Lastenrad Rapid

Das Rad soll im Frühjahr kommen. Sieht interesant aus. Den Hersteller kannte ich nicht. Hatte sich bisher wohl auf Rikschas spezialisiert.
Weiß da schon jemand was? Hier ein CAD-Bild vom Rad: Link
 
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Der Rahmen besteht aus aneinandergeschweißten Akkuzellen... nennt sich Funktionsintegration :)

Das Dreirad "Radkutsche Musketier" fährt hier doch einer und schien bisher ganz zufrieden.
 
wo ist der Akku? ;-)
Lass mich mal raten. Der ist wohl weiß lackiert, genau wie die Lenkstange...:):
Unbenannt.PNG

Der tiefe Einstieg könnte auf die Stabilität des Rahmens gehen, da finde ich das Bullitt besser. Sitzposition und Winkel der Gabel ähnelt eher Bullitt. Bei dem Rapid scheint allerdings die Ladefläche deutlich größer zu werden.
 
Das sieht sehr elegant aus, aber es fehlt auch noch viel nötiger Kleinkram, zum Beispiel die gesamte Lenkung. Und es gibt einige Dinge, die sich mir nicht erschließen:

1. Das flach geneigte Steuerrohr. Bei so einem langen Radstand gibt es da keinen Grund für. Das Vorderrad neigt sogar im Gegenteil stärker zum Umschlagen und bei jeder Lenkbewegung muss die Last auf und ab bewegt werden. Das Douze hat das auch so flach und es scheint zu funktionieren, aber steiler müsste eigentlich besser sein.
2. Der Rahmen der Ladefläche ist tragend, aber die parallel laufenden Streben helfen überhaupt nicht gegen Torsion und die dürfte bei der Länge erheblich sein. Zwei Diagonalstreben pro Seite und das Ding ist steifer und genauso schwer.
3. Warum laufen die oberen Hinterbaustreben ins Leere? Warum das Sattelrohr und das "Oberrohr" ohne Not auf Biegung belasten? Warum nicht diesen kleinen Winkel etwas höher am Sattelrohr ansetzen?
4. Warum ein winklig stehendes Lenkrohr? Warum nicht senkrecht und bei gleicher Ladefläche 5 cm weniger Radstand?

Kopfkratz...
 
Lass mich mal raten. Der ist wohl weiß lackiert, genau wie die Lenkstange...:)
Bowdenzüge, Reifenventile und Speichennippel fehlen auch noch - und die Speichen sehen überhaupt ein bisschen reingewürfelt aus. ;)
Aber interessantes Fahrrad, auch wenn's derzeit erst nur im CAD existiert.

M.E. sind bei den Long-johnigen die Konstrukteure generell ein wenig zu geizig mit der Hinterbau-/Kettenstrebenlänge. Ein Fahrrad fährt man ja, indem man es permanent am Umfallen hindert, indem man also durch ständige Lenkbewegungen die Aufstandslinie wieder unter den Schwerpunkt bringt. Je weiter hinten der Schwerpunkt, desto heftiger die erforderliche Lenkbewegung. Das kennt man vielleicht vom Mountainbike. Wenn man da an der Überschlagsgrenze bergauf fährt, dann fährt man praktisch Einrad und gibt dann irgendwann auf, nicht weil das Vorderrad abheben würde, sondern weil man das Gleichgewicht nicht mehr halten kann, egal wie sehr man mit dem Vorderrad rumrudert. Das andere Extrem ist ein solo gefahrenes Tandem. Das kann man problemlos ultralangsam fahren, weil jede Lenkbewegung selbst bei geringsten Geschwindigkeiten noch deutliche Auswirkungen hat. Und wer mit egal welchem Fahrrad an der roten Ampel keine Lust hat, einen Fuß auf den Boden zu setzen, der hängt sich direkt über den Lenkkopf und hält das Gleichgewicht mittels Nachlauf, aufgrund dessen sich bei Lenkbewegungen der Lenkkopf hin und her bewegt.
Bei allem Verständnis dafür, daß man versucht, den Radstand so kurz wie möglich zu halten, sollte man m.E. doch die Fahrbarkeit nicht ganz außer Acht lassen und gerade wenn man so uferlos in die Länge baut wie hier, käme es doch auf 5 oder 8 cm mehr auch nicht mehr an, wenn sich damit verhindern läßt, daß das Vorderrad eine halbe Fahrbahnbreite hin und her mäandert. Jeder hohe Bordstein rechts wird doch sonst zur Falle, wenn einem links die Autos keinen Platz lassen.

