Baubericht meines Fahrradwohnwagens (in Anlehnung an Rene Kreher)

Moin,

über die Motivation von @Jati kann ich nichts sagen.
@Jati: ......... - ich rolle da lieber meine Isomatte im Zelt aus.
Wenn Du das in Skandinavien machst ist alles in Ordnung, da gilt es das Jedermannsrecht und Camping ist überall erlaubt.

In Deutschland ist Zeit Aufbau auch Camping und nur auf Privatem Grund erlaubt.
In einem Fahrzeug eine Nacht nächtigen um die Fahrtüchtigkeit wieder herzustellen ist in Ordnung !
Das ist unter anderem die Motivation von Rene Kreher.
 
Moin,

über die Motivation von @Jati kann ich nichts sagen.


Wenn Du das in Skandinavien machst ist alles in Ordnung, da gilt es das Jedermannsrecht und Camping ist überall erlaubt.

In Deutschland ist Zeit Aufbau auch Camping und nur auf Privatem Grund erlaubt.
In einem Fahrzeug eine Nacht nächtigen um die Fahrtüchtigkeit wieder herzustellen ist in Ordnung !
Das ist unter anderem die Motivation von Rene Kreher.
OK, das verstehe ich (obwohl ich persönlich deshalb nicht einen Wohnwagen hinter mir her ziehen möchte).

Wobei meine Erfahrungen mit Zeltaufbau auf Privatgrund auch in DE eigentlich positiv sind. Da wird der Bauer auf dem Feld gefragt und er antwortet: "Wie, ihr wollt hier zelten? Fahrt einfach weiter ins nächste Dorf, 2. links, 1. rechts, 4. Haus auf der linken Seite. Da wohne ich und da könnt ihr zelten und habt Klo und Dusche!"

Gesagt, getan. 2 Stunden später liegen wir entspannt im Zelt, es "klopft". "Was macht ihr in meinem Garten!" Es stellt sich heraus, dass wir wohl eine Rechts-Links-Schwäche hatten. "Macht nichts, wir sind hier sowieso alle miteinander verwandt."

Das geht also sogar hierzulande.
 
@jgorres
Gute Frage! :)

Ich persönlich finde das Gesamtpaket mit solch einem Wohnwagen einfach genial. Generell fahre ich erstmal sehr gerne mit dem Rad, klassisches Camping im Zelt finde ich zwar ganz gut, aber würde es nicht als mein Hobby bezeichnen.

Was mich nun am Fahrradwohnwagen so reizt ist, dass man grundsätzlich ersteinmal nichts aufbauen muss, Tür auf und rein. Insbesondere bei längeren Fahrradtouren und unbeständigem Wetter brauche ich mir mit dem Anhänger keine Gedanken mehr machen: ein Schauer kann einfach kurz im Hänger abgewartet werden. Auch bei längerem Regen kann man fast überall am Rand stehen bleiben und es sich gemütlich machen. Es muss kein kein nasses Zelt auf- oder abgebaut werden. Für mich persönlich ist dies eigentlich das größte Komfort-Plus am Hänger, sodass mich auch längere Touren viel mehr reizen würden als mit einem Zelt.
Der Anhänger bietet zudem angenehm viel Stauraum, sodass ich bei der Ausrüstung nicht zu genau darauf achten muss was ich nun mitnehme, oder dass das Packmaß von Zelt, Isomatte, Schlafsack und Co. klein genug ist. Es ist Platz für eine bequeme Matratze, besser isoliert als ein Zelt, man kann eine aktive Lüftung und Heizung einbauen (und damit den Innenraum auch entfeuchten), hat Strom etc. Zu guter Letzt reizt mich der Hänger auch einfach als Bauprojekt - Spaß an der Technik halt ;-)

Die Tatsache, dass man für all diese Vorteile immer einen Hänger mitschleppen muss, eher etwas langsamer unterwegs ist und sicher auch gewisse Wege und Engstellen nicht befahren kann, ist mir persönlich dieser Komfort wert. Auch, dass es ein Pedelec braucht, und man halt entsprechende Lademöglichkeiten suchen muss. Das muss aber jeder für sich selber entscheiden, und ich kann jeden verstehen, der lieber mit schlankem Gepäck und Zelt unterwegs ist.

