406c statt 451c Vorderrad am Omnium Cargo - Konsequenzen?

Dieses Thema im Forum "Technik allgemein / Selbstbau" wurde erstellt von kallzer, 08.08.2018.

  1. kallzer

    kallzer

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    Hallo zusammen,

    ich baue mir gerade ein Omnium Cargo auf und stehe aktuell vor der Frage, welche Laufräder und Reifen ich verbaue. Optisch gefällt mir die Idee, ein schlank wirkendes 451c Vorderrad zu verbauen. In Hinblick auf die Felgen- und Deckenauswahl tendiere ich allerdings zu einem scheinbar weiter verbreiteten 406c Laufrad.

    Diversen Fotos im Internet zufolge machten dies in der Vergangenheit auch schon andere Omnium-Fahrer. Allerdings habe ich keine Forenthreads finden können, in denen über die Konsequenzen hinsichtlich der Geometrie gesprochen wurde.

    Liegt das daran, weil es im Prinzip keine gibt oder sie so gering ausfallen, dass sie irrelevant sind? Im Prinzip müsste ja die Ladefläche nicht mehr parallel zum Boden verlaufen, sondern abschüssig sein. Wird das zum Problem? Außerdem frage ich mich, welche Auswirkungen das auf die Kurbelwahl hat.

    Welche Erfahrungswerte habt ihr? Wie wirkt sich eine kleinere Felge (mit dickerem Reifen) auf ein Omnium oder andere Lastenräder aus?
     
  2. easteregg

    easteregg

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    erstmal solltest du dazu wissen, welche reifengröße du fahren willst.
    wenn du einen 2" schlauch aufziehst und vorher nen 1.25" betrachtet hast, dann nimmt sich das zum schluss quasi nichts.
     
  3. kallzer

    kallzer

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    Ja, das wäre (und wird voraussichtlich) meine Lösung. Mich interessiert trotzdem, ob und wie die knapp 2,5cm Höhenunterschied sich bei einem Lastenrad auf das Fahrgefühl auswirken.
     
  4. NutzSportRadler

    NutzSportRadler

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    Hallo kallzer,
    ich stehe vor (fast) dem selben Problem.
    Hast du dich für 406mm plus dickeren Reifen entschieden?
    Zufrieden mit der Entscheidung?
    Danke
    lg
    »Horst
     
  5. Eighttoasts

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    Servus,

    habe ein Omnium mit 406er Vorderrad und 559er Hinterrad aufgebaut, das fährt sich prima, mit 170er Kurbel isses gerade noch ok, 165er oder 160er wäre da besser.
    Das gilt für 35-406 & 50-559.
    Eine Wasserwaage habe ich noch nicht auf die Ladefläche gelegt.

    Wie sich das mit 622er Hinterrad verhält mit dickem Reifen kann ich allerdings nicht sagen, dann wird sich auch die Lenkgeometrie etwas mehr ändern.

    Gruß,
    Mark
     
    NutzSportRadler gefällt das.
  6. NutzSportRadler

    NutzSportRadler

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    Hallo Mark,
    danke super Antwort, denn die Tretlagerhöhe interessiert mich eh auch! :)

    Ich ging davon aus wenn jemand ein 406er-Laufrad nimmt, dann auch mit breiterem Reifen vorne, z.B. BigApple. Und interessant wäre für mich wie sich das Kurvenverhalten (schwammiger? bessere Haftung?) anfühlt, bzw ob die Verbesserung des Komforts den höheren Rollwiderstand 'kompensiert'.

    @ Nebethema Tretlagerhöhe:
    Bei 37-451/28-622 habe ich bei einem Minimax 282mm gemessen. Wenn ich das Achse vo + hi und Tretlager auf einer Linie sehe/vereinfache und die Winkeländerung vernachlässige komme ich bei deinen 37-406/50-559 auf 268mm.
    Bei meinen SSp mit 60er St-Rahmen aus den 1980ern mit 30er Reifen habe ich eine Tretlagerhöhe von nur 265mm gemessen. Mit 109mm-Vierkantlager, einer RR-Kurbel und Kombipedalen komme ich sehr gut zurecht. War 3/4 Jahr als Fixie aufgebaut (damals aber 37mm Reifen), waren Kurven max in hängenden Kreisverkehren lästig/kritisch.

