Eigenbau: 3-Rad Anhänger mit E-Antrieb, die Gundula (ein low budget Projekt)

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Hallo,

also nun schreibe ich doch einige Zeilen, und stelle euch meine "Gundula" vor.

Ich habe vor 3 Jahren angefangen einen 3-Rad Anhänger mit Elektro-Antrieb zu bauen. Eigentlich wollte ich gar nicht selbst bauen, sondern fertig kaufen. Wenn mann aber Teile vom Müll gratis bekommt...
Die Idee einen größeren Fahrradanhänger zu nutzen hatte ich schon länger. Das Auto hattte mir der Tüv abgeschaft, Carsharing gibt es nicht, und irgendwie sollten halt gelegentlich Dinge auf dem Land von A nach B, leider ist Thüringen etwas bergig, und mit einem E-Antrieb tut man sich dann doch etwas leichter.
Zufällig fand ich ein altes BMX-Rad auf einem Sperrmüllhaufen... und dann habe ich lange überlegt und geplant, und dann bekam ich aus klein Anz. einen Nabenmotor, gratis, samt Controller und 3 alten Akkus. Ich hatte keine Ahnung von Pedelec-Technik, aber war motiviert irgenwas auszuprobieren.
Leider haben mich sehr viele Schlossereien abgewiesen als ich zwecks Scheißaufträgen dort anklopfte, und am ende hab ich dann meinen Uralt-Schweißtrafo mit den Elektoden rausgeholt. Leider nicht optimal, und deshalb hat die Gundula auch eine Reihe Krankheiten. Ich bastle immer wieder mal weiter probiere aus und verändere. So richtig fertig wird sie deshalb nicht. Ich habe bisher schon viel dabei gelernt. ;)

so und jetzt erst mal Bilder
Grüße Bastelschrauber
 

Anhänge

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Ein paar technische Daten:
Der Anhänger hat eine Ladefläche von 165x65 cm ( vier mal Eurobox)
Länge ohne Deichsel 230cm, Breite mit Achsmuttern gemessen 92cm
Bodenfreiheit ca. 15cm, Achsabstand 170cm
Auflaufbremse, Seilzüge mit V-Brake
die Zuladung ist bisher nur bis 100Kg getestet, weil der Motor das sonst nicht schafft
Mit Überhang kann man bis 400cm Laden.
 

Anhänge

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Hui, sehr massiv gebaut. Der vordere Querträger muss aber sehr viel Verwindung aufnehmen...

Warum hast du da so viel dickes und schweres Eisen verbaut? Einfach weil es da war?

Und wie gut funktioniert dein E Antrieb?
 
Klasse E-Anhänger, der kann ja offensichtlich was! Wie hast Du denn das Zuregeln des E-Antriebs gemacht, der sollte das Zugfahrrad ja nicht zu viel schieben.
Das Eigengewicht wäre noch interessant. Gerade in hügeliger Gegend wäre Abspecken ja gleich eine Aufwertung bezüglich der Nutzlast.
 
so viel dickes und schweres Eisen verbaut
ja viel zu viel - zum einen weil es rumlag, ein altes Metall-Bettgestell mit Winkeleisen ist der Rahmen, zum anderen mit Elektrode schweisen kann man nicht unter 2mm, bei dem BMX Rohr hab ich gealtig gefummelt das es nicht durchbrennt.
Ich habe einfach keine Schlosserei gefunden die es mir aus 4 Kant Rohr schweißt.
Die Verwindung ist da aber nicht viel, das ist unten extra mit der Strebe versteift (9.Bild/Bild3erste...)
Und wie gut funktioniert dein E Antrieb?
der krankt beim Berg fahren total am Controller, das erkläre ich aber nochmal extra hier
Zuregeln des E-Antriebs
ich fahre im Test nur mit Daumengas (das ist illegal ich weis), aber spart Akku und läst sich feiner dosieren, und ich kann rechtzeitig vor dem Berg Schub geben. Es soll aber in Zukunft StVo konform mit einem PAS kombiniert werden...
Das Problem ist halt dass man dauerhaft auch ohne Anhänger eine Menge Kabelage und Technik am Fahrrad mit herumfährt.
Das mit dem schieben begrentzt die Auflaufbremse sehr schnell.
ich hab ihn nicht gewogen, vermutlich 50+x Kg,
die Nutzlast begrenzt leider der Motor bei mir, da wird es dann halt auch schnell Illegal mit den Watt.
150kg Zuladung hält er gut aus. Nur geht das dann mit 10-12% Steigung hier nicht mehr hoch.
 