Zusammenfassend würde ich für mich halt sagen, dass mich die Vorstellung einer z.B. 2-3 wöchigen Tour mit dem Hänger sehr reizt, mit einem Zelt jedoch nicht. Das ist letztlich der ausschlaggebende Punkt für mich.

Und wie @Sechs mal zwei schon erwähnt ist es legal, mit dem Hänger für eine Nacht irgendwo zu stehen, während Wildcampen im Zelt zumindest rechtlich erstmal problematisch sein kann - wenngleich ich persönlich jetzt noch nie "wild" gecampt habe und daher auch nicht von negativen (oder positiven) Erfahrungen diesbezüglich berichten kann. Ich vermute mal es gibt eher wenige Probleme, solange man niemanden stört.
 
@jgorres
Und wie @Sechs mal zwei schon erwähnt ist es legal, mit dem Hänger für eine Nacht irgendwo zu stehen, während Wildcampen im Zelt zumindest rechtlich erstmal problematisch sein kann - wenngleich ich persönlich jetzt noch nie "wild" gecampt habe und daher auch nicht von negativen (oder positiven) Erfahrungen diesbezüglich berichten kann. Ich vermute mal es gibt eher wenige Probleme, solange man niemanden stört.
Naja, biwakieren könnte man ja auch noch, sprich ohne Zelt, nur Schlafsack/Isomatte und evtl. noch im Biwaksack, das ist ja auch in DE erlaubt. Muss aber auch nicht wirklich sein.

Ich habe beim erlaubten "wilden" Zelten (sprich Eigentümer vorher fragen) fast immer positive Erfahrungen gemacht, und das auch zu meiner wildesten Zeit, als ich aussah wie Catweazel persönlich. Selten, dass die Antwort ein "nein" war.

Vielen Dank für die Mühe, die du dir mit deiner Antwort gemacht hast.

Pass auf, dass du nicht für einen Holländer gehalten wirst! ;)
 
Zumindest beim Wohnwagen für den PKW ist das „wild“ Campen oder Übernachten schon wieder nicht erlaubt. Dafür haben die viele dann einen Bus. Aber sobald der ein Aufstelldach hat (und es geöffnet ist), oder auch schon Campingstühle außen davor stehen, zählt es wohl auch schon wieder zum Wildcampen und nicht einfach im PKW übernachten ...

Die Regeln sind aber hoffentlich nicht auf einen Fahrradanhänger übertragbar.
 
Für alle die, die nicht bauen wollen oder können und kein Geld Problem haben!

@Milan0
Oha, da hast Du recht !
Habe ich alles schon gehört aber nicht in zusammenhang gebraucht !
Danke!

In einem PKW schlafen ist nicht toll aber geht.
Auf dem Rad über Sattel und Lenker Stelle ich mir abenteuerlich vor !
Du brauchst auch einen guten Ständer (nicht was ihr meint)!
;) Hab ich, hilft nicht!

Ich halte nicht viel von Wohnwagen. Nicht schlecht aber nicht meine Welt!
Ich hatte gedacht für das Armadillo eine Aufsetzkabine zu bauen die bei der Fahrt klein, 1,5m lang und 0,9m breit ist.
Aufgebaut schon 2,8m lang, 1,7m breit und 2m hoch ist.
Bodenplatte 9mm Siebdruckplatten, Seiten und Dach 4mm Holz Wasserfest dann Styropor dann Holz 3mm wegen Klima!
Ich möchte nicht in einer Plastiktüte leben!
Kann ja auch mal einen Tag lang regnen!
Ist dann wie ein Aufstelldach beim Bus nicht legal in freier Wildbahn?
Muss ich wohl noch mal überdenken.
Hab ja auch noch Zeit!
Erst mal Umzug, dann weiter sehen.
 
