Familiäre Einstellung zur Mobilität

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Das muss im Zuge der nötigen Mobilitätswende wohl auch mal angegangen werden.
Mobi bitte was? Den "Koalitions"vertrag hast du dir angeschaut? Pendlerpauschale? Wir sind Lichtjahre entfernt.
Ich hoffe ja nur noch auf vernünftige Kommunalpolitik, die rausholt, was machbar ist.
 
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Wie eine Garage genutzt werden darf, steht mMn in der jeweiligen Landesbauordnung. In NRW wurde ebendiese vor Jahren geändert, dass nun Gahrräder und/oder KFZ in der Garage abgestellt werden dürfen.

BauO NRW §2 Abs. 8
Gahrräder find ich ziemlich cool :LOL: Sind das diese Alibi-Räder, die jeder hat, aber die immer nen Platten haben, wenn man sie das eine Mal im Jahr (bei Schönwetter!) nutzen will? Stichwort „Garagenfund“ bei kleinanzeigen… ;)
 
Besonders lustig, als die Nachbarin von den Grünen einen Blick in unsere Garage warf (um ein Demoplakat abzuholen) und kritisch meinte, eine Garage sei zweckgebunden zum Abstellen von KfZ. Unsere ist voller Fahrräder, Werkbank in voller Länge und Regal für Gartengeräte gegenüber (auch volle Länge).
Dazu muss man wissen, dass hier ein Kampf um die Neupflanzung von Bäumen tobt, für die (oh Gott!) Parkplätze wegfallen, und sie liegt im Clinch mit erbosten Straßenparkern, die ihre Garagen ebenfalls lieber „zweckentfremden“.
Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust:
Hier im bürgerlichen Neubeaugebiet, wo jeder Haushalt im Schnitt gefühlt einen SUV plus Zweitwagen (gern BMW 3er oder Mini Cooper) und zum Teil Drittwagen für die lieben Kleinen hat plus evtl. ein Riesenwohnmobil, finde ich es auch nicht so lustig, wenn die Garagen "zweckentfremdet" werden. Na klar, Fahrräder sind etwas anderes, aber hier ist es eben oft eine Werkstatt oder ein Abstellraum. So parken diese Nachbarn also den öffentlichen Raum mit ihren absurd großen Prollkarren zu.
Wir dagegen haben zwei Stellplätze auf dem eigenen/gemieteten Grundstück, die zum gemieteten Reihenhaus gehören und haben nur ein Auto, einen alten Kleinwagen. Aber den zweiten Stellplatz dürfen wir nur für KFZ nutzen, ein Fahrradhaus hat das Bauamt nicht genehmigt. Genau genommen, dürfte ich nicht einmal ein Rad darauf abstellen (das S-Pedelec ginge dagegen schon ...) Die zweckentfremdeten Garagen interessieren hier aber niemanden.
Insofern: Das Thema ist komplex, finde ich.
Falls ihr kein Auto habt, nutzt ihr natürlich nicht unnötig öffentlichen Raum. Falls doch, verstehe ich die Kritik grundsätzlich schon.
 
Für Schleswig-Holstein fasst Haus&Grund die Regeln so zusammen:

https://www.hausundgrund.de/verband/schleswig-holstein/garagennutzung

Das scheint mir eher moderat zu sein.
Da muss man genau(er) lesen:

"Hauptzweck von Garagen​


ist das Unterstellen von Kraftfahrzeugen, um diese vor Witterungseinflüssen (Starkregen, Hagel, Schnee und Eis, etc.), Beschädigungen und Diebstahl zu schützen. Gleichzeitig soll der öffentliche Verkehrsraum möglichst von privaten Fahrzeugen freigehalten werden. Was darf sonst noch in Garagen stehen?" (Hervorhebung von mir)

Ich bin mir ziemlich sicher, dass man nicht die Garage vollstellen darf und dann das Auto auf öffentlichem Grund parken. Man kann lediglich neben dem Auto weitere Gegenstände dort abstellen.

Edit: Ich hatte mich vor ein paar Jahren recht detailliert eingelesen, aber vielleicht auch schon wieder vieles vergessen.

