Ganz neu und etliche Fragen :) Lastenrad mit Hund?

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Nötchen

Guest
Hallo ich bin Christine ( 37 Jahre), Mutter von zwei super Jungs (15 &17 Jahre) und verheiratet.
Ich führe eine Labradorhündin (30 kg) und bin nach einem kleinen Schlaganfall auf meine Hündin angewiesen (Schlaganfallwarnhund). Wie wohnen in Hamburg und ich bin hier, weil ich mich grundsätzlich mit dem Thema Lastenfahrrad auseinandersetzen will.

Seit über 4 Monaten lässt mich das Thema nicht mehr los ;)

Im Grunde suche ich ein Lastenrad in dem ich Einkäufe oder meinen Hund transportieren kann. Am liebsten eines mit Emotor Unterstützung. Es gibt aber so viele Möglichkeiten und so viele Varianten. Kann mir vielleicht jemand verraten worauf man so achten sollte?
Wenn das Rad keine hohen Wände hat bräuchte die Kiste keinen extra Einstieg für meinen Hund. Ich habe mir sagen lassen, dass die Räder mit dem Stangengriff ( wie beim Kinderwagen) haltbarer sind. Stimmt das?
Wie lange kann man die Lebensdauer denn für ein Lastenrad veranschlagen? Bei den Preisen sollte das schon ein paar Jahre halten. Natürlich Wartung und Pflege vorausgesetzt.
Wie teuer ist überhaupt so eine Wartung und wie oft muss man die machen lassen?
Sind die Dreiräder vorteilhafter als die Zweiräder? Oder anders... was sind denn die Vorteile eines Drei und was die eines Zweirades?
Klar habe ich auf etlichen Seiten schon eine Menge gelesen, aber das sind ja die Verkäufer. Mich interessiert was die Nutzer sagen ;)

Es wäre toll wenn ihr mir ein bißchen weiterhelfen könnt

Liebe Grüße
Christine
 
N

Nötchen

Guest
62 Aufrufe und keiner kann auch nur einen Funken dazu sagen? Ok - andere Fragestellung - wen kann ich fragen der mir Antworten geben kann? Wie gesagt die Antworten der Händler kenne ich aber mich interessieren die Nutzer und deren Erfahrungen.
 
Hallo Christine:
Zum Fahrrad selbst wird es recht schwierig dir eine wirklichen rat zu geben, da es nicht unwesentlich ist zu wissen on und wie eingeschränkt du durch deinen Schlaganfall bist.
Beratung vor Ort ist auch immer schwierig, da es nicht den ganz großen Markt gibt. Aber in Hamburg sollte sich ein Laden finden lassen. Der was von Cargobike versteht. Gib dem Forum mal ein zwei Tage Zeit.

Mach mit deinem Hund ne Testfahrt. Meine hat einfach Angst und will nicht rein. Bei niedrigen Rändern besteht das Problem, das er auch leicht raushüpfen kann. Und richtig fixieren ist nicht ganz leicht. Daher denke ich das je nach Hundecharakter höhere Bordwände und Einstieg sinnvoll ist.

Bei den Rädern selbst gibt es Dreiräder mit Drehschanier und Kinderwagen griff. Komplexere mit Achsschenkellenkung und wierumg Fahräder mit Zweirädern und Box vorne dran.

Die Wartungs und Untehaltungskosten sind überschaubar.

Kaufpreis
Versicherung (je nach Kaufpreis gibt einen Faden hier)
Wartung abhängig von KM/ Jahr und System (Nabenschaltung, Kettenschaltug oder Zahnriemen) als Orientierung egal wieviel KM einmal im Jahr kleine Durchsicht mit Nachstellen von Bremse Schaltung usw. 50 -80 €
alle 2500 km zusätzlich Kette und ein paar andere Sachen (100€) ggf. alle 5000 km zusätzlich nochmal 50€ für Kassette usw.

alles nur ganz grob

Wenn du ein Ebike hast, wird der Akku dir Kosten einbringen.
Je nach Behandlung hält er bei Manchen über 15tkm, bei den Meisten kommt es aber zu vorzeitig Ausfall, hängt von extrem vielen Faktoren ab. Ich denke jedoch bei halbwegs vernünftigen Umgang sollte der Akku aber min 3 Jahre halten.
Kosten je nach Hersteller Original oder Nachbau verfügbar. 300-900 € - gibt aber auch die Möglichkeiten neu Zellen einbauen zu lassen Kosten ab 250€

