Geschäftsidee: Parkplatz für Lastenräder

Dieses Thema im Forum "Lastentransport (2-Rad)" wurde erstellt von Weihnachtsmann, 24.09.2019.

  1. Weihnachtsmann

    Weihnachtsmann

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    Hallo,

    uns ist heute beim morgentlichen Kaffee eine Idee gekommen:

    Ein Problem ist doch, dass viele Menschen keinen Platz für ein Lastenrad haben, zumindest in großen Städten. Und da wären Lastenräder ja am wichtigsten um den Verkehr von Autos zu reduzieren und weil sie hier im Vergleich zum Auto sehr schnell und effizient sind.

    Eigentlich könnte man jetzt annehmen, dass diese "Infrastrukturmaßnahme" staatlich gelöst werden sollte, z.B. in dem überall Radboxen aufgestellt werden. Aber das passiert vermutlich nicht so schnell.

    Jetzt die Idee: Man vermietet einen sicheren Stellplatz für ein Fahrrad in einem Anhäng. Der Anhänger steht dabei auf einem ganz normalen Parkplatz, die sind ja für Anwohner typischerweise kostenfrei, bzw. kosten nur 20-30€/Jahr. Der Stellplatz besteht aus zwei Boxen, in welche jeweils ein Rad passt. Die Box sollte etwa 3x0,7m² groß sein und über eine Rampe verfügen. Die boxen sollten vermutlich alarmgesichert sein. Zusätzlich braucht man eine Diebstahlversicherung. Ich schätze die wird 20-30€/Jahr kosten, wenn 4000-6000€ versichert sind. Da eine Versicherung ohne Box über 4000€ etwa 60€/Jahr kostet, ist das sicherlich realistisch.

    Der Anhänger mit den Boxen müsste vermutlich alle zwei Wochen bewegt werden, länger darf so ein Teil ja nicht an einer Stelle stehen. Event. bekommt man eine Sondererlaubnis. Städte dürften ja tendenziell daran Interesse haben.

    Natürlich würde dann zwei Lastenräder einen großen Autoparkplatz "wegnehmen", aber jetzt mal etwas langfristiger gedacht ist ein eigenes Auto in einer Stadt für die meisten sowieso fehl am Platz.

    Jetzt ein paar Fragen an die Community, zunächst zum Modell an sich, dann zur Umsetzung:
    a) Wäre das attraktiv, würde das helfen?
    b) Ist die Art des Angebots attraktiv?
    c) Gibt es das schon?
    d) Welche Probleme seht ihr bei der Umsetzung?
    e) Trifft das überhaupt den Kern des Problems? Oder wäre eine Abwandelung besser, bei der z.B. das Lastenrad mitverliehen wird oder das ganze auch für Fahrräder, Elektroroller etc. geeignet ist?
    f) Gibt es sonst noch entscheidende Wünsche? Z.B. "Man muss den Anhänger auch in den Urlaub mitnehmen können" oder "Man muss den Akku auch in dem Anhänger aufladen können."
    g) Was wärt ihr bereit monatlich dafür zu zahlen?

    Bin gespannt auf eure Antworten!
     
  2. FraWie

    FraWie

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    Die gewerbliche Vermietung öffentlichen Straßenraums ist eine erlaubnispflichtige Sondernutzung, diese Genehmigung zu erhalten dürfte aussichtslos sein.
     
  3. henkderbob

    henkderbob

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    Moin,
    die Idee ist nicht schlecht, Interessenten dürftest du vor allem in Großstädten finden. Problematisch wird der Platz hinter dem Anhänger sein, für das Rangieren und für die Rampe wird ja noch zusätzlich Platz benötigt. Für Hamburg kann ich meinem Vorredner nur zustimmen. Der Wegfall von PKW Stellplätzen ist keine Option. Ich habe mich vor geraumer Zeit mal in Sachen Fahrradhäuser schlau gemacht, weil bei uns im Viertel keine Abstellmöglichkeiten für Fahrräder vorhanden sind. Die Häuschen müssen 5 Meter vom nächsten Wohnhaus entfernt sein und sie dürfen keinen PKW Stellplatz einnehmen. Somit ist das Aufstellen solcher Häuser in meinem Viertel überhaupt nicht möglich. Das dürfte sich mit deiner Idee dann ähnlich verhalten.
     
