Iumentum 1890

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Moin,

das Rad gefällt mir ausgesprochen gut, so rein optisch. Auch deine Design-Entscheidungen kann ich gut nachvollziehen und würde vermutlich ähnliche treffen. Am Rad sind auch einige wirklich schöne Details, die ich so anderswo noch nicht gesehen habe -- zum Beispiel der Schmutzfänger am Vorderrad.

Was aber, entschuldige die deutlichen Worte, so gar nicht geht: Das derzeitige Auftreten der Marke wirkt auf mich sehr unseriös. Ein Produkt, das nur auf ebay-Kleinanzeigen beworben wird, für das ich keine Hintergrundinformationen online finde und das nicht einmal komplett ausentwickelt ist (es gibt noch keinen Ständer! Bei einem Lastenrad!), würde ich nicht kaufen. Schon gar nicht >1k€. Sorry.

t.
 
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Könnt ihr mal ne Hausnummer nennen, was so ein Rahmen made in Germany mehr kosten würde? Oder scheitert das alleine schon an den nicht vorhandenen Lieferanten? Ich kenne es jetzt eher aus den Bereichen Guss oder Schmiedeteile da sind es 10-20% für die man die EU verlässt. Nach Steuern Logistik und Zoll bleibt dann oft gar nicht mehr soviel hängen. Von der langen Tradition der sächsischen Radindustrie ist ja leider nicht viel übrig geblieben.
 
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Könnt ihr mal ne Hausnummer nennen, was so ein Rahmen made in Germany mehr kosten würde? Oder scheitert das alleine schon an den nicht vorhandenen Lieferanten?
Eine Produktion kann man ja auch neu aufbauen. Kargon/Cargofactory hat's jüngst in Darmstadt geschafft, Velolab schweißt schon seit einigen Jahren in Bremen. Und Nicolai ist ohnehin seit Jahren ein Stück weseraufwärts tätig.

Aber bei allen würde mich wirklich interessieren, woher die ihre Halbzeuge beziehen. Taiwan hat meines Wissens die komplette Wertschöpfungskette vom Rohstoff zum Fahrrad aufgebaut, und ich glaube kaum, dass man ähnliche Möglichkeiten für die speziellen, dünnwandigen Rohre in Westeuropa findet. Aber das weiß ich nicht im Detail -- es wäre echt spannend, da mehr zu erfahren!

t.
 
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Aber bei allen würde mich wirklich interessieren, woher die ihre Halbzeuge beziehen. Taiwan hat meines Wissens die komplette Wertschöpfungskette vom Rohstoff zum Fahrrad aufgebaut, und ich glaube kaum, dass man ähnliche Möglichkeiten für die speziellen, dünnwandigen Rohre in Westeuropa findet. Aber das weiß ich nicht im Detail -- es wäre echt spannend, da mehr zu erfahren!

t.
In Taiwan bekommt man auch richtig gute Halbzeuge, warum nicht dort einkaufen? Vor einigen Jahren hatte ich mich auf einer Webseite einer Firma informiert. Leider war die Mindestabnahme 1000 kg Rohre.
Meine Kohlefasern kaufe ich auch von japanischen und koreanischen Firmen. Qualitativ sehr gut und viel günstiger als von SGL.
 
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Über Produktionsbedingungen, Lieferketten usw. ist ein sehr großes Thema. Geht z.B. vom Lebkuchen im September im Supermarkt bis zu den Arbeitsbedingungen der Fahrradindustrie in Kambodscha. Als Kunde kann man sich nur informieren und dann entscheiden ob man es kauft. Leider oft nicht so einfach.
Das Thema wäre was für die Plauderecke.

Ich persönlich habe mir erst einen in Deutschland gefertigten Rucksack einer kleinen Manufaktur geleistet. Beteilige mich am Dorfladen in meinem Heimatdorf.

Die Geschichte wie es zu dem Rad gekommen ist wäre schon interessant. Oder was noch in der Zukunft geplant ist.

Der Ständer und die Ladefläche Aufnahme werden bestimmt auch so durchdacht wie der Rahmen. Da steckt viel Hirnschmalz drin.
Clemens du hast meinen Respekt.
 
