Cargobike in bergigen Gegenden (Sauerland) möglich?!

Dieses Thema im Forum "Personentransport" wurde erstellt von bl3d2death, 15.05.2019.

  1. bl3d2death

    bl3d2death

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    Ich bin mittels Google auf dieser Seite gekommen, habe aber zu meiner Frage nicht unbedingt viele Erfahrungswerte finden können. Daher mal ein eigenes Thema dazu.

    Ich fahre gerne Fahrrad und bin auch oft mit Rennrad schnell in der Großstadt unterwegs. Da ein Kind unterwegs ist und ein Umzug in kleinere Ortschaften mittelfristig ansteht, überlege ich, wie man dort am Besten unterwegs sein könnte. Mein Plan ist es eigentlich möglichst auf ein Auto zu verzichten und Einkäufe bzw. Wege zum Kindergarten etc. mit dem Rad zu erledigen.
    Dabei kam ich auf Elektro Cargobikes. Für die eher flache Stadt ideal.

    Nun frage ich mich, ob man auch in bergigen Regionen wie dem Sauerland etwa gut die Berge hoch kommt. Man hat ja schon einiges an Last, was man da mit sich fährt. Für die Aerodynamik würde ich zu einem langen schmalen Modell tendieren (nicht die mit großem breiten Kasten).

    Wie sieht es da mit Reichweite und Kraftaufwand aus (eine Rückgewinnung bergab wirds wohl nicht geben!?)?

    Gibts von einigen Forenmitgliedern die in entsprechend bergigen Gegenden wohnen Erfahrungen zur Benutzung solcher Räder im Alltag?

    Danke schonmal ;)
     
  2. woodfabi

    woodfabi

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    Lastenrad - Land - bergig damit kann ich dienen.

    Ob das funktioniert hängt von deinem Alltag ab. Überlege dir die Wege die du regelmäßig zurück legen musst. Mit E-Support geht einiges. Aber gerade auf dem Land ist es nun mal so, dass die Distanzen größer als in der Stadt sind, wenn dann noch der Zeitdruck dazu kommt wird es gelegentlich schwierig. Auch es ist manchmal mit kleinen Kinder schwierig bei unpassender Witterung.

    Zur Auswahl des Rades: Fahr so viele als möglich zur Probe. Berücksichtige was es an Zubehör gibt.

    Also ich schaffe es weder beruflich noch privat auf das Auto zu verzichten, aber ich schaffe es Fahrten aufs Lastenrad zu verlegen.
     
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  3. bl3d2death

    bl3d2death

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    Danke für deine Antwort. Also sagen wir mal, man ist im Sommer täglich vllt 20-30 km mit dem Rad in dieser Gegend unterwegs (Wohnung-Arbeit mit Zwischenstopp). Das wäre grundsätzlich mit einem solchen Rad und entsprechender Ladung möglich, ja?
     
  4. mrcFFM

    mrcFFM

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    Also ohne jetzt in einer bergigen Gegend zu wohnen, würde ich jetzt pauschal sagen, dass 20 bis 30 km machbar sein sollten.
    Ein Bosch Cx Motor schafft Steigungen (aber ist nur eine Option von vielen) und Reichweite würde ich dabei mal auf 35 bis 45 km mit nem 500er Akku ansetzen. Außerdem kann man Akkus tauschen, zusätzlich mitführen oder sich für ein System mit Dual-Akku Option entscheiden.

    Ich würde einzig als Kriterium festlegen 2 statt 3 Räder (wegen den Steigungen)
    und dann kommt es eben darauf an, wie viel Platz du brauchst, wie leicht soll das Ding sein, wie kindgerecht?
    Je nach Bedarf würde ich nen Long John oder ein Longtail wählen, aber die Auswahl finde ich fast zu groß, um etwas Konkretes zu nennen.


    Da du "lang und schmal" magst, würde ich dennoch mal Bullit, R+M Load, Kargon, Yuba und auch das Tern GSD einwerfen. Aber das lässt sich wie gesagt locker erweitern.

    Wenn es ordentlich Steigungen gibt, würde ich vielleicht was wählen, dass nicht ganz so schwer ist, wenn ich auch mal meine eigenen Muskeln nutzen mag.
    Die E-Antriebe bekommen aber viel hin ;)

    So als Orientierung: Mein Tern fährt mit etwas Last dennoch mit 20 km/h den Berg hoch (mit Turbo). Und die heftigste Steigung (an der auch Rennradfahrer mal absteigen) hat es dennoch mit 11 km/h gemacht, wohingegen mein Urban Arrow mit 6/7 km/h irgendwann fast zum Stehen kam, aber mit ordentlich Reintreten ging es dann doch. (Und das war dann jeweils nur der Performance Motor).
     
