Eierlegende Wollmilchsau

Tag zusammen,

den Zuwendungsbescheid hab ich schon, jetzt muss ich mich nur noch für ein Rad entscheiden. Gebrauchen will ich es für
- tägliches Zeitungen Austragen (35 km, etliche Höhenmeter rauf und runter)
- Lieferdienst
- Kindertransport.
Eine Hürde: In meiner sauerländischen Kleinstadt gibt es zwar einen ambitionierten Fahrradhändler, der hat aber noch kein Lastenfahrrad verkauft und entsprechend keinen Liefervertrag mit einem Hersteller. Auf bevorzugten Kundendienst wäre ich aber angewiesen, weil ich das Auto abschaffe, sobald das Rad da ist.

Gruss Heinrich
 
Sauerland heißt - Wenn ich das Refendariat meiner Frau in Schalksmühle richtig erinnere - VIELE Höhenmeter rauf und runter.
Ich denke, eine Lastenrad mit Mittelmotor ist dort angesagt. Da kannst Du die Übersetzung der Schatung mitnutzen und zusätzlich die Primärübersetzung anpassen.
Du schreibst im 3-Rad Forum, ich würde aber auch ein 2-Rad zumindest testen. Für einen ausführlichen Test lohnt sich auch der Weg in eine etwas entfernte Stadt.
Gerade, wenn das Rad das auto ersetzen soll.
Beim Zeitung austragen ist das 3-Rad sicher ein Komfortgewinn (Feststellbremse, stehen lassen, Zeitung einwerfen, weiterfahren) aber ggfs. wiegen die Vorteile eines 2 Rades auf Wald- und Nebenstrecken das auf.
Wieviele Kinder sollen den über welche Strecken transportiert werden?
Und wie ist denn das Budget? Reden wir eher über Cangoo oder über Heisenberg?
 
Hallo Heinrich, über die Suchfunktion rechts oben auf der Seite findest Du schon jede Menge Beratungs-Threads zum Lastenradkauf.

Ich mache es deshalb kurz:

- anhand des Streckenprofils würde ich Dir zu einem Einspurer mit E-Antrieb raten (ich würde Kettenschaltung empfehlen, aber das mußt Du selbst ausprobieren)
- teste nach Möglichkeit Räder verschiedener Hersteller (wenn es sportlich und robust sein soll, versuch es mal mit Riese&Müller oder Bullitt)
- von R&M gibt es Räder mit verschieden langen Ladeflächen (Packster und Load), das Bullitt gibt es nur in einer Version
- solltest Du eine Blechbox oder einen anderen Aufbau für Deine Zwecke benötigen, gibt es günstige Varianten (Mörtelkiste aus dem Baumarkt), Aufbauten direkt vom Hersteller oder Lösungen von Drittanbietern (rad3 Leipzig, Rhino Berlin, Convoy etc.)
- wenn Du einen auf Deine spezifischen Bedürfnisse ausgelegten Aufbau brauchst, mußt Du diesen entweder anfertigen lassen (wird leider teuer!) oder selbst bauen
- gebrauchte Räder als Basis sind leider immer noch recht teuer, da sie recht wertstabil sind
- einen vertrauenswürdigen Händler findest Du hoffentlich in einer größeren Stadt bei Dir in der Nähe
- es gibt in den einzelnen Bundesländern verschiedene Förderprogramme, dort kannst Du um die 1.000 € Zuschuß erhalten, wenn Du ein neues Lastenrad kaufst (Bedingungen beachten)
- teste soviele verschiedene Räder wie möglich, fahr unbedingt auch längere Strecken mit Ladung und versuch Dich unbedingt an Steigungen
- das Omnium (https://omniumcargo.dk/) könnte eventuell eine leicht und flinke Alternative zu den üblichen "Tiefladern" sein, wenn Du nicht zuviel Last und nur ein Kind zu transportieren hast

Viel Glück bei der Auswahl Deines Rades! Ich würde mich freuen, zu hören, wofür Du Dich letztlich entschieden hast.

