Kaufpreis Lastenrad vs Citroen Ami! Wie geht das?

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Hallo zusammen!
Ich verstehe da etwas nicht:
Ich bin in den letzten Tagen über den Citroen Ami gestolpert, einen elektrischen Leichtkraftwagen (45kmh, 75km Reichweite, 5,5kwh Batterie). Wie geht es, dass der ohne Förderung, mit einer 10!!! mal so großen Batterie und deutlich mehr Material "nur" 6900€ kostet, also genau so viel wie mittlerweile ein durchschnittliches Lastenrad mit Motor? Skaleneffekte alleine können das doch nicht erklären, oder? Ich persönlich bevorzuge ja jedes Fahrrad/Lastenrad, aber da wird es einem ja schon schwer gemacht.
Wie geht das?
 
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Skalen- und Synergieeffekte sowie eine Querfinanzierung des Herstellers, würde ich vermuten.
Ansonsten ein symphatisches Produkt, wenn es beim pendeln nicht ein Fahrrad sondern einen Pkw ersetzt. Oder beim Pflegedienst oder Laborkurier.
 
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Das stimmt. Je arrivierter der Hersteller, desto teurer die Wh.
Sachs scheint da ja eine relative Ausnahme zu sein.
 
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Interessante Diskussion.
Der Ami wird in Marokko gebaut, das spart sehr an Lohnkosten in der Fabrik.
Zudem besteht die Bude aus Stahlprofilen und Kunststoffhaut. Wenn die Maschinen die das fertigen Mal abbezahlt sind, ist das äußerst günstig.
Fahrräder werden immer noch von Hand gebastelt, soweit ich weiß.
Ich denke Citroën hat so Maschinen eh „übrig“, außerdem bekommen die ganz andere Einkaufspreise auf Rohstoffe und Zulieferteile wie Räder, Knöpfe, Sitze etc.
Bei den Akku‘s kenne ich mich nicht aus, aber ich denke z.B. Lithium kauft Citroën in anderen Mengen als Shimano oder Bosch...
 
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Verstehe, dann macht also der automatisierte Fertigungsprozess einen wesentlichen Unterschied. Wenn sich also jemals ein Autobauer entschließen sollte in seiner Produktionsstraße ein Lastenrad zu bauen, dann müsste das ja eigentlich extrem günstig werden. Selbsttragende Karosserie aus Alublechen, Großserienmotor ( Bosch oder Shimano) und 1Kwh Batterie fest im Unterboden verbaut. Die restlichen Komponenten frei nach Kundenwunsch. Sollte doch eigentlich für 4000 zu machen sein. Hach, Wunschdenken...
Und wenn ich dann sehe, dass die Dual- Battery Option bei RM knappe 1000 Euro Aufpreis sind, für ca 600 Wh!!!, dann fühle ich mich schon etwas über den Tisch gezogen.
Naja, das oben beschrieben Gefährt wäre dann auch nicht mehr wirklich Bein Fahrrad. Hm, schwierig...
 
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Die Frage stelle ich mir schon die ganze Zeit.
Ein Unterschied zwische Fahrrad und Auto fällt mit auf:
Beim Fahrrad liegt der Verkaufspreis ca beim Preis der Einzelteile - einen kleinen Rabatt, das merkt man wenn man ein Rad selbst aufbaut.
Bei Autos wäre ein Selbstaufbau utopisch. Hier liegt die Summer der Einzelteile deutlich über dem Verkaufspreis.
Ich habe den Verdacht, dass durch die Marktmacht der Automobilindustrie, die Einkaufspreise der Hersteller so extrem niedrig sind, dass hier durch den Zubehörmarkt eine Art quer Suvention erfolgt.

Sind bei den 7000 € für den AMI der Akku schon dabei oder ist das Mietmodell wie beim Twizy
 
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Soweit ich weiß, ist der fest verbaut und gehört dazu.
Das Ladekabel für die Steckdose wohnt in einem Fach in der Tür.
 
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Die Frage stelle ich mir schon die ganze Zeit.
Ein Unterschied zwische Fahrrad und Auto fällt mit auf:
Beim Fahrrad liegt der Verkaufspreis ca beim Preis der Einzelteile - einen kleinen Rabatt, das merkt man wenn man ein Rad selbst aufbaut.
Bei Autos wäre ein Selbstaufbau utopisch. Hier liegt die Summer der Einzelteile deutlich über dem Verkaufspreis.
Ich habe den Verdacht, dass durch die Marktmacht der Automobilindustrie, die Einkaufspreise der Hersteller so extrem niedrig sind, dass hier durch den Zubehörmarkt eine Art quer Suvention erfolgt.