Lebenserwartung: Hängt von der Pflege ab, wo steht es rum usw. Selbst wenn es dumm läuft und es immer draußen steht und ohne Pflege sollte es min. 5 Jahre halten. Bei guter Pflege nahezu offene Lebenserwartung (Motor und Akku nicht)

Die Angegebenen Werte hängen von sovielen Faktoren ab, dass es nur eine ganz ganz grobe Schätzung ist und ich hoffe die anderen USER verbessern mich wenn ich Quatsch geschrieben habe
 
N

Nötchen

Guest
Lieber Woodfabi,

das ist doch mal ne Aussage. Danke :) Eine Testfahrt ist schon gebucht mit Hund. Ich denke das ich eher zu einem Dreirad tendiere weil ich das Gleichgewicht da nicht so halten muss. Aber vielleicht geht ja auch ein Zweirad das muss ich erst testen.

Melly macht so ziemlich alles mit und ich denke mit ein bißchen Training kann ich sie vom kutschiert werden überzeugen.

Ich werde wöchentlich so 60-70 km damit fahren müssen... deswegen tendiere ich zum E Motor.

Die Wartungskosten sind gut überschaubar.

Das mit der Lebenserwartung erfreut mich natürlich. Das Rad würde trocken in einer Garage stehen und sicherlich wie mein Augapfel gehütet werden. So viel Geld habe ich nämlich noch nie für ein Rad ausgegeben.
 
wichtig ist einfach die Sache mit dem AKKU. Da es ein großer Kostenfaktor ist, kannst du hierbei sehr viel dazu beitragen Geld zu sparen.
Wenn der Standort ne Garage ist, dann würd ich persönlich einen Rad nehmen bei dem der Akku schnell entnommen werden kann. Der Akku findet sehr kalt nämlich nicht so gut. Wenn du den Akku dann nicht immer absolut leer fährst und absolut voll lädst, dann sollte er auch länger halten

Wenn du etwas sportlicher Fahren willst, dann würde ich dir von den Dreirädern mit der Drehlenkung abraten. 60 km in der Woche ist schon ein Stück. Probier einfach mal alle Konzepte aus.
Wenn ich aktuell eines für mich kaufen würde, dann wäres es HNF Heisenberg CD 1 - das ist zwar ein Dreirad aber recht schmal und mit Neigetechnik usw. Kostet aber echt ein mitleres Vermögen,
Wenn der Hersteller, der dir Zusagt, nicht die richtige Box für Einkauf, Hund und Kinder usw. hat. Da verzweifel nicht, so was kann man auch bauen lassen. Und zwar so wie man es will.
 
Hallo Christine,

ein paar deiner Fragen kann vielleicht beantworten oder wenigstens zur Lösungsfindung beitragen. Wie du sehen kannst, fahre ich ein Zweirad, mit kleiner Ladefläche (R&M Load). Anfangs ohne Seitenwände, nur mit einer kleinen Reling, mittlerweile auch mit Seitenwänden. Wie du habe ich einen Begleithund der immer dabei ist, allerdings ist meine Hündin ein klein geratener Großpudel. Schulterhöhe ca. 53 cm und sie wiegt unter 15 Kilo. Wir machen mit dem Rad auch Einkäufe (auch Baumarkt), da ich kein Auto besitze.

Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass die Ladefläche (hier 60x40 cm) mindestens so lang sein muss, wie der stehende Hund von der Vorderpfote bis zum Hintern lang ist. Das passt bei meiner auf den Zentimeter genau und dürfte auch nicht kürzer sein. Wenn sie drin steht, passt auch noch eine längliche aber nicht so dicke Einkaufstasche daneben (längst der Seitenwand). Das Load ist natürlich viel zu klein für deinen Hund, ich schreibe es nur, damit du eine Vorstellung von der benötigten Größe der Ladefläche hast.

Die Seitenwände wurden von meiner Hündin anfangs nicht benötigt (eine kleine Reling ist aber immer da gewesen), denn sie hat von klein auf gelernt auf der Ladefläche zu stehen und auf keinen Fall ohne Befehl herunterzuspringen. Allerdings habe ich die Seiten schnell nachgerüstet, denn beim Fahren kommt es immer wieder vor, dass der Hund an die Seite gedrückt wird. Die Seitenwand sollten also mindestens bis zur Hundeschulter hoch sein, damit der Hund nicht von der Ladefläche rutscht/fällt.

