Das Problem, dass S-Pedelecs 45 km/h dürfen und Probleme, die damit zusammenhängen

Ähnliche Diskussionen gibt es immer wieder, wenn Menschen bei grundsätzlich baugleichen Dingen aufgrund zulassungs- oder fahrerlaubnisrechtlich unterschiedlicher Einordnung zwar zu gerne Vorteile nutzen, aber nicht bereit sind bzw. im gleichen Atemzug nach Schlupflöchern suchen, um die einhergehenden Nachteile eben nicht in Kauf nehmen zu müssen.

Ob das nun um H-Kennzeichen, LKW-Zulassungen von Kombis, 25 vs 45 km/h Roller, Simson zulassungsfrei vs. Kleinkraftrad, oder eben S-Pedelecs geht. Manche Menschen werden sich immer Argumente zurechtbasteln, dass ihnen alle Vorteile zustehen. Schnell fahren und Fahrradweg.

Ich persönlich habe bisher noch nie jemanden gesehen, der mit Kennzeichen 25 auf dem Radweg gefahren ist, aber schon diverse, die mit und ohne Kennzeichen mit 35 oder 40 auf dem schmalen Radweg an allen anderen vorbeigeballert sind, was mir tierisch auf den Keks geht. Ich halte die Selbstbeherrschung von Menschen im Straßenverkehr für im Mittel durchaus so fragwürdig, dass ich auch keine S-Pedelecs auf Radwegen haben möchte. Rennradler fahren ja auch auf der Straße (und das freiwillig).
Ich sehe das Radfahren auf dem Radweg in den meisten Fällen als Nachteil an und nutze besonders innerorts mit dem normalen Rad meist lieber die Fahrbahn.

Ich fahre auf dem Radweg immer rücksichtsvoll und mit angepasster Geschwindigkeit – das sollte man schon aus Selbstschutz tun, denn dort verunglückt der Großteil der Radfahrenden. Das mache ich unabhängig von Pedelec, S-Pedelec, Biorad.

Dass du einschlägige Erfahrungen mit rasenden S-Pedelecfahrern hast, die deine Meinung prägen, ist dir freilich unbenommen – aber es bleibt das, was es ist: subjektiv und anekdotenhaft. Erstaunlich ist das ohnehin, machen S-Pedelecs je nach Quelle um die 1 Prozent, eher weniger, am Gesamtanteil aller Fahrräder in Deutschland aus. Ich habe den Verdacht, du begegnest eher getunten Pedelcs.
Aber die eigenen Erfahrungen bringen eine allgemeine Diskussion meist wenig weiter. Nun habe ich nämlich erfahren: Ich begegne so gut wie nie S-Pedelecs – weder auf der Fahrbahn noch auf Radwegen. Eines ohne Kennzeichen würde ich auf die Schnelle auch gar nicht erkennen. Es könnte sich halt ebenso gut um ein getuntes Pedelec handeln, was dann für den Fahrzeugführer mindestens 2, im Zweifelsfall 3 Straftaten bedeutet – keine Ordnungswidrigkeit mit Ermessensspielraum der Exekutive.

Bei der "Selbstbeherrschung" stimme ich dir vollkommen zu – nur hängt diese vom Fahrzeugnutzer, nicht vom Fahrzeug ab. Ein Porsche kann vielleicht 300 km/h erreichen, und doch darf er eine verkehrsberuhigte Zone passieren.

Wenn "Rennradler auf der Straße" (du meinst vermutlich "Fahrbahn", denn der Rad- und Fußweg gehört auch zur "Straße") fahren, begehen sie außer im Verband im Übrigen ebenfalls eine Ordnungswidrigkeit – also das, was du den S-Pedelcfahrern vorwirfst.