Beste Grüße

Kai
 
Zuletzt bearbeitet:
Du schreibst im 3-Rad Forum, ich würde aber auch ein 2-Rad zumindest testen.
Meine Favoriten sind z.Z. das HNF CD1 Cargo und das Douze, von jedem eins also.
Beim Zeitung austragen ist das 3-Rad sicher ein Komfortgewinn (Feststellbremse, stehen lassen, Zeitung einwerfen, weiterfahren) aber ggfs. wiegen die Vorteile eines 2 Rades auf Wald- und Nebenstrecken das auf.
Wald- und Nebenstrecken gibt es nicht, wichtiger ist ein kleiner Wendekreis.
Wieviele Kinder sollen den über welche Strecken transportiert werden?
Ich möchte das Rad gerne Eltern kostenlos für Probefahrten zur Verfügung stellen, 2 Kindersitze würden ausreichen. Aber die Lenkung darf nicht allzu gewöhnungsbedürftig sein, was beim Heisenberg der Fall sein soll. Priorität hat aber das Zeitungen Austragen.
Und wie ist denn das Budget? Reden wir eher über Cangoo oder über Heisenberg?
Es muss nicht das teuerste sein, darf aber.
 
Hallo Kai, vielen Dank erstmal,

ich würde Kettenschaltung empfehlen
wegen der vielen Stopps habe ich bisher nur Automatikgetriebe ins Auge gefasst. Was spricht für eine Kettenschaltung?

wenn Du einen auf Deine spezifischen Bedürfnisse ausgelegten Aufbau brauchst, mußt Du diesen entweder anfertigen lassen (wird leider teuer!) oder selbst bauen
zum Glück bin ich mit einem Ingenieur befreundet, der Spass an so was hat

es gibt in den einzelnen Bundesländern verschiedene Förderprogramme, dort kannst Du um die 1.000 € Zuschuß erhalten, wenn Du ein neues Lastenrad kaufst (Bedingungen beachten)
einen Förderbescheid über 1960 € habe ich bereits :)

Gruss Heinrich
-
 
Hallo Heinrich, mit der Kettenschaltung bist Du in bergigen Gegenden flexibler unterwegs und Du kannst die Leistung Deines E-Antriebs differenzierter ausnutzen (Über- und Untersetzung).
Automatikschaltung wäre nicht mein Fall, da diese eine Fehlerquelle mehr ist, die bei Ganzjahresbetrieb Ärger machen kann. Welches Gesamtbudget veranschlagst Du den für das Rad? Zusätzliche
Aufbauten können durchaus ins Kontor schlagen. Wenn Du einen kleineren Wendekreis haben möchtest, solltest Du ein Rad mit Seilzuglenkung testen. Allerdings kann dieses System im Winter einfrieren.
Aber mach Dir nicht unnötig Gedanken, das perfekte Lastenrad gibt es eh nicht. Das Pedalpower E-Harry wäre vielleicht auch noch etwas für Dich. Dreispurer sind übrigens breit und Schlaglochsuchgeräte...
 
- tägliches Zeitungen Austragen (35 km, etliche Höhenmeter rauf und runter)
- Lieferdienst
- Kindertransport.
Hallo Heinrich,

Du hast ein interessantes Nutzungsprofil. Auch, dass Du an Eltern verleihen willst zum Testen in Bezug auf Kindertransport.

Ich werfe mal noch das Yuba Mundo in die Runde. Da passen hinten ordentlich Packtaschen ran, es trägt viel Gewicht, Mittelmotor möglich, ein Seitenständer zusätzlich zum verbauten Zweibeinständer würde das rasche Abstellen beim Austragen vereinfachen.

Erstes Manko: Kindertransport wäre nur mit zusätzlichen Kleinkindersitzen Yepp möglich oder aber für größere Kinder einfach auf dem Gepäckträger sitzend mit den Beinen auf den sideloadern. Ist das ein Manko?

Zweites Manko: Es ist einfach zu günstig. Wenn Du richtig Geld rauswerfen willst, dann bist Du beim Mundo an der falschen Adresse (anders als bei Heisenberg PiPaPo).