Zu Beginn habe ich sie auch noch mit einem Geschirr (eins für Autofahrten) am Rahmen unterhalb der Lenkstange fest gemacht. Quasi als Ladungssicherung ;) und damit der Hund im Straßenverkehr nicht raus springt (zum Beispiel, wenn es neben uns auf der Straße einen lauten Knall gibt). Das mache ich aber nicht mehr, denn ich habe das Gefühl, dass es sinnvoller ist, dass mein Hund in einer Gefahren-, Unfall- Situation rausspringen kann.

Hunde, die noch kein Training auf so einem Rad haben, neigen aber schon mal dazu, bei "Unwohlsein" raus zu springen. Das kann echt gefährlich sein, denn sie bringen das ganze Gefährt ins Wanken. Überhaupt ist das Fahrgefühl mit einem Hund (je schwerer, desto schlimmer) auf einem einspurigen Zweirad zu vergleichen mit dem eines Kanus.
  • Der Hund hat einen hohen Schwerpunkt, anders als "tote Ladung"
  • Es fährt sich toll, wenn er gerade in der Fahrtrichtung steht
  • Es wird sehr wackelig, wenn er sich z.B. nach einem anderen Hund umdreht
  • Und man "kentert" quasi, wenn er seitlich (versucht) rauszuspringen (während der Fahrt und vor allem wenn man steht und nicht richtig drauf vorbereitet ist)
Es kann also, abhängig vom Hund sinnvoll sein so hohe Seitenwände zu nehmen, dass er gar nicht mehr drüber hüpfen kann. Dass hat aber den Nachteil, dass man den Hund entweder rein- und raus- hebt oder es einen richtigen Einstieg gibt. Dafür muss das Zweirad aber verdammt sicher/fest stehen!

Das ist der Punkt, an dem ich (für mich) immer wieder denke, dass ein Dreirad für große, schwere Hunde besser geeignet ist. Vor allem, wenn dann auch noch ein Einkauf dazu kommt, welcher ja nicht mittig stehen kann. Zwei- oder Dreirad wird hier im Forum oft heiß diskutiert, du solltest unbedingt beides mit deiner "Sonderfracht" ausprobieren, denn ein Zweirad ist damit nicht mehr so leicht zu fahren. (Sage ich, die nicht viel Kraft in den Armen hat...)

Zum Thema Wartung kann ich noch beitragen, dass ich bis jetzt (~8000KM) immer normale Fahrradpreise bezahlt habe, da ja eigentlich auch normale Fahrradkomponenten verbaut sind. Mein Motor musste einmal getauscht werden, aber das war ein Garantiefall. Wie woodfabi schon geschrieben hat ist der Motor/Akku ein besonderes Verschleiß- und Pflegeteil, ansonsten ist es eigentlich das, was am Fahrrad auch anfällt. Mich hat immer nur genervt, dass ich während der Werkstattzeiten kein Ersatz-LASTEN-rad hatte. Das schränkt schon sehr ein!! Zeigt aber auch, was für ein Mehrwert das Rad für mich hat, dass ich es so schmerzlich vermisse. :D
Und ich bin ein Fan von hochwertigen und wartungsarmen Komponenten, was den Anschaffungspreis erhöht (vor allem beim E-Bike), aber langfristig die Wartung vereinfacht.

Mehr fällt mir gerade nicht ein, sonst schreibe ich nochmal. Du solltest vielleicht noch die Beiträge hier im Forum lesen, in denen es um Vor und Nachteile von Zwei- und Dreiräder geht, bzw. unbedingt beides Probefahren, dann schränkt sich deine Auswahl schon sehr ein. Ich glaube in Hamburg findest du wohl ein paar Läden, ich musste hier bei uns nur etwas genauer recherchieren, dann kam auch erstaunlich viel zu Tage. Zudem hätte ich fürs Lastenrad auch eine kleine Zugfahrt ins Ruhrgebiet oder Hannover gemacht.

LG
Melanie

PS: Zum Thema Fahrradversicherung gibt es hier auch einen Thread und manchmal ist das Rad auch schon über die Hausrat versichert.

