Belaghalteschraube rund, was tun?

Die Schrauben von Shimano könnte man wahrscheinlich sogar von oben zwischen den Belägen zu fassen bekommen, wenn man die Beläge ganz zurückdrückt. Da es ja wahrscheinlich auf jedes nm ankommen wird, könnte man so vielleicht noch ein oder zwei Prozent mehr Drehmoment in den Pin einleiten.
 
Meine ging problemlos mit dem Linksausdreher raus. Hab daraufhin die Schraube am anderen Rad auch gleich entsorgt und verwende seither nur noch die Splinte. Keine Lust, dass mir sowas mal unterwegs passiert. Und ein Splint liegt immer im Bordwerkzeug.
 
Moin in die Runde,
ist mein erster Beitrag (bestimmt von vielen weiteren hier im Forum).
Ich wollte heute bei meinem UA aus 2023 hinten die Bremsbeläge wechseln, da ist direkt der Schraubenkopf der besagten Schraube abgerissen (habe nicht sonderlich viel Kraft aufgewendet) (unten ein Bild ::)
unnamed.jpg

Scheint ja öfters zu passieren.
Mit ausbohren und Linksausdreher habe ich bisher noch gar keine Erfahrungen und ich würde mich freuen, wenn ihr teilen könntet, welchen Linksausdreher ich genau brauche. Und was für weiteres Werkzeug?
Übliche Akkuschrauber etc sind vorhanden. Metallbohrer nur aus Bauhaus ggf. nicht so geeignet. Bin auch bereit was gutes zu kaufen, nur was wäre das?
Welcher Bohrer (am Besten Marke/Machart und auch Durchmesser) und welcher passende Linksausdreher wäre der richtige? Und kann man das einfach freihändig ausbohren mit dem Sattel noch am Fahrrad montiert, oder brauche ich besser eine andere Vorrichtung?

Besten Dank und liebe Grüße
Georg

P.S. Der örtliche Händer berechnet bei jeder Lastenrad Reperatur extra 35 € Rüstkosten, weil die Dinger halt schwer sind, viel Platz nehmen etc. Das Geld wollte ich mir natürlich sparen, wenn es nur um das Wechseln der Bremsbeläge geht.
Aber denen wäre ja die Schraube in der Werkstatt wohl auch direkt abgerochen....
 
Übliche Akkuschrauber etc sind vorhanden. Metallbohrer nur aus Bauhaus ggf. nicht so geeignet. Bin auch bereit was gutes zu kaufen, nur was wäre das?
Welcher Bohrer (am Besten Marke/Machart und auch Durchmesser) und welcher passende Linksausdreher wäre der richtige? Und kann man das einfach freihändig ausbohren mit dem Sattel noch am Fahrrad montiert, oder brauche ich besser eine andere Vorrichtung?
Es gibt selbstzentrierende Scharnierbohrer die dabei helfen ziemlich genau die Mitte zu treffen. Häufig werden fürs Ausbohren auch linksdrehende Bohrer verwendet da diese bei verkanten u.U. die Schraube schon gleich mit rausholen.

Ich würde aber vorher mal probieren ob sich die Schraube nicht von der anderen Seite mit einer Zange fassen lässt. Einen zweiteiligen Bremssattel wie diesen könnte man notfalls auch zerlegen um besser dran zu kommen.
 
Bei M4 rate ich aus persönlicher Erfahrung von Linksausdrehern ab - Du müsstest ein zentrisches Loch in den Schraubenstumpf bekommen. Das wird bei der Größe nur im eingespannten Zustand gelingen. Ein Linksausdreher ist spröde, verkantest Du den dünnen Ausdreher, ist er ratz fatz ab.
Ich würde das Gewinde mit Kriechöl behandeln und dann versuchen, mit einer Zange den Bolzen zwischen den Belägen zu fassen.
 
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Ich würde mich @lowtech anschließen; es ist aber wenig Platz für die Zange wegen der Feder. Die Blechfeder ist ebenfalls mit dem Bolzen gesichert. Um mehr Platz für die Zange zu haben, kannst du die aber ruhig mit einem Seitenschneider zerstören um sie so zu entnehmen. Bei neuen Belägen ist auch eine neue Feder dabei.
 
Zuletzt bearbeitet:
Als erstes würde ich die Schraube mit einer spitzen Zange packen und drehen. Aber wenn das nicht geht:

TRP und Shimano sind vom Öl her kompatibel, oder? Dann würde ich die Bremszange tauschen. Kostet kaum mehr als der Bremsbelag und spart viel Arbeit und das Risiko, dass es nach stundenlangem Aufwand doch kaputt geht.


t.
 
TRP und Shimano sind vom Öl her kompatibel, oder?

Ja, habe schon mehrere Tektros mit Shimano Öl entlüftet.

Bei den Kolbendurchmessern bin ich mir nicht sicher. Das sollte man prüfen, bevor man den Sattel (zu einem anderen Hersteller) tauscht. Entlüften wird dann auch notwendig sein.
 