Ich hatte gedacht für das Armadillo eine Aufsetzkabine zu bauen die bei der Fahrt klein, 1,5m lang und 0,9m breit ist.
Aufgebaut schon 2,8m lang, 1,7m breit und 2m hoch ist.
Bodenplatte 9mm Siebdruckplatten, Seiten und Dach 4mm Holz Wasserfest dann Styropor dann Holz 3mm
Überschlag dir doch mal nur die Flächen...
  • L 2,8m * B 1,7m = 4,76m², das Ganze 2 Mal (Boden + Dach) = 9,52m²
  • L 2,8m * H 2m = 5,6m², 2 lange Wände (links + rechts) = 11,2m²
  • B 1,7m* H 2m = 3,4m², 2 kurze Wände (vorn+ hinten) = 6,8m²
In Summe kommst du damit insgesamt auf 27,5m², und jetzt noch ein paar Flächengewichte dazu:
  • Multiplex Hartholz 7,65kg/m² (* 27,5m² = 210kg)
  • Multiplex Weichholz 5kg/m² (* 27,5m² = 137,5kg)
  • Sperrholz 9mm 4kg/m² (* 27,5m² = 110kg)
  • Naturholzwabenplatte 40mm 5,6kg/m² (* 27,5m² = 154kg)
  • Alublech 1mm 2,7kg/m² (* 27,5m² = 74,25kg)
  • Tischlerplatte 13mm 6kg/m² (* 27,5m² = 165kg)
  • @BullittFahrer CON-Pearl 7mm 2,5kg/m² (* 27,5m² = 68,75kg)
  • Hartholz 19mm 15,2kg/m² (* 27,5m² = 418kg)
  • Weichholz 19mm 9,5kg/m² (* 27,5m² = 261kg)
Das sind die Gewichte allein der Flächen - für den 3D-Auszug kommt da sicher konstruktiv noch etliches an Gewicht dazu... :eek: Ich halte Stehhöhe drinnen ehrlich gesagt für illusorisch beim Rad...
 
Das sind die Gewichte allein der Flächen - für den 3D-Auszug kommt da sicher konstruktiv noch etliches an Gewicht dazu... :eek:
Bei diesem Satz muss ich an solche Wohnwagen denken:



Da müsste man bei Fahrradanhängerdimensionen schon ziemlich schweren Stoff nehmen, um Gewichtsprobleme zu bekommen. :)

Und beim herumstöbern im schmutzigen Internet bin ich auch noch hierauf gestoßen (nähert sich schon eher Fahrraddimensionen):

Campingmodul für den Elektrofrosch

Die Fahrzeuge, die darunter passen sind auf jeden Fall preislich interessant.

Ich glaube, ich bestelle beim Load 75 HS ab und kaufe mir 4 "Elektrofrosch BIG"; preislich hat das genau hin. Wenn einer kaputt geht, habe ich ja immer noch 3 in Reserve.

Spaß beiseite: Die Faltanhänger/Zeltidee finde ich gar nicht mal so schlecht (auch wenn ich eher Isomatte und Schlafsack vorziehe.
 
Mein erster Gedanke war, dass es konsequent wäre, das Ganze angetrieben und mit Auflaufbremse zu konstruieren. Ideal wäre es, wenn man sich z.B. Für den Urlaub einen Carla Cargo mieten könnte um eine Wohnkabine drauf setzen. Zu meiner Überraschung wird letzteres gerade bei Ebay-Kleinanzeigen angeboten.
 
Mein erster Gedanke war, dass es konsequent wäre, das Ganze angetrieben und mit Auflaufbremse zu konstruieren. Ideal wäre es, wenn man sich z.B. Für den Urlaub einen Carla Cargo mieten könnte um eine Wohnkabine drauf setzen. Zu meiner Überraschung wird letzteres gerade bei Ebay-Kleinanzeigen angeboten.
Gewicht: 65 kg nur für die Kabine. Ich lese schon die Schlagzeile in der Zeitung: Junger Mann kurbelt sich Bruch.
 
@Jati und Konsorten,

ich verfolge die Kreher-YT-Videos schon seit Beginn seines Dacia-Ausbaus. Auch die Radwohnwägen sind sehr gelungen. Wenn ich das Abstellproblem nicht hätte, dann hätt ich mir so einen Aufbau auch schon längst gebaut, da durch den BikesAtWork-Anhänger die Grundsubstanz ja schon gegeben wäre.
Ich übernachte oft an meinem Secret Spot draussen (auch im Winter) und da kann es schon richtig unangenehm werden. Bisher liege ich entweder auf dem leicht aufgeblasenen SUP-Board oder bivakiere, was somit erlaubt ist.