    Zuletzt bearbeitet: 15.05.2019
  5. bl3d2death

    bl3d2death

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    Also hier mal zwei Räder, wie in etwa ich mir sie gedacht habe:

    https://www.e-lastenrad.de/long-john/urban-arrow-family

    https://www.e-lastenrad.de/long-john/bakfiets-e-cruiser-long-shimano-steps

    Ich kenne mich leider nicht sonderlich mit E Motoren aus und weiß nicht, auf was man am Besten achtet.

    Der Shimano Motor wird wohl um einiges schwächer sein, oder?
    Was wäre denn die ungefähre Preisklasse? Es sollte dann Platz für 1-2 Kinder (mit Sitz+Gurt) sein mit Nachrüstbarkeit von Dach.
    Dürfte vermutlich dann wirklich eher Richtung 4000€ gehen, oder?
     
  6. neanderthaler

    neanderthaler

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    Definitiv ja, sofern es nicht die ganze Zeit ausschließlich bergauf geht und die Karre nicht bis unters Dach voll gepackt ist ;-) Es gibt bei Bosch einen Reichweiterechner, der bei worst-case-Einstellungen (Gewicht maximal, Wege maximal schlecht, maximale Steigung) mit Doppelakku immer noch 25 km Reichweite angibt. Dazu muss man dann aber mutmaßlich schon einen Alpenpass erklimmen, ohne einen einzelnen Meter in der Ebene oder Gefälle. Halte ich selbst im Sauerland für unrealistisch.
    Schau Dir mal auf einer Seite, die Dir Höhenprofile ausgibt (komoot.de z. B. ) Deine geplanten Strecken an. Für die Reichweite sind (fast) nur die wirklichen Steigungsstrecken relevant. Bergab fährt man nach gefühlt 2 Pedalumdrehungen ohne Stromverbrauch und in der Ebene braucht man je nach Lust auch maximal 1/4 Motorleistung - wenn das Ding (Performance CX) auf "Turbo" steht, sonst weniger.
    Ich rolle praktisch täglich mit der Schwerkraft in die Rheinebene runter und kraxele die gleiche Strecke auf dem Rückweg wieder ins Bergische hinauf. Das sind ca. 30km und kostet mich einen von 5 Balken auf der Kapazitätsanzeige.

    Es gibt übrigens keinen wirklichen Grund das Auto nur im Sommer stehen zu lassen. Fahrräder sind Ganzjahrestauglich ;-)

    Ja, oder mehr 8-/
     
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  7. mrcFFM

    mrcFFM

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    Sorry, OT, aber den Satz muss ich einfach doppelt hervorheben.
     
  8. bl3d2death

    bl3d2death

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    Ja schon. Nur im Winter, wenn es gerade etwa im Sauerland stark verschneit ist, dann kann es schon schwierig werden. Gut, man kann sich auch Wintermäntel drauf ziehen dann ^^

    ------
    Rest beantworte ich später ;)
     
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  9. holzi

    holzi

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    Prinzipiell ja, aber auch im letzten Winter gab es vier Tage, wo ich dann das Rad doch lieber stehen lassen habe und mit dem Bus gefahren bin.
     
  10. woodfabi

    woodfabi

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    Das hört sich absolut machbar an. Allerdings auf jeden Fall mit Motor. Die meisten Motorenhersteller haben mehrere Motoren mit unterschiedlichen Schwerpunkte. Für Lastenräder sollte man eher "stark und stabil" also die fürs MTB wählen. Hat Shimano (E8000) oder bei Bosch (CX). Mittelmotor hat den Vorteil, dass die Motoren im optimalen Bereich laufen, da die Schaltung danach kommt. Jedoch ist das auch der Nachteil: Kette / Riemen und Schaltung werden mit der Muskelkraft + Antrieb belastet.
    Was ist sehr wichtig finde ist die Schaltung. Mir wären für so ein Fahrprofil 300% Spreizung wie sie eine Alfine 8 bietet zu wenig. Ich finde die 360 oder 380% ??? meiner 10fach Kette eigentlich zu wenig. An einigen Steigungen hätte ich gerne noch das ein oder andere Zähnchen weniger und es gibt strecken, da wär ein größeres Blatt vorne nett. Je nachdem wie es Geld, Zeit und Lust mäßig aussieht, hast du viele Optionen. Es gibt eine reihe günstigerer Lastenräder mit Motor unter 4000 €, und dann eben die Räder bei denen es schnell mehr wird: Douze, R+M Packster, R+M Load, Bullitt, Kargon.
    Beachte die Preise fürs Kinderzubehör, da wirst du Staunen, was die Hersteller da aufrufen. Da kann ein Verdeck gern auch mal an die 500 € kosten (ohne Sitz). Daher sind auch de Gebrauchten interessant, wenn das Zubehör paßt kann man was sparen und so richtig viel kann an nem Lastenrad eben nicht kaputt gehen (vor allem wenn man es selbst reparieren und warten kann). Hau rein und fahre möglichst viel Probe, schau nach Messen wo viele Hersteller sind (die Spezi die vor kurzem war ist leider vorbei)
     