Ich schließe mich deiner Einschätzung also insgesamt nicht an, wohl wissend, dass ich die wenigen Male, die ich einen Radweg mit dem S-Pedelec nutze, eine Ordnungswidrigkeit begehe. Das tue ich guten Gewissens. Regelgerechtes Verhalten ist m. E. nicht per se (moralisch) gut oder besser. Ich halte es bspw. für moralisch verwerflich, seine Kinder mit dem SUV 800 m zur Schule zu fahren, das ist allerdings völlig regelkonform.
 
Zuletzt bearbeitet:
h sehe das Radfahren auf dem Radweg in den meisten Fällen als Nachteil an und nutze besonders innerorts mit dem normalen Rad meist lieber die Fahrbahn.
Wir bewegen uns in unterschiedlichen Erlebnisräumen, deswegen reden wir ja drüber.
aber es bleibt das, was es ist: subjektiv und anekdotenhaft.
Selbstverständlich, das ist die Natur persönlicher Erfahrungen.

Erstaunlich ist das ohnehin, machen S-Pedelecs je nach Quelle um die 1 Prozent, eher weniger, am Gesamtanteil aller Fahrräder in Deutschland aus. Ich habe den Verdacht, du begegnest eher getunten Pedelcs.
Ich begegne auf meiner Pendelstrecke durch Mitte weit über 100 Rädern je Weg. Statistisch müsste ich also täglich zwei sehen (tue ich nicht).

S-Pedelecs erkennt man ja ganz gut am Kennzeichen, die ohne am leeren Kennzeichenhalter :giggle: getunte Pedelecs begegnen mir auch, meist in Kombination mit bunten ISO-Würfeln, aber das ist ja nicht Thema dieses Fadens.

Aber die eigenen Erfahrungen bringen eine allgemeine Diskussion meist wenig weiter.
Sie fügen der Diskussion einen wichtigen Datenpunkt hinzu. Der allgemeine Tenor hier ist, dass die Nutzenden von S-Pedelecs zwar fast alle auch Radwege benutzen, aber angemessen und bewusst. Indem ich anhand anekdotischer Evidenz Gegenbeispiele aufzeigen kann, wird eine weitere Seite der Debatte beleuchtet - nämlich die des unmotorisiert auf dem Radweg radelnden, dessen Begegnungen mit S-Pedelecs halt zwangsweise immer jene sind, die nicht angemessen und bewusst fahren, wie oben schon rausgearbeitet wurde.

Wenn Radwege für S-Pedelecs freigegeben würden, würde die Fahrzeugklasse schlagartig sehr viel interessanter und meine negativen Begegnungen würden zunehmen. Ob es jetzt einen Radwegknopf gibt oder nicht. Und da sind wir uns ja
Bei der "Selbstbeherrschung" stimme ich dir vollkommen zu – nur hängt diese vom Fahrzeugnutzer,
einig.
 
In der Tat scheint dann der eine S-Pedelcfahrer auf 100 andere Radfahrer erheblich störend zu wirken auf deinem Weg. Das war polemisch, entschuldige, ich verstehe schon deinen Gedanken. Allerdings möchte ich auch anmerken, dass die Benutzung in einigen Ländern erlaubt ist und in einigen sogar mit Stinkern auf dem Radweg gefahren werden darf. Letzteres lehne ich strikt ab.

Du unterschlägst aber aus meiner Sicht Folgendes: Du hattest einleitend moniert, dass sich jeder je nach Fahrzeug seine Schlupflöcher suche und das offenbar im Allgemeinen missbilligt. Da bin ich grundsätzlich eigentlich bei dir. Davon ausgehend hast du als Beispiele deine unschönen Erfahrungen mit Rasern auf S-Pedelcs auf dem Radweg geschildert. Wenn ich dich richtig verstanden habe, hältst du es also für nicht wünschenswert, Regeln zu umgehen, nennst dann aber "Rennradler", die auf der Fahrbahn fahren, als positives Beispiel für angemessenes Verhalten.
Wie aber wertest du dann deren Ordnungswidrigkeit im Verhältnis zu der von auf dem Radweg fahrenden S-Pedelec-Fahrern? Denn anfangs hattest du doch kritisiert, man solle Regeln nicht zu seinem Vorteil ignorieren. Dann müssten also Rennradfahrer im Gegensatz zu S-Pedelec-Fahrern aus altruistischen Motiven handeln, wenn sie auf der Fahrbahn fahren.
Kurz: Ich bezweifle beides.

