Er"fahr"ungsbericht R & M Load 75 rohloff HS

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Beim 45km/h-Lastenrad interessiert mich der Verschleiß. Beim Runterbremsen aus Reisegeschwindigkeit geht da locker die 1,5- bis 2-fache Leistung in die Bremsen, die Kette überträgt auch wesentlich höhere Kräfte. Wie kommen die Fahrradbauteile, die ja noch auf Muskelkraft ausgelegt sind, damit auf Dauer klar?

Wenn du das HS wirklich im Alltag schnell fahren willst, wirst du da bestimmt bald Erfahrung sammeln. Lass uns daran gerne teilhaben.

t.
Die Kette wird nicht höher belastet als bei jeden anderen Pedelec, warum auch? Höher belastet werden v.a. Bremsen und Lager/Naben, und das eklatant. Die Bremsbeläge sind deutlich schneller hin, weil oft aus hohen Geschwindigkeiten mit entsprechender Masse runtergebremst wird. Man kann sich darauf einstellen, dass -egal welche Bremse, welche Beläge und welche Scheibe- der Teiltausch zunehmen wird. Das ist aber bei den niedrigen Bremsersatzteilpreisen nicht weiter schlimm. Hinsichtlich einer regelmäßigen Wartung der Bremsanlage ist das sogar sehr gut.

Es sind m.E. eher die Lager, die hohe Achslasten und hohe Geschwindigkeiten mit einer frühen Aufgabe quittieren. Die Novatec im Vorderrad hat nach ca. 5000km und die Shimano-Nabe hinten nach 9500km aufgegeben. Aber auch hier ist Ersatz billig und in wenigen Minuten sind die Lager (vorn Industrielager, hinten Konuslager) getauscht. Kostet auch nicht viel, macht nur Mühe...

Und weil die Diskussion hier in dem Faden in eine andere Richtung abgebogen ist: Wir haben zwei Packster HS in der Family, ordnungsgemäß versichert. Diese werden sehr wohl auf Radwegen gefahren: zum pendeln, vor allem außerorts auf breiten unkritischen leeren Radwegen. In der Stadt nur dann, wenn langsam gefahren wird und Kinder auf eigenen Bikes nebenheradeln. Ansonsten Straße...
In der Praxis führt das immer wieder zu absurden Situationen. Mal wird man von zwischen parkenden Autos hervorspringenden, übermotivierten Polizisten eher unfreundlich an die Radwegbenutzungspflicht erinnert ("Danke für den Hinweis, ich denke an ihre Worte, wenn ich das nächste Mal mit einem Fahrrad unterwegs bin."), Autofahrer hätten gern oft die Fahrbahn für sich allein, überholen eng und hupen. Und das beste: Polizisten haben oft keine Ahnung, was ein S-Pedelec rechtlich bedeutet.
Beispiel: Auf der B4R einer "sehr fahrradfreundlichen" Großstadt (4-spurig mit ca. 1,25m breiter Blutspur) fahre ich dann doch meist auf dem Radstreifen, das ist wohl meinen Nerven und Überlebenswillen geschuldet. Eines morgens hielten mich zwei übermotivierte Blaue (mit Blaulicht) an und meinten, warum ich auf dem Radstreifen so schnell fahre. "Weil es ein S-Pedelec ist und die bis 45km/h unterstützen.", "Dann dürfen Sie auf dem Radweg gar nicht fahren.", "Stimmt, das ist zwar kein Radweg, aber ich fahre regelwidrig darauf, weil ich ständig bedrängt, angehupt und auch von Scheibenwaschanlagen bespritzt werde. Sie dürfen gern mal eine Runde drehen..." Kommentarlos ging das Fenster bei denen hoch und weg.

Ergo: S-Pedelec ist in der Praxis enorm gut zu fahren (mit einigen kleinen Hindernissen), absolute Alternative zum Auto. Und: wenn man gesunden Menschenverstand bei der Nutzung dieses Kraftfahrzeugs ansetzt, vor allem zum Selbstschutz, ich rücksichtsvoll und der Situation angemessen verhält, dann kommt man mit so einem S-Pedelec sehr gut durch die Welt und es eröffnen sich Möglichkeiten, die man von einem Pedelec oder Fahrrad bisher nicht kannte.

