Bullitt: Problem mit 44er Kettenblatt und Shimano Kette nach Umbau

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Moin zusammen,

ich habe ein Problem mit meiner Kettenschaltung bei meinem E8000er Bullitt. Wenn ich rolle und die so trete, dass ich keine Kraft auf die Kette bringe, dann spüre ich deutlich, wie schwergängig die Kette läuft. Das betrifft vor allem die Gänge 1-7 und 11. Ich kann mir das nicht erklären, da meine Frau an ihrem Bullitt das gleiche Setup hat und dort alles "glatt" läuft.

Mein bisheriges "ab Werk" Setup:
  • 38er Kettenblatt
  • 11-46 Kassette
Dann Umbau auf:
  • 44er Kettenblatt (Shimano STePS SM-CRE80 Kettenblatt für FC-E8000 / E8050 / M8050 - 1x10/11-fach - mit 4-Arm Adapter)
  • Kette in Länge 114 (SHIMANO Steps CN-E8000-11 E-Bike Kette 11-fach inkl. Quick Link)
  • 11-46 Kassette bleibt
Mit diesem Umbau gibt es, wie gesagt Probleme, obwohl es sich um das gleiche Setup wie das meiner Frau handelt (44 Kettenblatt und Kette in Länge 114). Der einzige Unterschied ist, dass meine Frau "ab Werk" eine Kette mit X drauf hat (KMC?). Aber ich habe letztendlich alle Shimano Komponenten die zueinander passen sollten.

Habe ich etwas übersehen?
 
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Vorwärts-/Rückwärtslaufrichtung beachtet?
 
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Ok, die Kette wird es nicht sein. Selbst wenn die Seitenverkehrt liefe, betrifft das maximal die Schalteigenschaften, besonders vorne am Umwerfer, der hier nicht vorhanden ist.
Das die Schrift auf dem Kopf steht, ist völlig normal, denn die Kettenglieder werden maschinell vernietet und es wird dabei nicht auf die Ausrichtung der Schrift geachtet. Die Beschriftung steht daher mal auf dem Kopf, mal richtig herum.

Die Schwergängigkeit rührt eher von einer der anderen beteiligten Komponenten her.
Aufgrund der Beschreibung tippe ich auf einen Kettenschutz, aber erst einmal der Reihe nach:

1. Motor
Der hätte natürlich einen großen Einfluss auf den Trittwiderstand. Er sollte aber im ausgeschalteten Zustand die Kette nicht bremsen. Das kannst Du im Stand prüfen, die Kurbel von Hand drehen und dabei die Gänge wechseln. Bei Di2-Schaltung stelle die Motorunterstützung ab. Bei manueller Schaltung kannst Du einfach den Akku abschalten.

2. Schaltwerk
Dieses kann ungenau eingestellt oder das Schaltauge leicht verbogen sein. Das ist ein sehr häufiger Fehler. Er führt zu einem ungeraden Lauf der Kette und schlechtem Schaltverhalten oder auch ungewollten Gangwechseln. Die Kette kann leicht an den Ritzeln reiben, was den Widerstand erhöht, aber aufgrund der Gleiteigenschaften der Metallteile und der geringen Fläche an denen die Reibung entsteht, ist das kaum zu spüren, wohl aber zu hören. Es rasselt dann stärker. Mit gutem Augenmaß kann man von Hinten im 180°-Winkel von der Kassette auf die Kette blicken und erkennt dann, ob die Kette jedes Ritzel mittig trifft oder eben seitlich versetzt.
Zudem hat ein Schaltwerk auch zwei gelagerte Führungs- beziehungsweise Spann-Ritzel. Deren Lager können verschleißen und auch die Reibung erhöhen.
Auch dieser Effekt ist eher gering und genau wie beim Motor beträfe dies alle Gänge.

3. Freilauf
Speziell diesen Schaden habe ich bei einem Hase Pino gefunden. Eine eher preiswerte Hinterradnabe (gemessen am Gesamtpreis dieses Rades eine Frechheit) war am Freilauf verbogen und die Kassette eierte ganz leicht. Genug aber, um sehr ungenau zu schalten und auch immer wieder ungewollt.
Hier erhöht sich die Kettenreibung aber eher nicht. Ein Lagerschaden im Freilauf behindert das Zurückdrehen des Freilaufs, nicht aber die Drehung in Fahrtrichtung. Ein Lagerschaden in der Hinterradnabe würde sich auf den Rollwiderstand insgesamt, also unabhängig von der Kurbelbewegung und des eingestellten Gangs auswirken.

Daher meine Vermutung,
4. Kettenschutz.
Der ist entweder schwimmend auf der Kette, was bei der Kettenschaltung nur der Chainglider Open sein kann, oder er ist am Rahmen befestigt.
Der Chainglider Open reibt auf der Kette, weil er direkt auf dieser aufliegt. Der Effekt tritt dauerhaft auf, ist aber gering. Er betrifft alle Gänge.
Ein am Rahmen befestigter Kettenschutz hält eine feste Position und berührt die Kette normalerweise nicht. Jedoch bewegt sich die Kette je nach Schaltposition über die gesamte Kassettenbreite, das sind vom Kettenblatt der Kurbel (Kettenlinie) aus gesehen, etwas mehr als 3cm beide Richtungen. Also von der Mitte aus nach Innen zu den großen Ritzeln und nach Außen zu den kleinen Ritzeln.
Dieser Schräglauf nutzt die Kette stärker ab und erhöht auch leicht die Reibung, aber häufig berührt die Kette dabei auch Teile des Fahrrades wie eben einen Kettenschutz.

Ob das so ist, bemerkt man ebenfalls, indem man den Motor abschaltet, sich neben das Rad kniet und die Kurbel von Hand dreht und dabei die Gänge wechselt. Wenn der Widerstand auf den mittleren Ritzeln geringer ist, bedeutet das, bei stärkeren Schräglauf der Kette, ändert sich das.
Ob dann die Kette irgendwo schleift, müsste man hören und so orten können.
 
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hab das Bike heute zum Händler gegeben, weil ich den Fehler einfach nicht gefunden habe.
Ergebnis: ich hatte die Kette im Schaltwerk falsch eingefädelt. Sie lief dort über einen “Stift“ - das erzeugte dadurch das Rattern :rolleyes: Wieder etwas gelernt:)
 
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Ergebnis: ich hatte die Kette im Schaltwerk falsch eingefädelt. Sie lief dort über einen “Stift“ - das erzeugte dadurch das Rattern :rolleyes: Wieder etwas gelernt:)
Hab ich bei meinem alten Trekkingrad auch mal geschafft, die Kette im Käfig falsch durchzufädeln. Beim nächsten Kettenwechsel hab ich's dann gemerkt. Da war der Steg, über den sie lief, zu 1/3 weggefräst ... :X3:
Ist mir danach nie wieder passiert. :p
 
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