Lastenrad absperren - Tipps für Fahrradkettenschloss?

Immer wieder ist hier zu lesen "lang muss die Kette sein...".
Ich besitze auch eine lange Kette, welche mir aber zu schwer ist (glaub ca 3kg).
Naiv gefragt (sorry): Warum muss ich mein Lasti mit einer langen Kette (an der Laterne) fest machen?
Meint ihr echt, die Diebe tragen das Lastenrad sonst mal kurz aus dem Hinterhof weg und packen es in einen Lieferwagen?
Aus meiner (naiven) Sicht fahren doch potentielle Diebe das Lastenrad eher weg und da ists ja dann egal, ob sie die Kette von der Laterne "wegflexen/aufzwicken" oder nur die 80cm Kette zwischen Rahmen und Hinterrad aufzwicken...
(Das Vorderrad würde ich mit einem zweiten Schloss sichern....).
Grüße
 
Ursprünglich sah mein Konzept auch vor, das ich das Fahrrad mit zwei Schlössern sichere. Man hatte mir aber das Zweitschloss, eine Kette mit Zahlenschloss, aus der Kiste gestohlen, als es nicht verwendet wurde. Seither bleibt es bei einem Schloss.
Aber Vorderrad, Hinterrad und Sattelstütze sind mit Pitlock gegen Spontandiebstahl gesichert. Das Hauptschloss ist eine gehärtete 10mm-Kette mit 90cm Länge von Kryptonite (Evolution integrated Chain 1090).
Damit sichere ich je nach Stellplatz das Hinterrad am Rahmen als Wegfahrsperre oder den Rahmen an einem Bügel. Um durch die Speichen zu passen, ist die 10mm-Kette auch ungefähr das Maximum.

Als ich das Schloss bestellte, schwankte ich, ob nicht die nur geringfügig teurere 160cm-Variante nicht besser wäre? Ich wählte dann die 90cm-Version, weil das längere Modell mit 5 statt 2,7kg deutlich schwerer wäre, durch die enorme Länge unhandlicher und dabei nicht sicherer, da man zwei Schnitte mit der Flex brauch, egal wie lang die Kette wäre (Bolzenschneider ist bei dieser Güte schon ausgeschlossen).
Im Alltag findet sich entweder kein geeigneter Bügel oder Mast oder er ist schlicht von anderen Rädern blockiert. Daher bringt eine längere Kette keinen Mehrwert.
Ausnahme wäre die gleichzeitige Sicherung des Hinterrades oder eines zweiten Rades, aber auch dann böte ein zweites Schloss mehr Absicherung. Bedingung ist aber eine Zusatzsicherung an den Laufrädern.

Im Augenblick überlege ich die zukünftige Sicherung eines noch zu beschaffenden Motorrades. Da wären mir 90cm doch zu kurz und die Kette dürfte auch etwas dicker werden. Denke da über 120-150cm und 12-14mm Kette nach (5-7kg) und zusätzlich ein Bremsscheibenschloss mit Alarmsignal. Und weil ein Motorrad über Bordstrom verfügt, auch ein GPS-Tracker. Aber das steht dann auch nachts am Straßenrand.

Hier scheiden sich beim Fahrrad auch die Geister. Wo steht das Rad nachts? Wenn es öffentlich zugänglich geparkt wird, kann das Schloss nicht dick genug sein. Dann gibt nur massives Metall mehr Sicherheit. Und aufmerksame Anwohner.

Das Lastenrad wird längst nicht immer nur fort geradelt. Es kann auch in einen Transporter geladen werden. Deswegen ist ein Verbund mit einem festen Gegenstand wichtig. Wenn man sich ansieht, wie oft teure Lastenräder für Schnäppchenpreise auf Osteuropäischen Onlinemarktplätzen angeboten werden, brauch man nicht glauben, die Räder seien mit Muskelkraft bis Rumänien gekommen. ;)
 
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Meint ihr echt, die Diebe tragen das Lastenrad sonst mal kurz aus dem Hinterhof weg und packen es in einen Lieferwagen?
Ja.


Leider.


Ich hole nochmal ein bisschen weiter aus. Uns wurde das Rad vor der Tür weggeklaut. Wir waren blauäugig. Aktuell ist es mit einem Bügelschloss und einem 1,70m Kettenschloss gesichert. Von unterschiedlichen Marken. Dazu noch das Speichenschloss und ich hebe es jeden Abend auf ein Podest direkt vor der Haustür, wo auch die Räder der Nachbarn stehen und schließe es dort an. Ab nächster Woche können wir aber einen Motorradstellplatz in einem nachts abgeschlossenen und per Video überwachten Parkhaus nutzen. Da werden wir das aber auch doppelt anschließen.
 