@jgorres: Glückwunsch zum guten Kauf. :)
 
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Höheres Drehmoment und und/oder höhere Drehzahl. Du brauchst mehr Energie für höhere Geschwindigkeit, und die geht beim Mittelmotor durch die Kette.
Höhere Drehzahl: ggf. ja an den Naben, nein im/am Motor. Du trittst am S-Pedelec nicht in einer höheren Kadenz als bei anderen Bikes. Daher kein höherer Verschleiß.
Das Drehmoment der Bosch DU ist mit 85NM bei allen Motoren der Cargo-Serie identisch. Daher auch hier die gleich Krafteinwirkung. Wichtiger bzgl. des Verschleißes sind m.E. Pflege/Wartung und wie/wo/wann der Antrieb besonders genutzt wird (Salz, Nässe, Dreck, Gelände...).
 
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Höhere Drehzahl: ggf. ja an den Naben, nein im/am Motor. Du trittst am S-Pedelec nicht in einer höheren Kadenz als bei anderen Bikes. Daher kein höherer Verschleiß.
Das Drehmoment der Bosch DU ist mit 85NM bei allen Motoren der Cargo-Serie identisch. Daher auch hier die gleich Krafteinwirkung. Wichtiger bzgl. des Verschleißes sind m.E. Pflege/Wartung und wie/wo/wann der Antrieb besonders genutzt wird (Salz, Nässe, Dreck, Gelände...).
Beim Load https://www.r-m.de/de/bikes/load-60/ ist z.B. für die HS-Version exakt die gleiche Entfaltung angegeben wie für die 25km/h Version-also höhere Kadenz.

Selbst wenn nicht - das kleinste hintere Ritzel ist meines Wissens immer identisch mit 11 Zähnen, oder? Dortmuss bei höherer Geschwindigkeit also eine höhere Drehzahl anliegen. Wenn die Kadenz beim Treten gleich bleiben soll, muss also das vordere Kettenblatt anders sein oder die innere Übersetzung des Motors.
Aber die Kette muss bei höherer Geschwindigkeit ja schneller unterwegs sein bei einer Kettenschaltung. Und da sämtliche Antriebsenergie durch die Kette muss beim Mittelmotor und diese Energie mit der Geschwindigkeit steigt, wir die Kette auch entsprechend mehr verschleissen, entweder durchschnittlich höhere durch Drehzahl oder durch durchschnittlich höheres Drehmoment.

Wäre alles linear, also Energie -> Geschwindigkeit, würde die Kilometerleistung ja trotzdem gleich bleiben, weil für jeden Kilometer halt eine bestimmte Umdrehungszahl zurückgelegt wird, aber so isses ja nicht.
 
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Aber die Kette muss bei höherer Geschwindigkeit ja schneller unterwegs sein bei einer Kettenschaltung. Und da sämtliche Antriebsenergie durch die Kette muss beim Mittelmotor und diese Energie mit der Geschwindigkeit steigt, wir die Kette auch entsprechend mehr verschleissen, entweder durchschnittlich höhere durch Drehzahl oder durch durchschnittlich höheres Drehmoment.
Das Rohloff HS hat Riemen. Wenn ich die Wahl zwischen Riemen und Kette gehabt hätte, wäre es für meine Bedürfnisse auch der Riemen geworden.
 
