Cargobike long recycled!

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Ich habe ja Micks alten Cargobike long Rahmen übernommen, der am Sitzrohr knapp oberhalb des Tretlagers gebrochen war. Dort endet im Original eine Verstärkungsfinne, die unter dem ganzen Hauptrohr entlangläuft.
Eigentlich wollte ich das Projekt ja in den Sommer schieben, da ich zur Zeit noch etliche andere Projekte laufen habe.
Aber ich hatte schonmal den Teilekeller geplündert und dort eigentlich fast alles gefunden, was für einen Neuaufbau nötig war:

http://www.cargobikeforum.de/forum/showthread.php?t=81

Und da ich für mein Leben gern schlossere, auch wenn ichs nicht kann, habe ich Gründonnerstag noch schnell eine Gasflasche und zwei Gelenkköpfe besorgt. Dann gings los: Das Tretlager auf einen Holzklotz gestellt, die beste aller Ehefrauen drückte vorne runter, meiner einer hinten, damit sich der Riß wieder geschlossen hat, dann zusammengeheftet. Den Riß zugeschweißt. Als Verstärkungsmaßnahme habe ich dann die Finne verlängert bis zum Gepäckträger. Das Ergebnis sieht grauslig aus, wird aber halten.
Den Lenkhebel habe ich dann aus 1/2 Zoll Wasserrohr gebaut. Zwei mal auf Gehrung gesägt und wieder zusammengeschweißt, denn ich kann Rohre nicht vernünftig biegen. Vorne und hinten eine Schraube M10 angeschweißt und noch die Lasche an die Gabel, passt.
Um 20:45h war dann endlich Ruhe.
Am heutigen Feiertag konnte ich dann ohne Lärmbelästigung die Vorderbremse anschließen und befüllen sowie Kurbel, Innenlager und Kette zusammenbauen.
Gegen 14h war dann Roll-out. Soweit funktioniert alles, aber die Übersetzung ist noch zu lang und beim Lenkhebel habe ich einen Fehler gemacht: die Hebel (=Abstand Drehachse Gabel bzw. Lenkrohr zum jeweiligen Gelenkkopf) sind vorne und hinten gleich lang, etwa 10cm. Beim Original ist der vordere Hebel wesentlich kürzer. Durch den langen Hebel vorne muß ich hinten bei Lenkkorrekturen ziemlich rudern, und die Lenkschubstange oder wie auch immer sich das selbstgebaute Teil nennt, bewegt sich zwischen Volleinschlag rechts und Volleinschlag links um über 15cm vor und zurück, sprich: benötigt sehr viel Bauraum. Den werde ich also auf jeden Fall noch weiter nach innen setzen.
Jetzt muß ich mir, ähnlich wie Mick, noch was zum Thema Kiste einfallen lassen. Und dann irgendwann einen brauchbaren Ständer.
Die Kiste wird aber vermutlich relativ nah am original sein, sprich eine nach oben offene Holzkiste, denn das ist einfach zu bauen, solide und praktisch.
 

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AW: Cargobike long recycled!

So, meine Kiste ist fertig.

Geizig wie ich nun mal bin aus verhandenen Siebdruckbrettern 12mm gebaut, wobei ein Brett leider eine andere Optik (und auch keinen "Siebdruck") hat.
Wie ihr sehen könnt, kann ich nicht nur nicht schweißen, ich kann auch nicht schreinern. :D
Bei den Maßen habe ich mich relativ nah am Original orientiert, auch dieses nach vorne/unten zulaufende Design habe ich eingebaut, dabei ist das eigentlich ziemlich sinnlos.
Das ganze Machwerk liegt bei etwa 12kg.:eek:
Sprich, Gesamtgewicht zur Zeit etwa 38kg.
Relativ stolz bin ich auf meine Löcher zum Einhaken von Spanngurten oder Gummispannern.
Ein Problem ist, daß ich nicht so hollandradmäßig sitzen möchte und deshalb einen relativ flachen und langen Vorbei montiert habe. Obwohl ich eine extra niedrige Sitzbank gebaut habe, bekommen die Kurzen bei jedem Lenkeinschlag "einen auf die Nuß".
Meine Lösung des Problems ist, die Kinder etwas weiter nach vorne zu setzen mit einem Stück Besenstiel als Rückenlehne.
Denn Kinder werden darin eh eher die Ausnahme als die Regel sein, ich werde das Rad hauptsächlich für Einkäufe/Besorgungen/Pakete verwenden. Ist also nur ein Notzsitz.
Trotzdem, stellt nicht wirklich zufrieden. Der Sitz muß höher, und eine vernünftige Lehne muß her. Ich will in der Kiste aber keine störenden Einbauten haben.