Ich denke, ein Anhängerantrieb
krankt beim Berg fahren total am
fehlenden Schaltgetriebe - unter Last wird der ganze Zug halt langsamer, und du bekommst mit abnehmender Drehzahl das nötige Drehmoment nicht mehr auf die Straße - irgend ein Automatikgetriebe muss also für den e-Anhänger her.
 
irgend ein Automatikgetriebe muss
eine Interessante Idee, ein elektrisch betätigets Getriebe mit verbauen, nur gibt es dann vermutlich Hinterradantrieb, und es braucht ein Differential und eine Kardanwelle.
Ich würde aber erst mal beim Nabenmotor bleiben, da geht noch viel zu optimieren. Und die sind billig gebraucht zu bekommen.
 
Nochmal etwas allgemeiner

Warum ein Eigenbau?
ist das eine Carla Kopie?
Warum E-Antrieb?

Ein Eigenbau
ist es geworden weil ich schon etwas länger einige Anhängerteile herummliegen hatte die ich irgendwie zusammenbauen wollte.
Leider ist es an der Schweißtechnik mehrfach gescheitert. Und ich habe das Projekt über Jahre immer wieder aufgeschoben. Irgenwann war dann aber der Druck einen großen Anhänger haben zu müssen groß, und ich wollte einen kaufen. Nur der Preis gefiel mir überhaupt nicht. Dann bin ich los eine Schlosserei zu suchen die mir einen Anhänger aus 4 Kant Rohr baut, das hat nicht geklappt, weil sie keine solchen Aufträge annehmen wollten. Und dann habe ich eben selber losgelegt mit dem was gerade so verfügbar war. Einige wenige Teile habe ich noch zugekauft, eine Schachtel Schweißelektroden zB. also insgesammt habe ich nicht mehr als 250€ ausgegeben. Extra ein Schutzgasschweißgerät zu kaufen hatte ich keine Lust, vorallem hätte ich die Gasflasche 25 km vom nächsten Gashändler auf dem Fahrrad holen müssen.

Carla Kopie nein
es ist ein 3-Rad Anhänger der diverse Elemente hat die auch bei Carla Cargo zu finden sind. Die Carla ist ursprünglich ein Crowdfunding Projekt gewesen (2015/16?) in dass viele Leute Ideen und auch Geld eingebracht haben. Unteranderem auch ich über das Jenaer Repariercafe. Eine der allerersten E-Carlas fäht deshalb auch seit etwa Anfang 2017 in Jena.
Das 3-Rad Prinzip geht eigentlich zurück auf die (Elektro)handkarren die früher in der Industie im Einsatz waren.

E-Antrieb am Anhänger
ich bin viele Jahre mit einem einfachen Fahrradanhänger gefahren und habe sehr viel damit transportiert, nur mußte man an Steigungen weit runterschalten und wurde langsam, vorallem im bergigen Jena war das anstrengend. Im Umland von Jena sind die Hügel und Berge auch nicht ohne, manche Fahrradwege haben hier Abschnitte mit 10-14% Steigung. Ein Anhänger der also selber mitfährt ist da eine große Erleichterung.
Im Alltag bin ich gerne mit einem leichten wendigen Bio Fahrrad unterwegs, aber wenn mann Lasten transportieren will ist dann der Hänger mit E-Antrieb praktisch. Und ich habe hier auf dem Land eben auch größere Strecken, in den Baumarkt und zurück sind 30Km.

Zum E-Antrieb schreibe ich noch mal ausführlicher.
 