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Ich fahre seit über 3 Jahren mit einem S-Pedelec durch die Gegend. Vor gut 2 Jahren hat mich ein Motorradfahrer bei Abbiegen erwischt und er durfte mir anschließend zwei neue Laufräder zahlen. Polizei war auch dabei und zwei Beamte haben mich unabhängig von einander drauf hingewiesen, dass ich besser auf dem Radweg fahren soll. Würden sie in Köln bewußt durchgehen lassen.
Ich fahre da wo es sich besser fahren lässt - das schließt Radwege mit dem S-Ped ein. Natürlich brause ich dann nicht mit 40 an der Omi mit Hund vorbei oder mit Vollgas durch die Rheinpromenade - das ich die Regeln frei interpretiere bedeutet ja nicht, dass ich gleichzeitig mein Hirn ausschalte. Und mit dem breiten Lastenrad haben viel mehr Leute auf dem Radweg ein Problem, als mit meinem S-Ped. Huhu - das ist aber eng... bei dem Wetter müsste ich morgen nur mal den Rheindamm entlang fahren - das wäre auf jeden Fall stressig. Mit dem S-Ped ist das immer ganz entspannt und mir hat noch nie jemand etwas hinterhergerufen.
 
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Ich fahre seit über 3 Jahren mit einem S-Pedelec durch die Gegend. Vor gut 2 Jahren hat mich ein Motorradfahrer bei Abbiegen erwischt und er durfte mir anschließend zwei neue Laufräder zahlen. Polizei war auch dabei und zwei Beamte haben mich unabhängig von einander drauf hingewiesen, dass ich besser auf dem Radweg fahren soll. Würden sie in Köln bewußt durchgehen lassen.
Ich fahre da wo es sich besser fahren lässt - das schließt Radwege mit dem S-Ped ein. Natürlich brause ich dann nicht mit 40 an der Omi mit Hund vorbei oder mit Vollgas durch die Rheinpromenade - das ich die Regeln frei interpretiere bedeutet ja nicht, dass ich gleichzeitig mein Hirn ausschalte. Und mit dem breiten Lastenrad haben viel mehr Leute auf dem Radweg ein Problem, als mit meinem S-Ped. Huhu - das ist aber eng... bei dem Wetter müsste ich morgen nur mal den Rheindamm entlang fahren - das wäre auf jeden Fall stressig. Mit dem S-Ped ist das immer ganz entspannt und mir hat noch nie jemand etwas hinterhergerufen.

Hm. Klingt alles nicht unlogisch. Andererseits: Regeln gibt es nicht ohne Grund. Wenn sich immer alle vernünftig und "mit gesundem Menschenverstand" durch die Gegend bewegen würden, bräuchte man gar keine Regeln... Und: Wenn man bestehende Regeln (und sei es auch nur "mit Verstand) in seinem Sinne interpretiert und überschreitet, hat man sein Recht verwirkt, such zu beschweren, wenn andere das auch machen- zum Beispiel mit weniger als 1,5m Abstand überholen...

Das Problem der S-Pedelecs ist halt, dass es eine Nische ist- für die Strasse zu langsam und für den Radweg zu schnell. Das wird sich meines Erachtens auch nicht ändern: Für sinnvolle Strassenbenutzung muss die Geschwindigkeit deutlich erhöht werden- mit allen negativen Folgen (Führerscheinpflicht?)- und damit ist der Radweg endgültig raus. Wird die Geschwindigkeit verringert, um den Radweg nutzen zu können, kann man das "S" streichen und ein normales E-Bike fahren...
 
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Und: Wenn man bestehende Regeln (und sei es auch nur "mit Verstand) in seinem Sinne interpretiert und überschreitet, hat man sein Recht verwirkt, such zu beschweren, wenn andere das auch machen- zum Beispiel mit weniger als 1,5m Abstand überholen...

Meinst du das wirklich ernst? Du möchtest die Gefährdung eines wohlgemerkt vorsichtig fahrenden S-Pedelecers auf einem Radweg mit der Unterschreitung des Mindestabstand durch teils hoch motorisierte und Tonnen schwere Fahrzeuge vergleichen? Ernsthaft? Recht verwirkt? Das sind wirklich obskure Betrachtungsweisen.

In einem Load HS könnte auch ein Kind vorne drin sitzen. Ich würde gerne sehen, wie konsequent du dann damit in so mancher deutschen Stadt den Radweg meidest.