    Auf der Suche nach kleinster Tretlagerhöhe habe ich bei einem Kalkhoff-Tiefeinsteiger 290mm gemessen, habe mit deutlich weniger gerechnet, ist doch bei so einem Bummelrad das einfache Absteigen die Kernkompetenz.

    Bei der scheinbar widersprüchlichen/willkürlichen Wahl von Tretlagerhöhen der Hersteller blicke ich nicht durch.
    Ein Grund für ein hohes Tretlager könnte sein dass damit ein Fahrrad bei langsamer Fahrt leichter zu stabiliseren ist (vgl Tallbike).

    lg
    »Horst
     
  7. Eighttoasts

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    Hallo Horst,

    im neuen Jahr messe ich gern mal nach, geschätzt sind es ca. 250mm, aber ich werde messen, wenn ich wieder vor Ort bin.

    Gruß,
    Mark
     
  8. Farbkasten

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    Die Tretlagerhöhe besitzt nur eine wirkliche Relevanz: Treten in der Kurve. Dabei kennt sie keinerlei Fehlertoleranz.

    Ansonsten kann ich nur die dringende Empfehlung geben, eine waagrechte Ladefläche anzustreben.
     
  9. Eighttoasts

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    Servus,

    bei langgezogenen Kurven ohne viel Schräglage trete ich mit, bei Kurven mit viel Schräglage nie. Dabei habe ich auch immer das kurveninnere Pedal oben.
    Als Bub habe ich mir schonmal bös das Kinn aufgeschlagen, weil ich mit dem kurveninneren Pedal den Boden touchiert habe und dann abgeflogen bin. Von daher bin ich sehr vorsichtig, was Treten in der Kurve anbelangt.

    Warum sollte die Ladefläche exakt waagerecht stehen?

    Gruß,
    Mark
     
  10. Farbkasten

    Farbkasten

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    Ein Fahrrad ist von A bis Z ein Kompromiss unterschiedlicher und gar widerstrebender Größen. Eine „reine Lehre“ lässt sich am Fahrrad nicht verwirklichen. So war auch mein Hinweis gedacht, eine waagrechte Ladefläche anzustreben - unter Berücksichtigung aller anderen Faktoren. Eine waagrechte Abstellfläche am (Lasten-)Rad ist ganz einfach praktisch (und für manche Transporte unabdingbar).
     
  11. Eighttoasts

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    Ja, es sieht schöner aus & ist wohl meist vom Rahmenbauer so vorgesehen, dass die Ladefläche in Designlage waagerecht steht.

    Unabdingbar für welche Transporte z.B.?

    Da ich alles entweder in die Wanne reinlegen kann oder auf dem Omnium fest verzurrt wird, war das für mich bisher nicht von wichtig.
    (-:
     
  12. Köllefornia

    Köllefornia

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    Zumindest auf einem MTB spürt man schon deutliche Unterschiede im Handling (Schwerpunkt) je nach Tretlagerhöhe. Beim Lastenrad relativiert sich dies sicher im Bezug auf die Last.
    Dafür kommt aber noch der „Platzfaktor“ beim Nachrüsten eines Mittelmotord (z.B. BBS01) ins Spiel.
     
  13. NutzSportRadler

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    Hallo,
    zurest noch ein nachgereichter Weihnachtsgruß
    DSC06153_972x648px_25%.jpg
    Dann zu den aktuellen Themen, Feierlichkeiten und Festive500 haben mich etwas abgelenkt. :)

    Ich danke euch für die Rückmeldungen!