Für den Wetterschutz (gerade bei Regen oder Schnee) wäre aber die Kreher-Lösung schon ideal.

@Sechs mal zwei, Du könntest doch leicht auf Deiner Ladefläche ein Wurfzelt drauflegen. Wäre doch dann auch nicht zu 100% als Zelten zu werten. Für Dich wäre die Variante mit dem Ladestecker für die e-Tankstellen, wie es der Rene hat, doch auch ne gute Lösung.

@Jati, halte das Forum gerne über die Fortschritte deines Kreher-Nachbaus auf dem Laufenden. Ist tierisch interessant.

Sonst gäbe es ja noch die B-Turtle-Lösung, die auch ein Mitglied des Forums in Gebrauch hat.

L.G. Cargomaniac
 
Igitt, nicht nur schwer sondern auch nicht gerade hübsch.
Ein Faltzelt ist doch eigentlich genial, warum geht das denn niemand an?
Leicht, schnell aufgezogen, flach während der Fahrt und man kann es oben drauf noch mit Campingstühlen etc. beladen. Aber das ist wohl nicht so einfach zu bauen wie ein paar Platten halbhübsch zusammen zu tackern.
 
Igitt, nicht nur schwer sondern auch nicht gerade hübsch.
Ein Faltzelt ist doch eigentlich genial, warum geht das denn niemand an?
Leicht, schnell aufgezogen, flach während der Fahrt und man kann es oben drauf noch mit Campingstühlen etc. beladen. Aber das ist wohl nicht so einfach zu bauen wie ein paar Platten halbhübsch zusammen zu tackern.
Ich vermute mal, dass du dich auf meinen Beitrag beziehst ("65 kg") und nicht auf die B-Turtle-Lösung.

Nicht nur wir Deutschen haben die Tendenz, uns gleich einen Hilti-Bohrhammer zuzulegen, wenn wir eigentlich nur 8 mm-Löcher in Hohlblockziegel bohren wollen.

Andererseits - so lange ich in meinem Biwaksack schlafen gelassen werde, können andere mit Carla Cargo und 65 kg Aufbau durch die Gegen radeln. Jeder halt, wie er es will.

Auf jeden Fall finde ich es schön, dass es Leute mit Phantasie und Enthusiasmus gibt, die solche Projekte angehen.
 
Verstehe das nur ich jetzt nicht?
nicht nur das ist unverständlich...
Ein Faltzelt ist doch eigentlich genial, warum geht das denn niemand an?
Weil wir hier im Fred des WoWa's sind, der "feste" Wände hat.
Macht euch einen Faltzelt-Thread auf als...
Biwaksack-Fetischist
Andererseits - so lange ich in meinem Biwaksack schlafen gelassen werde, können andere mit Carla Cargo und 65 kg Aufbau durch die Gegen radeln. Jeder halt, wie er es will.
wenn ich so deine vielen Beiträge hier im thread angucke, dann ist Toleranz für dich wohl nur eine leere Worthülse (was dich betrifft - von Anderen erwartest du das offensichtlich schon dir gegenüber).

Dürfen wir uns dann weiter über ein Thema unterhalten, das deinem Fetisch nicht entspricht - oder machst du hier weiter auf klischeebehaftete Domina?
 
Soo, weiter gehts und es gibt wieder über Fortschritte zu berichten, die (wohl anspruchsvollere) Hälfte der Auflaufbremse ist fertiggestellt und ich bin mit dem Ergebnis soweit sehr zufrieden. Hier zunächst einmal meine grundlegenden Gedanken zum Eigenbau:

Bau der Auflaufbremse #1: Grundlegende Gedanken
Da der Hänger in beladenem Zustand recht sicher ein Gewicht von 40 kg überschreiten wird, ist der Einbau einer Bremse wohl empfehlenswert. Diese 40 kg an welchen ich mich hier orientiere stammen aus dem "Merkblatt für das Mitführen von Anhängern hinter Fahrrädern" $ 67 StVZO, welches meines Wissens nach zwar nur eine Empfehlung darstellt und rechtlich nicht bindend ist - dennoch möchte ich meinen Bremsweg nicht unnötig verlängern oder am Ende gar einen Unfall riskieren.