Es ist doch ein riesen Unterschied zwischen dieser Regelinterpretation zu bspw. einem zu schnell fahren mit dem Auto. Das sind zwei komplett andere Paar Schuhe. Bei dem einen Verkehrsteilnehmer geht es schlicht um Selbstschutz und beim anderen geschieht eine potentielle Fremdgefährdung, damit man eine Minuten schneller irgendwo ankommt.

Das Problem der S-Pedelecs ist halt, dass es eine Nische ist- für die Strasse zu langsam und für den Radweg zu schnell. Das wird sich meines Erachtens auch nicht ändern: Für sinnvolle Strassenbenutzung muss die Geschwindigkeit deutlich erhöht werden- mit allen negativen Folgen (Führerscheinpflicht?)- und damit ist der Radweg endgültig raus. Wird die Geschwindigkeit verringert, um den Radweg nutzen zu können, kann man das "S" streichen und ein normales E-Bike fahren...

Auch eine spannende Betrachtungsweise. Wie wäre es denn, wenn der motorisierte Verkehr - zumindest in Städten - langsamer wird, statt das Fahrrad schneller. Von dieser Änderung hätten auch gleich die Fußgänger was.
 
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@Mitchcraft ja, klar, grundsätzlich hast Du Recht. Wenn jede*r als Pipi Langstrumpf (... mach ich mir die Welt, gerade so wie sie mir gefällt) durch das Leben geht, wird es Konflikte geben. Aber wir sind hier auch sehr Deutsch unterwegs. Mit dem Motorrad werde ich in Frankreich von der Polizei am Stau vorbei nach vorne gewunken, in Italien guckt jeder erstmal wohin die anderen fahren und hupt im Zweifel kurz. Hier bei uns hat man Recht. Gehe ich über die Straße und es ist kein Zebrastreifen oder ne Ampel da, dann halten die Autofahrer bei uns in der Regel drauf - weil sie ja gefühlt im Recht sind. In Chile oder Argentinien ist es die Regel: passen auf eine dreispurige Straße fünf PKWs nebeneinander, dann stehen an der Ampel auch fünf da. Hier ist es "meine Fahrspur", "mein Radweg" und natürlich "meine Vorfahrt".
Es ist doch ein massiver Unterschied, ob jemand mit weniger als 1.5m und 50km/h in einer zwei Tonnen schweren Blechschüssel den Radfahrer überholt oder ob jemand mit S-Ped und angepasster Geschwindigkeit auf dem Radweg fährt. Beides sind unzweifelhaft Regelverletzungen aber ich darf doch auch mein Hirn einschalten? Ja, ich gehe bei Rot über ne Ampel wenn ich das abschätzen kann - das nicht zu tun, ist wieder ein rein deutsches Phänomen und ich zahle zur Not die Knolle.
 
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Meinst du das wirklich ernst? Du möchtest die Gefährdung eines wohlgemerkt vorsichtig fahrenden S-Pedelecers auf einem Radweg mit der Unterschreitung des Mindestabstand durch teils hoch motorisierte und Tonnen schwere Fahrzeuge vergleichen? Ernsthaft? Recht verwirkt? Das sind wirklich obskure Betrachtungsweisen.

In einem Load HS könnte auch ein Kind vorne drin sitzen. Ich würde gerne sehen, wie konsequent du dann damit in so mancher deutschen Stadt den Radweg meidest.

Es ist doch ein massiver Unterschied, ob jemand mit weniger als 1.5m und 50km/h in einer zwei Tonnen schweren Blechschüssel den Radfahrer überholt oder ob jemand mit S-Ped und angepasster Geschwindigkeit auf dem Radweg fährt. Beides sind unzweifelhaft Regelverletzungen aber ich darf doch auch mein Hirn einschalten? Ja, ich gehe bei Rot über ne Ampel wenn ich das abschätzen kann - das nicht zu tun, ist wieder ein rein deutsches Phänomen und ich zahle zur Not die Knolle.