Wenn man die Bremsbeläge zuerst ganz zurückdrückt und dann eventuell die Halteklammer/Spreizfeder durchschneiden kann, dann hätte ich gute Hoffnung @lowtech s Ansatz funktioniert, das hätte ich auch erstmal versucht.
Bin neugierig auf den Ausgang, viel Glück!
MdBuF (mit der Bitte um Fotos) ;)
 
Diese Schraube sichert die Feder und die Bremsbeläge gegen herausfallen. Bohre die Schraube raus, dabei ist es egal, ob das Gewinde im Block beschädigt wird, und anstelle einer Schraube nimmst Du einen Sicherungssplint. Ich hatte schon preiswerte (und doch gute) Ersatzbremsbeläge, die hatten anstelle einer Schraube einen Sicherungssplint in der Verpackung.
Mit Sicherungssplint meine ich so etwas:

Nichtsdestotrotz würde ich aber auch erst einmal versuchen, die Schraube durch beiseitedrücken der Feder und abschrauben mit einer Spitzzange (Multitool) in der Mitte zu lösen. Vielleicht vorher mit Rostlöser (z.B. WD40?) das Prozedere etwas vereinfachen.
 
Zum erst Thema
Schraubenkopf mit Lötkolben wärmen , ein wenig wd40 auf der belagseite auf die Schraube weiter erhitzen .
Wenn es dampft Torx Bit reinhämmern und rausdrehen .

Ist eine gängige Praxis bei Machinenbauern auch bei deutlich größeren Schrauben , es kommt dann halt ein acetylen Brenner zum Einsatz .
Wenn Mans ein paar mal gemacht hat geht das sehr einfach .

Zum Problem abgerissener Kopf , da würde ich einen schrägschneider nehmen und versuchen zwischen den Belägen die Schraube zu packen , auch hier ein wenig rostlöser / kriechöl und wärme nutzen . Auch hier ein Lötkolben oder sturmfeuerzeug nutzen .

Das sind halt Mini Schrauben .

Und wenn alles raus Gewinde putzen evtl sogar gew Bohrer und beim Zusammenbau ein Mini Tröpfchen montagepaste am Gewinde nutzen .
Selbstredend nur handwarm anziehen da halt eben Mini Schraube die nichts halten muss .
Und wenn innensechskant oder torx zum Einsatz kommt auf die richtige Größe achten und gutes Werkzeug nutzen , nichts komplett ausgenudeltes . Das macht dann das öffnen leichter .

So machen wir das auf der Arbeit .
Bisher ist mir nichts einfacheres eingefallen

Und jetzt Ärmel hoch , Schraube raus und weiter Fahrrad fahren ‍
 
Moin in die Runde,
ich bin erstmal überwältigt von den vielen Antworten und Tips. Vielen Dank an alle!
Jetzt muss ich erstmal gucken, wie ich es am besten mache.
Ich habe zwar auf Verdacht mal die Bohrer und Linksausdreher geordert, aber die nicht "destuktiven" Methoden werden ich zuerst versuchen.
Also heute Abend einmal die Schraube auf beiden Seiten des Sattels mit WD-40 behandelt. Das kann jetzt erstmal bis morgen früh einziehen.

Dann diese Feder abknipsen, Kolben zur Seite drücken, Schraube auch von "innen" an den Gewinden mit WD-40 behandeln. @Marc3501 wie und wo würdest du mit dem Sturmfeuerzeug ansetzen? Einfach an die Schraube zwischen den Sattelseiten? Als Zange habe ich leider nur eine abgewinkelte Spitzzange von Bauhaus (Wisent:https://www.bauhaus.info/flachrundzangen/wisent-flachrundzange/p/20682628). Was wäre das bessere Tool? Einen Schrägschneider habe ich nicht.

Wenn es nicht klappt. Dann ausbohren. @holzwurm ist das unkompliziert mit dem rausbohren? Und geht die Schraube dann auf beiden Seiten des Sattels raus?

So, ich geh es lieber ruhig an. Dann wird es gut.
Vielen Dank und beste Grüße
Georg
 
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Das Gewinde sitzt nur auf der dem Rad angewandten Seite. Auf der Rückseite steckt nur ein Bolzen in einem Loch. Gut schauen, ob das ganze noch mit Sicherungsring gesichert ist.
 
Igitt! Die hat auf der Gegenseite noch einen Sicherungssplint???
Wenn man nur Magura kennt (ich, bisher) fällt man damit ja genial auf die Nase. Und schert sich die Schraube ab oder so :oops:
 
@holzwurm danke für dasd bild. Muss ich direkt mal gucken, ob dieser splint da bei mir noch ist. Wäre mir tatsächlich nicht aufgefallen. Hilft allerdings erstmal gut, um alles zu verstehen :)
@b_s_m_n ja das ist echt wild. Ich guck wie gesagt später mal nach. Ggf. ist deshalb die schraube geschrottet :) Mal gucken...
Vielen Dank für eure Hilfe!
 

Da hat man sich halt an Shimano orientiert. Die Japaner haben ja für praktisch alles einen doppelten Boden. Bremshebelschellen kann man trotz entfernter Schraube nicht aufklappen ohne einen Sicherungsknopf zu drücken; Bremsscheibenschrauben sind durchbohrt damit noch ein Sicherungsdraht durchgetüddelt werden kann; der linke HTII Kurbelarm hat eine Halteplatte damit er nicht bei losen Schrauben abfallen kann; etc.

Über Sinn/Unsinn kann man sicher diskutieren... :unsure:
 
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