Grundsätzlich sehe ich zur Realisierung 2 Möglichkeiten
Entweder, die Bremse des Hängers wird mit den Bremshebeln des Fahrrads gekoppelt, oder aber löst dann aus, wenn der Hänger auf das Rad aufläuft (Stichwort: Auflaufbremse). Erstere Möglichkeit habe ich für mich ausgeschlossen, da mein Fahrrad über hydraulische Bremsen verfügt. Zwar konnte ich nach einiger Recherche hier sogar Hydraulikkupplungen für Fahrradbremsen finden, dennoch bringt mir diese Lösung zu viel Umbauaufwand am Fahrrad selbst mit sich. Auch möchte ich bei dieser kritischen Komponente keine Fehlfunktion riskieren und am Ende ohne jegliche Bremsleistung darstehen. Bleibt also noch die Möglichkeit der Auflaufbremse.

Leider findet sich nach einer ersten Recherche nur sehr wenig zu Auflaufbremsen für Fahrradanhänger. Einen Hersteller, welcher ein Bremssystem ohne Anhänger verkauft, konnte ich leider nicht finden. Auch brauchbare Baupläne sind sehr rar, meist finden sich nur (Foren-)Beiträge wie meinen hier, in welchen über den Selbstbau mehr oder weniger ausführlich berichtet wird. Am häufigsten scheinen Knickgelenke nahe der Kupplung eingesetzt zu werden, wie auch von Rene Kreher selbst (siehe Bild, aus diesem Video). Diese bieten den Vorteil, dass die Bremsmechanik nahe am Rad und somit in einem noch nicht so hoch belasteten Bereich liegt. Die Anschlussstelle der Deichsel am Hänger kann somit ohne Aufwand sehr solide gestaltet werden um die höheren Kräfte bzw. Momente abzufangen.

Auflaufbremse_Kerher.JPG

Ein Nachteil des Knickgelenks sehe ich darin, dass mir keine praktikable Möglichkeit der Umsetzung ohne Schweißverbindungen und/oder den Eigenbau einer Deichsel einfällt. Da Schweißen für mich persönlich keine Option darstellt und mir auch die nötigen Geräte zum Biegen von Aluminiumrohren (zum Selbstbau einer Deichsel) fehlen, fällt das Knickgelenk für mich leider raus.

Es braucht also einen Mechanismus, welcher eine lineare Bewegung zwischen Deichsel und Hänger erlaubt und gleichzeitig ausreichend hohe Kräfte abfangen kann. Hierzu habe ich zunächst nach Linearführungsschienen geschaut, wie ich sie aus dem Bau von Fräsmaschinen und Co. kenne. Diese bieten zwar eine sehr hohe Präzision (welche für die Bremse nicht benötigt wird), dies schlägt sich jedoch Preis und Gewicht nieder. Als Alternative habe ich mir auch Linearauszüge (wie z.B. im Backofen verwendet, aber auch als "Schwerlastauszug" in noch stabiler erhältlich) angeschaut, und war auch kurz davor einen einzubauen. Hierzu habe ich die Kuggellager aus drei Backofenauszügen in einen einzigen gesetzt, um die Stabilität weiter zu erhöhen. Ich habe leider nur noch ein Bild wie ich die Auszüge gerade von ihrer Backofenhalterung trenne:

Backofenauszug.jpg

Der Auszug schien zunächst sehr robust und bietet sogar genug Freiraum um beide Hälften zu vernieten (also eine an den Hänger, eine an die Deichsel). Nach provisorischen Belastungstests hat sich die Schiene aber leider etwas aufgebogen. Auch wäre sie bei mir nicht witterungs- bzw. spritzwassergeschützt gewesen und hätte wohl häufig gereinigt und nachgefettet werden müssen. Schwerlastauszüge habe ich leider nicht in ausreichend kurzer Länge gefunden und dieses Konzept daher auch verworfen.

