Also mal die Perspektive der Großstadt. Ich war gestern auf dem Weg zur Arbeit und auf dem Weg nach Hause herausgefordert.
Den Hinweg hatte ich schon erzählt. Ich arbeite bei einer Deutschschule und dort finden Freitags die Zertifizierungsprüfungen statt. 29 Personen waren angemeldet, an einer telc B1 Deutsch Prüfung teilzunehmen. Erschienen waren 16, 13 fehlten, das war wenig im Vergleich mit anderen Tagen, an denen durchaus mal 3-4 Teilnehmer nicht erscheinen. Betroffen waren besonders Teilnehmer von außerhalb Bremens, da viele Zugverbindungen ausfielen oder teils um Stunden verspätet waren.
Im laufe des Tages stellten dann in Bremen die Verkehrsbetriebe den Verkehr mit Bussen ein und mehrere Straßenbahnlinien fuhren teils nicht, teils Teilstrecken, weil Weichen durch Schnee verstopft und blockiert waren.
Als ich mich gegen 15:30Uhr auf den Heimweg machte, sah ich am Sielwall drei Straßenbahnen stehen. Eine Linie 10, die dort eigentlich abbiegt und dahinter die Linien 2 und 3 die geradeaus weiter fahren würden. Scheinbar versuchte man eine halbe Stunde lang die Weichen wieder gangbar zu machen, jedenfalls war das die angezeigte Verspätung. Schließlich fuhr die Linie 10 geradeaus weiter und umfuhr damit mehrere Haltestellen.
Ich stieg dort ein, obwohl mir die Linie 2 oder drei besser passten, denn ich wollte in die Obernstraße um zu meinem Rad zu gelangen. Die 10 endete dann eine Station vorher und ich musste über den Marktplatz. Nun, ich humpele und benötige an Treppen ein Geländer zum festhalten. Somit musste ich den Marktplatz umrunden und konnte ihn nicht queren, denn da war kein Weg frei geschaufelt. War schwierig, ging aber.
Das Rad erreichte ich, der Radweg war teilweise etwas geräumt (es schneite noch immer, aber nur leicht), teilweise der Gehweg. Irgendwo gings immer. Die große Kreuzung am Brill war dann unmöglich mit dem Rad zu queren, weil sich mehrere Schneehaufen der Räumfahrzeuge an den Straßenrändern und mitten auf der Straße türmten. Zwei Straßen weiter hatte ich Glück. Ich überlegte vorher, auf welcher Straßenseite ich besser durchkomme und entschied mich für die Linke, da musste ich kurz an den Rand ausweichen, denn ein Räumfahrzeug verringerte auf dem Radweg den Schnee. Dort war dann nicht frei, aber eine flache Spur.
Auf den letzten Metern vor der Konzernzentrale von Mondelez war dann plötzlich der Radweg nicht mehr geräumt und endete in einem Schneeberg. Ich umging diesen auf der geräumten Straße, Dann kämpfte ich mich nochmal etwa 200m über den verschneiten Radweg bis ich aus Trotz den Rest des Heimwegs von nur noch hundert Metern über die geräumte Straße radelte.
Zum Abend hin fuhren viele Buslinien wieder, die Straßenbahnen am Freitag kaum noch. Die Fernbahnen fahren erst seit Samstag wieder und der Bahn-Nahverkehr hatte mit teils unendlichen Verspätungen zu kämpfen. Teilweise war es für Fahrgäste schwierig, die Bahnhöfe zu erreichen.
Heute sind die Hauptstraßen frei geräumt, die Radwege ebenfalls. Wo nicht geräumt wurde, liegt durch Schneeverwehungen zwischen 5 und 30cm Schnee, geschneit hatte es 15cm feinkörnigen Pulverschnee.