Ja, das meine ich schon ernst. Es ist natürlich einfach, seine Position durch Extrem-Beispiele zu untermauen- "voirsichtig fahrender S-Pedelecer" gegen "tonnenschwere" Fahrzeuge- am besten noch mit Kind (Totschlagargument). Die Erfahrung zeigt aber, dass nicht alle (S-) Pelecer vorsichtig fahren und nicht alle tonnenschwere Autos mit Millimeter- Abstand am Radler vorbeizischen.

Es ist doch ein riesen Unterschied zwischen dieser Regelinterpretation zu bspw. einem zu schnell fahren mit dem Auto. Das sind zwei komplett andere Paar Schuhe. Bei dem einen Verkehrsteilnehmer geht es schlicht um Selbstschutz und beim anderen geschieht eine potentielle Fremdgefährdung, damit man eine Minuten schneller irgendwo ankommt.

So kann man sich eigene Regelverstöße natürlich schönreden: "Ich verstoße nur gegen Regeln, wenn ich sie für sinnlos halte und dann auch nur mit viel Vorsicht und Anstand- während alle anderen bei ihren Verstößen andere mutwillig gefährden"

Auch eine spannende Betrachtungsweise. Wie wäre es denn, wenn der motorisierte Verkehr - zumindest in Städten - langsamer wird, statt das Fahrrad schneller. Von dieser Änderung hätten auch gleich die Fußgänger was.

Hier gebe ich Dir vollkommen recht. Allerdings sehe ich das nicht kommen, daher bleibt das S-Pedelec für mich eine Nische.
 
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Bei dem einen Verkehrsteilnehmer geht es schlicht um Selbstschutz und beim anderen geschieht eine potentielle Fremdgefährdung, damit man eine Minuten schneller irgendwo ankommt.
Ich persönlich unterstelle Autofahrern keinen Vorsatz. Es ist eher Bequemlichkeit und Gedankenlosigkeit - OK, das Resultat ist das Gleiche.

Einfach mal ab und zu die Perspektive wechseln kann da helfen.
 
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Um noch etwas Feuer aus der Unterhaltung zu nehmen:

Ich möchte die Regelverstöße von Autofahrern keineswegs schönreden. Ich hab selbst schon länger kein KFZ mehr- und im Konflikt zwischen Rad- und Autofahrern stehe ich grundsätzlich bei den Radlern (Hätte ich ein S-Pedelec würde ich evtl auch auf dem Radweg fahren- ein Grund für mich, mir keines anzuschaffen). Ich wollte nur auf das moralische Dilemma hinweisen, wenn man selber Regeln großzügig interpretiert und gleichzeitig andere genau deswegen kritisiert.

Mal aus eigener Erfahrung: Ich bin viel mit dem Rennrad unterwegs und wurde jetzt schon häufiger von S-Pedelecs überholt (sowohl auf dem Radweg, als auch auf Landstrassen ohne Radweg). Da habe ich mich stets mehr erschrocken, als wenn ein Auto an mir vorbeigezischt wäre. Ein Auto kann ich hören, sehe den Gegenverkehr und kann mich ggf darauf einstellen, dass es gleich eng wird. Ein Pedelec bemerke ich erst, wenn es neben mir ist. Und ob ich im Graben liege, weil ich mich wegen eines Pedelecs oder wegen eines Autos erschreckt habe, ist relativ egal.

Ansonsten sastimme ich @jgorres zu: Ich glaube, meist ist es bei Autofahrern nicht Absicht, sondern Unwissen oder Unvermögen. Im Ergebnis, zugegeben, egal. Macht in der Gesamtbetrachtung aber schon einen Unterschied.
 
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Beim Load https://www.r-m.de/de/bikes/load-60/ ist z.B. für die HS-Version exakt die gleiche Entfaltung angegeben wie für die 25km/h Version-also höhere Kadenz.