Wir hatten mal ein Mundo gehabt und ich könnte es mir für Deine Zwecke gut vorstellen. Ein weiterer Vorteil ist, dass, anders als bei "komplizierteren" Lastenrädern (mit Stangenlenkung, Seilzuglenkung, sonstigen Spezialkonstruktionen), beim Mundo hauptsächlich schnöde MTB-Technik verbaut ist, die auch Dein örtlicher Lastenrad-unerfahrener Fahrradladen gut im Griff haben sollte. Füge ich nur an, weil Du diese mögliche Schwachstelle in Deinem Konzept erwähnt hattest. Irgendwie fliegt das Mundo bei vielen unterm Radar.

https://www.e-lastenrad.de/backpacker/yuba-mundo-v5

Beste Grüße!
Manuel
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich persönlich bin für die Lastenräder ein Fan der Nabenschaltung. Automatisch (wie eine Shimano DI2 oder eine Nuvinci Harmony) müssen sie nicht sein, aber wers mag, bitte - Unser Finnischer User ist von der Harmony bei Frost überzeugt, wenn ich das recht erinnere.
Bei Kettenschaltungen stört mich, daß man im Stand nicht mehr schalten kann, wenn man das z.B. vor der Ampel vergessen hat. Dafür ist die Übersetzung schnell angepasst und in Grenzen variabel.
Bei Naben muss die Spreizung passen, man kann ja nur die Primärübersetzung beeinflussen - Wenn man aber entweder immer am Berg verhungert oder sich einen Wolf strampelt um auf 20 km/h zu kommen, ist das auch blöd - Da kommt es ein bisschen auf das Streckenprofil an, ob es passen kann.
 
Hallo Manuel,

eins hab ich noch nicht erwähnt: Treuer Begleiter beim Zeitungen Austragen ist seit 10 Jahren mein Pudelmix Bommel. Der bekommt einen Logenplatz. Vorne. Das Mundo kommt daher nicht in Frage. Besonders viel Zuladung brauche ich übrigens nicht, die Zeitung, die ich austrage, ist hier nur zweite Wahl. Das kostet eben viel Strecke und Zeit. Heisenberg bietet als Service Inspektionen an, bei der zu erwartenden Fahrleistung wären das mindestens 2 pro Jahr. Nächste Woche werde ich nachfragen, wie viel das kostet, da es sich aber um eine gewerbliche Nutzung handelt, bin ich da gelassen.

Gruss Heinrich
 
Also bei 8500 Budget könnte man die eierlegende Wollmilchsau aber auch in ein eierlegendes Schaf und eine Milchsau aufteilen...

Wie viel wiegt denn Bommel?
 
Bei deinen Vorgaben, spricht nichts gegen ein: Kargon ONE Prime m. Rohloff-Option.
Relativ "leicht", super wendig, stabiler Ständer, mit Rohloff Nabe - Bandbreite ohne Ende und durch den Contimotor auch ohne Strom leichtgängig zu fahren.
 
Chike Kids plus Bullitt oder Omnium cargo?

Damit hättest du ein schnelles und agiles Rad für die Zeitungsrunde mit Hund und einen Kindertransport-Spezialisten. Könnte glatt klappen beide mit E-Antrieb in das Budget zu kriegen.
 
Moin moin,
Hallo Heinrich
Endlich mal jemand der das Budget hat.
Alle Räder gefedert, 86 cm breit, Rohloffschaltung, Zulässiges Gesamtgewicht 350 kg bei 67 kg Eigengewicht.
Mit einem Akku, bis zu vier sind möglich.
Armadillo von www.velove.se.
Deutsche Förderung (150 kg Zuladung) sind möglich.
Man muss zwar ständig erklären ob das noch ein Fahrrad ist aber ich bin total begeistert.
Viel Erfolg!
Sechsrädrige Grüße
Christoph
 
Hallo Christoph,

Endlich mal jemand der das Budget hat.
Für mich ist es sehr unangenehm, mit der Befürchtung schlafen zu gehen, mich bei der Arbeit nicht auf mein Gefährt verlassen zu können. Und ohne Fahrzeug bin ich bei 35 km aufgeschmissen. Mir geht es weder um Luxus noch will ich protzen. Ruhig schlafen möchte ich, auch wenn ich das Rad ziemlich beanspruche.

Das Armadillo ist für meine Ansprüche allerdings weit überdimensioniert.

Gruss Heinrich
 
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