Im Vergleich zum Dreirad zeigen sich beim Kindertransport doch einige Nachteile:

-Sie können nicht selbst reinklettern. O.k. da könnte man eine Trittstufe anbauen.
-Die Sitzbreite ist etwas schmäler
-Sie müssen still sitzen bleiben, sonst fahr ich Schlangenlinien.

Die Kinder haben schon beschlossen "Die andere Kutsche ist besser". Speziell die Sache mit dem still sitzen ist ein Problem. Natürlich könnte man sie anschnallen, allerdings halte ich gar nichts davon, sie an eine Struktur zu fesseln, die im crashfall mit ziemlicher Sicherheit kollabiert. Nene, dann lieber rausgeschleudert werden.

Den Lenkhebel an der Gabel habe ich auch geändert, so fährt es sich schon viiiel besser.
 

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Super Kiste, Christian.:D
Jetzt bin ich aber mal gespannt wie ein Flitzebogen, was für eine Abdeckung Du "häkelst".
Das kann ja nicht mehr lang dauern bei deinem Tempo.
Deine Abspannösen finde ich grundsätzlich sinnvoll aber an der Stelle besteht doch die Gefahr dass die Wände unter Zug kollabieren. Ich hätte die Ösen eher im Boden platziert.
Für den Kindereinstieg würde ich eine Öffnung in die Unterkante der Seitenwand der Kiste sägen. Als Maß für das Loch würde mir der Kindergummistiefel meiner Mittleren dienen, später überwinden sie das Hindernis ohne Hilfestufe.
Als Kindersitz für nur ein Kind tut es ja vielleicht ein alter Autokindersitz den Du im Bedarfsfall dan der Stange fixierst.
Die zusätzliche Siebdruckbank von Bakfiets ist eine durchdachte Lösung - schau sie dir doch mal auf der Homepage an.
Die könntest Du ja frei platzieren. Was die Kritik deiner Kinder angeht, so wird die vergehen, sobald das Ein- und Aussteigen mit einem Richtigen Ständer, nicht mehr so wackelig ist und ihr wie ein Pfeil durch den Frühling zischt.

Gruß
Mick
 
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Jetzt bin ich aber mal gespannt wie ein Flitzebogen, was für eine Abdeckung Du "häkelst".

Gar keine. Ersatzlos gestrichen. regelmäßiger Standplatz ist überdacht, ansonsten bin ich Schönwetterradler.

Deine Abspannösen finde ich grundsätzlich sinnvoll aber an der Stelle besteht doch die Gefahr dass die Wände unter Zug kollabieren. Ich hätte die Ösen eher im Boden platziert.

Wenn man die Ösen in den Ecken mit Sinn und Verstand nutzt, wird es schon gehen. Die in der Mitte der Flächen sind natürlich mit Vorsicht zu genießen, für den 2 to LKW-Spanngurt sind die nix, einen Gummispanner halten sie sicher aus. Wenn ich jemals eine 45cm Waschmaschine transportieren sollte, würde ich den Gurt ganz drumherum schmeißen.

Für den Kindereinstieg würde ich eine Öffnung in die Unterkante der Seitenwand der Kiste sägen. Als Maß für das Loch würde mir der Kindergummistiefel meiner Mittleren dienen, später überwinden sie das Hindernis ohne Hilfestufe.

Und wenn ich dann mal Sand transportieren will?
Schreib ich dann noch "Vorsicht, Gold" auf die Kiste?
Da war er wieder, der Otfried Preussler.

Nein, ich dachte eher an einen Blechwinkel den ich an der Vorderseite anschraube.

Heute war der erste echte heavy duty Einsatz mit meiner Großen und ihrem etwas übergewichtigen cousin, zusammen haben sich da ca. 70 kg Kind reingequetscht. Und eben relativ weit vorne. Aber da hat die Fuhre dann schon angefangen zu pendeln und zu schaukeln. Dann nur mit dem Mädel+Gepäck (Ca 30kg gesamt) war es aber ein sehr angenehmes und auch deutlich flotteres Fahren als mit dem Dreirad.
Und danach die Leerfahrt war ja schon fast wie Rennrad.

Frage: Sehe ich das richtig, daß die Kiste nur am Boden mit den vier Schrauben befestigt wird, nich nochmal am Steuerkopf bzw. am Lenkrohr?
 
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