Selbst wenn nicht - das kleinste hintere Ritzel ist meines Wissens immer identisch mit 11 Zähnen, oder? Dortmuss bei höherer Geschwindigkeit also eine höhere Drehzahl anliegen. Wenn die Kadenz beim Treten gleich bleiben soll, muss also das vordere Kettenblatt anders sein oder die innere Übersetzung des Motors.
Aber die Kette muss bei höherer Geschwindigkeit ja schneller unterwegs sein bei einer Kettenschaltung. Und da sämtliche Antriebsenergie durch die Kette muss beim Mittelmotor und diese Energie mit der Geschwindigkeit steigt, wir die Kette auch entsprechend mehr verschleissen, entweder durchschnittlich höhere durch Drehzahl oder durch durchschnittlich höheres Drehmoment.

Wäre alles linear, also Energie -> Geschwindigkeit, würde die Kilometerleistung ja trotzdem gleich bleiben, weil für jeden Kilometer halt eine bestimmte Umdrehungszahl zurückgelegt wird, aber so isses ja nicht.
Verstehe deine Argumentation nicht... Wie hoch die Kadenz ist, ist immer eine Frage der Übersetzung/Entfaltung und der dann gefahrenen Geschwindigkeit. Selbst wenn die Übersetzung bei S-Ped und Ped gleich sein sollte (was sie in der Regel nicht ist, das ist zumindest bei den Loads und Packstern mit Gen3-Motor so), heißt es doch noch lange nicht, dass immer im größten Gang gefahren wird. Das ist immer eine Frage der persönlichen Kadenz, der eine mag 90, der andere mehr oder weniger. R&M übersetzt in der Regel sehr lang (durch recht großes Kettenblatt vorn), so dass du mit dem Pedelec bei 25km/h kaum im größten Gang unterwegs sein wirst. Es sei denn, die dann sehr niedrige Kadenz liegt einem.
Die Kraft, die auf das Antriebssystem einwirkt, ist vor allem beim Anfahren und in niedrigen Gängen sehr hoch. Wie schon geschrieben, die max. Drehmomente beider DUs sind identisch, da wird die exakt gleiche Kraft eingeleitet, bei gleicher Übersetzung und gleicher Geschwindigkeit.

Jetzt kann man argumentieren, dass der Ketten- und Ritzelverschleiß am S-Ped höher ist, weil öfter in größeren Gängen, damit auf kleinerem Ritzel und mit weniger Kettenumschlingung gefahren wird und daher die Kraft weniger gut auf die Kette verteilt wird/ die Belastung für einige Kettenglieder damit tendenziell größer ist. Diesen Faktor halte ich aber für vernachlässigbar
 
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Das Problem der S-Pedelecs ist halt, dass es eine Nische ist- für die Strasse zu langsam und für den Radweg zu schnell. Das wird sich meines Erachtens auch nicht ändern: Für sinnvolle Strassenbenutzung muss die Geschwindigkeit deutlich erhöht werden- mit allen negativen Folgen (Führerscheinpflicht?)- und damit ist der Radweg endgültig raus. Wird die Geschwindigkeit verringert, um den Radweg nutzen zu können, kann man das "S" streichen und ein normales E-Bike fahren...
Das sehe ich deutlich anders. Zumal niemand gezwungen wird bestimmte Geschwindigkeiten zu fahren. Mit dem Argument kann man im Umkehrschluss auch bspw. einen Porsche nicht mehr durch einen verkehrsberuhigten Bereich fahren lassen, er wäre ja deutlich zu schnell...
Das gleiche in einer 30er Zone: Der Radler mit Pedelec oder Biobike ist mit deiner Sichtweise auch hier zu langsam.
Die Geschwindigkeit von 45 km/h ist vielleicht hinsichtlich der aktuellen Regelgeschwindigkeit innerorts von 50km/h etwas zu gering, jedoch hielte ich es für unangebracht S-Peds weiter nach oben "aufzumachen". Dann nämlich kann aktuelle Fahrradtechnik nicht mehr mithalten (Bremsen, Reifen, Rahmen usw.) und man kommt unweigerlich in einen technischen Bereich von Motorädern inkl. deren hohen Gewichten. Das kann doch aber nicht das Ziel sein, schon gar nicht immer alles noch schneller zu machen.
Gegenvorschlag: Die Regelgeschwindigkeit innerorts auf 30 oder 40km/h senken und schon ist man mit einem S-Ped oder normalen Fahrrad sehr gut dabei. Es sollte nicht immer aus Sicht der Autofahrer auf die zulässig Höchstgeschwindigkeit geschaut werden.
Das eigentlich Problem des S-Pedelecs ist neben dem Regelwirrwarr doch, dass man in D den Autofahrern seit Jahrzenten eintrichtert, dass die lustigen runden Schilder mit den komischen Zahlen am Straßenrand freundliche Empfehlungen, oder aber Mindestgeschwindigkeiten darstellen. Und wenn dann einer 5km/h langsamer fährt als erlaubt, dann kann man schon mal ausflippen. Und dann stets die Einstellung, dass die Fahrbahn nur "herkömmlichen" Kraftfahrzeugen gehört. Werden Rollerfahrer und Traktorfahrer auch regelmäßig angepöbelt? Ich denke nein. Es ist wie immer eine Einstellungsfrage.
 