ChatGPT meint tatsächlich auch, man dürfe es grundsätzlich:
Die grundsätzliche Antwort auf Ihre Frage lautet: Ja, es ist in Schleswig-Holstein im Regelfall grundsätzlich erlaubt, die eigene Garage ausschließlich als Lagerraum zu nutzen und das Auto auf öffentlichem Grund abzustellen – vorausgesetzt, dass alle baurechtlichen und verkehrsrechtlichen Vorschriften eingehalten werden. Im Folgenden finden Sie einige zentrale Punkte und Hintergründe:




1. Nutzung der privaten Garage als Lagerraum


  • Baurechtliche Vorschriften:
    In Deutschland gilt generell, dass ein Eigentümer im Rahmen der genehmigten Bauten grundsätzlich den Nutzungszweck selbst bestimmen kann. Falls in der Baugenehmigung oder im Bebauungsplan keine zwingende Vorgabe für eine Nutzung als Fahrzeugabstellplatz festgelegt wurde, darf die Garage auch ausschließlich zur Lagerung von Gegenständen genutzt werden.
  • Vertragliche bzw. eigentumsrechtliche Regelungen:
    Es ist zu beachten, ob eventuell Teil einer Gemeinschaftsordnung (z. B. bei Eigentumswohnungen) besondere Nutzungsbestimmungen verankert sind. Bei freistehenden Einfamilienhäusern ist dies in der Regel weniger problematisch.



2. Parken auf öffentlichem Grund


  • Straßenverkehrsrechtliche Grundlagen:
    Das Parken auf öffentlichen Straßen und Plätzen unterliegt den allgemeinen Regelungen der Straßenverkehrsordnung (StVO). Solange keine speziellen Parkverbote (z. B. durch Sonderzeichen, bauliche Gegebenheiten oder örtliche Verordnungen) vorliegen, ist das Abstellen eines Fahrzeugs auf öffentlichem Grund zulässig.
  • Mögliche lokale Besonderheiten:
    Manche Gemeinden oder Städte können im Rahmen ihrer örtlichen Satzungen oder Bebauungspläne Besonderheiten vorsehen – etwa, dass in bestimmten Wohngebieten versucht wird, das Verkehrsaufkommen gering zu halten oder alternative Parkmöglichkeiten vorzuhalten. Dies könnte in Einzelfällen Einfluss darauf haben, wie lange und unter welchen Bedingungen ein Fahrzeug im öffentlichen Raum stehen darf.



3. Praktische Empfehlungen


  • Lokale Beratung:
    Da es immer auch auf die konkrete Lage und etwaige spezifische kommunale Regelungen ankommt, empfiehlt es sich, bei der zuständigen Gemeinde oder beim örtlichen Bauamt nachzufragen. So lässt sich sicherstellen, dass keine besonderen Vorgaben (z. B. im Bebauungsplan oder in kommunalen Satzungen) verletzt werden.
  • Rechtsberatung:
    Für verbindliche Auskünfte – insbesondere wenn Unsicherheiten im Einzelfall bestehen – ist es ratsam, einen Fachanwalt für Baurecht oder Verkehrsrecht hinzuzuziehen. Dieser kann anhand der örtlichen Gegebenheiten eine detaillierte rechtliche Bewertung vornehmen.



Zusammenfassung


Unter normalen Umständen und ohne spezifische, ortsbezogene Auflagen ist es in Schleswig-Holstein erlaubt, die eigene Garage als Lagerraum zu nutzen und das Auto auf dem öffentlichen Straßenraum zu parken. Dies setzt allerdings voraus, dass alle relevanten Vorschriften der Bau- und Verkehrsordnung beachtet werden. Bei Unsicherheiten empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit der zuständigen Behörde oder einem Rechtsberater.
 
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Haus und Grund SH: Weiterhin sollte eine Garage aufgeräumt sein, um Stolperfallen zu verhindern und in Notfällen freien Zugang zum Fahrzeug zu haben.
Weshalb sollte, muss, muss es heißen. Dann kann mal wieder der gute Status des Blockwarts belebt werden, der den Bürger welcher eine unaufgeräumte Garage hat denunziert. Achja, Ist ja keine Denunzierung, sondern offiziell.
Ironie aus.
Das eine von den Grünen (Achtung Elke, Farbe) sich da hervortut wundert mich nicht.
 
Kleines Update von hier:
Es entwickelt sich zum Schlechteren: Die wochendlichen Touren mit meinen Kindern, wenn meine Frau zum Dienst ist, sind beinahe Geschichte. Weder die Große noch der Kleine haben wirklich Bock.
Trost: Die täglichen Strecken werden weiterhin vornehmlich mit dem Rad gemacht (wohl oder übel?).
Der Titel heißt doch: familiäre Einstellung zur Mobilität. Wochenendtouren aus Spaß an der Freund finde ich, fallen nicht darunter.
 
