chike e-kids vs. e-muli „st“

Wassergebundene Wege die auch für Fahrräder gedacht sind funktionieren, gröbere Feld- oder Waldwege eher nicht.
Die kleinen Räder laufen auf unebenem Boden schon recht holprig. Für die Kinder wird das durch den Stoffsitz etwas ausgeglichen, aber für den Fahrer natürlich nicht.
Es ist ein Stadtrad, kein Mountainbike.
Das schlagende Argument fürs Muli war bei mir, daß es auf einen normalen Fahrradträger passt. Das spart mir im Urlaub den Kinderanhänger und damit viel Platz im Auto.
 
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Hat jemand Erfahrung sammeln können mit beiden Rädern?
1)Wie ist die Erfahrung beim täglichen Transport der Kinder (zwei) zur Kita?
2)Gibt es schon ein Langzeit-Fazit von einem Besitzer hier zum e-muli oder chike e-kids?
3)Gibt es irgendwelche Gedanken von euch, die mir bei der Kaufentscheidung helfen?
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Vorab: Wir haben das Chike von 2019 also noch mit 8-Gang-Alfine-Nabe. Und 3 Kinder (1,3,5). Mit dem e-Muli habe ich keine Erfahrungen.
zu 1) Was soll man sagen. Es funktioniert. Der tägliche Weg liegt mittlerweile bei ca. 9km (eine Richtung) wobei die Kinder auf 2 Kitas aufgeteilt werden. Die 2,5km zur 1. Kita fahren sie ab und an zu dritt in der Kabine des Chike. Aus Sicherheitsgründen ist mir aber die Lösung mit Hänger lieber. Für 3 Kinder ist es in der Kabine nicht wirklich gemütlich. Aber immerhin kann man auch 3 Kinder anschnallen, wenngleich das eigentlich nicht so gedacht ist.

zu 2.) Wir haben mittlerweile über 3800km mit dem Chike gemacht und es macht immer noch Spaß. die Erfahrungen mal in Stichpunktform:
  • Gegenwind ist dein Feind, da muss dann der Motor helfen. Bei Rückenwind fliegt man förmlich. Bei starkem Seitenwind braucht man ein wenig Platz in der Spur um diesen auszugleichen. Ist bei anderen Lastis sicherlich auch so.
  • Die Kombination von Neigetechnik + Federung ist immer noch geil. Normal Feld- und Waldwege sind damit Problemlos möglich. Durch die Neigetechnik machen Niveauunterschiede zwischen den Spuren keine Probleme.
  • Nach einer heftigen Regenphase brauchten die Gelenke der Spurstangen eine ordentlich Fettpackung.
  • Die Kabine hat eine angenehme Ladehöhe. Kinder ab 3-4 Jahren können alleine rein klettern.
  • Bei der Montage der Forderräder sollte man mit dem Drehmoment aufpassen, das man sie bei zu viel Drehmoment die Ringkugellager kaputt machen kann.
  • Bei sehr viel Regen, fängt das Verdeck irgendwann an zu tropfen. Imprägnierspray soll da helfen, hab aber noch keine Erfahrungen damit.
  • Mit ein wenig Übung kann man auch durch Drängelgitter fahren.
  • Mit den beiden Zusatzkisten kriegt man ordentlich Volumen rein, allerdings darf das Gepäck nicht sperrig sein und die Klappen der Kisten sind manchmal nervig. Allerdings sind die Boxen wiederum gut zu gebrauchen, wenn man das Chike mal aufbocken muss ;)
  • Die Kompaktheit ist schon echt nett, wenn es mal eng wird.
  • Die Bremsleistung ist sehr gut, selbst mit Anhänger. Ich habe mich allerdings noch nicht getraut aus voller fahrt so richtig in die Eisen zu steigen, da ich die Befürchtung habe über den Lenker abzusteigen :D
  • Momentan haben wir ein Problem mit einer der vorderen Bremsen, wodurch etwas mehr Gefühl beim Bremsen notwendig ist. Ich hatte allerdings noch keine Zeit das Problem zu untersuchen. Es scheint eine Bremsbacke zu hakeln.
  • Die Kombination von Schaltung und E-Motor hat noch Luft nach oben, was ich aber nicht für ein Problem des Chikes halte. Wenn man doch mal unter Last schaltet, was man eigentlich nicht machen soll, hört es sich ungesünder an, als bei einer Kettenschaltung. Die elektrische Schaltung an sich ist aber schön schnell. Durch die Kombination mit dem E-Motor muss man aber gefühlt länger das Drehmoment rausnehmen, als ohne Motor.
zu 3.) Für tägliche Touren in die Kita ist das Chike voll zu gebrauchen. Von der Dynamik her liegt man zwischen 3-Rad und Long-John, wobei ich das Chike näher in Richtung Long-John verorten würde. Am Ende ist es auch eine Sache des Fahrers / der Fahrerin. Man braucht einen Abstellplatz oder eine wetterfeste Hülle, da das Verdeck einem starken Dauerregen nicht standhält.
 
Auch ich habe mich zwischen E-Muli und Chike entschieden. Auch ich habe 2 Kids und verwende das Rad für Kita-Fahrten. Nach ausgiebigen Testfahrten ist es bei mir das 2020er-Chike geworden.

In aller Kürze: Mit 2 Kids wirst du mit dem Chike mehr Spaß haben. Weil mehr Platz und viel besserer Komfort für die Kinder. Ich finde das E-Muli grundsätzlich schöner, cooler. Aber mit (aus meiner Sicht notwendigem) Regenverdeck ändert sich auch das. Da sieht dann auch das Chike besser aus.
 
Haben ein Butchers MK1e und ein Muli ohne e. Ich finde die Kindersitzlösung im Muli ser gelungen - die Kinder sitzen aufgrund der Aufhängung sehr komfortabel. Auch für den Alltag ist das Muli aufgrund des Klappkorbes besser geeignet. Bei uns ist es eben das 2. Lastenrad - ich nutze aber nur das Muli - bin aber auch Vielradler. SG Florian
 
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