Lastenrad Selbstbau, Infos und Technikfragen

Hallo zusammen,

Mein Name ist Roman, wohne in Hamburg und bin neu im Forum.
Da ich bisher keine Freunde/Bekannte habe, die ein Lastenrad fahren, wollte ich meine Fragen und Ideen in diesem Forum teilen.

Nachdem ich vor zwei Jahren in den Genuss einer Probefahrt mit einem Riese und Müller Cargorad kommen durfte, wusste ich: so ein Teil brauche ich auch!
Aber es sollte anders sein.
Über 5000€ für ein Fahrrad würde ich nie im Leben ausgeben wollen, eine Motorunterstützung braucht man in Hamburg nicht und ein 60 kg Gefährt kann ich auch nicht in den Keller tragen.
Was war also die Lösung?
Mein Vater ist Schweißer und hat sich bereit erklärt mit mir zusammen ein DIY Cargobike zu bauen. Als Vorlage habe ich mir (zum Teil) Recycle aus Italien genommen.
Das sah dann so aus:

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Das Fahren macht sehr viel Spaß, der Hobel wiegt mit allem zusammen ca. 32 kg und flext ein wenig Dank der Edelstahlkonstruktion.
Allerdings musste der Gravellenker und die SRAM einer MTB Schaltung weichen, was mit Kindertransport deutlich praktischer ist.
Das sieht aktuell so aus:
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Da ein Fahrrad ja selten wächst, Kinder aber schon, stieß ich relativ schnell an die Grenzen meiner ersten Konstruktion.
Nächste Idee:
Ein längeres, etwas schmaleres, leichteres und gleichzeitig stabileres Lastenrad.
Der aktuelle Stand sieht so aus:
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Der Rahmen ist noch nicht ganz fertig und die Korbkonstruktion noch nicht 100% entschieden.
Aber dazu in den nächsten Wochen mehr.
Mein Vater wohnt leider nicht in Hamburg und Corona und Arbeit beschleunigen die Sache auch nicht ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Nun zu meinen Fragen:


Ich muss natürlich noch mal testen, ob ein 27,5“ Laufrad überhaupt in den Hinterbau hineinpasst, aber hat damit schon jemand Erfahrung? Vielleicht ein Bullitt-Fahrer?

2.
Was muss das Hinterrad überhaupt an Gewicht aushalten?
Ich habe mich beim ersten Rad für eine Shimano XT - Andra 40 Kombination entschieden. Die soll bis 180 kg reichen, ist aber selbsterklärend sackschwer. Braucht man das wirklich?
Ich bin mit 190 cm ca. 82 kg schwer. Kind kommt auch mit Kleidung auf 20 kg plus das Rad selbst, was dann insgesamt um die 130 kg sein sollte. Reicht da nicht auch ein leichteres Hinterrad mit bis zu 130 kg?

3. welche Reifenbreite empfiehlt sich hier?
Ich bin anfangs 52er Big Ben gefahren, jetzt die schönen Contis in 50er Breite. Die Rollen gefühlt besser, ich bilde mir aber ein, ein etwas schmalerer Reifen würde genauso gut flexen, leichter sein und noch besser rollen.
Dachte an Schwalbe Kojak, aber Schwalbe hat mich bei den letzten Käufen sehr enttäuscht; selbst der teure G-One eiert wie Sau an einer perfekt zentrierten Felge...
Conti Speed Contact gefällt mir optisch auch, leider nur als Drahtreifen verfügbar.
 
Wer kann, der kann.
Sehr schöner Einstieg und schönes Rad. Bist Du mit der Geometrie zufrieden und: Was baust Du als nächstes? ;-)
Danke!:)
Mit der Geo bin ich sehr zufrieden.
Rad lässt sich gut lenken und ist sehr wendig. Allerdings flattert die Gabel hier und da bei Geschwindigkeiten über 30 km/h. Das kommt zum Glück nur vor, wenn ich ohne Kind unterwegs bin. Beim nächsten Projekt ist der Trail daher etwas länger, das macht die Gabel stabiler beim Geradeauslauf.
Nächster Hobel ist am Oberrohr kürzer (lässt sich ja mit einem Vorbau ausgleichen), dafür ist dei Tragfläche 20 cm länger! Insgesamt wird das Rad 2,50 m lang.
 
Beim Thema Reifenfreiheit tendiere ich zu je breiter desto besser.

Was reinpasst wird eingebaut, da schmale Reifen dann wesentlich mehr Druck brauchen um nicht durchzuschlagen. Da leidet der Komfort zu sehr.
Wenn du natürlich nur ein Race Cargobike bauen willst, dann ist der Kojak sicher nicht verkehrt. Kenne mehrere die den im Bullitt fahren
 
Tolles Rad. Vor allem diese schön gebogenen Rahmenrohre. Sieht super elegant und leicht aus.