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  11. mrcFFM

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    Jain, ich finde der Gebrauchtmarkt gibt gegenwärtig leider nicht soooo viel her (wenn man nach kräftigen Mittelmotoren und grundsätzlich höherpreisigen Bikes sucht). Denn a) ist der Markt da fast leergefegt bzw. es gibt kaum ein Angebot und b) finde ich die aufgerufenen Preise meist zu hoch. Habe gerade mal nach Loads und UAs in den Kleinanzeigen geschaut. Wenn ich da sehe, was für Preise für Teils sehr alte Räder mit eher schlechter Ausstattung (Daum Motor, Bosch 1. Generation, Rollenbremsen etc. etc.) so aufgerufen werden, dann geht mir die virtuelle Hutschnur hoch.
    Beim Zubehör würde ich aber gebraucht schauen. Denn das ist neu in der Tat unverschämt teuer und gebraucht kann man da ordentlich sparen.

    Und ja, Probefahren ist immens wichtig. Eine gute Freundin von mir wollte sich neulich unbedingt in Stuttgart ein Lastenrad kaufen und sie hatte nur wenige Tage zur Verfügung, um noch die Förderung dort einzustreichen.
    Immerhin, sie hat 5/6 verschiedene Lastis probegefahren und das war auch gut so, denn am Ende ist sie beim Longtail gelandet und wollte ursprünglich ausschließlich nur ein Long John.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16.05.2019
  12. bl3d2death

    bl3d2death

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    Aber gab's die Finanzierung nicht nur für Unternehmer?
     
  13. mrcFFM

    mrcFFM

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    Nee, das war sogar explizit für Familien. Und wenn so ein Antrag bis Ende April eingegangen war, dann bekam man den Zuschuss auch:
    https://www.stuttgart.de/lastenrad

    Erst ab Anfang Mai haben sie das kontingentiert
    (Um Ungerechtigkeiten in der Anfangsphase zu verhindern, wurden alle bis zum 30.04.2019 eingehenden Anträge als gleichwertig behandelt. Erst für Anträge ab dem 01.05.2019 wird das sogenannte Windhundprinzip angewandt, bis die Fördersumme ausgeschöpft ist. Sollte die Fördersumme ausgeschöpft sein, wird dies auf dieser Internetseite kommuniziert. )

    Geil finde ich bei den Schwaben, dass man anscheinend so nen ollen Aufkleber anbringen, fotografieren und das denen dann als Beweis schicken muss.

    Aber vielleicht legt ja unser "Überflieger" Scheuer, nachdem er jetzt anscheinend ne neue Leidenschaft hat, was Bundesweites auf? Dann würde ich mir im gar nicht geförderten Frankfurt glatt ein drittes Lasti zulegen :p

    PS: Wohnst du denn noch in der Stadt? Falls ja, wird da der NO2-Grenzwert überschritten? Falls ja, dann kannst du ja kaufen und vielleicht noch die NRW-Förderung abgreifen?
     
    Zuletzt bearbeitet: 16.05.2019
  14. bl3d2death

    bl3d2death

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    Tatsächlich... Bei uns in Berlin auch. Aber die Gelder für private Räder sind dieses Jahr schon aufgebraucht. Dann muss ich auf nächstes Jahr hoffen... Oder gucken ob's dann im Zielland noch geht.
     
  15. woodfabi

    woodfabi

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    Wenn Ihr ein Fahrrad holt und es auch für den Arbeitsweg nutzt, kann auch eine Jobrad-Finazierung sinnvoll sein.
    Sofern ihr einen Chef habt, der ein wenig verständig ist, besteht auch grundsätzlich die Möglichkeit, dass er das Fahrrad als eine Art Geschäftswagen anschafft. Ihr zahlt einen kleine Geldwertenvorteil bzw. Eigenanteil und nach 5 Jahren kauft ihr das Rad günstig aus der Firma ab.
    Es gibt einige Möglichkeiten das Lasti mit steuerlichen Vorteilen zu holen. Das hat sich bei den KFZ so eingebürgert. Der Passat Kombi , A6, E-Klasse usw. Die alle sind in der überwiegenden Mehrheit geschäftlich. Daher bestehen dort ähnliche Möglichkeiten. Und wenn man es gut anstellt, dann kann der Preisvorteil durchaus dem der Förderung entsprechen.
    Ich hab mein Load damals im Herbst geholt, das wollte ein Händler der es als Vorführer hatte loswerden. Bei gebrauchten Sachen wird man wenn man schnell was haben will nur selten einen guten Deal machen. Sobald du weißt was du willst mußt du sehr regelmäßig schauen, Geduld haben und wenn was auf dem Markt ist, schnell sein. Dann bekommt man gute Preise.
     


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