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Ich sehe das Ilockit auch nur für den Besuch beim Bäcker und für die Hausrat-Versicherung. Ernsthafter (?) Diebstahlschutz passiert dann mit einer Abus Motorradkette.
Seh ich genauso. Habs vor allem gekauft, um einen Schlüssel weniger am Schlüsselbund zu haben und Handy hat man eh immer dabei. Der angepriesene Alarm aufs Handy hat natürlich nur eine sehr geringe (BT-)Reichweite. Wand dazwischen und Verbindung weg.
 
nochmals Grundsätzliches:

U-Bügelschlösser sind im selben Preissegemenz immer etwas sicherer, als alles Andere, so das Ergebniss aus den Testergebnissen von Stiftungwarentest in den letzten 20Jahren.
Faltschlösser sind nur in der höchsten Kategorie halbwegs sicher.
Persönlich finde ich U-Bügel Schlösser, vor allem wenn der Hersteller eine Halterung mit leifert, wie zB Abus, sehr praktisch.
Eine Kette am Rad zu befestigen, vor alle wen diese schwer ist, finde ich extrem unpraktisch und es schlägt einem beim Handhaben ständig auf den Lack. An meinem eTrike habe ich manchmal eine schwehre Kette dabei. Dafür br“uche ich dann immer auch eine Sateltasche.
Ich habe an den Bikes in unserer 6 Köpfigen Familie vor Jahren gelichschliessende Abus Granit X Plus U-Bügelchlösser mit Halterungen eingeführt. Das hat sich sehr bewährt.
Das Abus Granit X Plus gibt es in verschiedenen Grössen.
Ja nach geförderterem Sicherhietslevel würde ich auch mal bei den Motoradschlössern U vorbei schauen.
Da steigt das Gewicht aber gleich massiv an...
 
Ich nutze eine für mein Altagsrad eine für moderate Anforderungen sehr bequeme Variante. Ein Axa Rahmenschloss mit 140cm Einsteckkette und ein separates Vorhängeschloss ( Abus Granit oder aktuell eins von Burg ). Damit kann ich aus der Öse in der Kette und dem letzten Kettenglied vor dem Einsteckdorn ein Kettenschloss Improvisieren, kann aber auch die Kette um etwas weiter entfernte oder dickere Dinge legen und nur mit dem Rahmenschloss nutzen.
M.E. ist nur angeschlossen auch sicher. Aber nicht für jeden Stellplatz (z.B. vorm Bäcker) lohnt es sich das Radl mit mehreren Schlössern zu sichern, da ist Flexibilität manches mal sinnvoller.
 
Hallo zusammen,

bin neu hier und freue mich gerade auf den baldigen Einzug eines Load 60 in meine Bike Garage. Es ist mein erstes Lastenrad.

Ich wollte mit meiner Frage keinen neuen Thread eröffnen und glaube, sie passt hier ganz gut rein:
Ich werde das Load über ein Enra Komplettpaket versichern. Wie bei den meisten Versicherungen muss man natürlich das Rad irgendwie verankern und nicht nur abschließen. Das ist soweit auch klar und ok. Ich habe das serienmäßige Abus Rahmenschloss und die optionale Abus Kette dazu bestellt.

Was mich interessieren würde: Wie ist das so im Alltag mit so einem Schiff? An die üblichen Felgenbrecher-Ständer vorm Geschäft kommt man damit meistens nicht dicht genug ran. Manchmal fehlt aber die gut zugängliche Laterne in der Nähe, um die man die Kette legen kann. Wie macht ihr das? Einfach hoffen, das nix passiert und nur abschließen oder lieber ein paar Straßen weiter abstellen?

Mir geht es hier ausdrücklich nicht darum, wie man das Rad am besten (mit mehreren Schlössern) sichert, sondern ganz platt darum, wie man die Versicherungsbedingungen im Alltag am besten erfüllen kann.

Grüße
 
Ich schließe das immer an. Auch wenn ich etwas weiter laufen muss.

Aber nicht mehr mit der Einsteckkette. Da haben Diebe nämlich einen Angriffspunkt, um die Kette ganz leicht vom Schloss zu lösen. Wir schließen es immer mit einer Abus Granit Citychain X plus 1060 an.
 
Immer an einem festen Punkt anschließen und in Großstädten mindestens drei verschiedene Schloßsysteme verwenden. Nie nachts auf der Straße stehen und am besten das Rad unter eine billigen Motorradplane "verschwinden" lassen, wenn es nötig ist. Der Rest ist einfach Glück ;-)
 
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Unserer Versicherung reicht es, wenn das Fahrrad bei Gebrauchsunterbrechung (Kinder in die Kita, Bäcker, einkaufen, Arzt...) ABgeschlossen ist.
ANgeschlossen muss es nach Gebrauchsende sein, wenn es über Nacht draussen steht. Achte auf von der Versicherung akzeptierte Schösser und hebe deren Belege auf.
Bei Deiner Versicherung kann es anders sein ,deshalb VS Bedingngen lesen oder anrufen.