PSS: Falls du eine Probefahrt mit deinem Hund machst, nimm eine rutschfeste Matte mit (z.B. Fussmatte aus dem Auto), damit der Hund a) nicht den Boden zerkratzt und er b) fest stehen kann.
 
@ Melanie:
und ich hab mich schon gewundert das mein Mäuschen nicht mitfahren will. Hab auch ein Load aber der Hund dazu ist ein 50 kg Berner Sennenhund.
Ne mal im ernst hab das Rad fürs Menschenkind und nicht für das andere Baby
 
Hi Christine und herzlich willkommen hier im Forum (von jemanden, der noch kürzer dabei ist als Du ;-)

62 Aufrufe und keiner kann auch nur einen Funken dazu sagen?
Gemach, gemach, ich mußte mich erst mal anmelden hier ... ;-)

Schlaganfallwarnhund
was es alles gibt :-o
Was kann er, was macht er, wenn er *was* bemerkt?
... so meine Fragen opportun sind(?)

Ich habe mir sagen lassen, dass die Räder mit dem Stangengriff ( wie beim Kinderwagen) haltbarer sind. Stimmt das?
??? Sorry, ich kann Dir nicht folgen? Was meinst Du damit?
Ach so: Drehschemellenker wie das Christiania? Ja?
Falls das gemeint war: Fahrdynamisch eine ziemlich bedenkliche Geschichte! Dazu sollte es hier hinreichend Infos geben. Dass sie haltbarer sind, erkläre ich mir dann so: Sie machen weniger Spaß zu fahren, werden folglich weniger häufig genutzt und verschleißen entsprechend langsamer :-D SCNR

Sind die Dreiräder vorteilhafter als die Zweiräder? Oder anders... was sind denn die Vorteile eines Drei und was die eines Zweirades?
Ich freue mich, dass der aktuelle Lastenrad-boom einspurig daherkommt. Das hätte ich anders erwartet. (Liegerad-Einsteiger steigen dieser Tage viel lieber aufs Trike statt auf die einspurige Liege)
Ich entschiede mich immer für den Einspurer. Das Fahren ist viel sportlicher, schöner, angenehmer. Spielerischer Umgang mit den Fliehkräften. Keine Querkräfte. Weniger Stress für die Laufräder. Meistens geringere Breite. Leichter. (Einbau eines Nabendynamos finanziell im Rahmen) Meine Meinung.
Wobei es auch Argumente für drei Spuren gibt. Ich fahre ein dreispuriges Velomobil (Quest) weil mir das einspurige (Bumblebike) im Straßenverkehr zu gefährlich ist, weil zu seitenwindanfällig.

Wenn Du selbst einen Einspurer mit in Erwägung ziehst, scheinst Du den Schlaganfall ja gut weggesteckt zu haben. Toi toi toi!

Hier geht's aber um Hundetransport; und da trifft die "Entscheidung" ja letztendlich der Hund.
Manche haben schon Paranoia, sich in ein Auto zu ... stellen, setzen, legen ... egal. Und wenn das Ding auch noch losfährt ist Panik pur angesagt.
Ich war mit einem sensationell tiefenentspannten Hund gesegnet. Der hatte so ein tiefes Vertrauen in mich und den Rest der Welt.... der hat einfach alles mitgemacht (s. u.a. mein Avatar)
Beim Mehrspurer resultieren die Fliehkräfte in der Kurve halt in Querkräfte. Dagegen muss der Hund gesichert werden; das geht immer mit einem Mehr an Material einher. Du *weißt* ja vorher, wenn und wann Du eine Kurve fährst und "hältst Dich fest". Deinen Passagier trifft es eher unvorbereitet. Dieses Thema existiert beim Einspurer quasi nicht.

Joey und ich sind dem Einspurer treu geblieben. Die Aufnahme aus meinem Avatar ist nur aus Jux entstanden fürs Foto halt. Zum Touren (Rumänien, Schwarzwald, Odenwald, Siebengebirge, zu Hause rum) hab ich den Johannator gebaut, der in allen Kategorien gut "ankam":

teufel_im_trailer.jpg

Der Trailer war bewußt so gebaut, dass er nur erschwert drin stehen konnte; auch war der Boden aus gespanntem Textil, was unter der Punktbelastung der Pfoten also nachgibt. Somit war Liegen Pflicht. Bei absehbar längeren Anstiegen war natürlich Aussteigen und Laufen angesagt.
Zum Eingewöhnen damals habe ich ihn ein paar Meter durch die Gegend geschoben, leichtes Neigen ausprobiert. Die Ruhe selbst, das Viech. Sagenhaft!
Die Töle hat ihn geliebt, den Hänger. Ich denke, das darf ich so sagen. Und ja, wir sind auch recht zügig grobe singletrails runtergebrettert. Alles chic.
Mit einem Dreirad wäre das niemals gegangen.