Nur der Preis gefiel mir überhaupt nicht.
Die Preise von gewerblich gebauten Fahrradanhänger kann ich überhaut nicht verstehen.
Mir währe es das auch nicht Wert.
also insgesammt habe ich nicht mehr als 250€ ausgegeben.
Man kann auch leichter und ansehnlicher für das Geld bauen wenn man sich Gedanken macht.
Extra ein Schutzgasschweißgerät zu kaufen hatte ich keine Lust, vorallem hätte ich die Gasflasche 25 km vom nächsten Gashändler auf dem Fahrrad holen müssen.
Fülldraht Schweißgeräte gibt es schon für unter 100€.
Das schweißen damit ist schnell erlernt.
Ein Anhänger der also selber mitfährt ist da eine große Erleichterung.
Ich hab als ich meinen gebaut habe anfänglich gedacht ein 140kg Anhänger braucht einen Motor.
Hab da schon einiges recherchiert und überlegt gehabt wie ich das bauen wollte.
Idee meinerseits war ein Nabenmotor der indirekt eine Kettenschaltung antreibt.
Also ein Fahrradhinterbau zur Gabel umfunktionieren und den Motor statt des Kettenblatt verbauen.
Dann könnte man vor Fahrantritt den Gang entsprechend der Anforderung wechseln.

Nur als der Anhänger ohne Motor fertig war hab ich das schnell verworfen.
Hat das Pedelec zum ziehen genug Leistung brauchts mMn keinen Motor.
Bin mit 140kg selbst die Serpentinen der Halde Hoheward hoch gesprintet.
Besser am Leergewicht und fahrverhalten optimieren als an einen Motor zu denken,
vorausgesetzt ein potentes Pedelec zieht den Anhänger.

@Bastel-Schrauber womit ziehst du deinen Anhänger den?
 
womit ziehst du deinen Anhänger den?
mit einen Bio Bike, ein altes 28er Bulls, ist mit auf den Fotos drauf.
Für 20 Anhängerfahrten im Jahr stelle ich mir kein 5000€ Pedelec in die Garage, ich habe viele bei Händlern Probe gefahren und nix für mich alltagstaugliches gefunden. Ich bleibe erst mal bei Bio Bike. Da kann ich die 5000€ auch in eine Carla investieren.
Ja deren Preise sind leider unverschämt, die E-Carla hat als einzelanfertigungs Prototyp damals 4.500 gekostet, als ich privat angefragt habe wollten sie für eine Serien E-Carla 7000€ von mir.

Fülldrahtschweißen ist für mich Heimwerkerkram, ich glaube nicht dass du deine Rahmen damit geschweißt hast.
Ich habe Autogen und Elektrode gelernt, und Wig würde ich auch hinkriegen, ich wollte das aber gerne in einer Schlosserei machen lassen, nur die lehnen wegen der Haftung solche Aufträge ab.
 
Ich finde es sehr charmant, wenn der Anhänger weitgehend selbsttätig hinterherläuft wie das kleine Kind an der Hand auf dem Weg zum Eisladen. Dann kann man als Drahtesel fahren was einem gefällt und für den Lastentransport wird die unabhängige Einheit angekoppelt, der gibt man nur die Richtung und das Temposignal vor. Für die meisten Fahrradfahrten ist ein E-Bike, dass gleich den Transport von Schweranhängern mit abdeckt überdimensioniert, wie der Geländewagen als Stadtpanzer. Der Anhänger ist dann natürlich deutlich komplizierter und bei nur 20 Fahrten im Jahr vielleicht gerade wieder lade- reparatur oder justagebedürftig, wie das eben mit selten benutzen und komplizierten Fahrzeugen so ist.

Zu den Preisen käuflicher Anhänger: Das ist vermutlich kein Geschäftsfeld auf dem man problemarm sein Geld verdienen kann. Man muss neben den sichtbaren Tätigkeiten auch Buchhaltung, Steuern, Zertifiziertung, Normung, Gesetzgebung und Schutz des geistigen Eigentums abdecken, es steht aber kein großartiger Umsatz dahinter, dafür ist man noch gezwungen technisch am Ball zu bleiben.
Für den normalen Privatinteressenten kommen dann viel zu wenige Fahrten auf den erheblichen Preis. Man würde sich aber privat auch keinen Diesel-Transporter kaufen für ein paar Fahrten im Jahr. Andere finden den Preis völlig akzeptabel weil sie täglich Geld damit verdienen.
Vor dem Hintergrund würde ich Begriffe wie "unverschämt" nicht auf die Fahrradanhängerhersteller verwenden.
 