  4. kimmey

    kimmey

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    geil, da muss der Dieb nur den Anhänger dranhängen um zwei hochwertige Lastenräder (und einen Anhänger) zu stehlen ;-D

    Spaß bei Seite:
    Ich würde wohl zu Deiner potentiellen Zielgruppe gehören (wohne in Hamburg super zentral und mein Rad muss draußen stehen, da sowohl der Fahrradkeller selbst und auch der Zugang dahin zu eng sind für Lastenräder). Dennoch würde ich Dein Angebot wahrscheinlich nicht nutzen. Zum einen würde mich die Box nerven, wenn ich denn doch mal wieder mit unserem Kleinwagen einen Parkplatz suche, da Parkplätze bei uns wirklich sehr rar sind. Damit das überhaupt ansatzweise attraktiv wäre, müsste die Box unmittelbar vor der Haustür stehen. Mit Kind auf dem einen und Tasche im anderen Arm wollte ich nicht noch 100m oder mehr laufen.

    Viel attraktiver wären Fahrrad-Parkhäuser, also z.B. kleine Holz-Häuser (wie ein Gartenhaus oder ähnlich) in dem vielleicht 20 normale Fahrräder und ein paar Lastenräder Platz hätten. Bei uns wäre sowas theoretisch machbar, aber der Vermieter lässt sich nicht so richtig überzeugen.
     
  5. Milmesbach

    Milmesbach

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  6. Weihnachtsmann

    Weihnachtsmann

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    Hallo,

    danke erstmal für die Antworten, sie sind alle hilfreich und interessant. Es scheint mir so, als sei der Anhäger eher eine schlechte Idee. Man legt sich dadurch mit Autofahrern an, es ist wegen dem Aussteigen über die Rampe und aus rechtlichen Gründen problematisch. Das Parkhaus in den Niederlanden ist natürlich toll, ersetzt aber nicht ganz lokale Fahrrad Stellplätze.

    Vielleicht wäre es besser das ganze entweder in eine Fahrradbox oder in ein lokales Mini-Parkhaus umzuwandeln - je nachdem was die Gegebenheiten hergeben. Vermutlich ist jedoch die Box besser, da sie lokaler ist. Ein Lastenrad ist ja eigentlich sinnlos, wenn man die Last einfach auch so selber weite Strecken tragen kann. Dann würde ja ein Fahrrad mit Gepäckträger reichen. Da ein größeres Parkhaus tendenziell weiter weg ist, müsste man hier weiter tragen.

    Wo kann man die Boxen aber hinstellen? Einfach auf den Bürgersteig, wenn er breit genug ist? Vermutlich muss man mal einfach bei der Stadt nachfragen, ich glaube ich mache das. Vielleicht sind die ja verhandlungsbereit.
     
  7. Sanktnelson

    Sanktnelson

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    Ich würde anstatt der Stadt mal größere Vermieter fragen, z.B. Wohnungsbaugesellschaften. Wenn man denen eine fertige Lösung hinstellen kann, evtl. mit Solarzelle für das grüne Gewissen und den Akku, hätten die vielleicht Interesse das an ihre Mieter weiterzuverticken.
     
  8. Tomcat1960

    Tomcat1960

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    Verkehrswende?
    Prioritäten?

    Hamburg hat offenkundig ein Problem.
     
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  9. Sanktnelson

    Sanktnelson

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    Hamburg ist immernoch Autostadt.
     
  10. Tomcat1960

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    Und daran wird (soll?) sich auch nichts ändern.
     
  11. cargomaniac

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    Hallo Weihnachtsmann und andere Cargo-Kollegen,

    diesen Gedanken hatte ich schon seit Jahren und hätte ihn beinahe schon verwirklicht. Leider hat aber dann jemand den günstigen Anhänger vor mir weggeschnappt.

    Hintergrund ist u.a. dass meine Hausverwaltung (wie leider so viele) absoluter Radfahrergegner ist. Wenn im Innenhof die Autos aus den Garagen ausparken und dann die Mieter bei laufenden Motor ein langes Schwätzchen miteinander halten, dann ist alles kein Problem, wenn aber ein Radfahrer mit einem Lastenrad an den vorgesehenen Radabsperrbügeln sein Lastenrad absperrt, dann klebt sofort ein Zettel auf dem Rad, dass dieser "Gegenstand" unverzüglich entfernt werden muss, sonst wird er kostenpflichtig entsorgt.

    Ich hatte damals ein teures Leihlastenrad von dem Projekt "ich entlaste Städte" und der Hausmeister wollte schon Hand anlegen.

    Erst mit dem Einschalten der Presse und eines Anwaltes konnte ich die widerrechtliche Entsorgung verhindern.

    Der Groll gegen Radler bleibt aber bestehen.

