Baubericht meines Fahrradwohnwagens (in Anlehnung an Rene Kreher)

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Weil es vom Thema her passt; In der Fahrradzukunft, Ausgabe 4, vom November 2007
ist ein Baubericht mit Anleitungspotenzial für einen Latenanhänger mit Auflaufbremse abgedruckt.
Die Auflaufbremse scheint hier denkbar einfach realisiert worden zu sein. Sehenswert!
Online hier: https://fahrradzukunft.de/4/lastenanhaenger/
 
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Manchmal geht es nicht so schnell wie man sich wünscht, mit einiger Verzögerung geht es jedoch endlich wieder weiter. Wenngleich der Pedelecumbau bereits fertig ist und dieses seine ersten Probefahrten mit Motor und ohne Hänger absolviert hat, so möchte ich dennoch vorher über die Fertigstellung des Fahrgestells berichten.

Bisheriger Fortschritt:
Der grobe Plan + Aufbau des Fahrgestells
Meine Motivation: Warum ein Fahrradwohnwagen?
Bau der Auflaufbremse #1: Grundlegende Gedanken
Bau der Auflaufbremse #2: Deichselbefestigung
Bau der Auflaufbremse #3: Bremssattelbefestigung und Bremszüge
Akku und Pedelec #1: Grundlegende Gedanken
Akku und Pedelec #2: Aufbau des Akkupacks

Fahrgestell, Bodenplatte und Stützen:
Endlich ist es so weit: das Fahrgestell ist fertiggestellt, es ist somit bereit für eine baldige Probefahrt.
Aufgrund des andauernden Lockdowns und der geschlossenen Grenze nach Belgien stand mir jedoch leider weiterhin keine Garage o.ä. zur Verfügung, weshalb alle Arbeiten im Wohnzimmer stattfinden mussten. Der Aufbau der Schlafkabine verzögert sich daher leider immer weiter, da der Hänger mit Kabine nichtmehr durch meine Türen passt.

Wie im ersten Beitrag berichtet war ich lange Zeit nicht sicher, welche Bodenplatte es werden soll. Ich hatte mich nach einiger Recherche eigentlich für eine 4mm starke Multiplex- bzw. Siebdruckplatte entschieden. Diese sind, insb. zu Zeiten des Lockdowns, jedoch nur sehr schwer aufzutreiben. Aus diesem Grund habe ich mich schließlich dazu durchgerungen einer 10 mm starken Hohlkammerplatte eine Chance zu geben. Mit einem Flächengewicht von etwa 1,7 kg / m² fällt diese vergleichsweise leicht aus und bietet gleichzeitig eine gute Dämmung des Hängerbodens. Die Platte habe ich mit 4 mm Bohrschrauben am Fahrgestell befestigt.
Damit die Platte jedoch ausreichend gestützt wird musste das Fahrgestell um weitere Querstreben ergänzt werden. Diese habe ich aus Gewichtsgründen aus nur 13,5 mm anstatt aus 20 mm starken Aluminiumprofilen gefertigt. Der Gewichtsvorteil der leichten Bodenplatte wird durch die nötigen Querstreben natürlich ein wenig kompensiert, jedoch wäre eine ähnliche Abstützung wohl auch für eine 4 mm Multiplexplatte nötig gewesen. Die Querstreben werden mit Winkeln und 4 mm Blindnieten am Grundrahmen befestigt.

Das Ergebnis sieht nun so aus, die Querstreben sind durch die Bodenplatte zu erahnen:
20210224_202913.jpg

Mit der Stabilität des Fahrgestells bin ich soweit sehr zufrieden. Auch die Platte scheint mein Körpergewicht von etwa 80 kg gut zu verkraften, wenngleich ich noch etwas skeptisch bzgl. der Langzeittauglichkeit bin. Belastet man die Hohlkammerplatte beispielsweise zu punktuell (z.B. indem man das Gewicht auf eine Verse verlagert), so knicken die Stege innerhalb der Platte zusammen und es entsteht eine Beule in der Oberfläche. In jedem Fall werde ich versuchen noch eine 4 mm Multiplexplatte zu bekommen und zu testen, anschließend wird der Gewinner dauerhaft verbaut.

Ein anderes Thema welches schnell Kopfzerbrechen bereitet sind die Stützen des Hängers. Wer hier nicht Schweißen will steht plötzlich vor ungeahnten Problemen für eine im ersten Moment so unbedeutend scheinende Aufgabe. Zur Befestigung habe ich schließlich wieder auf Teile aus dem 3D-Drucker zurückgegriffen:

20210219_155145.jpg

Für die Stützen selbst habe ich 13,5 mm Aluminiumprofile verwendet. Diese scheinen nach meinen ersten Tests im Wohnzimmer eine ausreichende Stabilität zu bieten, könnten perspektivisch jedoch auch noch durch 20 mm Profile ersetzt werden. Die Befestigung erfolgt mittels einer M8-Schraube mit Handgriff, sodass die Stützen schnell und ohne Werkzeug festgestellt werden können. Hierzu befindet sich in der rückwärtig angebrachten 3D-Druck-Konterplatte die passende Mutter. Die 3D-Druck Halterungen selbst sind mittels zweier M4-Schrauben am Rahmen befestigt.

In dieser Konstellation kommt das Fahrgestell auf ein (gewogenes) Gewicht von insgesamt 14,5 kg.

Dieses teilt sich wie folgt auf, wobei die Gewichte der Aluminiumprofile und Bodenplatte berechnet und die restlichen Komponenten gewogen sind:

Aluminiumprofile (20 mm Fahrgestell): 3,18 kg
Bodenplatte: 2,6 kg
Laufräder: 2,5 kg
Schläuche und Reifen: 1,35 kg
Winkelverbinder mit Stahlkern: 1,02 kg
Aluminiumprofile (13,5 mm Querstreben): 0,98 kg
Aluminiumprofile (30 mm Auflaufbremse): 0,63 kg
Bremssättel: 0,37 kg
Bremsscheiben: 0,31 kg
Aluminiumprofile (13,5 mm Stützen): 0,24 kg
+ Rest (Schrauben, Nieten, 3D-Druck-Teile, Bremsleitungen, Aluminiumplatten, Epoxidharz usw.): 1,32 kg

Im nächsten Beitrag dann wieder mehr zum Akku und zur hoffentlich erfolgreichen ersten Testfahrt. Bis dann!
 
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Die Laufräder wiegen 2.5kg?!
Krass. Ein guter MTB Laufradsatz der im harten Gelände eingesetzt kann locker 1kg leichter sein.
Da wäre wohl noch Potential
 
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@Milan0
Da es mir jetzt auch seltam viel vorkam habe ich nochmal nachgeschaut, mir ist leider ein Tippfehler passiert, es sollten 2,05 kg sein - was weiterhin ein recht stolzes Gewicht für 20" Felgen darstellt und auch über der Herstellerangabe liegt. Naja, dafür kosten sie auch nur ca. 30€/stk.
Das gesamte Fahrgestell wiegt natürlich trotzdem 14,5 kg, dieses habe ich als Einheit gewogen. Der "Rest" sollte also nicht 1,32 kg sondern 1,77 kg auf die Waage bringen.

Danke jedenfalls für den Hinweis ;-)
 
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