.

Es ist auch nicht dem „alle sind doof" geschuldet … sondern einfach menschlich. Jeder hat andere Schwerpunkte, eigene Pläne, jede Menge Verpflichtungen, muss und will sich um seine Liebsten kümmern und so weiter und so fort.
Es hat bei mir sehr viele Jahre gedauert, bis ich verstanden habe, dass meine hehren Ideen an meiner eigenen Naivität gescheitert sind – daran, nicht zu erkennen, dass andere Menschen auch noch anderes zu tun haben, als meinen noch so tollen, uneigennützigen Ideen zu folgen.

Wobei „gescheitert" nicht stimmt – es hat sich immer etwas mehr oder weniger (meist mehr) Sinnvolles daraus entwickelt.

Also … Nachhaltigkeit ja … finanziell tragfähig sehr selten, oder mit Konzepten, die früher oder später sehr oft die Nachhaltigkeit überholen.

So, und um jetzt auf den Punkt „Nachhaltiger Umgang mit Lastenrädern" zu kommen:

Wenn man will, kann man – egal ob man in einer Hundehütte wohnt oder noch mit Schrödingers Walfisch beschäftigt ist.

Es gibt viele Makerspaces, es gibt – den menschlichen Makeln zum Trotz – immer noch genug liebenswerte Spinner und genug Initiativen, um etwas zu bewegen.
 
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Ein funktionierendes und rentabeles Produkt muss entwickelt werden. Dazu gehört eine Marktanalyse.



Diese beiden Dinge werden da sicher mit die ersten Fragen sein. Die sollte man beantworten, bevor man Empfehlungen ausspricht was jemand machen soll/könnte.

Es ist natürlich großzpgig diese Idee der Allgemeinheit kostenlos zur Verfügung zu stellen.
Ich hatte dir extra nochmal den Link zum Post geschrieben. Dort steht genau, welche Räder, welche Quelle, warum es Interessant für Verwerter und Händler ist etc.
 
man muss es selbst und gerne machen, wenn man damit Geld verdienen will, geht es sehr selten.
Drei Stunden tägliche durchschnittliche Bildschirmzeit lassen jedoch viel Platz für persönliches Handwerk. Und Nebenerwerb. Kuck Dir mal die Carlaküche an. Die kannst Du für 200,- selber bauen, in ~20h.
Da geht viel in Büro, Küche und Wohnzimmer, man wundert sich ;)
Gruß Krischan
 
Und das ist ja nur Deine Behauptung.
Die ich begründet habe. Fahrrad-Leasing, das gesamte Dienstrad-Modell, ist eine Kopie aus der KFZ-Wirtschaft. Financial Services/Leasing ist da ein Kernbestandteil und auch das Verschiffen/verschrotten von Fahrzeugen, um den Primärmarkt nicht selbst zu sabotieren. Also wir werden entweder Export, Verschrottung oder Konversion (meine Idee) sehen.
 
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