    @Tretlagerhöhe:
    Habe noch weiter im www geforscht aber keine neuen,plausiblen Erkentnisse gewinnen können, also heute ein Selbstversuch: Hercules Tourenrad vo + hi RR-Laufräder mit sichtbar alten 23-622-Reifen montiert, neue Tretlagerhöhe 263mm, Achsabstand 1090mm, 170mm-Kurbel (T611, Q-Faktor 182mm), Pedale sind 110mm breit, aber nur 19mm hoch (Contec Quick Deluxe+) und einen hängenden, kleinen Kreisverkehr bis zur Mutgrenze hochbeschleunigt (CERN für Radfahrer), ich konnte kein Schleifen des Pedales provozieren. Geschätzt waren zumindest 5, vielleicht sogar 10mm Luft unter der Pedalaußenkante.
    Da bin ich schon sehr auf Marks Neujahrsmessung gespannt! :)

    lg
    »Horst

    PS: @Ladeflächenausrichtung:
    eine horizontale Ausrichtung ist willkürlich, bzw ästhetisch begründet (eckt nicht an). Das dem Omnium sehr verwandte Patria Atlas hat eine nach vorne aufsteigende Ladefläche, beim Bremsen 'drückt' es das Ladegut auf die Ladefläche, also ein Ladegut-sichernder Effekt.
    Irgendwo habe ich ein Lastenrad gesehen das die vordere Ladefäche sogar deutlich nach vorne abfallend ausgerichtet hat, wirkte nicht überzeugend.
     
  14. Eighttoasts

    Eighttoasts

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    Frohes neues Jahr allerseits,
    (o:

    ich habe es heute mal ausgemessen, allerdings mit Winterschlappen (Marathon Winter Plus 42-406 & Winter 47-559) bei knapp 3bar im unbelasteten Zustand sind es vom Boden bis Mitte Tretlager ca. 245mm bei einem Omnium Cargo S.

    Mit der Sommerbereifung kommt das Tretlager vermutlich noch etwas tiefer.


    Gruß,
    Mark
     
  15. NutzSportRadler

    NutzSportRadler

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    Hallo Mark,
    super dass du dein Messversprechen über Silvester nicht vergessen hast. :)

    245mm sind ein phänomenal niedriger Wert. Dem wollte ich nacheifern und habe dem oben zitierten tiefergelegten Tourenrad unter die Pedale 10mm Verpackungsschaumstoff geklebt.
    Bei der Probefahrt im hängenden Testkreisverkehr bekam ich sie zart zum Schleifen.

    Ich wollte dann noch schauen wie/ob es bei zügigem Einbiegen funktioniert. Gleich nach dem Kreisverkehr verläuft ein seltsam stark bombiertes Straßenstück. Da schlenkerte ich mal aggressiv aber wohl etwas gedankenlos/-verloren zur anderen Straßenseite, rollend mit Pedal unten - und da gab es ordentlich Bodenkontakt mit seitlichem kl Versetzen. Aus den Träumen geweckt versuchte das Szenario zu provozieren, aber es gelang mir nicht, ich war auch ein bissl feig. :) Da der Radstand beim Lastenrad über 130cm sein wird, werde ich die Sache doch etwas konservativ angehen und das Tretlager nicht unter 255mm positionieren.
    Das ist für mich dann ein Kompromiss zwischen leicht auf-/absteigen - aber auch sicherem Kurvenfahren. Wenn das LaRa vorne beladen ist und meine Frau dann mit dem Pedal einmal Bodenkontakt hat ist das auch keine 'Erleichterung' und das Rad wird dann schnell unbeliebt bei ihr, d.h. kaum verwendet. Was unter allen Umständen vermieden werden muß! :)

    lg
    »Horst

    PS @Nachtrag zur Ladeflächenausrichtung:
    Bin fast schon am Zusammenheften der Rahmenteile. Gestern auch die Ladefläche (bzw die Eurobox die meist drauf sein soll) mit Karton simuliert. Ist die Ladefläche nach hinten geneigt kommt es leicher zu Konflikt mit dem (drehenden) Lenker als bei der optisch dezenten horizontalen Ausrichtung.
     


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