Gruß,

Clemens

 
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@RAD/CAM: wenn Du genau hinsiehst, hebt das Vorderrad sogar bereits im Stand ab!
Yep, schlimme Sache! ;)

Zum Lenkkopfwinkel -hmm- da weiß ich auch noch nicht, was richtig und was falsch ist. Wir hatten da ja auch mal dieses Biest - und das weist mit choppermäßiger Geometrie offenbar ein wirklich gutes Langsamfahrverhalten auf, solange es leer ist. Beladen mit dem riesigen Fernseher scheint die Sache allerdings nicht mehr so unproblematisch. Wahrscheinlich kann man da nicht alte Weisheiten aus Moto-Guzzi-T3- oder Ducati-750-SS-Tagen 1:1 auf den Long John übertragen, denn bei den genannten Motorrädern gingen der lange Radstand und der steile Lenkkopf immer auch mit einem nach vorne verlegten Schwerpunkt einher. Beim Long John variiert dessen Lage sehr stark mit dem Beladungszustand, und was leer richtig ist, scheint beladen falsch zu sein. Leer brauchst du aus o.g. Gründen ein recht energisches Eigenlenkverhalten, wie es sich mit flachem Lenkwinkel einstellt. Man braucht also einen tauglichen Kompromiß - oder 'ne Downhill-Gabel mit 250mm Federweg.
 
sehr hübsch... gibts schon Preise?
Auf der Homepage steht leider noch nichts. Auf den Bildern ist gut zu erkennen, dass gegenüber dem ursprünglichen CAD-Entwurf der diskutierte Lenkkopfwinkel viel steiler ausgefallen ist:

http://www.radkutsche.de/Rapid.html

Sitzposition sieht auch eher sportlich aus, wenn man es mit Bakfiets und co vergleicht. Die Verarbeitung sieht für meinen Geschmack sehr gut aus. Die lange Ladefläche gefällt mir. Ich würde es ohne Motor, ohne Akku und ohne die schwere Platte nehmen. Der Einstieg müsste nicht so tief sein. Könnte auf die Stabilität des Rahmens gehen und ist schwerer als nur eine Mittelstange, denke ich. Vielleicht ist es für die Kuriere, wenn es mit 100kg beladen ist, beim Absteigen mit tiefen Einstieg angenehmer? Oder wurde der Einstieg gewählt, da es sich auch an die Mütter richtet?
 
Auf den Bildern ist gut zu erkennen, dass gegenüber dem ursprünglichen CAD-Entwurf der diskutierte Lenkkopfwinkel viel steiler ausgefallen ist:
Tja, wenn man jetzt wüßte, was die in der Zwischenzeit gelernt haben! ;)
Ich hätte übrigens fest damit gerechnet, daß die Lenkschubstange zwischen den Rahmenrohren und der Ladeplattform verschwindet. Mit ein bisschen gutem Willen wäre das doch sicher möglich gewesen.
 
Ich hätte übrigens fest damit gerechnet, daß die Lenkschubstange zwischen den Rahmenrohren und der Ladeplattform verschwindet. Mit ein bisschen gutem Willen wäre das doch sicher möglich gewesen.
Bei der momentanen Rahmenform ist ein Querrohr im Weg. Mit einem entsprechend gebogenen Lenker am Steuerrohr wäre es vielleicht möglich, aber der Bauraum scheint schon an Motorsteuerung/Akku verkauft zu sein.
Den Lenkhebel nur bei den beiden vorderen Querträgern innen zu führen bringt m.E. nur optisch was, denn aufsetzen wird er hinten.
 
Bei einem derart langen Spurhebel und recht flachem Steuerkopfwinkel bewegt sich die Spurstange ganz erheblich auf und ab und nicht nur vor- und zurück.
Das könnte der Grund sein, sie nicht durch den Rahmen zu führen.
 
Also alte Guzzis und Ducatis sind deutlich hecklastig!! Und grad ne T3 ist ja wohl vom Lenkwinkel eher ne chopper...aber fast schönes Rad. Nur irgendwie viel zu viele Rohre für meinen Geschmack verbaut, schon dieser kleine Keller unter der Ladefläche. Die Statik von dem Rahmen sieht etwas übertrieben aus, weiß nich wie ich das anders formulieren soll.

Gruß
 
Also alte Guzzis und Ducatis sind deutlich hecklastig!!
Nach heutigen Maßstäben - aber vergleiche sie mal mit japanischen Motorrädern aus der selben Epoche.

on topic: Die Befestigung der Ausfallenden scheint mir etwas arg filigran - und das technische Datum, auf das ich am meisten gespannt bin, ist das Leergewicht.
 
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