Das kann bei Deinem Hund aber alles ganz anders sein.
Also: Entspannt angehen und checken, was die Töle so meint. Wie ist denn Eure Kommunikationsbasis so? Hört er zuverlässig auf die gängigen Befehle?
Ich legte beispielsweise Wert darauf, dass er selbstständig einsteigt und ihn keinesfalls an er Leine auf die Ladefläche des LaRas führen.

Kurz: Die hundespezifischen Aspekte wiegen schwerer als die LaRa-hardware.

Ich hoffe, ich konnte ein wenig zu Deiner weiteren Verwirrung beitragen :-D

tschö

Urs

.... der sich das mit dem E-Antrieb gründlich überlegen würde: Bei *der* Topographie bei Euch. Bei den wenigen km am Tag ...
 
Zuletzt bearbeitet:
Bei den Einspurern gibt es beim Bakfiets.nl in der Langversion eine Hundetür für die Kiste. Dann hätte man mit e Antrieb ein flottes und bequemes Lastenrad, das auch noch sehr haltbar ist.

Dank der großen Kiste ist entweder Platz für den Hund oder für Einkäufe da. Wenn man hinten noch zwei Packtaschen dranhängt geht auch Einkaufen und Hund ganz gut.

Wenn dein Hund nicht so ein wilder ist, der immer in der Kiste steht und wild hin und her hüpft, dann ist ein Einspurer kein Problem.

Gruß hinnakk
 
@RoogaBoo:
Deine Ausführungen finde ich ausgesprochen gut und sinnvoll, was mich allerdings wundert, ist, dass Du so viel Wert auf die Seitenführungen legst; die sind beim Einspurer für meinen Geschmack vernachlässigbar, neigt sich der Hund doch - ob er will oder nicht - mit in die Kurve.*

Andererseits lieferst Du die Erklärung ja gleich mit:

denn sie hat von klein auf gelernt auf der Ladefläche zu stehen
oha! Meiner hat als erstes das Hinlegen gelernt. So lang er nur saß - Stehen ging in meinem Hänger quasi nicht - bin ich schlichtweg nicht gestartet. Und wenn er sich - meistens wg. Anwesenheit eines Artgenossen - in die Sitzposition aufrichtete, habe ich das nur für die paar Meter toleriert, auf denen er sich aufplustern mußte (ist ja auch nur ein Kerl ;-) und kurz drauf gab's wieder den Befehl "Platz!"

* OK, beim Stehen des Hundes dürfte Kurvenfahrt auch beim Einspurer tatsächlich mit Zappelei verbunden sein; da es das bei mir "per Dekret" nicht gab, kann ich da nicht mitreden ...

Wenn dein Hund nicht so ein wilder ist, der immer in der Kiste steht und wild hin und her hüpft,
Klar. Ich würde dafür sorgen wollen, dass er sich hinlegt. Sobald er sich aufrichtet, Platz-Befehl; wenn der erfolglos verpufft, konsequent anhalten. Im Wiederholungsfall (wenn es sich zu einem echten Problem auswachsen sollte; also wenn wirklich nichts anderes mehr hilft) auch mal rabiat bremsen, damit er die Vorzüge der sicheren Lage(sic!) vs. unsicheren Stand kennenlernt.
Aber wie gesagt: Erst mal auf die Flauschige probieren; draussen im Land mit möglichst wenig Artgenossen und sonstiger Ablenkung.
 
@Urs: Ich möchte jetzt nicht zu sehr OffTopic werden, aber ich denke, dass der sichere Transport des Hundes im Einspurer ein schwieriges Thema ist. Und wie du schon sagtest, wiegen die hundespezifischen Aspekte schwerer als die LaRa-Hardware.