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Danke für Euer Feedback!

Könnt ihr mal ne Hausnummer nennen, was so ein Rahmen made in Germany mehr kosten würde? Oder scheitert das alleine schon an den nicht vorhandenen Lieferanten?

Das kann ich dir nicht genau sagen, da ich tatsächlich keine richtigen deutschen Rahmenbauer kenne, die für meine Räder und meine Ziele infrage kommen.
Vielleicht kann ich das etwas erläutern (um keinen Roman zu schreiben ist das folgende etwas vereinfacht, Experten sehen mir das bitte nach):

In Europa und vor allem in Deutschland wird hauptsächlich mit 7020er Aluminium geschweißt, das ist das europäische Pendant zum 7005er Alu, was gern in Fernost als Alu genommen wird wenn es gebraucht wird. Die Gründe für 7020 sind im groben ganz einfach: die Wärmebehandlung.
6061 (im Grunde DAS Fahrradaluminium) muss nach dem Schweißen Lösungsgeglüht werden (da ist man nicht mehr weit vom Schmelzpunkt entfernt), der Rahmen gerichtet und dann warmausgelagert werden damit es seine Endfestigkeit hat. Bei den üblichen 7000er Legierungen kann das entfallen und man benötigt nur etwas Warmauslagerung, die man, wenn man abkürzen will, einfach beim Pulvern in gewissen Teilen mit einbringen kann. Das hat den großen Vorteil, dass man das man sich riesige Wärmebehandlungsöfen sparen kann - vor allem wenn man große Cargorahmen hat.
Die ganze Wärmebehandlung ist Energieintensiv und hier in Deutschland unbezahlbar - ich weiß gar nicht wieviele Firmen hier sowas überhaupt noch anbieten.
Die Vorteile vom 6061 (was nach dem Wärmebehandlungsprozess das "T6" als Zusatz trägt) sind, dass es viel korrosionsstabiler ist, dauerfester und gutmütiger bei Verformungen - und das ist genau das, was ich in einem Cargorahmen haben will, vor allem wenn ich ihn unlackiert/raw lassen möchte.
Ein weiterer Vorteil an China ist, dass es viel Platz und noch viele alte Maschinen gibt. Das ganze umformen von Rohren ist dort viel einfacher als bei uns. Nicht grundlos sehen einige Rahmen so aus, wie sie aussehen.

Eine Produktion kann man ja auch neu aufbauen. Kargon/Cargofactory hat's jüngst in Darmstadt geschafft, Velolab schweißt schon seit einigen Jahren in Bremen. Und Nicolai ist ohnehin seit Jahren ein Stück weseraufwärts tätig.

Aber bei allen würde mich wirklich interessieren, woher die ihre Halbzeuge beziehen. Taiwan hat meines Wissens die komplette Wertschöpfungskette vom Rohstoff zum Fahrrad aufgebaut, und ich glaube kaum, dass man ähnliche Möglichkeiten für die speziellen, dünnwandigen Rohre in Westeuropa findet. Aber das weiß ich nicht im Detail -- es wäre echt spannend, da mehr zu erfahren!

t.

Die komplette Wertschöpfungskette geht auf der kleinen Insel Taiwan natürlich nicht, da liegt soweitichweiß auch kein Bauxit rum was man braucht um Aluminium herzustellen. Das liegt eher in China, Australien und anderen Gebieten der Welt.
In Taiwan sitzt dagen viel KnowHow und produziert wird da auch eher das Hochpreisige in der Fahrradwelt. Auch viele Firmen in China gehören Taiwanern, somit sind Grenzen in gewissermaßen fließend.

In Taiwan bekommt man auch richtig gute Halbzeuge, warum nicht dort einkaufen? Vor einigen Jahren hatte ich mich auf einer Webseite einer Firma informiert. Leider war die Mindestabnahme 1000 kg Rohre.
Meine Kohlefasern kaufe ich auch von japanischen und koreanischen Firmen. Qualitativ sehr gut und viel günstiger als von SGL.