Da kann ich die 5000€ auch in eine Carla investieren.
Ob es wirklich 5000€ sein müssen?
Meine haben eher ~2000€ gekostet, mal die KA beobachten und auf neue Bikes von gewerblichen Händlern in der Umgebung schauen.
Auch kann man das Pedelec dann immer nutzen, den Anhänger braucht man da seltener.
Es ist natürlich erstmal viel Geld das da den Besitzer wechselt.
Fülldrahtschweißen ist für mich Heimwerkerkram, ich glaube nicht dass du deine Rahmen damit geschweißt hast.
Doch ich hab mir für Zuhause solch ein Gerät zugelegt, hab nicht immer Lust in die Firma zu fahren.
Für 1,25mm Vierkantrohr ist das genauso haltbar wie Mag oder Wig.
Man sollte wissen wie man damit umgeht und dann ist immer das Rohr der Schwachpunkt.

Selbst dickeres Material verschweiße ich damit.
Wird dann aber schnell zum Geduldsspiel, der Überhitzungsschutz schaltet dann schnell aus.
 
Zuletzt bearbeitet:
Für den normalen Privatinteressenten kommen dann viel zu wenige Fahrten auf den erheblichen Preis. Man würde sich aber privat auch keinen Diesel-Transporter kaufen für ein paar Fahrten im Jahr. Andere finden den Preis völlig akzeptabel weil sie täglich Geld damit verdienen.
Vor dem Hintergrund würde ich Begriffe wie "unverschämt" nicht auf die Fahrradanhängerhersteller verwenden.
Sehe es ähnlich, der Carla ist wohl eher für das Gewerbe gedacht.
Da spielen Kosten nicht unbedingt so eine große Rolle.
Ein teurer Kauf senkt halt den Gewinn der zu versteuern ist.

Auch sollte man bei dem Carla Anhänger nicht übersehen in welchen Stückzahlen die verkauft werden.
Der Kostenapparat dahinter ist nicht zu unterschätzen.

Für mich ist es eher unverständlich das man sowas als Privatmann neu kauft.
 
Die Ur Carla ist als Open-Surce Projekt gestarte mit dem Ziel kostengünstig möglichst viele Lastenanhänger auf die Straße zu bringen.
Das daraus dann die kommerzielle Firma Carla Cargo entstanden ist mit hohen Fixkosten, dass können andere besser erklären als ich...

Ich finde es sehr charmant, wenn der Anhänger weitgehend selbsttätig hinterherläuft
ja da möchte ich auch gerne hin, und da fehlt es noch an der passenden Elektronik, ich bin aber zuversichtlich das da etwas entsteht.
Ich werde da hier noch ausfühlicher berichten.
 
Da wird jeder selbst seine Entscheidung treffen müssen was für ihn besser ist.
Ob Pedelec oder Motor im Anhänger.

Meine Gedanken damals zum Antrieb:
Gabel ähnlich wie @Nemberch es gebaut hat.
Screenshot 2025-08-03 134142.png

Ein Bafang MM statt des Tretlager und das PAS nach Vorne zum Bike legen.
In den Auflaufmechanismus einen Bremsschalter einbauen damit der Anhänger nicht schieben kann.

Wird der Anhänger schneller als das Bike setzt der Antrieb aus,
das gleiche wenn nicht pedaliert wird.
Wird es zu steil anhalten und ein anderen Gang wählen, soll es wieder schneller gehen Gang wieder ändern.
Nicht optimal, aber legal, bezahlbar und funktionell.
 
Und kein Schnapper, glaube mal das bezahlbar steht in dem Thema weit vorne.
Es wird nicht wirklich oft nötig sein Gänge zu wechseln, trotzdem schön wenn es bei Bedarf geht.
 
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