Mein Hund ist auch absolut tiefenentspannt und wirklich sehr gut ausgebildet und sie kennt das Lastenrad von klein auf. Trotzdem braucht sie die Seitenwände, wenn ich im Stadtverkehr fahre (z.B. bei Ausweichmanövern). Ich könnte ihr nie beibringen, nur zu liegen, denn in meinem Gefährt kann sie, im Gegenteil zu deinem Hänger (da würde sie auch liegen), nach vorne nichts sehen und so kann sie auch nicht "mitdenken" beim fahren. Wer es wirklich will und schafft, dass der Hund sich wie "normale Beladung" verhält, hat natürlich kein Problem. ;)

Seitenwände hin oder her Hunde über 15-20 Kg in einem Einspurer, dass muss wirklich wohl überlegt sein. Aber Nötchen schrieb im #4 Beitrag ja schon, dass sie zum Dreirad tendiert, weswegen ich dazu jetzt auch genug dazu geschrieben habe.

@Nötchen: Ich fahre am Tag ~20 KM, also 80 - 100 KM in der Woche, ohne Ausflüge und Urlaub mitzurechnen. Und ich möchte kein Rad mehr ohne Motor haben. Dazu muss ich sagen, dass ich körperlich nicht mehr bei 110% bin und mal bessere und schlechtere Tage habe. Aber das schöne an dem Motor ist halt, dass ich auch an schlechten Tagen meine "Einschränkungen" mit einer höheren Unterstützungsstufe kompensieren kann und ich nicht, wie früher überlegen muss, ob ich mit dem Rad überhaupt ankomme. Und dann kutschiere ich ja auch noch den Hund über Teile der Strecke, im Gegensatz zu früher.

Das Münsterland ist übrings ziemlich platt und ich komme mit einer Akkuladung, mit Hund und ca 5 KG Gepäck, im Stadtverkehr ca. 65 KM weit (+- 5 KM). Die Hälfte der Strecke fahre ich mit geringer, die andere mit hoher Unterstützung. Außerhalb der Stadt komme ich natürlich sehr viel weiter. (Bosch Classic+ Motor mit 400 Wh, 36V / 11Ah)

Was die Lebenderwartung angeht, bin ich ganz woodfabi's Meinung. Mein Rad ist für mich zwar ein Gebrauchsgegenstand, aber es wird regelmäßig gewartet und steht in der Garage, weshalb ich mit 10+ Jahren rechne (außer dem Akku). Die Gefahr des Diebstahls liegt mir da sehr viel schwerer im Magen. ;)

LG Melanie
 
B

blacky

Guest
Ich habe inzwischen drei Hunde, mit denen ich an und in einem elektrifiziertem Liegelastenrad (Twoseater von www.xyzcargo.com) auf Tour gehe. Praktischerweise ist es aus Hamburg, dort vor zwei Jahren in einem Workshop gebaut.
Für einen Labbi müsste man die hintere Ladefläche vermutlich anpassen (meine 3 wiegen zusammen ungefähr soviel wie Deiner), da sie im Original keine durchgehende Fläche hat, sondern sozusagen aus zwei Einzelkisten besteht. Aber da es direkt in Hamburg im Auftrag oder selber im Workshop zusammengeschraubt wird, kann man es vielfältig modifizieren und anpassen.
Im Alltag sitzen/liegen die Stinktiere hinter mir auf die beiden niedrigen Kisten verteilt. (Wenn sie nicht nebenher laufen, das Rad ist auch mein Gassimobil. Ein schöner Nebeneffekt vom Trike ist, dass man quasi unendlich langsam fahren kann ohne zu kippen. Mein Kurzbeiner und der rückengeschädigte Hund danken es mir.
Auf langer Tour (bisher nur mit zweien, Nr. Drei ist noch recht neu dabei) habe ich einen hässlichen, aber funktionalen Hundebox-ähnlichen Aufsatz zusammengedängelt.
Warum habe ich dieses Rad und kein anderes:
-Es musste auf jeden Fall ein Liegerad sein.
-Es sollte ein Trike sein.
-Es sollte halbwegs bezahlbar bleiben.
-Es sollte ein alltags-, reise- und Hundetaugliches Hundemobil sein.
Tja, da war die Auswahl dann auf genau ein Rad beschränkt. ;)

Ob es auch für Dich/euch taugt, müsstest Du ausprobieren.
Meine finden es auf jeden Fall gut. Im Hänger fahren fanden sie sehr blöde, ans Lasti hingegen haben sie sich ganz schnell gewöhnt und bleiben auch lange Strecken brav drin sitzen. Ausserdem laufen sie auch deutlich lieber an einem Liegerad mit, als an einem normal hohem Rad.

