Vor dem kompletten zerlegen stand erst einmal Brainstorming an, denn ich....
[...würde erstmal drüber nachdenken was wird es am Ende und was mache ich dann damit?
Fest stand das es ein
"mal eben zu X" Rad für kurze Strecken bis maximal 10 km wird. Daraus ergibt sich für mich die Anforderung nach einfacher und robuster Technik, denn es gibt nichts ärgerlicheres als mal schnell irgendwo hin zu wollen und ausgebremst zu werden weil irgendwas nicht funktioniert.
Auch ein Elektroantrieb soll wieder rein, das ist bei der örtlichen Topographie unabdingbar da ich ein fauler Mensch bin und meine Fahrräder nicht als Sportgerät verstehe, sondern als Verkehrsmittel die mich Schweiß- und Stressfrei von einem Punkt zum anderen bringen sollen.
Mein erster spontaner Gedanke sah einen Mittelmotor vor, da dann die Naben frei blieben um Trommelbremsen an beiden Laufrädern zu installieren. Diese Idee hat sich aufgrund des verstärkten Tretlagerbereichs schnell zerschlagen.
Um einen Motor dort unter zu bekommen müsste ich einen Teil der Bleche ausschneiden und damit den Rahmen schwächen.
Ein Hinterradmotor kommt nicht in Frage, der Rahmen ist für eine Kettenschaltung nicht ausgelegt und ein Umwerfer würde sich auch mit dem Hinterbauständer beißen und der bleibt definitiv dran.
Also wie ursprünglich ein Frontantrieb rein. Eigentlich kein schlechter Gedanke, ich habe schließlich zahlreiche Heinzmann-Motoren und passende Elektronik von meinen alten Posträdern auf Halde liegen.
Und tatsächlich passt der überbreite Motor mit seinen 130mm ohne Probleme. Die ausfallenden der Gabel sind zwar auf die 12mm Achsen der üblichen China-Antriebe ausgelegt statt der 10mm des Heinzmann, aber da letzterer über eine integrierte Drehmomentstütze verfügt um seine stattlichen 60 Nm auf die Straße zu bringen, sehe ich da keine Probleme.
Nachteiliger ist dafür das gewaltige Gewicht von knapp 4kg, das der dicke Klopps auf die Waage bringt. Zudem ist aufgrund der auf hohes Drehmoment ausgelegten Übersetzung bereits bei 20 km/h schluss mit der Unterstützung und das Stahlgetriebe macht gewaltig Krach.
Bei meinem beruflich genutzten Postrad ist das akzeptabel, aber will ich ein privates Rad für schnelle Besorgungen mit so etwas fahren? Wenn ich ehrlich bin eher nicht so.
Und so trudelte als Ergebnis einer längeren Internet-Recherche vergangene Woche ein großes Paket in der Werkstatt ein.
Darin verbarg sich ein kompletter Nachrüstsatz von Yose Power.
Ursprünglich liebäugelte ich erst mit einem Set von EBike-Solutions da deren Controller sehr feinfühlig programmiert sein soll. Aber bei Preisen ab 500 Euro aufwärts für einen Umbausatz bin ich raus.
Das hier wird zwar kein Low-Budget Projekt, aber ich will am Ende auch keine vierstellige Summe in den alten Bock stecken.