Sind bei den 7000 € für den AMI der Akku schon dabei oder ist das Mietmodell wie beim Twizy
mMn nach liegt auch beim Fahrrad die Summe der Einzelteile deutlich über einem komplett Rad mit gleichwertiger Ausstattung ;)
 
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Fahrräder werden immer noch von Hand gebastelt,
in Taiwan zu niedrigsten Preisen.
Wie geht es, dass der ohne Förderung,
Mondpreise für City-Ökos ;)
Preise für Kinderwagen, die qualitativ der allerletzte Kehricht sind, schießen Käufer*innenhormonbedingt auch (schon immer) ins Weltall...
Kein Elektromofa müsste viel teurer als ein Fahrrad sein. Ordentliche Industriemotoren, ne Handvoll aufladbare Batterien, simpelste Anschlusstechnik sollten für €300,- machbar sein.
Die Nische, das Besondere, das Posing, das kostet. Will aber keiner hören. Selber bauen kann auch kaum jemand, da werden die Hände schmutzig und Arbeit schändet entgegen des Sprichworts wohl doch.
Die Irrsinnspreise bei Rennrrädern sind doch auch der totale Wahnsinn. Luxusprobleme...
Geiles Beispiel ist die CarlaCargo, fast 3k€, mit Motörchen knapp 5, mit Motor knapp 6,5. Gehts noch?
Der Stahl kostet keine 100! Aber mach das mal, mit Handsäge, Feile, Bohrmaschine. 50 Stunden sind schnell weg und da hat kaum jemand Bock drauf und die Traute fehlt auch.
Gruß Krischan
 
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Oh, wo fängt man da an?
Schon genannt: Das größere Unternehmen hat mehr Einfluss auf die Einkaufspreise. Wenn ein Automobilzulieferer zu hohe Preise fordert, springt der oft einzige oder einer der wenigen Kunden ab und der Zulieferer rutscht in die Insolvenz.
Das ist vergleichbar mit dem Verhältnis zwischen einer Supermarktkette und den Milcherzeugern.

Bei Fahrradkomponenten bestimmen hingegen Zulieferer wie Shimano die Preise. Erhöht Shimano die Preise, kann die Fahrradbude nur "Ja" sagen.

Aber Shimano trägt auch die Entwicklung der Komponenten, der Fahrradbauer hat maximal Einfluß auf das Design des Rahmens. Dort werden aber keine Komponenten entwickelt. Der Automobilkonzern entwickelt alle Teile eines Fahrzeugs selbst. Zwar gibt es da mittlerweile Partnerschaften, aber Citroën kauft die Sitze nicht bei VW. Die werden im Haus entwickelt und Zulieferer bauen die Entwürfe nach Plänen nach.
Das macht den Lieferanten der Komponenten austauschbar.

Trotzdem ist die Automobilindustrie glücklich, etwa 7-8% Gewinnspanne am Fahrzeug zu verdienen.
Dafür würde sich ein "Riese&Müller" nicht einmal im Bett von rechts nach links drehen. Im Fahrradhandel wird eher 12-15% erwirtschaftet. Für den Kunden kommt immer noch der Zwischenhandel dazu, also vor allem der Händler.

Subventionen kennt der Fahrradbauer eher kaum. In der Automobilindustrie gibt es hingegen zwei wichtige Subventionen. Zum einen die Staatliche. Also Steuervergünstigungen für die Ansiedlung eines Produktionsstandortes in einer bestimmten Region.
Wegen der Lohnkosten zieht man mit einem Automobilwerk nur bedingt ins Ausland. Man brauch ja auch noch qualifiziertes Personal und das gibt es nicht in jedem günstigen Winkel auf der Welt. Aber wenn dem Konzern zum Ausgleich pro produziertem Fahrzeug weniger Steuern abgeknöpft werden, lässt sich vielleicht ein Kompromiss erarbeiten.

Aber gerade bei Elektrofahrzeugen gibt es auch Flottenemissionsquoten.
Der Fahrzeugbauer darf eine festgelegte CO2-Emission all seiner pro Jahr gebauten Fahrzeuge nicht überschreiten. Falls doch, erwarten ihn Strafzahlungen. Baut er nun sehr viele große SUVs, verdient er daran prächtig. Droht aber eine Emissionsstrafe, muss der Konzern zum Ausgleich auch emissionsfreie Elektroautos bauen und verkaufen.
Weil der hohe Gewinn aber nach wie vor mit dem Verbrenner erwirtschaftet wird, ist das Geschäft mit dem Elektroflitzer zur Zeit noch eine Möglichkeit, die Durchschnittsemission von CO2 pro Fahrzeug kostengünstig zu senken. Und um die Fahrzeuge auch zu verkaufen, liegen die Preise tatsächlich nur knapp über den Herstellungskosten.
 
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Ich denke, dass jedes Produkt auch einfach einen bestimmten, akzeptierten Preis hat.
Es muss im Verhältnis zu einem "richtigen" Auto halt angemessen sein.
Ein E-Lastenrad muss ja im Verhältnis zum normalen Rad angemessen teuer sein, und dann nimmt man halt auch, was der Markt hergibt, und 5-10k Euro scheinen ja voll ok zu sein für ein Lastenrad, wenn man sich die Nachfrage so anschaut.
 