Hier etwas unglücklich direkt nach Fertigstellung. Die Sitzprobe auf dem ungepolsterten und durchsichtigen Boden fanden sie verständlicherweise ziemlich unheimlich:
DSCF58031.jpg


Auf Urlaubstour in der improvisiertem Hundebox, die hauptsächlich Wetterschutz bieten soll. Die Hunde sitzen sozusagen auf meinem Campingepäck:
DSC07846.jpg


Hier noch ziemlich am Anfang beim Einkaufen. Inzwischen habe ich (und die Hunde) eine vernünftige Sitzmatte, jetzt ist es superbequem und nicht schwitzig:
DSC070421.jpg
 
N

Nötchen

Guest
Ich möchte euch erst einmal danken für die vielen Antworten.

Am Samstag werde ich mir ein Lastenrad anschauen das in meinem Preisrahmen liegt. Mal sehen ob wir zusammen passen :) Ein bisschen müsste ich es noch umbauen um meine Hündin einladen zu können aber das ist nicht so ein Problem.

Allerdings gibt es ein anderes Problemchen. Ich müsste das Rad von Rendsburg nach Hamburg radeln - meine Jungs sind begeistert und meinten nur: " Alles klar wir packen das Zelt ein und dann machen wir ne Fahrradtour" Die sind optimistisch. Aber warum eigentlich nicht. Das geht sicher wenn man eine Mehrtagestour draus macht *grübel*

Das Rad hat 18 Gänge keinen E Motor und ist ein Eigenbau... Ich sehe mich schon schwitzen *giggel*

Was meint ihr ....
 

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Liebe Christine,

es wäre wirklich nett gewesen, wenn Du gleich eingangs gesagt hättest, dass Du nur einen zweistelligen Betrag zu investieren gedenkst; dann hätte ich mir meine ganze "Spucke" gespart...

Am Samstag werde ich mir ein Lastenrad anschauen das in meinem Preisrahmen liegt.
Bei Liegeradanfängern lautet mein Credo "Kauf Dir *irgendwas* Gebrauchtes - aber ein Markenteil(!) - Hauptsache Du fängst an zu fahren. Unterwegs kristallisiert sich dann raus, auf was man Wert legt und was überflüssig ist, bzw. was in der Theorie zu hoch bewertet wurde.
Und nach der "Findungsphase" weiß man, was man haben möchte und kauft das Traumteil, das einen die nächsten Jahre durch die Gegend trägt.
Warum diesen Ansatz nicht aufs Lastenrad übertragen? Ich wäre dabei ....

Aber *das* Ding ist jetzt nicht Dein Ernst oder?!?

Klar, wenn Du nur 50,-€ dafür ausgibst, ist die Chance recht hoch, dass Du es nächste Woche bei eBääh wieder wechkrisst. Schade um die Zeit, würd' ick ma' sa'ng :-((( Aber ist ja Deine ...

Da Du es von alleine aber nicht zu sehen scheinst, buchstabiere ich es Dir vor, Christine:
Placebo-Bremsen; hinten gar keine und vorne bremst die rechte das rechte Rad und die linke das linke. Einhändig bremsen - oder auch nur ungleichmäßig - verreißt Dir die Kiste (sic!) wg. der Drehschemellenkung.
Gibt es nach Deinem Schlaganfall physische Asymmetrien in Deiner Motorik? Dann ist das Rad ein Traum für Dich. Du lernst flugs neue Wesen kennen: Entweder die Zeitgenossen aus dem Gegenverkehr oder aber die Maulwürfe der Wiese rechts. Guten Fluch, Christine!
(BTW: ich bin sicher, der Bastl-Wastl von Erbauer ist granatenmäßig stolz auf seine "Erfindung", den Zug erst in den Lenker reinzuführen und am Griffende wieder raus. Dass am Ende kein Zug mehr auf dem Zug ist, spielt sowieso keine Rolle, weil die verbauten "Bremsen" den Namen nicht verdient haben.
Grundlage für diese Bastelei ("Konstrukt" mag ich es nicht nennen, das wäre zu viel der Ehre für Bastl-Wastl) ist ein MTB allerunterster Schubalde mit Vollachsenlaufrädern, offenen C-Profil-Felgen aus Butter-Alu .... sowohl vom Durchmesser als auch von der Seitensteifigkeit das mit Abstand dämlichste, was man an einen Mehrspurer dranschrauben kann.

