Co 2 Bilanz beim Lastenrad

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Das ist das Sahnehäubchen, wenn (alles) andere schon ausgereizt ist ;-) -- sonst nur ein Feigenblatt.
Große Effekte kann man mit weniger Einsatz woanders erzielen. Aber es schadet auch niemandem, sich ein effizientes Rad zu suchen.
 
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Danke für die viele Mühe! Mithilfe eurer Recherche kann ich endlich meinen persönlichen Footprint berechnen.

In meinem Fall wird es ein Bullitt.
Der Transport von Taiwan nach Deutschland sind pro Rahmen also 40kg CO2.
Der aktuelle 504 Wh Shimano Akku schlägt im schlechtesten Falle mit 38kg CO2 zu Buche, keine Ahnung welche Chemie die verwenden, das konnte ich nicht rausfinden, Shimano selbst gibt nur "Lithium Ionen" an.
Am meisten frisst dann der Alu Rahmen und der Rest, danke an @bastiaen. Das alles braucht 230kg.

Damit bin ich bei 308kg für das fertige Rad inklusive Recycling. So weit ich das sehe ist der Motor da noch nicht eingerechnet.
Pendix gibt für seine E-Bikes mit Motor 345kg CO2 all-in an, also ist die Zahl in der richtigen Größenordnung.
Ich denke, 350kg sind für das Bullit mit Motor also durchaus realistisch.

Der Akku hält laut Shimano mindestens 1000 Ladezyklen, jede Ladung bringt mich 150 Kilometer weit.
Der Motor hält zwar bestimmt noch länger und das Fahrrad könnte man ja auch ohne Motor und Akku weiterfahren (ITS), aber nehmen wir mal an, nach dem ersten Akku ist das Fahrrad Schrott. Also schaffe ich 150.000 km Lebensdauer.
Zuhause habe ich Grünstrom, also kein laufendes CO2.

Berechnet auf mich erzeuge ich somit pro Lebensdauer-Kilometer 2,3g CO2 :cool:

Wenn ich mir nach dem ersten Akku noch einen neuen zweiten kaufe sind es nur noch 1,293g pro Kilometer…

Bosch gibt für seine Räder 14g/km an. Da sind zwar 2-5g deutscher Strom pro km dabei, trotzdem ist die Zahl irgendwie viel höher als meine.
Das Umweltbundesamt rechnet mit deutschem Strommix für ein Pedelec 5,64g/km.
Also rechnet entweder Bosch komisch oder das Umweltbundesamt. Nachdem ich aber näher am Umweltbundesamt bin, halte ich die Zahl für recht realistisch.

Wenn man das jetzt mit einem aktuellen Toyota Prius mit 168g CO2eq pro km gegenrechnet, lohnt sich das Lastenrad wirklich deutlich.
Ein E-Golf kommt mit 78g CO2eq daher. Mit ungefähr 60g CO2 pro Personenkilometer in den Öffis ist das Pedelec immer noch ganz weit vorne dabei.

Fazit für mich: Es hat sich gelohnt das 180.000km alte deutsche Diesel-Auto von 2010 durch ein fabrikneues taiwanesisch-dänisches Elektro-Bullit zu ersetzen.
 

bastiaen

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Danke für die viele Mühe! Mithilfe eurer Recherche kann ich endlich meinen persönlichen Footprint berechnen.

In meinem Fall wird es ein Bullitt.
Der Transport von Taiwan nach Deutschland sind pro Rahmen also 40kg CO2.
Der aktuelle 504 Wh Shimano Akku schlägt im schlechtesten Falle mit 38kg CO2 zu Buche, keine Ahnung welche Chemie die verwenden, das konnte ich nicht rausfinden, Shimano selbst gibt nur "Lithium Ionen" an.
Am meisten frisst dann der Alu Rahmen und der Rest, danke an @bastiaen. Das alles braucht 230kg.

Damit bin ich bei 308kg für das fertige Rad inklusive Recycling. So weit ich das sehe ist der Motor da noch nicht eingerechnet.
Pendix gibt für seine E-Bikes mit Motor 345kg CO2 all-in an, also ist die Zahl in der richtigen Größenordnung.
Ich denke, 350kg sind für das Bullit mit Motor also durchaus realistisch.

Der Akku hält laut Shimano mindestens 1000 Ladezyklen, jede Ladung bringt mich 150 Kilometer weit.
Der Motor hält zwar bestimmt noch länger und das Fahrrad könnte man ja auch ohne Motor und Akku weiterfahren (ITS), aber nehmen wir mal an, nach dem ersten Akku ist das Fahrrad Schrott. Also schaffe ich 150.000 km Lebensdauer.
Zuhause habe ich Grünstrom, also kein laufendes CO2.

Berechnet auf mich erzeuge ich somit pro Lebensdauer-Kilometer 2,3g CO2 :cool:

Wenn ich mir nach dem ersten Akku noch einen neuen zweiten kaufe sind es nur noch 1,293g pro Kilometer…

Bosch gibt für seine Räder 14g/km an. Da sind zwar 2-5g deutscher Strom pro km dabei, trotzdem ist die Zahl irgendwie viel höher als meine.
Das Umweltbundesamt rechnet mit deutschem Strommix für ein Pedelec 5,64g/km.
Also rechnet entweder Bosch komisch oder das Umweltbundesamt. Nachdem ich aber näher am Umweltbundesamt bin, halte ich die Zahl für recht realistisch.