@Milan0 Da muss man nicht nur schweißen können, da braucht es eine gut ausgestattete Schlosserei. ;)

Wenn das Vorderrad flattert, dann ist auf diesem vermutlich zu wenig Belastung. dafür gibt es im Zubehörhandel diverse Lenkungsstabilisatoren.
 
Äußerst schick das Erste (y)
Bronte ist eh immer gut
Danke!
Ja, ein echtes Bronte würde ich gerne mal fahren, um zu wissen, ob es auch so nachgibt. Ist natürlich sehr komfortabel, aber mit einem Alu oder Carbonrahmen nicht vergleichbar ;)
In meinem Kopf schwirren weitere Ideen herum. Finde die Konstruktion von Velo Lab und Obstundgemüse sehr gelungen. Würde gerne beide verheiraten.
 
Beim Thema Reifenfreiheit tendiere ich zu je breiter desto besser.

Was reinpasst wird eingebaut, da schmale Reifen dann wesentlich mehr Druck brauchen um nicht durchzuschlagen. Da leidet der Komfort zu sehr.
Wenn du natürlich nur ein Race Cargobike bauen willst, dann ist der Kojak sicher nicht verkehrt. Kenne mehrere die den im Bullitt fahren
Okay, danke für die Einschätzung.
Viel schmaler als ~ 45 mm würde ich auch nicht gehen wollen. Mein Graveler hat 40er G-One; die könnten gerne breiter sein ;)
 
Tolles Rad. Vor allem diese schön gebogenen Rahmenrohre. Sieht super elegant und leicht aus.

@Milan0 Da muss man nicht nur schweißen können, da braucht es eine gut ausgestattete Schlosserei. ;)

Wenn das Vorderrad flattert, dann ist auf diesem vermutlich zu wenig Belastung. dafür gibt es im Zubehörhandel diverse Lenkungsstabilisatoren.
Korrekt, zum biegen braucht man schon Werkzeug und selbst damit werden Stahlrohre gerne Falten. Was hilft: mit Sand füllen, erhitzen und dann langsam mit der Biegemaschine biegen. 90° kriegt man aber bedingt Faltenfrei hin.
Zollige Rohre gibt es aber bereits als 90° Profile, sind natürlich sehr schwer wegen der 2 mm Wanddicke.
 
Korrekt, zum biegen braucht man schon Werkzeug und selbst damit werden Stahlrohre gerne Falten. Was hilft: mit Sand füllen, erhitzen und dann langsam mit der Biegemaschine biegen. 90° kriegt man aber bedingt Faltenfrei hin.
Zollige Rohre gibt es aber bereits als 90° Profile, sind natürlich sehr schwer wegen der 2 mm Wanddicke.
Im Selbstbaubereich im IBC (mtb-news.de) habe ich gelesen, dass gegen das Falten auch mit Wasser füllen und einfrieren hilft. Ist wohl einfacher als Sand zu händeln.
Aber selbst biegen und dafür Werkzeug anzuschaffen fange ich jetzt (erstmal) nicht auch noch an :D
 
Wenn das Vorderrad flattert, dann ist auf diesem vermutlich zu wenig Belastung. dafür gibt es im Zubehörhandel diverse Lenkungsstabilisatoren.
Ich bin eher der Meinung den Grund für das Flattern zu finden und zu eleminieren, als es mit einem Stabilisator nur zu unterdrücken. Ist bei einem Selbstbau natürlich nicht so einfach.
Häufige Gründe für das Flattern ist Spiel im Bereich der Lenkung, Steuersätze. Da mal ordentlich alles kontrollieren. Spielt dann natürlich noch Geometrie (Winkel, Vorlauf der Gabel) und Eigenschwingung des Rahmens mit rein
 
Eventuell hilft es auch, die Lenkstange an der Biegung zu verstärken:


PS: Sehr schönes Rad! (y)
 
Eventuell hilft es auch, die Lenkstange an der Biegung zu verstärken:


PS: Sehr schönes Rad! (y)
Gute Idee! Könnte man auch direkt als Strebe an die Lenkstange schweißen.
Edit:
Danke!
 
Zuletzt bearbeitet:
Sieht mir auf den Bildern recht steil aus wie bei Bullitt und Artgenossen, ein paar Grad flacher hilft gegen flattern und nervösität, frag aber nicht wieviel Grad..war bei meinem Augenmaß.
War ei Unterschied....auch bei 70kg Beladung
 

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