In einer globalisierten Welt ist das wahre "country of origin" meist kaum erkennbar. Hat man beispielsweise einen Akku von BMZ, könnte man meinen man hat einen Akku "made in Germany" in der Hand. Dem ist auch so, den Anforderungen des "made in Germanys" geschuldet. Die Zellen kommen natürlich ganz oft von Samsung (Korea). Aber Samsung lässt die Zellen natürlich in China fertigen. Und das Rohmaterial kommt ggf. aus anderen Teilen der Welt. Also hilft da eher ein Aufdruck "made on Earth".
 
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Ohja, das „Made in Germany“ sagt nicht viel aus.
Ich hatte mal in einer Firma gearbeitet, da durfte am Ende auch „Made in Germany“ drauf stehen, obwohl das komplett technische und funktionsrelevante nicht in Deutschland produziert wurde.
Aber Zusammenbau, Bedruckung und Verpackung in Deutschland war teuerer als der Rest und damit „Made in Germany“ ;)
 
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Danke nochmal für die Ausführung! Ich wünsch dir viel Erfolg mit dem Rad. Bisschen mehr Freiheit für die Reifen hätte ich noch super gefunden. Weil oft kommt hier die Frage was geht maximal rein. Und evt eine Strebe in der Nähe vom Tretlager um die Drehmomentstütze vom Bafang oder Tongsheng anbinden zu können. Dann muss man nicht so basteln falls jemand so ein System nachrüsten will.
 
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Das Kargon Kit kostet 1790€, das Muli Muskel gibt es fertig aufgebaut für 2656€, beide Made in Germany. So teuer ist es hier nicht, man muss nur wollen, das gilt auch für viele andere Produkte, gerade aus meinem Schaffensbereich. Da ist das in Osteuropa gebratene Alu teurer als das aus Deutschland, Scheinwerfer aus Deutschland günstiger und besser als de aus China ...

Zwerg & Bäcker beweisen ja auch hervorragend das Gegenteil, da kostet ein Billigrad 8000€ und die Menschen kaufen es.
 
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Das Kargon Kit kostet 1790€, das Muli Muskel gibt es fertig aufgebaut für 2656€, beide Made in Germany. So teuer ist es hier nicht, man muss nur wollen
Hmm, das Lumentum kostet als Rahmenkit (gut, ohne Ständer und mit Starrgabel statt Federgabel) 1218€, gegen die 1790 vom CargoFactory also (nicht ausstattungsbereinigt) 32% billiger. Das ist kein kleiner Unterschied. Und für die breite Masse ist es immer noch ein teures Rad...
 
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Es ist doch schön, dass es mittlerweile eine gute Auswahl gibt. Für jeden etwas.

R&M möchte ich mir nicht leisten. Möchte auch keinen E-Motor. Sie gefallen mir auch gar nicht.
Muli finde ich die Philosophie super und ich liebe Stahlrahmen. Ohne Motor sind die 24 kg schon nicht ohne. Es gibt nur Kompletträder.
Da ich gerne schraube und noch Teile im Keller habe, wäre das Iumentum ein gutes Angebot für mich.
 
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Wegen des Ständers:

20201209_162009.jpg

Mit einem 300er Ursus Jumbo 80 (max 80 kg) gehts wunderbar.


Da ich nicht so der bastler bin, würde mich der preis für ein fahrfertiges rad interessieren ...

Ab 2000 Euro gehts los, mit 1x11 und soliden Komponenten.

Hi,
sieht toll aus. Gibt es die Möglichkeit vom Heckmotor und Pinion?
Federgabel sinnvoll?

Nein, Piniontretlager ist erstmal nicht vorgesehen. Bafang passt mit kleinen Anpassungen ins Tretlager oder ein Pendix.
 
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Kommt bei mir auf die Merkliste, in 1 oder 2 Jahren will ich auf jeden Fall noch ein zweites, leichtes, rein Muskelbetriebenes Lasti für mich, parallel zur schweren Familienkutsche (eBullitt) ;)
 
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Kurze Frage wegen dem Ständer. Ist für den Ständer eine Platte zum Anschrauben vorhanden?
Oder wird der nur geklemmt? Mit dem Metallteil was beim Ursus mit dabei ist.

Von den Euroboxen habe ich auch einige Zuhause. Sehr praktisch.
 
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