Wenn man das jetzt mit einem aktuellen Toyota Prius mit 168g CO2eq pro km gegenrechnet, lohnt sich das Lastenrad wirklich deutlich.
Ein E-Golf kommt mit 78g CO2eq daher. Mit ungefähr 60g CO2 pro Personenkilometer in den Öffis ist das Pedelec immer noch ganz weit vorne dabei.

Fazit für mich: Es hat sich gelohnt das 180.000km alte deutsche Diesel-Auto von 2010 durch ein fabrikneues taiwanesisch-dänisches Elektro-Bullit zu ersetzen.
Nimm meine grobe Kalkulation über großen Daumen bitte nicht als seriöse Quelle! Aber es beruhigt mich, dass andere, seriösere Quellen anscheinend nicht vollkommen andere Zahlen errechnen.
 
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Ne, find ich gerade nicht schaffte.
Meine Frage war ja eher die Filterblase von aussen betrachtend.
Muss ein Fahrrad Geil sein ? Status anzeigen?
Ist das Lastenrad der SUV auf dem Fahrradweg?
 
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Da ist die Produktion nicht mit drin!?
Gruß Krischan
Da hab ich mich auch gewundert. Die ist dabei. Die Zahl hab ich aus der Studie:
„Vergleich der lebenslangen Treibhausgasemissionen von Elektroautos mit den Emissionen von Fahrzeugen mit Benzin- oder Dieselmotoren“ der University of Technology Eindhofen. Die berechnen da optimistisch, aber plausibel.

Jetzt ein bisschen Gesellschaftspolitik.
Wenn ich mir überlege, dass nach meiner Rechnung 60 (!) Bullittfahrer pro Kilometer vom CO2 Äquivalent ein Porsche Taycan sind, dann finde ich die Diskussion um Statussymbole obsolet.
Wir könnten uns entweder zu sechzigst einen Porsche teilen, oder jeder kauft sich ein eigenes Bullitt.
Damit wir uns umweltgerecht einen Porsche rauslassen können, wäre es ja auch möglich, dass sich immer zwei Leute ein Bullitt teilen, das kriegen wir schon hin. Dann könnten wir zu hundertzwanzigst einen Porsche und 60 Bullitts besitzen, also 180x Fahrrad und 3x im Jahr Taycan fahren pro Person!

Da muss ich zugeben: Lieber 365 Tage im Jahr Bullitt als drei Tage Porsche

Fazit: Jeder fair bepreiste praktische, umweltfreundliche Elektroporsche erspart uns 60 unpraktische, überteuerte Status-Umweltschleuderbullitts.
 

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@gruen Kannst du die Studie mal verlinken? Ich habe schon danach gesucht, bin aber nicht fündig geworden. Ebenso von der kleinen Vergleichstabelle. Dann kann ich das per Mail mal weiterverteilen. Ich finde immer nur Presseberichte zur Studie.
Danke :)
 
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Die Studie wurde von den Bundestagsgrünen in Auftrag gegeben, also ist durchaus vorbelastet.
Mit denen habe ich übrigens nichts zu tun, trotz meines Nicknames.
Die Tabelle ist im PDF dabei.


Wenn man das bayerische 1 Tonnen CO2 Ziel pro Kopf pro Jahr einhalten möchte, bräuchte man so 35 Jahre pro Porsche.
Somit ist es als Alnatura-Adel gar nicht möglich, jüngeren Alters Porsche zu fahren. Deswegen steigen die ganzen Väter mittleren Alters wahrscheinlich aufs Lastenrad um. Die haben ja nicht 35 Jahre lang CO2 frei gelebt.
Wenn man allerdings sein Leben lang Lastenrad gefahren ist, kann man sich dann mit 35,33 Jahren CO2 mäßig das Wunschauto gönnen.

Es handelt sich beim Lastenfahrradboom somit um eine vorgezogene CO2 Sparmaßnahme, damit alle umweltbewussten jungen Familien sich im Alter mit Sportwägen eindecken können, ohne das eigene Ein-Tonnen-Ziel zu sprengen. Dieses Konzept nenne ich: CO2-Rente.
Wer sein Leben lang spart, kann sich am Ende mehr leisten.

@bastiaen
Du wirst lachen, aber ich hab an unseren Carsharer schonmal deswegen geschrieben. Würde bestimmt mehrere Leute zum Umstieg bewegen.
Der will aber leider nur „praktische“ und „sparsame“ Modelle einsetzen.
 
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und je mehr man fährt, desto weniger co2 produziert man :LOL:
:sick:
So möchte ich auch mal rechnen können, aber aus mir wird wohl kein Betrüger mehr...
Ich hatte den Fehler schon mal gefunden, allein, ich bin des Suchens müde.
Jeder Meter, den das Fossilmobil steht, ist ein guter Meter.
Allea richtig gemacht, @gruen
Gruß Krischan
 
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