Wir schließen bei kurzen Unterbrechungen mit Rahmenschloss ab, bei längeren mit der dazu gehörigen Einsteckkette an wenn möglich, wenn nicht dann ab.
 
Ja, kann man machen, ja reicht vielleicht der Versicherung. Doof ist es trotzdem, wenn das Rad weg ist, weil man es bei einer auch nur 10-minütigen Pause nur abgeschlossen hat. Gab jetzt ein paar Fälle in der UA Community, wo es genau so passiert ist...
 
Man muss natürlich die Umstände berücksichtigen.
Vor der Kita ist Eternverkehr, man weiß wem das Rad gehört und in der Zeit der Lieferung packt das keiner in den Transporter. Vor dem Bäcker sehe ich das Rad.
Aber ich möchte nicht immer 3 verschiedene Schließsystem nutzen, wenn das auf/abschliessen und raussuchen und verstauen der Dinger länger dauert, als der Aufenthalt.
 
Vielen Dank für eure Antworten. Mir ging es ja bei meiner Frage genau um die Versicherung und nicht um wirklich effektivsten Diebstahlschutz. Ich wollte nur mal wissen, wie andere das machen. Ich sehe es persönlich mit meinen anderen Rädern bisher so wie @lowtech.

Natürlich würde ich jedes meiner Räder in Berlin oder anderen Brennpunkten nicht alleine lassen oder mindestens mit vier Schlössern an- und abschließen.
 
Ich versuche mal in den folgenden Tagen eine kleine Fotoreihe zu erstellen, wie ich in Bremen das Rad parke. Grundsätzlich steht es bei mir über Nacht in einem nicht einsehbaren Kellerverschlag im Innenbereich meines Wohnhauses. Je nach Verfügbarkeit schließe ich das Rad am Rahmen mit einer dicken Kette an einen festen Gegenstand an. Bei Verkehrsschildern achte ich darauf, das der Mast einbetoniert ist. Manche sind nur in ein Rohr im Boden versenkt und lassen sich heraus ziehen. Dort angeschlossene Räder könnte man also leicht befreien.
Plane ich eine längere Abwesenheit, schließe ich das Rad immer an. Bei Einkaufsfahrten lässt sich das nicht immer ermöglichen. Dann kommt die Kette durch Hinterrad und Rahmendreieck.

Sattelstütze und die beiden Laufräder sind mittels Pitlock-Achsen gegen Spontandiebstahl gesichert. Daher muss ich das einzige Schloss nicht zwingend durch die Laufräder fädeln.
Wichtig zu wissen ist aber auch, das ich kein Pedelec fahre, sondern ein Lastenrad ohne Zusatzantrieb. Dinge wie Motor, Akku oder Display werden gerne geklaut und müssen gesondert gesichert werden. Das fällt bei mir weg.
Ich habe in der Stadt schon Pedelecs gesehen, deren Mittelmotor abgebaut wurde, Akkuklau kommt aber regelmäßig vor. Besonders Akkus am Gepäckträger und eben die Motoren sind nur angeschraubt und werden gerne Nachts mit Werkzeug demontiert. Wertmäßig ist das oft ein Totalschaden. Ein Bosch Mittelmotor und ein Akku kosten jeweils zwischen 500 und 700 Euro das Display 100-400 Euro, das ergibt leicht 2000 Euro Schaden. Also sollte das Rad Nachts auch Schutz gegen Teilediebstahl haben und Akku und Display sollten auch tagsüber entfernt werden.

Das Schloss selbst ist heutzutage vor allem eine Frage der Masse. Da ich selbst bereits mehrere Fahrradschlösser mit diversen Werkzeugen geöffnet habe (allerdings mit simpler Methodik) wähle ich meine eigenen Schlösser mit Bedacht.
Kabelschlösser aller Art, auch Panzerkabel vermeide ich komplett. Die kriegt "jeder Depp" auf und davon gibt es einfach zu Viele auf der Welt!
Faltschlösser sind eine prima Sache, aber oft zu leicht. Praktisch alle Fahrradschlösser die weniger als ein Kilo wiegen, sind leicht zerstörbar und lassen sich auch mit Hebeln zerbrechen. Ab und zu finde ich ein Exemplar am Straßenrand und teste zu Hause was es aushält und es ist nie besonders viel.
Einzig das Abus Bordo 6500 (oder das ähnliche 6400) und das Trelock Toro 500 sind in einer Gewichtsklasse die mehr aushält. Aber selbst dann ist das nur eine kurzfristige Sicherung.