Als letzte Idee blieb mir der Bau einer Wippenkonstruktion. Auf diese Weise ist eine sehr stabile Verbindung von Deichsel und Hänger bei gleichzeitiger Wartungsfreiheit möglich, da ausschließlich eine Bewegung in den Gelenken stattfindet. Diese lassen sich vergleichsweise einfach abdichten. Ein Nachteil ist natürlich, dass keine rein lineare Bewegung in Fahrtrichtung stattfindet, sondern immer auch ein leichtes Heben/Senken. Dieses fällt mit (in meinem Fall) wenigen Millimetern jedoch so gering aus, dass sich der Anhänger beim Auflaufen nur unwesentlich neigt.

Die von mir anschließend zunächst am Computer entwickelte Konstruktion ist hier vorab schon einmal zu sehen. Das obere Vierkantprofil stellt die Deichsel dar, das untere den Hänger.

CAD_Auflaufbremse.PNG

Mehr zur Funktionsweise und dem Bau dann im nächsten Beitrag, sonst wird es hier noch viel zu viel Text ;)

Bis dahin viele Grüße
Jan
 
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Zum Thema Zeltanhänger:
Für mich persönlich ist das kein wirkliches Thema bzw. keine Alternative zum Hänger so wie ich ihn plane - dies erschließt sich ja eigentlich schon aus meinem Beitrag Nr. #23. Bevor ich persönlich einen Hänger mit ausklapp- oder aufblasbaren Zeltwänden mitnehme würde ich eher zu einem normalen Zelt ohne Hänger greifen. Oder zu einem sehr kleinen "normalen" Hänger für Stauraum und einem Wurfzelt. Ich sehe, für mich ganz persönlich, keinen Mehrwert in einer Zelt- Hängerkombination, da mir die meisten Vorteile aus meinem oben genannten Beitrag einfach fehlen. Deshalb baue ich den Hänger ja auch so, wie ich ihn gerade baue ;)

Zum Thema Aufsetzanhänger:
Grundsätzlich finde ich die Idee, den Wohnaufbau abnehmen zu können um den Hänger als Lastanhänger weiter zu verwenden sehr interessant. Die oben genannte Lösung (Beitrag #30 - Wohnkabine für Carla Cargo) wäre mir da zwar etwas zu schwer, Ekki Mobil hat auf seinem Youtubekanal allerdings eine meiner Meinung nach sehr schöne Lösung präsentiert! In Summe tendiere ich dennoch zum etwas robusteren und wetterfesteren Aufbau ohne Demontageoption und ohne zu hohes Mehrgewicht. Zugegeben fällt mir auch kein Einsatzzweck für meinen Alltag ein, wo ich einen solch großen Transportanhänger benötigen würde. Das Thema Platzbedarf zur Lagerung des Hängers ist bei abnehmbaren Aufbau natürlich ein unschlagbares Plus, aber irgendeinen Kompromiss muss man wohl eingehen :)

@holzwurm
Zu Fahrverhalten und Windanfälligkeit:
Noch bin ich den Hänger nicht gefahren und kann daher leider nichts über das Fahrverhalten sagen.
Nach den Erfahrungen von Rene und den ersten Youtubern, welchen einen ähnlich großen Hänger nachgebaut haben, scheint es aber keine Probleme zu geben.

Windanfälligkeit ist sicher ein Thema welches man beachten sollte, scheint aber erst in Kombination mit Kurvenlage und Bodenwellen bzw. Bordsteinkanten wirklich problematisch zu sein. Rene ist hier auch schon bei viel Wind ohne Probleme gefahren, in einer zu schnell gefahrenen Kurve mit Bordstein hat es ihn aber einmal umgeworfen (ohne Wind soweit ich weiß). Da der Hänger innenliegende Räder und einen recht hohen Aufbau hat ist hier also definitiv mehr Feingefühl geboten als bei üblichen Fahrradanhängern. Grundsätzlich ist es aber kein Problem welches das Fahren, auch bei strammem Wind, unmöglich macht.
Am Ende hängt es aber auch von der Gesamtkonstruktion ab. In einem seiner ersten Videos sah Rene´s Hänger noch aus wie ein LKW-Auflieger und war unbeladen, daher sehr leicht. Da hat es ihn dann direkt umgepustet.. ;)
 
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