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Also ich prophezeie dem Ding fast den gleichen bahnbrechenden Erfolg wie ein .... Renault Twizzy bis 45 km/h .... Verkaufte sich wie geschnitten Brot und der Preis war ähnlich ...... Ah ne, doch nicht.

Ironie aus:
Ich glaube sowas funktioniert in Frankreich, Italien, Spanien, Portugal .... dort fuhren auch schon immer Ape Dreiräder und ähnliches Zeug rum, nicht nur wie hier um die teure Espressomaschine von Edelmarktplatz zum nächsten Marktplatz zu fahren .....
In Deutschland funktioniert sowas nicht wirklich ....mMn

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mMn nach liegt auch beim Fahrrad die Summe der Einzelteile deutlich über einem komplett Rad mit gleichwertiger Ausstattung ;)
Ja der Preis liegt darüber ich denke so ca. 50 - 100 % mehr.
Beim Auto sind es auch mal 1000% (Chinesische Behörden haben vergangenes Jahr recht anschaulich dargestellt, um wie viel teurer Ersatzteile sind. In China kostet ein Fahrzeug der Mercedes-C-Klasse in guter Ausstattung umgerechnet etwa 50.000 Euro. Würde man das ganz gleiche Auto nur mit Ersatzteilen von Mercedes bauen, würde es 600.000 Euro kosten. Hier die Quelle: https://www.diepresse.com/4791181/ein-auto-aus-ersatzteilen-um-600000-euro)
Ich denke das hier ein wesentlcher Grund für den Preisunterschied liegt
 
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.....In Deutschland funktioniert sowas nicht wirklich ....mMn

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Falls es ihn zu gleichen oder ähnlichen konditionen wie in F gäbe, hätten wir schon lange einen ... ;).
Als sauwetterersatz für's rad und weil lautlos fahren einfach spaß macht.

Allerdings drängt sich so langsam der eindruck auf, daß citroen Deine auffassung zu teilen scheint, denn aus der für dieses frühjahr avisierten einführung auch in D scheint nichts zu werden ...
 
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Also ich prophezeie dem Ding fast den gleichen bahnbrechenden Erfolg wie ein .... Renault Twizzy bis 45 km/h .... Verkaufte sich wie geschnitten Brot und der Preis war ähnlich ...... Ah ne, doch nicht.

Ironie aus:
Ich glaube sowas funktioniert in Frankreich, Italien, Spanien, Portugal .... dort fuhren auch schon immer Ape Dreiräder und ähnliches Zeug rum, nicht nur wie hier um die teure Espressomaschine von Edelmarktplatz zum nächsten Marktplatz zu fahren .....
In Deutschland funktioniert sowas nicht wirklich ....mMn

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Er ist aber im Vergleich zum Twizy schlechtwettertauglich. Dieser ist außerdem schon noch teurer und hat im Grundmodell keine Türen und als Serie keine Fensterscheiben. Diese gibt es nur auf dem Zubehörmarkt und man darf sie nur einsetzen, wenn der Wagen parkt. Das Fahren macht durchaus Laune. Und mir gefällt das Reduzierte: Das ganze Gepiepse und die x Sicherheitssysteme gehen mir bei PKW auf den Wecker: Machen das Fahrzeug schwer und teuer.
Ich liebäugle auch mit dem "Ami". Schade aber, dass es ihn im Gegensatz zum Twizy nur als 45er geben soll.
Ob er überhaupt irgendwann in D verkauft wird und zu welchem Preis, ist ohnehin ungeklärt. Oder hat jemand eine aktuellere Info als Citroën selbst?
Meine Anfrage vom 23.05.21 wurde jedenfalls so beantwortet, dass man nicht wisse, ob und wann er in D verkauft würde. Ich könne aber gern den Newsletter abonnieren. Leider finde ich nur noch meine Mail und nicht die Antwort, aber ich habe sie noch recht gut im Gedächtnis.

Ich finde die Preisentwicklung bei Lastenrädern und (S-)Pedelecs bekanntlich auch bedenklich. Als ich mir mein STROMER ST5 kaufte, fand ich mich auch irre. Ein Motorrad, ein gebrauchter Golf Kombi, ein E-Auto als Kleinwagen liegen dank Förderung auch alle in dem Bereich. Aber ich habe es nicht bereut, weil es unfassbar Spaß macht und ich mich zügig, relativ ökologisch und gesünder fortbewegen kann. Zudem kosten meine Autos im Schnitt zirka 1/6 dessen, was Neuwagen im Schnitt in D kosten. Ich fliege nicht (also 4 Mal in 48 Jahren), fahre kaum Auto, gebe wenig Geld für Kleidung aus. Dann investiere ich gern in ein Rad. Aber das wissen auch die HErsteller. UNd über Corona haben wir ja schon geredet ...
 
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