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Ja, das meine ich schon ernst. Es ist natürlich einfach, seine Position durch Extrem-Beispiele zu untermauen- "voirsichtig fahrender S-Pedelecer" gegen "tonnenschwere" Fahrzeuge- am besten noch mit Kind (Totschlagargument). Die Erfahrung zeigt aber, dass nicht alle (S-) Pelecer vorsichtig fahren und nicht alle tonnenschwere Autos mit Millimeter- Abstand am Radler vorbeizischen.
Eben - Du differenzierst nicht, Du sprichst der individuellen Bewertung einer Situation praktisch keine Bedeutung zu und stellst die Regel als unumstößliches Gesetz dar. Wer mit dem PKW den Sicherheitsabstand unterschreitet, gefährdet den Radfahrer. Immer. Je näher, desto gefährlicher. Ein S-Pedelec auf dem Radweg kann andere Menschen gefährden, muss es aber nicht und bei angepassten Verhalten tut es das nicht. Trotzdem sind das beides Regelverstöße und die kippst Du in einen Topf. Regel ist Regel. Ausnahmen machen wir nicht.
An vielen Stellen empfinde ich das Fahren auf der Straße als deutlich gefährlicher und stressiger für alle betroffenen Verkehrsteilnehmer: PKW, S-Ped oder Radfahrer. Diesen Stress kann ich aus der Nummer rausnehmen, in dem ich gegen die Regel verstoße und auf dem Radweg fahre.
Nicht weit von mir entfernt führt der Radweg an einem Werkstor vorbei. Das ist am Wochenende geschlossen. Trotzdem läuft dort die Ampel weiter. Die ignoriere ich gnadenlos - es gibt aber viele, die dort stehen bleiben und warten. Regelkonform, aber man darf dann wirklich nicht viel vom eigenen Urteilsvermögen halten. Ich würde aber langsamer fahren und auf Dich warten ;)
 
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Wie ich irgendwo hier in diesem forum schon 'mal auf basis eigener erfahrungen berichtete : man wird als HS-fahrer von den meisten autofahrern trotz kennzeichen nicht als solcher erkannt und dementsprechend provokant eng überholt, um einem zu signalisieren, daß man (nach auffassung des autofahrers) auf den radweg gehört. Solche überholmanöver sind schon bei stadt-tempo gefährlich, erst recht bei bundesstraßentempo.
Oh ja das passiert so oft in der Stadt, auch bei Radwegen ohne blaues Radschild, deren Benutzung nicht zwingend ist. Das wissen offensichtlich die allerwenigsten Autofahrer und reagieren entsprechend. Ähnlich nervig bei Einbahnstrassen, die für Radfahrer frei sind, und bei denen manche Autofahrer meinen, einem die ‚richtige‘ Fahrtrichtung zeigen zu müssen. ‍
 
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