Bügelschlösser sind sehr gut, aber häufig zu unflexibel oder zu kurz. Gute müssen nicht sehr teuer sein, Decathlon hat sehr gute ab 30 Euro. Trotzdem würde ich im Alltag ein Bügelschloss eher als Zweitsicherung wählen. Zumindest für ein Lastenrad.
Die beste Wahl aus meiner Sicht sind Kettenschlösser. Dicke, besonders gehärtete Ketten mit einer Länge ab 90cm. Ob der Stahl wirklich gut gehärtet ist, sieht man ihm allerdings nicht an. Das könnte man nur mit einer Eisensäge testen. Wenn die es schafft eine Kerbe in ein Kettenglied zu machen, ist der Stahl nicht ausreichend gehärtet und ein Bolzenschneider kann sich erfolgreich durchbeißen.
Wer nicht testen will, vertraut auf Markenanbieter und deren Produktversprechen. Die Marken des Unternehmen Allegion (in Deutschland vor allem Trelock, Axa, Kryptonite) sind zu empfehlen, ebenso Abus. Preislich liegt Abus höher wegen Fertigung in Deutschland, Allegion fertigt in China, aber mit den gleichen Standards. ,
Gehärtete Ketten ab einer Stärke von 10mm sind mit tragbaren Bolzenschneidern nicht mehr zu knacken. Aber das ist nur noch der Bodensatz des Fahrradklauenden Abschaums, der damit unterwegs ist.
Ein Akkubetriebener Winkelschleifer ist heutzutage das Mittel der Wahl. Schneller, kompakter und leichter als ein Bolzenschneider und die Materialstärke oder Härte ist fast egal.
Das Einzige das einen Winkelschleifer ausbremst, ist zu flexibles Material. Die mit hoher Drehzahl rotierende Trennscheibe erzeugt an ihrem Rand (ca. 1mm) eine so hohe Reibungshitze, das der Stahl verglüht. Aber die Scheibe ist nicht sehr haltbar, wenn sie verklemmt.
Sobald man mit einer Trennscheibe etwas tiefer in den Stahl geschnitten hat, darf sich das zu trennende Teil oder das Werkzeug nicht bewegen, sonst verkantet die Trennscheibe, bleibt hängen und zerfetzt. Dann muss man eine neue Scheibe in den Winkelschleifer einlegen, sofern man eine hat und neu ansetzen, was alles auch mehr Zeit benötigt.
Die Krux ist, ein Bügelschloss kann man gut festhalten. Zwei Schnitte und nach unter 60 Sekunden ist es durch.
Eine Kette brauch ebenfalls zwei Schnitte, aber das mit dem stillhalten ist schwieriger.
Neben einer besseren Flexibilität beim Anschließen des Rades erhöht eine dicke Kette also auch die Chance darauf, das der Dieb seine vielleicht einzige mitgeführte Trennscheibe zerstört oder sich dabei sogar verletzt :giggle:(die Stücke fliegen mit 200km/h unberechenbar davon). Mehr Hoffnung gibt es nicht.

Und als Nachtrag:
Der Versicherung genügt ein ausreichendes Schloss, das teilweise von der Versicherung mitgeteilte Bedingungen (Mindestpreis, Zertifizierung) erfüllen muss. Zusätzlich wird zwischen Tages- und Nachtzeit unterschieden und insbesondere Nachts werden oft gesicherte Abstellplätze gefordert. Das gibt aber die jeweilige Versicherung individuell vor.
Dennoch ist auch ein versichertes Rad nach Diebstahl erst einmal weg und die Abwicklung macht zusätzlichen Stress. Es lohnt sich also, das zu verhindern.
 
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Mein Rad steht ebenfalls nachts draußen in Hamburg (genauso wie sein Vorgänger). Ich verwende eine Axa-Einsteckkette und zusätzlich nachts eine 170cm lange Granit CityChain X-Plus 1060 Kette, welches einfach am Fahrradständer verbleibt. Für den Rest habe ich die Versicherung, aber ich bin ziemlich sicher dass durch die X-Plus (in einer Wohngegend) nicht durchzukommen ist.

Und ich muss @lowtech zustimmen, mehrere Schlösser durch die Gegend zu fahren wäre mir zu aufwändig und zu schwer.
 
...stelle wenn möglich das Rad (egal ob Cargo oder Pedelec) in einer Radlgarage ab. Zumindest in Ulm beim Rathaus gut möglich - die Tageskosten von EUR 8.00 sind im Vergleich zum geklauten Radl erträglich.
Ulm Radhaus

Leider gibt es solche öffentlichen Radlgaragen nur wenige... egal in welcher Stadt. Und ich sichere selbst im Radparkhaus mein Rad mit der Abus Bordo Granit Schliessung.
 
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