    Mieter können aber weiterhin ungehindert imm engen Innenhof Reifenwechsel ihrer Autos betreiben oder ihren Karrn waschen, ohne dass es dann Probleme gibt, aber wehe es ist ein Fahrrad........

    Große und lange Wohnmobile dürfen legal 2 Parkplätze tagtäglich belegen, ohne dafür abkassiert zu werden. Es fällt lediglich manchmal die läppische Gebühr eines Jahres-Anwohner-Parkausweises an. Es wird aber der Platz von 2 Kinderzimmern in der teuersten Stadt Deutschlands nonstop okkupiert, und das teilweise komplett umsonst.

    Folgender link könnte Euch verständlich machen, dass es immer mehr Bürger gibt, die dieses katastrophale Autounterstützungssystem ankotzt, welches jeder Steuerzahler querfinanzieren muss.


    https://parkdeinpark.de


    L.G. vom Cargomaniac
     
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  12. Tomcat1960

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    Den Like gab‘s für den Link. Tolle Aktion!
     
  13. cargomaniac

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    Mercy,

    ich plane mit dem Kollegen nun mehrere Aktionen in München. Ein ehemaliger Wohnanhänger ist schon entkernt und hoffentlich schaffen wir den Aufbau von Lastenradschutzboxen noch vor dem Winter.

    Zuerst mal wegen dem TÜV Gas geben.

    Foto anbei
     

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  14. Tomcat1960

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    "Entkernt" ist gut. Da ist ja außer Kern fast nichts übrig!
     
  15. cargomaniac

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    Dafür konnte ich am Ende noch brauchbare Teile mit dem Lastenradl heimtransportieren (siehe pics).

    Der Rest wurde nach Alu, Holz, Metall etc. getrennt und peu á peu zum Wertstoffhof geradelt.

    Da braucht man kein Geld mehr fürs Fitness-Center ausgeben. Es war schweisstreibend genug.
     
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  16. cargomaniac

    cargomaniac

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    Sorry, der Finger war zu schnell mit dem Abschicken.

    Nun mal schauen, ob man aus dem Fahrgestell noch etwas Nützliches basteln kann (hängt vom TÜV und vom Verschleiß ab).
     

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  17. Weihnachtsmann

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  18. cargomaniac

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    Bei uns in München werden nun einige Anhängerverleiher vor die Tür gesetzt, weil die Areale, an denen die Anhänger parken nun wie üblich für die Immobilien-Spekulanten höchstbietend verkauft werden.

    Das Thema Platz wird immer drastischer - deswegen steigen auch die Mietpreise ins Unermessliche und Unbezahlbare.

    Trotzdem werden noch mitten in der Stadt Flachbauten-Supermärkte mit riesigen nur tags genutzten Parkflächen hingepflanzt.

    Diese Logik kann keiner verstehen.

    Bei Dir in Karlsruhe @ Weihnachtsmann wird es aber bestimmt auch nicht mit Platz sehr rosig ausschauen, und den benötigst Du leider für gewerblichen Anhängerverleih.

    Das mit der mobilen Sauna kenn ich. Aber draussen stehen lassen und unbewacht.....da hätte ich wegen Vandalismus viel zu viel Respekt.
     
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  19. Weihnachtsmann

    Weihnachtsmann

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    Naja der Anhängerverleih kann ja auch 20-30km außerhalb sein - die Idee wäre eher, dass man Menschen die Ein Rad Abstellen wollen einen Anhänger ausleiht, die ihn sich dann da hinstellen wo sie möchten. Z.B, für ein Jahr. Zusätzlich könnten diese Personen ihre Räder auch über lange Strecken transportieren. Die parkenden Autos verdrängt man damit halt. Ist ja auch nicht schlimm.

    Von mir aus, kann man einen einmaligen Transportservice oder zwei Wöchentliches Umparken anbieten - für alle die kein Auto haben, was ja die haupt-Zielgruppe ist.

    Es macht sicherlich nicht jedem Spaß einen Anhänger selber aufzubauen und zu warten. Zudem ist das doch viel günstiger, wenn eine Person 1000 Anhänger baut, als wenn jeder seinen eigenen baut. Und die Stadt kann dagegen eigentlich nicht vorgehen.
     
  20. Sanktnelson

    Sanktnelson

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    Wenn jemand alle 2 Wochen von 20-30km außerhalb in die Stadt fährt um den Fahrradparkplatz umzuparken, hätte der Stadtbewohner auch gleich mit dem Auto einkaufen fahren können. Einen Parkplatz belegt er ja sowieso schon.
     


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