Das war erst der Anfang.
Das ließe sich noch stundenlang fortführen.
Die Zeit habe ich nicht. Sorry, ich bin raus!
Viel Erfolg bei Deiner Suche, Christine und fein, dass Du Dir unsere Ratschläge so zu Herzen genommen hast.

Grüße

Urs

Teile dieses Beitrages können Spuren von Ironie enthalten! Nur zur äußeren Anwendung!

PS:
Es könnte sein, dass es *noch* schlimmer ist, als von mir geschrieben: Ich war von einer Drehschemellenkung ausgegangen; da liegt die Drehachse *unter* der Ladefläche, annähernd mittig. Bastl-Wastl traue ich zu, dass er seine Fuhre als Knicklenker ausgebildet hat, die nach unten verlängerte Lenksäule also auch das Drehgelenk ausbildet. Das wäre aus fahrdynamischer Sicht *noch* katastrophaler als ein Drehschemel.
Ich lerne: Es geht immer noch eine Spur schlimmer :-(((
 
Zuletzt bearbeitet:
... ach ja und wer meinen Beitrag als generelle Kritik an Eigenbauten interpretiert, hat ihn schlichtweg falsch verstanden.
Es gibt ganz ganz wundervolle Eigenbauten! Einige sind auch hier im Forum vorgestellt. Ich persönlich schwärme von dem "SUB" (sprich: "äs ju bie") von Sven aus Bonn, aber auch die anderen einspurigen LaRas mit Achsschenkellenker haben es mir schwer angetan :-}
 
N

Nötchen

Guest
Also eigentlich wollte ich es mir erstmal nur angucken. Und habe das Ding bewußt hier eingestellt weil ich mir eben nicht sicher war ob es überhaupt sinnvoll ist sich das anzuschauen. Irgendwo wollte ich halt mal anfangen. Kein Grund mich gleich so runterzuputzen.
Im Übrigen habe ich parallel nach Marken Rädern geschaut aber noch nichts passendes gefunden. Deswegen wollte ich mir DAS Rad halt mal anschauen... ist ja kein Verbrechen!
Gut nun weiß ich was alles auf dem ersten Blick nicht passt - danke damit hat sich das angucken erledigt.
 
N

Nötchen

Guest
Sorry da habe ich wohl etwas heftig reagiert.

So nach ein bißchen durchatmen habe ich beschlossen mir das Rad nicht anzusehen. Deine Argumente sind mehr als gut und ich will kein Risiko eingehen. DANKE!

So und weil ich ja lernfähig bin habe ich mir heute ein Bakfiets geliehen und es getestet.

Als allererstes Mal, mein Hund ist ne coole Sau! Die lag sogar in der Kiste und hat fast gepennt :D

Das Rad hat mir ganz gut gefallen - vor allem die Bremsen haben mich mehr als überrascht.
Allerdings habe ich Schwierigkeiten die Kiste gerade zu halten. Ist es normal, dass man am Anfang ein bißchen in Schlangenlinien fährt? Legt sich das mit der Zeit wenn man mehr Übung hat? Ich war ebenso erstaunt wie leicht sich so ein Rad bewegen lässt, dass habe ich mir schwerer vorgestellt.
Der Wendekreis ist ordentlich... sehr gewöhnungsbedürftig dass man das Lenkrad so weit rumdrehen muss um die Kurve zu nehmen. Aber hey es hat geklappt.

Am Freitag teste ich ein Zweirad - klara bike aus Hamburg - keine Ahnung was das für ne Marke ist. Mal sehen wie es damit läuft.
Ich denke es läuft darauf hinaus dass ich etwas länger warte und dann ein gescheites Rad kaufen werde ;)

Wie gesagt ich bin lernfähig.

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Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Hey, ist das die NextBike-Station in der Ulzburger Str. ?

Zum Schlangenlinienfahren: Das liegt (Achtung: Glaubenskrieg!) imho am Drehschemelprinzip. Ich bin die Leihlastenräder von Bakfiets in beiden Versionen (2- und 3-Rad) gefahren. Das Dreirad ist mit sehr viel mehr Kraft zu lenken, hält nicht "von selbst" die Spur.
 
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