Im Thread-Titel geht es nicht um "Mobilität, die man als Familie im Alltag dringend benötigt außer Freizeittouren", sondern halt um Mobilität.
Für mich gehört das also dazu. Denn viele Familien machen "Wochenendtouren aus Spaß an der Freud" – mit dem Automobil.
Und dabei sind sie mobil, bewegen sich also oder werden bewegt von A nach B und meist wieder zurück nach A.
 
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Ich habe das schonmal erzählt.....
Wir müssen hier pro Wohnpartei 5 Stellplätze auf dem gelände vorhalten, es gibt aber nur ein Auto.
 
Wir müssen hier pro Wohnpartei 5 Stellplätze auf dem gelände vorhalten, es gibt aber nur ein Auto.
Das wäre ja eigentlich ungefähr der Zielzustand, Autofahren möglich wo nötig, nicht alles zugestellt mit Autos, gesunder Mobilitätsmix, Lebensraum. Die Regularien müssten so fortentwickelt werden, dass so ein Zustand eher gefördert als behindert wird.

Ich gucke mir nächste Woche in Hamburg ein "Parklet" an, an dem ein Bekannter mitwirkt.
Für die Dinger gibt es schon konkrete Regelungen und eine Förderung: https://www.hamburg.de/politik-und-...g-nord/parklets-im-bezirk-hamburg-nord-847364
Das ist doch schon mal ein Schritt in die richtige Richtung!
 
Bevor ich zum familiären Kontext komme, eine Bemerkung zum gesellschaftlichen Kontext: Von Politikern hört man öfters, ein Lastenrad auf dem Land sei völlig nutzlos. Da muss ich als Landmensch deutlich widersprechen! Es gibt wohl kaum einen Land-spezifischeren Anwendungsfall, als in der 8 km entfernten Genossenschaft zwei Säcke Hühnerfutter je 25 kg zu holen. Überhaupt kein Problem mit unserem Lasten-Tandem Hase-Pino (s. Foto von heute). Zwei Wasserkisten aus dem 3 km entfernten Einkaufsmarkt sind ebenso wenig ein Problem wie der Inhalt von zwei Einkaufswagen ebendort. Dank der Tandem-Eigenschaft ist es auch kein Problem, die älteste Tochter, die inzwischen in der Großstadt wohnt und kein Auto besitzt, an der 2,5 km entfernten Bushaltestelle abzuholen.
Spätestens jetzt sind wir beim familiären Kontext angekommen. Meine Frau und ich, sowie unsere beiden Töchter fahren Fahrrad, wann immer es geht. Die beiden Töchter sind am konsequentesten. Gut, die ältere hat kein Auto und wohnt auswärts, da ist das gezwungenermaßen so. Die jüngere ist 14, wohnt bei uns auf dem Land und macht das aus Überzeugung. Meine Frau und ich pendeln auch abwechselnd mit dem Rad zur Arbeit (sie 9 km, ich 27 km). Zu diesem Zweck nutzen wir ein S-Pedelec für 45 km/h. Zumindest wenn es nicht regnet, ist es eher die Frage, wer das Rad nehmen darf und nicht, wer es muss. Besorgungsfahrten und Urlaubsfahrten machen wir mit dem Lasten-Tandem (+ ein Biobike-Reiserad). Fahrten bei uns im Tal bei Tageslicht bewältigen wir auch konsequent mit dem Rad. Ausnahme ist nur unser Sohn, der deutlich lieber Auto fährt als Fahrrad. Trotz unserer Freude und Häufigkeit am Radfahren, die uns fünf ca. 25.000 km jährliche Fahrleistung mit unseren insgesamt 11 Fahrrädern beschert, bringen es unsere beiden PKW (einer davon voll-elektrisch und somit ein schweres "Ungetüm" ) zusammen auf jährlich ca. 35.000 km Fahrleistung. Und das, obwohl wir Autofahrten so gut es geht zu Fahrgemeinschaften bündeln. Schlussfolgerung für mich: Auf dem Land ist der Mobilitätsbedarf sehr hoch und ganz ohne PKW ist es schwierig. Trotzdem kann man viel mehr mit dem Rad bewältigen (und vor allem mit dem Lastenrad), als die meisten Leute denken. Es ist für mich frustrierend, wenn ich mein Rad vor dem Einkaufsmarkt abschließe und max. ein weiteres Rad dasteht, während 40 Autos auf dem Parkplatz stehen - und das überwiegend von Leuten, für die der Markt erheblich kürzer entfernt ist als für mich. Andererseits erschreckend, wie viele Kilometer doch noch bei den Autos landen trotz aller guten Vorsätze und Freude am Radfahren.
 