Und da sind wir wieder bei den persönlichen Erfahrungen. Meine These: Über die Rennradfahrer ärgerst du dich nicht, darum tolerierst du deren Regelbruch. Über die S-Pedelecfahrer ärgerst du dich, darum verlangst du dort die Einhaltung der Regel.
Aber vielleicht wusstest du gar nicht, dass auch Rennradfahrer in der Regel der Radwegbenutzungspflicht unterliegen, wenn die Verkehrzeichen 237, 240 oder 241 aufgestellt sind?

P. S.: Nun habe ich doch wieder den Fehler gemacht, in die DIskussion einzusteigen. Darum verspreche ich nicht, aber versuche, hier wieder auszusteigen, denn, " der Worte sind genug gewechselt".
Lass uns lileber einen Faden zur Helmpflicht aufmachen. :ROFLMAO:
 
Die Zeile mit den Rennradfahrern habe ich nachträglich zueditiert und mir damit ganz schön die Argumentationslinie verhauen :X3:

Allen von mir genannten Beispielen ist ja zu eigen, dass sie kein besonders großes Fremdschadenspotenzial haben, von daher verschwende ich da jetzt keine schlaflosen Nächte dran.

Und du hast recht, am Ende ist es mir wichtiger, dass ich nicht umgefahren werde, ob nun vom S-Pedelec, Rennrad, oder getuntem Pedelec, und weniger, dass die Leute sich an Regeln halten.
 
Ich sehe das auch eher pragmatisch.
Klar, die Regeln gelten für alle, aber leider halten sich nicht alle dran.
Innerorts ist es kein großes Problem mit dem S sich den Raum/ Fahrbahn mit PKW/ LKW und sonstige Kraftfahrzeuge zu teilen, da ja selten die Geschwindigkeitsunterschiede so groß sind.
Aber Außerorts ist es halt schon gefährlich bis tödlich für den S- Fahrer (auch Radfahrer) weil die Regeln halt bei einem scheinbar "Radfahrer" nicht gelten (Ironie ).
Dazu der erhebliche Geschwindigkeitsunterschied und schon sucht man sich als S- Fahrer den sicheren Weg, wegen dem Selbsterhaltungstrieb.

Ich gehe deshalb "nur" halb- ordnungswidrig vor: innerorts nutze ich die Fahrbahn, Außerorts (zumindest auf meiner Pendelstrecke) gibt es wenig Benutzungspflichtigige Radwege, aber einige Landwirtschaftliche Wege. Und diese nutze ich sogar ohne schlechtes Gewissen .
Wenn man tlw. sieht wie hiesige Landwirte mit ihren Fahrzeugen auf diesen Wegen langdonnern bin ich ein Engel mit mein S.

Obendrein wurde ich schon mal von der Polizei angehalten und wurde hierbei auf den Benutzungspflichtigigen Radweg verwiesen, auf meinen Hinweis das ich ein KFZ fahre (ja, Kennzeichen ist immer montiert) war erst ein erstaunen sichtbar mit dem Hinweis, ich sollte aus Eigenschutz lieber den Radweg nutzen.
Habe gefragt ob ich dies schriftlich bekomme, dies wurde lächelnd abgelehnt.

Also selbst die Kontrollorgane raten (zumindest im eher ländlichen Raum) zur Missachtung von Regeln aus Sicherheitsgründen.

Aber dies ist auch nur meine Sicht und Erfahrung.

Gruß Kay
 
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