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wird es bestimmt auch andere Mobilitätsanforderungen geben. Andere Wege zur Arbeit, Umfang sozialer Kontakte, Kinder, Freizeitgestaltung, das ist ganz verschieden. Wir wohnen am Großstadtrand, fahren mit Rad und Bahn zur Arbeit, vor Ort fast nur Fahrrad und sind zu im letzten Jahr 12tkm mit dem E-Auto gefahren, nur für Reisen, Verwandschaft, Freunde, Ausflüge, Transporte. Es gibt auch Leute auf dem Land, die haben tatsächlich kaum ein Fahrziel, dass innerhalb ihrer Fahrrad-Komfortzone liegt, die ja auch nicht bei jedem so groß ist wie bei Euch. Was mir aber auch so vorkommt: Viele Leute auf dem Land hätten teilweise Wege von ein paar Kilometern und könnten ihre Autokilometer zurückfahren wenn sie für solche Fahrten auf das Fahrrad oder Lastenrad zurückgreifen würden. Das Auto würde länger halten, wäre weniger lebens- und umweltgefährdend unterwegs und auch der Geldbeutel und die gute Laune könnte entlastet werden. Ich komme immer wieder darauf zurück - ein gesunder Mobilitätsmix ist der Schlüssel zum Erfolg, egal wo man wohnt.
 
Ich kann mich da @Elecped nur anschließen.
Die meisten Alltagskilometer auf dem (Süddeutsch-) Land sind Strecken unter 10 km. Krasser Gegensatz aus meiner Erfahrung ist allerdings: in Hohenlohe, mit Topographie und ohne echte Fahrrad Infrastruktur finden sich bei bestem Fahrradwetter kaum Fahrräder am Supermarkt, während hier am Altmühlsee ohne Topographie und mit Radinfrastruktur selbst diese Woche nennenswert Fahrräder unterwegs sind.
 
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Wir machen es hier am Land ähnlich, dh. wir besitzen ein Auto, verwenden es aber nur selten. Wir fahren beide lieber mit dem Rad. Ich finde aber, dass es nachvollziehbar ist, wieso viele hier nicht “alltagsradeln”. Viele Wege sind mangels Radinfrastruktur oder aggressiver AUTOinfrastruktur echt mühsam. Ich hab hier ein Beispiel illustriert:
Pink der Weg mit dem Auto zur Post. 5 Minuten Fahrzeit. Der selbe Weg mit dem Rad würde nur 10 Minuten dauern, aber es gibt keinen Radweg, die Straße ist stark befahren mit Tempo 70. In Rot also mein “Radweg”. Ich fahr gern Rad, aber ich muss mich schon oft arg zusammenreißen wenn ich an diesen Umweg denke. Das Ganze ist auch nicht flach sondern mit einer Bergwertung und man muss die stark befahrene Straße ohne Ampel queren, was schonmal 10 Minuten dauern kann. Viele trauen sich auch nicht, ihre Kinder hier allein queren zu lassen, das heisst selbst die die mit dem Zug fahren, werden da oft mit dem Auto hingebracht. (Die Angst ist durchaus begründet übrigens, mein Mann wurde hier als Jugendlicher von einem Auto angefahren.) Es gibt eine Ampel, für die man 500m in eine Richtung gehen müsste und die 500m dann wieder zurück, macht kein Mensch.


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So wie @Sam erleben es sicherlich viele, der Mobilitätsmix wird verzerrt durch ein ungleiches Angebot an Fahrmöglichkeiten für die verschiedenen Fahrzeugarten. Gefähliche oder schlechte Wege, Umwege, aggresive Autofahrer und Diebstahlsgefahr können zu einer Verlagerung von Fahrten weg vom Fahrrad führen. Der resultierende Mobilitätsmix ist dann insgesamt nicht das Optimum für alle Menschen zusammen gemessen an Reisezeit, Komfort, Flexibilität, ökologischem Fußabdruck, Kosten, Lebensgefühl, Gesundheit usw. Diese Verzerrung schadet uns allen also und sollte reduziert werden.
Ein interessanter Aspekt dabei: Alles-mit-dem-Auto-Fahrer sind oft sehr ängstliche Radfahrer, wenn sie es mal versuchen. Und töffelig wenn es um die Nutzung der Öffis geht. Um die zu einem gesunden Mix zu führen müssten die Fahrradwege besonders sicher und die Öffis besonders simpel zu nutzen sein. Da es von dieser Sorte Verkehrsteilnehmer sehr sehr viele gibt, würden diese Optimierungen also Priorität verdienen.
 
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